Ich mag auch einige Energydrinks, konsumiere diese aber nicht für das Auffüllen irgendwelcher Energiereserven, sondern eigentlich nur, weil ich gerade Lust auf den Geschmack habe. Der originale "schwarze Dose", der ja seit einer Weile nur noch "28 Black" heißt, ist dabei übrigens mein Favorit.
Nun haben wir die Hanfversion bekommen.
Liebe Splendid Drinks – dieses Produkt ist bei mir mal wieder ein weiterer Kandidat für "probiert und den Rest in den Ausguss gekippt". Brrrr …
Auch meine Moschee-Nachbarn nehmen das Thema Corona sehr ernst. Es ist (gemäß der behördlichen Auflage) quasi nichts mehr los, seit Tagen gibt es Aushänge mit Verhaltensrichtlinien ("Nach Möglichkeit eigenen Gebetsteppich mitbringen") und neuerdings hängt auch ein Spender mit Desinfektionsmittel neben der Tür des Waschraums. Das Mittel ist "Antisept ALH", ob die Wahl dieses Produkts ein Zufall war oder nicht, kann ich natürlich nicht sagen – ich musste jedoch sehr schmunzeln, als ich den Text las.
Wer jetzt nicht sofort drauf kommt, sollte "ALH" einfach mal etwas schneller und mit zusammengezogen Buchstaben aussprechen.
Der aktuelle Stand hier in Bremen: Geöffnet sind Lebensmittelgeschäfte, Tankstellen, Baumärkte und andere Einrichtungen für die tägliche Versorgung der Menschen. Es wird überlegt, diesen sogar die Sonntagsöffnung zu erlauben.
Ein letztes Wort ist da offenbar noch nicht gesprochen worden, aber wenn die Sonntagsöffnung freigegeben wird, sich daran der Rest des klassischen Lebensmitteleinzelhandels jedoch nicht beteiligt, wird auch meine Tür hier zu bleiben. Es gibt aus meiner Sicht auch einfach keinen Grund für einen Tag mehr in der Woche.
Wenn Penny und REWE, meine unmittelbaren Mitbewerber, jedoch öffnen würden, käme ich hier schon in Bedrängnis. Ich würde den Wettbewerbsnachteil ungerne einstecken müssen, aber mindestens genauso wenig den freien Sonntag opfern wollen.
Unmittelbar neben dem Spender für Handecreme hängt seit heute noch ein zweites Gerät, das mit Desinfektionsmittel für die Hände gefüllt ist. Damit haben wir auch da nun eine vernünftige Lösung für alle Mitarbeiter!
Eine Frau rief an und trug mir auch direkt ihr Anliegen vor: "Guten Tag, ich habe im Weser Kurier gelesen, dass Sie noch Aushilfen suchen. Lohnt es sich noch, sich da zu bewerben?"
Vor meinem geistigen Auge formte sich ein riesiges Fragezeichen: Weser Kurier? Stellenanzeige? Von mir? Ähh, wieso weiß ich davon nichts?
"Wo genau soll da was gestanden haben?", fragte ich die Anruferin.
"Na, da stand, dass EDEKA und REWE Personal zum Auffüllen der Regale suchen und darum frage ich nach."
Ach, so! Das war keine Stellenausschreibung im eigentlichen Sinne, sondern eine der Aussagen innerhalb eines Artikels des Weser Kuriers. Allgemein stimmt das wohl, auch wir suchen / suchten Verstärkung, wie ich gestern schon schrieb. Dennoch war so eine Einleitung in dem Gespräch zutiefst irritierend.
(Mal gucken, ob eine Bewerbung von ihr kommt. Eine Aushilfe könnten wir noch gebrauchen.)
Es standen ja schon Überlegungen im Raum, Zugangsbeschränkungen zu Einzelhandelsgeschäften zu erlassen, bzw. die Läden dazu zu zwingen, Maßnahmen zur Einhaltung eines "Sicherheitsabstandes" zwischen den Kunden durchzuführen.
Augenscheinlich scheint das aber der gesunde Menschenverstand auch von alleine hinzubekommen. Unsere Kassenschlangen sind neuerdings länger, was aber nur daran liegt, dass die Kunden tatsächlich einen größeren Abstand zueinander einhalten. Vorhin zum Beispiel sah es (gemessen am Ende der Warteschlange) nach einer Zweite-Kasse-Situation aus, dabei standen da nur ein paar Leute mit jeweils wenigen Teilen in der Hand.
Wir haben neue Müsliriegel im Sortiment: BE-KIND. Probiert habe ich sie noch nicht, aber der Aufdruck auf der Umverpackung ist mir aufgefallen: Ingredients you can see & pronounce (Oha, der Text ist ja als Marke registriert …)
Da will einer die Welt brennen sehen: Alles um einen herum versinkt im Chaos und der Harste stellt ausgerechnet einen Aufsteller Corona in den Laden. (Zumindest bei uns läuft dieses Produkt aber momentan mindestens genauso gut wie vor ein paar Wochen noch.)
Zu meiner Entlastung muss ich aber sagen, dass ich diese Ware schon vor einigen Wochen bestellt hatte und zu dem Zeitpunkt die aktuelle Entwicklung bezüglich des neuartigen Coronavirus überhaupt nicht abzusehen war.
Es gibt zwar einige weiße Tomatensorten, aber die werden wohl kaum für die Sauce dieses Spaghettigerichts der REWE-Eigenmarke verwendet worden sein.
Das Bild habe ich von Blogleser Kai bekommen. Dass da "Tomatensauce" steht, was im Widerspruch zum Foto ist, war mir auch erst nach einer Weile aufgefallen. Der Inhalt der Schachtel soll übrigens zum Bild gepasst haben, da war also nur der Aufdruck vermurkst. Mit Praxiserfahrung würde ich sagen, dass die Ware nach Bekanntwerden des Malheurs intern zurückgerufen wurde und Kai das Glück hatte, im richtigen Moment zuzugreifen und den Patzer auch noch zu bemerken.
Auf der Verpackung der "dicken Eier", weiße, eiförmige N Schokoküsse, prangt neben dem klassischen rechteckigen Strichcode auch noch einer, der wie ein Ei aussieht und ebenfalls funktionsfähig ist.
Entdeckt haben wir das Eigestrichel übrigens auf einer Packung bei uns zu Hause, die wir bei einem EDEKA-Kollegen gekauft hatten. Bei uns im Markt gibt es die "dicken Eier" nicht. Vorbestellbar waren sie nur als Aufsteller und da haben wir uns aufgrund der Menge in Kombination mit einem gewöhnlich eher knappen Haltbarkeitsdatum nicht herangetraut …
Coronabedingter Hamsterkauf oder ist das vielleicht doch einfach nur der tägliche Bedarf für die durchschnittliche Familie mit 1,5 Kindern in dieser Stadt?
An der Kasse hat ein Kollege einen Stammkunden gefragt, warum er Produkt xyz nun gleich sechs Mal gekauft hat. Antwort: "Die kaufen alle wie verrückt, wer weiß, ob ich davon noch was bekomme, wenn ich es brauche."
Das wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung. So denken alle / viele und dadurch entstehen genau diese Lücken, vor denen sich die Leute so fürchten.
Später habe ich mit einem anderen Stammkunden über die momentane Lage und den irren Andrang auf die (Lebensmittel-) Geschäfte geredet. Auch hier ist unglaublich viel los, die Regale sind zu großen Teilen leer und wir kommen mit dem Nachschub nicht hinterher. Die Situation hinterlässt bei mir als Einzelhändler sehr gemischte Gefühle.
Einerseits ist es unglaublich genial, diesen Trubel hier im Laden zu haben. Die Kasse klingelt und dass hier überhaupt so ein Potential in der Fläche steckt, macht einen schon glücklich. Der monetäre Ansatz ist klasse und das hat ja auch noch weitreichendere Folgen: Wir brauchen mehr Personal, ein paar mehr Leute haben dadurch also schon einen neuen Job.
Andererseits ist es irgendwie komisch. Siehe oben die selbsterfüllende Prophezeiung. Muss das sein, dass man sich mit Vorräten eindeckt, als gäbe es kein Morgen mehr? Muss man sich um Grundnahrungsmittel prügeln? Es ist ja nicht so, dass es nichts mehr gibt. Es wird momentan durch das Verhalten der Leute nur sehr sonderbar verteilt.
Es ist keine schöne Lösung, aber es ist eine Lösung und in Anbetracht der aktuellen Liefersituation bei Konserven, Nährmittel und Fertiggerichten auch sicherlich kein Faktor, an dem sich irgendjemand stören würde. Insgesamt waren heute fast 300 Artikel (!) nicht lieferbar und wir sind momentan dankbar für jeden Nachschub, der hier eintrudelt …
Ein Kunde sprach mich an: "Sie waren doch früher mal bei PLUS, da hinten in der Kornstraße, oder? Das ist doch bestimmt schon zwanzig Jahre her..?"
Ja, es ist zwanzig Jahre her. Faszinierend, aber aus persönlicher Sicht auch unglaublich nett, dass sich nach all den Jahren überhaupt noch jemand daran erinnert.