Wir sind vor einer Weile dazu übergegangen, die Sicherungsetiketten bei den Gläsern mit Instantkaffee auf die Siegelfolie zu kleben. Wer die abreißt, beschädigt die Folie und macht den Kaffee dann zumindest als Hehlerware zum Weiterverkauf an die sympathischen Kioske und Quickshops im Stadtgebiet uninterressant.
War dem Dieb in diesem Fall wohl egal:
Bei der Kassenabrechnung fiel mir auf, dass ein Leergutbon extrem vergilbt war. Wir stellen uns hier ja nicht an, wenn ein Bon mal etwas älter ist. Warum auch? Ich habe die Flaschen vom Kunden bekommen, warum sollte also sein Anspruch auf das Geld nach einer Weile verfallen? Und würde man überhaupt wegen solcher Kleinstbeträge mit einem Kunden streiten wollen? Eben.
Seit deutlich über zwölf Jahren haben wir im Markt täglich frisch gebackene Brote eines Bioland-Hofes aus der Region im Sortiment. Dieses Brot ist bei unseren Kunden sehr beliebt, was auch verständlich ist. Abgesehen davon, dass die Produkte wirklich gut und lecker sind, haben sie eine Herkunft. Keine Massenware, sondern eine echte Bäckerei. Keine seelenlose Fabrik, sondern ein zertifizierter, privat betriebener Hof mit Herz und Charakter. Abgesehen von den Broten gab es auch superleckere Eier. Trotz des relativen hohen Preises (Immerhin 10 Stück für 3,69€) hätten wir meistens mehr verkaufen können als es überhaupt an Nachschub für uns gab. Herkunft und Geschmack waren nunmal top.
Gestern Abend schon erreichte mich die traurige und unglaubliche
Meldung, dass der Barkenhof in Kirchhatten im Grunde vollständig bei einem Großbrand zerstört wurde. Mir stehen schon den ganzen Morgen die Tränen in den Augen, aber es ist leider traurige Gewissheit.
Ich wünsche den Menschen hinter dem Barkenhof, und gerade natürlich auch Hergen persönlich, alle Kraft, um dieses unfassbare Schicksal zu verarbeiten.
Hier ein Foto von Ende 2003. Große Verkostung zur Einführung der Brotsorten hier im Markt. Seit dem erfreuten sie sich immer größerer Beliebtheit. Wie es bei uns mit Bio-Brot weitergeht, weiß ich noch nicht. Ich werde mit Sicherheit nicht gleich am Montag losrennen und Ersatz suchen, zumal so geniale, handwerklich hergestellte Brote wie Huntedieker, Moorwüstling, Ur-Dinkel und Vagabund (meine vier persönlichen Favoriten) überhaupt nicht mal eben ersetzt werden können. Die waren einzigartig. Dazu kommt der persönliche, schon beinahe freundschaftliche Umgang miteinander.
Ich bin sehr, sehr traurig.
Nach langer Zeit mal wieder zu Hause eine Rolle Pringles probiert. Sorte: Hot & Spicy. Was soll ich sagen… Geschmacklich haben sie mich an meine Kindheit erinnert. Da habe ich gerne Maggi-Brühwürfel gelutscht.
Sven hatte folgende Frage an mich:
Hallo Björn,
was mich schon die ganze Zeit interessiert, ist die Frage wie die Wochenangebote entstehen.
Ich weiß ja nicht inwiefern du Werbung machst Außer durch den Blog :P, aber vielleicht weißt du ja Wie entschieden wird welche Produkte es ins Angebot rein schaffen und wer das entscheidet?!
Bei mir hier ist das ganz einfach: Ich mache gar keine Werbung in Form von wöchentlichen Handzetteln. Ernsthaft, das war kein Witz! So stehe ich logischerweise auch nicht jede Woche vor dem Problem, mir neue Artikel für die Werbung ausdenken zu müssen.
Wie es in den großen Firmen abläuft, die solche Angebote national oder für große Regionen planen, kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Ich weiß nur, dass ich mich hier und andere Kollegen entweder bei den Planungen der Großhandlung (Die Edeka hat ja wöchentlich eigene Angebote, die dann zu entsprechenden Preisen in entsprechenden Mengen (vor)bestellbar sind) oder bei den Mitbewerbern inspirieren lassen. Bei mir persönlich hilft (wenn es denn notwendig ist, bestimmte Artikel rauszusuchen) auch manchmal ein Rundgang durch den Laden, um sich inspirieren zu lassen.
Ich habe eben mal 50 neue Haken (inkl. Befestigungsmöglichkeit für Preisetiketten) bestellt, damit wir unser Regal mit Batterien und Feuerzeugen neu gestalten können. Das Teil steht genau an der Kasse und ist bislang aufgrund häufig wechselnder Artikel (gerade auch im Glühlampen-Bereich) von uns immer etwas stiefmütterlich behandelt worden.
Langfristig muss auch da eine neue Lösung her, aber kurzfristig soll zumindest ein aktuelles Sortiment mit aktueller Preisauszeichnung vorhanden sein.
Die
GEZ Rundfunkgebühreneintreiber müssten sich weniger Sorgen um ihr Auskommen machen, wenn sie nicht ständig das vorhandene Geld dafür verschwenden würden, immer wieder die Leute anzuschreiben, die ohnehin schon seit Jahren brav bezahlen. Ich tue denen übrigens nicht den Gefallen und fülle das Formular inklusive Beitragsnummer aus. Sollen die doch selber suchen.
Es ist zwar noch rund sechs Wochen hin, aber den Ausgang der
Wette kann ich jetzt schon prognostizieren: Ich hab' gewonnen. Wir haben zwar noch nicht nachbestellt, aber eigentlich könnte man jetzt schon problemlos nachfüllen.
Anruf einer Marketingagentur, die
bei Tellows als ziemlich unseriös gelistet ist. Der Anrufer erzählte mir was von irgendeinem für drei Monate kostenlosen Adressbucheintrag bei Google und dass sie das überprüfen würden und dass das ja ein tolles Angebot wäre und dass er mir dann die Bestätigung zuschicken würde.
"
Und nach den drei Monaten?"
"
Kostet das nur 19,99€pro Monat."
Uuuuuuuuuuund tschüss. [
KLICK!]
(Und die nächste Rufnummer in der Sperrliste in meiner Fritzbox.)
Martin hat mir dieses Foto eines SPAR-Marktes in
Weilerbach geschickt. Einer der letzten privaten Märkte in Deutschland, die noch SPAR heißen. Der Markt hat sogar eine eigene Bushaltestelle. Naja, eine eigene natürlich nicht ganz – aber die Bushaltestelle dort vor der Tür heißt "Weilerbach, Spar". Das finde ich schon cool.
Vielen Dank für die Zusendung!
Einer der beiden
Bettler vom letzten Sommer, nämlich der heruntergekommenere Typ, der sich irgendwann als Trittbrettfahrer zu dem ersten Bettler dazugesellt hatte, erkundigte sich bei mir, ob er bis zum Monatsende eine Packung Tabak anschreiben lassen dürfte.
Nein, durfte er nicht.
Mühsam war, dass ein einfaches "Nein" nicht ausreichte und ich ihm mehrfach erklären musste, dass es nicht geht und dass ich keine Ahnung habe, wie ich das buchhalterisch lösen könnte. Ist natürlich Käse gewesen und wäre buchhalterisch ohne jegliche Relevanz – aber das weiß er doch nicht.
Dumm gelaufen… Die
Ortel-Guthabenkarte war schon benutzt. Hätte ich natürlich überprüfen können, bevor ich den Artikel bei Ebay reingestellt habe, aber ich gebe zu, dass ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte. Entweder nehmen Kunden die Belege mit - oder sie bleiben unbenutzt hier und warten auf die Stornierung oder einen Weiterverkauf.
Das fiel also erst auf, nachdem wir die Transaktion bei Ebay erledigt hatten. Dem Käufer habe ich die Kohle natürlich diskussions- und verzögerungsfrei wieder erstattet und er war netterweise auch ganz entspannt dabei…
Fundstück im Leergutautomaten. Die Flasche sieht aus wie eine gewöhnliche "Steini"-Bierflasche. Dass er die angenommen hat, ist also nicht weiter ungewöhnlich.
Das
Houblon Chouffe kommt aus Belgien, nennt sich selber "Extra strong Beer" und hat schlappe 9 Umdrehungen. Das rumpelt schon.
Habe gerade eine kleine Statistik gesehen mit Antworten auf die Frage "Was motiviert Sie persönlich bei der Arbeit?" (Quelle:
EY Jobstudie 2015) und nicke zustimmend.
Auf Platz 1 steht die Aussage "Gutes Verhältnis zu den Kollegen", auf Platz 2 findet sich "Eine spannende Tätigkeit" und erst auf Platz 3 kommt "Ein hohes Gehalt".
Einzelhandel ist bekanntlich nicht die Branche mit den Top-Gehältern, aber im Laufe der Jahre haben schon einige Mitarbeiter wieder zurückkommen wollen (und teilweise von mir auch die Chance bekommen), nachdem sie wegen eines besser bezahlten Jobs gekündigt hatten. Wir haben meistens ein tolles Team (Querschläger gibt es leider immer wieder, aber man kann den Leuten beim Bewerbungsgespräch ja auch immer nur bis vor die Stirn gucken…) und auch wenn der Job nicht unbedingt "spannend" ist, so ist zumindest der Umgang mit vielen meiner Kunden sehr angenehm. Das hilft dann tatsächlich über den einen oder anderen Euro hinweg – und das deckt sich ja nun auch mit der eingangs erwähnten Statistik.
Der kleine Hinweis auf der
Laden-Website spült jetzt vermutlich nicht die Massen an Maibock-Kunden in das Geschäft, aber zumindest habe ich das Gefühl, wenigstens irgendwas getan zu haben, um dem Online-Auftritt etwas Aktualität zu verpassen.