Samstag Abend / Sonntag Morgen wurde es –öhm– "etwas" später hier in der Firma. Die Morgendämmerung war schon zu erkennen, als ich den Laden verließ. Einige Meter neben der Tür stritt ein Pärchen mittleren Alters.
Eigentlich geht sowas einen ja nicht an, aber er war deutlich größer als sie und hinderte sie immer wieder daran, weiterzugehen – was sie entsprechend kommentierte. Ich beschloss, zu den beiden zu gehen und zumindest mal zu fragen, ob alles okay sei. Immerhin war sonst keine Menschenseele zu sehen und die Frau war dem Typen zumindest körperlich deutlich unterlegen.
Von ihm kam ein rüdes "Geh weiter!" und auch sie beantwortete meine Frage nur mit einem knappen "Ja."
Gut, dann eben nicht.
Gegen 22:15 wurde meine Pizza geliefert.
Etwa zur selben Zeit dürfte das Spiel USA-England zuende gewesen sein. Entsprechend groß ist der Ansturm seit dem hier im Laden. (Leider auch an Leuten, die man lieber nicht im Laden hätte; siehe letzter
Beitrag)
Entsprechend kalt ist mein Abendessen inzwischen.
Dass die Leute hier in der Gegend auf der Straße und auch in unmittelbarer Nähe vom Laden die Passanten um Geld anbetteln, ist inzwischen ein alltägliches Szenario.
Die Dreistigkeit zu besitzen, hier mitten im Laden die Kunden nach ein paar Euro anzuhauen, finde ich aber schon ziemlich derbe. Und nachdem ich den Typen zunächst gebeten hatte, dies zu unterlassen, hat er jetzt hier Lokalverbot.
Seit rund zehn Jahren arbeiten wir mit dem selben Eierlieferanten zusammen. Seit Anfang werden wir im Grunde jeden Samstag angerufen und nach unserer Bestellung für Montag gefragt.
Gerade eben fiel mir auf, dass bislang noch niemand angerufen hat. Was nicht ist, kann zwar noch werden – immerhin ist das ein Familienbetrieb und nicht an feste Bürozeiten gebunden. Mal sehen, was der Montag Morgen bringt. Bzw. der Eierlieferant. Oder eben auch nicht.
Da hat's die Einpackmaschine für die grünen Balistos wohl etwas zu gut gemeint und beim Einpacken gleich ausgepackt...
Er saß alleine in der Küche an einem regnerischen und stürmischen Freitag Abend. Den Stress eines langen Arbeitstages hinter sich lassend, saß er in der Küche und trank einen Latte Macchiato, mit dem er sein Abendessen, ein selbstgekochtes Hühnerfrikassee, begoss. Plötzlich hörte er zunächst eine leise Stimme, dann immer mehr. Zu viel ging ihm wahrscheinlich durch den Kopf und das Stimmgewirr schien ihm wie das langanhaltende Echo unzähliger Kundengespräche, die er im Laufe der Woche geführt hatte. Leise und diffus hörte er sie sprechen, einen Sinn konnte er in den Fragmenten jedoch nicht erkennen.
Nachdem er das schlanke Glas geleert und zurück auf die gelbgrün gemusterte Wachstischdecke gestellt hatte, stand er auf, um die Reste seines Abendessens in den Kühlschrank zu stellen. Als er die Tür seines Kühlgerätes öffnete, hörte er die Stimmen erneut. Lauter, deutlicher. Unendlich viele kleine Hilferufe waberten plötzlich durch seinen Kopf, der sich wie ein riesiger Schwamm anfühlte, in dessen Poren jeder noch so kleine Laut regelrecht aufgesogen wurde. Die faltbare, hellblaue Tupperdose mit dem Reis-Frikassee-Gemisch verschwand im Kühlschrank, die Tür wurde geschlossen, die Stimmen waren wieder leiser.
Morgen wird der WG-Kühlschrank ausgemistet. So.
Blogleser Nicola hat mir ein paar Bilder von einem kleinen SPAR-Markt in
Bordeaux zugeschickt. Vielen Dank dafür.
Wenn ein Kunde vegetarischen Brotaufstrich verlangt, sind damit übrigens nicht mit Zucker eingekochte Früchte gemeint – wenngleich Konfitüre und Marmelade sehr wohl auch vegetarisch sind.
...und dann war da noch die Erkenntnis, dass die Abkürzung "Port" in der Bestellliste für Obst & Gemüse nicht für "Portionen", sondern für "Portugal" steht...
Die Anzahl der Treffer verschiedener Google-Suchen kann man natürlich auch manuell vergleichen – aber auf
googlefight.com wird einem das Ergebnis zweier konkurrierender Suchbegriffe gleich noch mit Animationen und Balkendiagrammen grafisch aufgewertet.
Zum Resultat meiner Suche: Hihi.
Eine Kundin stand vor dem Brotregal und packte sich einige Brötchen aus den SB-Schütten in eine Tüte. Dabei fiel ihr ein Mohnbrötchen auf den Boden. Unverzüglich bückte sie sich, hab es auf und legte es zu den anderen, die sie sich schon genommen hatte.
"
Nett, dass Sie so viel Vertrauen in meine Putzfrau haben, aber das müssen Sie jetzt nicht kaufen, wenn Sie nicht wollen." sagte ich.
"
Ach", sagte die Frau lachend. "
Das lag da doch weniger als zwei Sekunden auf dem Fußboden. Wird schon nichts passiert sein."
Na, denn.
Auf dem Weg zur Firma fiel mir zur frühen Stunde ein etwa zehn- bis zwölfjähriges Mädchen auf. "
Was macht die denn wohl um die Zeit schon alleine draußen?", dachte ich noch...
...als sie in einen
SUV stieg und davondüste.
Top-Kadidatin für eine Ausweiskontrolle im Supermarkt.
Meine Kassiererin rief mich über die interne Leitung an: "
Guck dir mal bitte den letzten Kunden nochmal auf dem Video an. Der hat nur eine Flasche Fanta bezahlt, aber ich habe ein ganz komisches Gefühl bei dem."
Ich wollte gerade die Aufzeichnung ansehen, als der gerade im Live-Bild an die Kasse getretene Kunde den Alarm der Warensicherungsanlage auslöste. Ich flitze nach vorne, wo der Kunde noch scheinbar hilflos herumstand. Während ich den Handchecker (
Dieses Dingens) aus dem Lager holte, lief der Mann schnell zurück in den Laden und packte eine Flasche teures Haarwasser aus und schob sie in das Süßwarenregal. Beim Versuch meiner Mitarbeiterin, ihn an der Kasse aufzuhalten, rannte er los und flüchtete durch eine der Seitenstraßen. Naja, die Ware ist hiergeblieben und sollte er sich noch einmal hertrauen, haben wir immerhin schonmal sein Gesicht gesehen.
Der Typ mit der Fanta hatte übrigens auch geklaut. Zwei Dosen Elephant-Bier hatte er sich in seine dicke Jacke gestopft.
Beinahe täglich kommen hier Leute herein und fragen nach Sach- oder auch Geldspenden. Fußbälle für Sportvereine und Schulen, Trikots und Trainingsanzüge, Stadtpläne, Kilometerläufe, Schul-, Kinder- und Straßenfeste – die Möglichkeiten, Geld zu verschenken, sind geradezu unendlich.
Aber wenn eine Stammkundin bei einem Zirkus-Projekt in der Nähe mitwirkt und dort ein Aktionstag veranstaltet wird, um Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen dazu zu verhelfen, ihre Freizeit sinnvoll(er) zu gestalten, mag bei bei der Frage nach dem Sponsoring für ein Frühstück ja gar nicht ablehnen.
Erwähnte ich schon einmal, dass eine nicht bepfandete Flasche nicht dadurch auf einmal doch wertvoll wird, indem man sie mit aller Kraft in den Leergutautomaten pfeffert?
Ach, schon häufiger..?
Aber ganz bestimmt nicht so oft, wie ich das hier live und tagtäglich vor dem Leergutautomaten erlebe. Echt nicht!