Die Aktion mit den Kürbissen war nicht so erfolgreich, wie gehofft. Nach knapp zwei Wochen haben wir nun den "Rest" (immerhin gut die Hälfte des ursprünglichen Inhalts) entsorgen müssen, da alle Kürbisse inzwischen mehr oder weniger matschig geworden sind.
Die kleinen Freuden am Morgen: Wenn einem angetrunkenen (schon oder noch?) Kunden durch seine fahrigen Bewegungen ein Pott Müllermilch aus der Hand rutscht, an einer Milchflasche aufreißt und der Inhalt sich gänzlich auf Kühlregal, Ware und Fußboden verteilt.
Mein Kassierer rief mich über das interne Telefon von der Kasse aus an, da es bzgl. eines bereits abkassierten Kunden etwas zu klären gab. Ein paar Leute warteten in der Schlage und ein Kunde regte sich auf einmal tierisch auf, weil mein Mitarbeiter in seinen Augen Privatgesprächen den Vorzug geben würde und daher die zahlenden Kunden warten ließ.
Da ich am anderen Ende der Leitung zuhörte, ging ich nach vorne, um den Mann etwas zu beruhigen. Es gelang auch, aber dies ist ein schönes Beispiel für den berühmten Satz von Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
Mir stellte sich hier im Laden ein Redakteur von RTL vor, der noch einen Kollegen im Schlepptau hatte. Mit versteckter Kamera hatten sie hier im Laden gedreht. Es ging eigentlich nur um die nicht ernst gemeinte Frage an ein paar Verkäuferinnen, ob man für Obst und Gemüse auch eine Überführungsgebühr bezahlen müsse. Der Filmschnipsel soll eine Kfz-Sendung, die dieses Thema aufgreift, auflockern.
Ich war einverstanden, dass das Material verwendet wird. Leider ist mir erst hinterher eingefallen, eine bestimmte Frage zu stellen. Nämlich, ob meine Mitarbeiterin unerkannt bleiben wollte. Hätte sie wahrscheinlich auch nicht weiter gestört, aber es wäre erfreulicher gewesen, darüber zumindest mal geredet zu haben.
Aber schön, mal ein Kameraversteck zu sehen, wie es "Profis" verwenden. Also: Vorsicht, wenn euch jemand eine komische Frage stellt und jemand anders irgendwas in der Hand hält, z.B. Taschenkalender oder Brieftaschen.
Ein ziemlich heruntergekommener Typ hatte sich eine Dose Energydrink und dazu noch eine Packung Bonbons in seine Jacke gesteckt. Eigentlich wollte ich in Ruhe warten, bis er sein "Alibi-Bier" bezahlt hat, doch irgendwie muss er misstrauisch geworden sein, ließ das Bier an der Kasse stehen und rannte wie irre los.
Den Vorsprung konnte ich leider nicht mehr aufholen, aber beim schwungvollen Öffnen der Tür ist sie so heftig gegen das Gehäuse des Schlüsselschalters meiner Alarmanlage geschlagen, dass dieses einen bleibenden Eindruck hinterließ. Scheiße.
Heute vor exakt zehn Jahren habe ich einer Kundin einen recht üppigen Kreditkauf gewährt. Die damals 60-jährige Frau war bis zu dem Tag Stammkundin (So weit man das nach fünf Monaten Geschäftsbetrieb überhaupt beurteilen kann) und eine der ersten Kunden, die man mitunter mehrmals pro Woche gesehen hat.
Am 27. Oktober 2000 erzählte sie uns etwas von "Trennung von ihrem Mann" und dass sie deshalb gerade etwas knapp bei Kasse sei und ob wir ihr deswegen bis zum Monatsanfang einen kleinen Kredit gewähren könnten. Am 27. kaufe sie ein und am 28. auch noch einmal. Der "kleine" Kredit belief sich auf insgesamt knapp 275 D-Mark! Ich machte mir keine Sorgen, da ich den Namen und die genaue Adresse der Kundin hatte.
Mehrere Kontaktversuche scheiterten. Die Türklingel bei ihr war zwar zu hören, aber niemand öffnete. Ich habe es im November mehrmals probiert, dann alle paar Wochen mal und irgendwann Anfang 2001 bin ich noch einmal bei der Adresse gewesen. Das Namensschild war zwar noch da, aber niemand öffnete. Irgendwann habe ich das Geld in Gedanken abgeschrieben und unter "Lerneffekt" verbucht (Erfolglos, wie langjährige Mitleser wissen... Hüstel.)
Bis jetzt hingen die Bons an meiner Pinnwand. Die Frau ist inzwischen über 70 Jahre alt, sofern sie denn überhaupt noch unter uns weilt. Weiß man ja nicht und vielleicht war sie ja sogar schon damals gestorben. Wir haben es nie erfahren, wir werden es nie erfahren und ab heute möchte ich auch nicht mehr daran erinnert werden und werde die beiden Papierstreifen ehrenvoll dem Papierrecycling zuführen.
(Bitte entschuldigt die merkwürdigen Farben. Um auf dem alten Beleg überhaupt noch etwas erkennen zu können, musste ich gehörig an der Tonwertkorrektur drehen...)
als ich heute den Artikel in den Bremer Nachrichten las, fielen mir meine Fotos aus Cala Rajada ein. Den kleinen Laden gibt es schon ewig, mindestens seit 1987, wo ich ihn das erste Mal fotografiert habe – damals noch klassisch auf Kleinbild-Film.
Nun hier also für deine Sammlung beide Läden, die direkt gegenüber liegen, am Hafen von Cala Rajada. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
Liebe Grüße,
Friederike
Vielen Dank für die beiden Bilder. Zwar nicht ungewöhnlich, aber dennoch cool finde ich die zusammengeschnürten Chili-Bündel, die dort vor den Läden hängen.
Vor ein paar Wochen, quasi pünktlich zur allgemeinen Oktoberfest-Zeit, hatte ich einen kleinen Aufsteller mit Salzgebäck bestellt: "Bierstangerl" heißen die Dinger und wirken auf den ersten Blick wie dicke Salzstangen.
Allerdings sind sie deutlich aromatischer und "teigiger", also nicht so bröselig wie Salzstangen. Schade, dass sie so schlecht laufen. Gerade bei so einem saisonalen Artikel greift schon bald gar kein Kunde mehr zu.
"Oh!", dachte ich auf dem Weg zur Kasse. Da hat jemand drei Pakete tiefgefrorenes Gyros einfach so auf dem Rand eines Präsentationskorbes in Kassennähe liegengelassen. Kein Kunde war in Sichtweiter und so räumte ich die Packungen schnell wieder in den Tiefkühlschrank.
Als ich wieder nach vorne ging, stand dort ein recht aufgebrachter Mann, der sein Gyros suchte. Ich mischte mich ein und erklärte ihm, dass ich die drei Pakete als herrenlos angesehen hatte und deshalb soeben wieder in den Tiefkühschrank gebracht habe. Bööööööööser Fehler...
Statt einzugestehen, dass es ja irgendwie auch (wenn nicht sogar nur) sein Fehler war, zickte er mich an, dass so ein Verhalten überhaupt nicht kundenfreundlich sei und ob wir einfach von jedem Kunden die Sachen wieder wegräumen würden. So bräuchte man sich ja nicht zu wundern, wenn man keinen Umsatz machen würde und so weiter und so fort.
Wer diesen Kommentar liest, könnte irritiert sein: Wie? Was? Ein selbstgeschriebenes Arbeitszeugnis?
Dabei ist das gar nicht so abwegig. Wieviele Streitereien mit (ehemaligen) Arbeitgebern landeten vor dem Arbeitsgericht, weil man sich über den Zeugnistext nicht einigen konnte? Dabei sind Arbeitszeugnisse sowas von wertlos. Seit ich mal vom Arbeitsgericht dazu verdonnert wurde, einer unehrlichen Mitarbeiterin ein "wohlwollendes Zeugnis" auszustellen, ist mir alles egal.
Bei Bewerbern lese ich sie mir durch, aber sie sind bei mir nicht entscheidend darüber, ob ich einen Bewerber einlade oder nicht. Ein symphatisches Foto, ein ansprechendes Anschreiben – das zählt.
Meinen eigenen Mitarbeitern lasse ich seit besagtem Fall vor dem Arbeitsgericht immer die Option, den Text selber zu formulieren. Wenn's nicht komplett daneben ist oder versehentlich und unwissend irgendwelche "bösen" Floskeln ("bemühte sich, die ihm aufgetragenen Aufgaben durchzuführen") verwendet wurden, unterschreibe ich die so wie sie sind.
Vor rund 1,5 Jahren hatte ich den Beitrag "Interaktive Shopgestaltung" verfasst. Dieser Beitrag ist nicht wirkungslos an mir vorübergegangen. Seit Juni 2009 arbeiten wir am neuen Onlineshop, der eigentlich dieses Jahr noch offiziell starten soll. Unter anderem habe ich den Punkt "Zahlung mit Kreditkarte" berücksichtigt und das klappt in den Testläufen schon sehr gut. Abgerechnet wird über Ogone und von denen habe ich nun die erste Rechnung (mit Einrichtungsgebühr) bekommen.
Eigentlich sind Zahlungen ja kein Grund zur Freude, aber in diesem Fall ist es wie ein Zeichen. Es geht vorwärts, der neue Onlineshop macht Fortschritte.