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Steinimitate

Axel hat mich folgendes gefragt:
Hallo Björn,

als langjähriger Blogleser und noch langjährigerer Supermarktbesucher hätte ich mal eine Frage, die bisher noch niemand beantwortet hat. Vielleicht wär das was für eine Antwort im Blog: Warum findet sich in fast jedem Supermarkt, der in den letzten vierzig Jahren errichtet wurde, egal welche Preiskategorie, nahezu derselbe Fußboden: Steinimitatfließen in undefinierbaren Farben von grau bis ocker?

Ich vermute, dass es irgendetwas mit Robustheit und Reinigungsfähigkeit zu tun hat. Aber wieso um Gottes Willen gibt es da nichts anderes? Will sich da niemand im Wettbewerb unterscheiden?
Ich denke, die von dir beschriebenen Standardfliesen sind die sinnvollste Mischung aus Ansehnlichkeit, Robustheit und Preis – wenngleich der Anblick auf Dauer nunmal etwas trist ist.

In einem Markt habe ich mal schwarze, glänzende Fliesen gesehen. Das sah natürlich sehr edel aus, hat den Laden aber auch entsprechend dunkel wirken lassen. Woanders habe ich mal einen gegossenen Boden gesehen, der im Halogenlicht des Marktes überall glitzerte. Wie widerstandsfähig diese Böden sind, weiß ich nicht. Immerhin sie die Belastungen (unzählige Kunden, tägliche Reinigung, Rollcontainer und Hubwagen etc.) nicht unerheblich.

Ich verspreche aber, dass ich, wenn ich mal in die Verlegenheit kommen sollte, einen eigenen Laden komplett neu bauen zu müssen, einen außergewöhnlich hübschen Bodenbelag wählen werde. :-)

Nix Deutsch

Ein Mann lief durch den Laden und suchte etwas. Er sprach offenbar kein Deutsch, konnte sich aber auch sonst nicht artikulieren. Er wirkte irgendwie orientalisch, aber wir konnten seine Sprache nicht identifizieren.

Mein Mitarbeiter hatte währenddessen eine Kundin an der Kasse, die er ziemlich direkt ansprach: "Sie sehen so aus, als wenn Sie Türkisch sprächen. Könnten Sie mal den Kunden da hinten fragen, was er sucht?"

Welche Sprache sie nun sprach oder auch nicht, haben wir nicht erfahren. Ihre Antwort war nämlich recht knapp: "Nix Deutsch."

Und was den suchenden Kunden betrifft: Wir haben's zumindest versucht. :-)

Bier oder Käse?

Anruf der Polizei Bremen: Der Herr Mo(h)nmeyer hat dort inzwischen seine schriftliche Aussage zum Sachverhalt abgegeben. Er würde zwar den Diebstahl zugeben, aber steif und fest behaupten, kein Bier, sondern Käse geklaut zu haben. Die widersprüchlichen Aussagen wiederum würden natürlich gar nicht weiterhelfen, wenn ein Richter sich die Unterlagen ansieht.

Ich befragte eine Kollegin, die damals mitgeholfen hatte, den Ladendieb hier zu stellen. Auch sie erinnerte sich sehr deutlich und konnte mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass er sich zwei Dosen Elephant-Bier in die Innentaschen seiner Jacke gesteckt hatte.
Der anrufende Polizist nahm die Information so entgegen, bedankte und verabschiedete sich.

Eigentlich ist es ja auch egal. Und streng genommen könnten man ja auch auf die Anzeige verzichten. Ihr wisst schon… Bremer Richter und die schwere Kindheit und so.

Links CX

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Müll und Rohstoff

Ein ziemlich heruntergekommer Mann mittleren Alters, offenbar ein Flaschensammler ohne jegliche erkennbare Schmerzgrenze, stand mit etlichen versifften Taschen vor dem Leergutautomaten und stopfte dort so ziemlich alles hinein, was er irgendwo aufgesammelt hat. Versuchte es zumindest: Stark verschmutze Flaschen, zum Teil noch mit Inhalt, zerknickte und zerfledderte PET-Flaschen, aufgerissene Dosen, etliche Einwegflaschen und schließlich auch noch eine Bierflasche, bei der der Boden fehlte und auf einer Seite die Scherben nur noch vom Etikett in Flaschenform zusammengehalten wurden.

Ein Leergutautomat ist auch nur ein Mensch und alles muss man so einer Maschine ja nun nicht zumuten. Ich ging zu dem Mann und wies ihn darauf hin, weder seinen Müll noch irgendwelche Getränkereste in das Gerät zu stecken. Ansonsten würde ich ihn nämlich vor die Tür setzen.

Dahinter stand eine Mittzwanzigerin. Schwarzer Kapuzenpulli, olivgrüne Leinentasche und vor sich auf dem Boden eine große blau-gelbe Ikea-Umhängetasche, die mit Club-Mate- und Oettinger-Flaschen gefüllt war. Ihr passte wohl nicht, dass ich dem Flaschensammler vor ihr meine Meinung gesagt hatte und sie mischte sich ein. Sinngemäß: "Das ist kein Müll sondern wertvoller Rohstoff und statt den Mann zu beschimpfen sollte ich stolz auf ihn sein, dass er die Flaschen einsammelt und diese wiederverwendet werden statt die Umwelt zu verschmutzen."

Meine Fresse. Ich hoffe, das ist eine Nebenwirkung von dem vielen Oettinger und nicht von der Club Mate. Letztere, zumindest den "Kraftstoff", trinke ich nämlich selber liebend gerne.

Red Bull im Rucksack, Rucksack im Vorgarten

Eine Kollegin kam ins Büro und wies mich auf einen jungen Mann hin, der gerade den Leergutautomaten mit seinem mitgebrachten Leergut fütterte: "Guck dir den gleich bitte mal an, wenn der da fertig ist. Ich traue dem nicht. Bei jedem Besuch hier stellt er die gleiche Frage nach einem Exportbier, das wir nicht haben und mir kommt das inzwischen sehr seltsam vor. Zumal der sowieso so'n kaputter Typ ist."

Nachdem er beim Leergut fertig war, ging der Mann in die Getränkeabteilung. Kein Mitarbeiter und Kunde war dort in der Nähe und ich beobachtete ihn heimlich durch die Videoanlage. Er fühlte sich offenbar sehr sicher und nahm sich schließlich zehn große Dosen Red Bull aus dem Regal und brachte diese zunächst in einen etwas geschützteren Bereich, der vom Hauptgang aus nicht zu sehen war, mir am Monitor aber einen 1-A-Platz in der ersten Reihe bot.

Als ich sah, dass er hektisch anfing, die Dosen in seinem Rucksack zu verstauen reagierte ich sofort. Ich schlüpfte wieder aus der knallroten Weste und in meine unauffälligere Jacke und positionierte mich diesmal vor dem Laden auf dem Gehweg, um ihn direkt am Ausgang abzupassen.
Erfahrungsgemäß würde er noch auf dem Weg nach draußen zumindest den Leergutbon einlösen und während ich mich draußen auf dem Gehweg gerade so hinter den Blumen platzieren wollte, dass ich unauffällig zur Kasse spähen konnte, rannte der Dieb quasi hinter mir schon durch die Tür und in Richtung Seitenstraße. Verflixt! Dass der doch sofort den Laden verlässt, hatte ich nicht erwartet. Dazu fing er schon im Laden zu rennen an und hatte einen Vorsprung von rund 40 Metern, als ich die Verfolgung aufnahm.

An der Straßenecke bettelte ich ein etwa 12jähriges Mädchen an, mir ihr Fahrrad auszuleihen. Meine Kollegin konnte sie zum Glück davon überzeugen, dass sie es wiederbekommen würde und ich es nicht stehlen wollte. Auf einem 24-Zoll-Kinderfahrrad raste ich also, so gut es mit dem gangschaltungslosen Drahtesel ging, hinter dem Typen her, während ich mir nebenbei noch mein Handy ans Ohr drückte und mit dem Zentralnotruf der Polizei telefonierte. Am Ende der Seitenstraße war er abgebogen und von dort aus gab es drei weitere Möglichkeiten, in die er geflüchtet sein konnte. Und wenn er sich da irgendwo zwischen den Autos verstecken würde und ich ihn deshalb in der falschen Straße suchen würde… Ach, Mist. Als ich dort ankam, bewahrheitete sich mein Gedanke leider. Der Täter war nirgendwo mehr zu sehen.
Aber ein Passant sprach mich an: "Da hat jemand einen Rucksack in den Vorgarten geworfen." Ach…? Tatsächlich. Naja, so war der Ladendieb zwar verschwunden, aber ich hatte wenigstens meine Ware wieder. Ein kleiner Trost. Ich kletterte also über den Zaun des Vorgartens, schnallte mir den Rucksack auf den Rücken und fuhr zurück zum Laden. An der Kreuzung wartete das Mädchen bereits auf mich, der ich als Dank ein Eis versprach, das sie sich später bei mir im Laden rausholen soll.

Beinahe zeitgleich mit mir traf auch ein Polizeiwagen bei meinem Laden ein. Die beiden Polizisten nahmen den Rucksack des Ladendiebs hier im Lager auseinander. Der Inhalt war ausgesprochen interessant: 10 große Dosen Red Bull, ein "Fixerbesteck" in einer Plastiktüte, ein mit Alufolie umwickelter Esslöffel, ein zusammengewickelter Pulli, ein großes Schlüsselbund – und als Krönung des Ganzen ein Portemonnaie mit sämtlichen Papieren inkl. Versichertenkarte und Personalausweis des Ladendiebs.

Facepalm… :-)

Guruguruguru!

Ich stand gerade in Kassennähe, als eine Taube in aller Ruhe zunächste vor und dann rund einen Meter weit in den Laden spazierte. Leider so, dass man es auf den Kameras gerade nicht sehen konnte.

Aber wenigstens hat sie wieder den Weg nach draußen gefunden und wir mussten sie nicht mühsam über alle Regale jagen… :-)


Carolinen-Gläser

Gleich zwei Kartons mit jeweils drei "Carolinen Brunnen"-Gläsern trudelten hier per Paketdienst ein. In jedem Päckchen lag ein Zettel:
Vielen herzlichen Dank für Ihre Teilnahme an unserer Sammelpunkt -Aktion. Heute erhalten Sie das Carolinen Gläser-Set mit 3 Design-Gläsern in verschiedenen Farbene – für noch schöneren Carolinen Genuss!
An irgendeiner Sammelpunkt-Aktion habe ich nicht teilgenommen. Ich vermute mal, dass mir da einfach irgendein anonymer Blogleser etwas Gutes tun wollte. Vielen Dank dafür. :-)


Rollenreinigung mit Körpereinsatz

Kollege Yusuf sollte die Transportrollen der Kistenannahme des Leergutautomaten reinigen. Mensch ist ja bequem und damit er nicht die ganze Zeit neben der Anlage knien oder hocken musste, hat er sich schlicht und einfach auf das Band gelegt und sich auf diese Weise rollend immer weitergeschoben. :-)


Wenn man denkt, man hat schon alles erlebt…

Immer wieder passieren Dinge, die einen dazu bringen, für den Rest des Tages nur noch ungläubig den Kopf zu schütteln. :-O

Eine Kollegin, die gerade privat hier im Laden war, berichtete mir, dass sie aus etwas Diszanz in der Gemüseabteilung beobachtet hatte, wie eine Frau mittleren Alters mit einem Stift auf der Banderole eines Kartoffelnetzes herumgemalt hatte.

"Kann natürlich sein, dass sie da auch einen Notizzettel in der Hand gehalten hat und es dadurch im Vorbeigehen nur so aussah, als wenn sie auf den Kartoffeln herummalt. Ich gehe mal gucken…", sprach's, ging zur Gemüseabteilung und kam eine Minute später mit einem Netz Kartoffeln wieder zurück ins Büro, auf dessen Banderole mit wasserfestem Stift zwischen und über den aufgedruckten Hinweisen noch einmal dick das Herkunftsland (Israel) und darunter genauso fett das Wort "Blödsinn" standen.

Mit den Erdäpfeln in der Hand ging ich auf die Kundin zu.
Oh, da ist ja die Künstlerin.
Die Frau sah mich kurz an, drehte sich aber wieder um und tat so, als würde sie mich nicht weiter beachten.
Äh, hallo? Ich würde Sie gerne mal was fragen.

Ja, bitte?

Hat es irgendeinen Grund, dass Sie hier auf der Ware herummalen?

Wer sagt, dass ich das war?

Wir haben es beobachtet.

Da war überhaupt niemand bei mir in der Nähe.
[…] :-D
Was soll sowas?

Weil es doch stimmt.

Weil was stimmt?

Es ist Blödsinn, Kartoffeln aus Israel zu kaufen.

Kann ja sein, dass Sie das so empfinden, aber deswegen braucht man doch die Ware nicht zu beschädigen.

Da ist nichts beschädigt.

Ich würde so eine Ware nicht kaufen wollen.

Das kann man ja so wieder abwischen.
Nachdem sie dreißig Sekunden mit angefeuchtetem Finger auf der Banderole herumgerubbelt hatte, drückte sie mir das Kartoffelnetz wieder in die Hand.
So. Das ist doch echt albern, was Sie da machen.

Wieso ich? Wer hat denn darauf rumgemalt?

Es ist völliger Blödsinn, Kartoffeln aus Israel zu verkaufen.

Ja, das sagten Sie bereits, dass Sie das so sehen. Trotzdem braucht man sich nicht so zu verhalten. Sie brauchen ja nichts zu kaufen, was Sie für Blödsinn halten. Aber Sie brauchen kein fremdes Eigentum zu beschmieren. Da sich ihre Beschriftung offenbar nicht wieder entfernen lässt, möchte ich jedenfalls, dass Sie die Kartoffeln bezahlen.
Mit diesen Worten drückte ich der Frau das Netz Kartoffeln in die Hand. Unmittelbar vor der Kasse deponierte sie es aber in einem der dort stehenden Regale.
Da ich mir sowas aber schon dachte, war ich ihr gefolgt und legte das von ihr so sehr verhasste Netz neben ihre restliche Ware auf das Förderband der Kasse. Zähneknirschend bezahlte sie die Kartoffeln und verließ mosernd den Laden.

Nun ist sie stolze Eigentümerin von 1,5kg israelischer Frühkartoffeln, vorwiegend festkochend. Und ich überlege, was sie damit wohl machen wird. Essen? Stempel draus basteln? Verschenken? Wegwerfen? Feierlich verbrennen?

Becker's Bester Neuplatzierung

Eigentlich keine große Sache, aber wenn man sowas jahrelang vor sich her schiebt, freut man sich umso mehr darüber, wenn man sich endlich dazu aufraffen konnte, den Job zu erledigen. Endlich haben wir das Stirnregal mit den "Becker's Bester"- und "Albi"-Säften neu gestaltet. Jetzt müssen nur noch die drei neuen Sorten geliefert werden und schon ist wieder eine Baustelle erledigt. :-)


Vier Lieferscheintypen

Von einem Lieferanten habe ich inzwischen den vierten Typ Lieferschein bekommen. Mal gibt es komplett ausgedruckte Listen, dann wiederum nur handschriftliche, zwischendurch eine Art Mix aus beiden Variationen und jetzt mal in einem anderen Papierformat.

Etwas unübersichtlich auf Dauer. :-|