Wer seinen Ofen anfeuert, sollte das heutzutage nach der "schweizer Methode" tun, da diese mehrere Vorteile in sich vereint.
Im Metro-Markt hier in Bremen habe ich diese Dinger gesehen. Anzündhölzchen schon fertig zu Blöcken kreuzweise zusammengeleimt. Das ist dann sozusagen das Maggi Fix für Currywurst für Ofenbesitzer. (Man kann nämlich auch einfach mit einem Beil innerhalb einer Minute von einem getrockneten Holzscheit einige Stückchen abspalten und diese dann aufschichten…)
Ich hatte ja Ende August mal angedroht, euch den Bauplan von meinen Fundamenten zu zeigen. Die Streifenfundamente unter meinem Markt bilden einen aus 19 einzelnen Kammern bestehenden Kriechkeller mit kleinen Durchbrüchen, um von einem zum anderen Raum zu gelangen.
Die freie Fläche links oben im Bild ist mein Hof. Links unten befindet sich unser Lager und die Nebenräume. Die reine Ladenfläche ist in der rechten Bildhälfte zu sehen. Es fehlt eigentlich ganz rechts noch ein großer Teil, aber darunter befindet sich der begehbare Keller des Wohnhauses und passt darum nicht hierher.
Das sieht ja von oben alles sehr übersichtlich und symmetrisch aus – wenn man allerdings in der Hocke oder gebückt durch den Keller schleicht, kommt es einem unendlich unübersichtlich vor. Dazu kommt die Enge und Dunkelheit. Glaubt mir, das ist nichts für Leute mit Platzangst.
Ist ja nun schon inzwischen sogar ein paar Monate her, dass ich bemerkt hatte, dass ein Teil unserer Leuchtwerbung ausgefallen ist. Ich hatte das zugegebenermaßen vollkommen verschwitzt, aber nun ist endlich ein Elektriker da, der sich darum kümmert.
Aprikosenhälften von Natreen im 340g-Glas scheinen bei uns wohl eher nicht so der Renner zu sein. Ausgeliefert wird dieser Artikel schon seit jeher in eher kleinen Einheiten mit sowieso nur sechs Gläsern.
Diese sechs Gläser sind allesamt bei uns im Regal abgelaufen. Konservengläser, wohlgemerkt. Das ist kein Artikel, der sich nur ein paar Wochen hält!
Abgelaufen. Und das nicht "gerade eben erst", sondern schon vor – ich mag es kaum zugeben – Monaten. Kein Kunde hat was gesagt, einfach niemand hat es bemerkt. Wieso auch? Das Produkt war immer ausreichend voll und es gab nie einen Grund, die Gläser in die Hand zu nehmen. Die Aprikosenhälften bekommen hier jetzt auch keine zweite Chance mehr! Was sich so lange überhaupt nicht verkauft, scheint vollkommen entbehrlich zu sein.
Vermutlich fragt morgen ein Kunde danach. Ich höre schon das Klagen: "Ich habe die doch immer hier gekauft..!"
Das Telefon klingelte und ich meldete mich wie gewohnt. Am anderen Ende der Leitung schien ein Kind gewesen zu sein, das einige Fragen nach unserem Sortiment stellte. Trotz derheblicher Skepsis aufgrund etwas merkwürdiger Fragen beantwortete ich alles brav, denn der oder die Kleine stellte auch ein paar ganz harmlose Fragen zu unserem Sortiment. Seit dem habe ich jedenfalls ein riesengroßes Fragezeichen über dem Kopf. War da jemand einfach nur verpeilt oder war das doch ein kindlicher Telefonstreich?
Die Frage nach rosa Handtaschen beantwortete ich noch brav mit "nein". Dann kamen ein paar Fragen zum Jogurtsortiment und was bestimmte Artikel dort kosten würden. Da half ich, so weit es ging. Taschentücher haben wir selbstverständlich. Da war die allgemein formulierte Frage nach dem Preis schwieriger zu klären, war schließlich von den einzelnen Sorten abhängig, aber auch da bemühte ich mich, eine umfassende Zusammenfassung des Angebots zu liefern. Bei der Frage nach Mülltonnen für den Garten haderte ich erst, weil vielleicht Müllsäcke gemeint gewesen sein könnten, verneinte dann jedoch.
Danach folgte noch eine weitere Frage, nämlich nach Häusern und Zubehör für Modelleisenbahnen. Auch da verneinte ich. "Danke, tschüss", hörte ich noch und gackernd legte das Kind auf.
Ein reichlich heruntergekommener Mann stand in der Schlange vor dem Leergutautomaten. Da ich ihn spontan für mich selber als "verdächtige Person" einstufte, nahm ich ihm das Leergut händisch ab. Wollte ihn nämlich so schnell wie möglich wieder aus dem Laden haben, damit ich nicht so lange über die Videoanlage hinterherzusehen brauchte.
Neben einigen intakten Einweg- und Mehrwegflaschen, hatte er auch einiges an Schrott dabei. Unbepfandete Einwegflaschen, aber auch Pfandflaschen in nicht mehr benutzbarem Zustand: Glasflaschen, denen Teile fehlten oder die Löcher am Boden hatten und der Länge nach aufgerissene PET-Mehrwegflaschen. "Ach, die nehmen Sie nicht?", wollte er wissen. "Aber Sie verkaufen die hier doch auch."
Keine Ahnung, ob meine Erklärungen bezüglich Wiederverwendbarkeit der Gebinde auch tatsächlich bis in sein Hirn vordrangen. Es wirkte auf mich eher so, als wenn er mein Gerede als Unsinn abtun würde. Jedenfalls packte er sein ganzes Geraffel wieder sorgsam ein und sagte mir, dass er es dann eben woanders versuchen würde.
In dem Zustand habe ich einen Starter auch noch nicht gesehen. Ist ja kein Wunder, dass die Leuchtstoffröhre nicht mehr leuchten wollte. Aber auch das ist jetzt egal, nun verrichtet dort eine LED-Retrofit-Röhre ihren Dienst.
Gegen kalte Duschen wurde jetzt übrigens über unserer Lagertür ein "Wetterschenkel" montiert. Klingt so hochtrabend, ist aber letztendlich nur ein gekantetes Stückchen Blech, das als eine Art kleines Vordach dient.
Wir haben jetzt übrigens das Störtebeker "Atlantik Ale" im Sortiment. Mehrere Kunden hatten danach gefragt und da man diese Bierspezialität hier in der Gegend nur schwer bekommen soll, sind sie nun überglücklich, mich als Bezugsquelle zu haben.
Was ist nun das Besondere an diesem Bier? Nun, Störtebeker beschreibt es so:
"Kräftige kalte Hopfung mit den Sorten Tradition, Perle, Cascade, Amarillo und Citra lässt das unglaubliche Duftspiel aus Zitronen, Grapefruit und Melone entstehen und sorgt für die kräftige Herbe."
Eine Kundin hat so sehr von diesem Bier geschwärmt, dass ich ein richtig schlechtes Gewissen hatte, es letztendlich überhaupt nicht gemocht zu haben und den letzten Schluck sogar in den Ausguss kippte.
Verstörend ist es irgendwie, wenn man eine Kundin im Vorbeigehen mit der Tageszeit grüßt ("Morgen…") und als Antwort Reaktion nur ein aufgesetzt wirkendes Lachen folgt, so als hätte jemand in einer Smalltalk-Runde einen schlechten Witz erzählt bekommen.