Wie schon im
vergangenen Jahr haben vor ein paar Tagen wieder Studenten der Polizei angefragt, ob sie hier im Laden wieder das Ladendiebstahl-Training absolvieren dürfen. Diesmal verneinte ich jedoch.
Aufgrund der Corona-Krise bemühen sich (nicht nur) hier im Laden immer alle, möglichst wenig unmittelbaren Kontakt zu anderen Personen zu haben. Die Kundenströme befördern wir über zwei im Grunde dauerhaft geöffnete Kassen wieder raus, sehr viele sind in Sorge, viele tragen Masken, manche Handschuhe. Überall ist die Rede davon, dass man möglichst viel Abstand zu anderen Leuten halten soll. Einkaufen soll man möglichst konzentriert und ohne Begleitung. Und dann sollen wir noch zusätzlich einen Haufen Studenten hier im Laden agieren lassen? Bei aller Hilfsbereitschaft: Nein.
Hier noch drei Fundstücke aus dem Kuriositätenkabinett der alten harste-online.de.
"Eine spanische Spar-Tüte. "
Immer in Ihrer Nähe" ist wirklich ernst gemeint."
"Diese 0,5l-Dose Faxe-Bier mit dem hübschen 80er-Jahre-Foto haben wir während des Umbaus hinter alten Regalen unseres Vorgängers gefunden. Das Haltbarkeitsdatum ist der 20. Januar 1986(!). Die Dose ist immer noch originalverschlossen und steht hier als Dekostück im Markt. Ob der Inhalt noch genießbar ist, wissen wir nicht."
"Dieses Fossil (Haltbarkeitsdatum Dezember 1988!) wollte ein Kunde eigentlich als Leergut bei uns abgeben. Er hat uns die Flasche freundlicherweise überlassen."
1. Fast jeder Kunde bei uns hier im Laden bedeckt Mund und Nase. Ob nun mit einem Schal, Halstuch, selbstgenähter Maske oder einem Fertigprodukt. Aber sie werden getragen, mir sind im Laufe des Tages tatsächlich nur zwei Leute ohne Mundschutz aufgefallen.
2. Ich gehe mit gutem Vorbild voran und trage die Maske im Laden freiwillig. Wenn ich sie eine Weile getragen habe und wieder abnehme, stellt sich zumindest bei mir eine Art "Phantomdruck" von der dauerhaften leichten Berührung im Gesicht durch den Stoff und die Gummibänder ein. Ein sehr unangenehmer Nebeneffekt, der noch einige Minuten nachwirkt.
Habe erfahren, dass der Außendienstler der Reinigungsmittelfirma, der die Sockelblende beim Hundefutterregal mit diesem super aggressiven Mittel
versaut hat, nicht mehr im Unternehmen beschäftigt ist. Da irgendetwas zu klären, könnte also sehr mühsam werden.
Rege ich mich nicht drüber auf. Ottonormalkunde sieht die Stellen nicht so deutlich, wie es auf dem Bild im verlinkten Blogeintrag zu sehen ist und bei meiner nächsten Regalteile-Bestellung werde ich eine neue Blende mit anfordern. Letztendlich kostet so ein Teil nur ein paar Euro.
So sehe ich übrigens mit einer der
Standardmasken aus.
Welche steht mir besser?
Blogleser G. aus H. bei F. wollte von mir wissen, ob ich eine Ahnung habe, was man mit dieser Nummer in einer Toilettenpapierrolle anfangen kann. Als Privatmensch vermutlich überhaupt nichts. Spannend dürfte es werden, wenn es z.B. irgendwelche qualitativen oder hygienischen Probleme mit dem Papier gibt. Ich tippe mal darauf, dass es sich bei der Nummer um eine
Los-Nummer des Herstellers handelt, die bei Klopapier jedoch eine
freiwillige Angabe ist.
Bei uns zu Hause haben wir aktuell noch Reste von drei verschiedenen Toilettenpapiersorten im Regal stehen, davon sind zwei ohne jegliche Kennzeichnung, bei einem Papier prangt der Aufdruck dagegen sogar direkt auf der Stirnseite der Rollen:
Apropos Los-Nummer: Momentan hat man wohl den Hauptpreis gezogen, wenn man so eine Nummer überhaupt lesen kann. Schließlich bedeutet dies, dass man das weiße Gold (aka Klopapier) hat.
Auch wenn wir als Mitarbeiter hier im Laden keine Maske tragen müssen, für die Moral versuchen wir es trotzdem zumindest. Ich natürlich mit meiner Elefanten-Alltagsmaske. Persönliches Fazit nach einer halben Stunden anstrengender Tätigkeit im Laden: "&%*@x!#$"
Fundstück von Susanne auf einer Flasche Milram "Kalder Kaffee". Das Konzept mit der Welle oder Düne hat Milram häufiger, aber so ganz ohne ergänzende Bildchen (
Möwe, Wolke,
Kühe, Windräder) hatten wir ihn dann auch noch nicht:
Schon oft hier im Blog thematisiert habe ich die Problematik, dass Leute sich im Laden "verdächtig verhalten", ohne wirklich etwas Böses zu tun oder auch nur zu beabsichtigen. Es gibt nun mal bestimmte Personen(gruppen), die sich stereotyp mit Vorurteilen oft sehr passend einsortieren lassen, wie ich hier im Beitrag
LD-Erkennung vor einer Weile mal umfangreich geschildert habe. Jemanden nur anhand einer Beobachtung zu verurteilen kann also funktionieren, aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Daher warte ich oftmals ab und gucke mir einen Sachverhalt lieber noch einmal auf der Videoaufzeichnung auf, auch mit dem Risiko, durch diesen Zeitverlust bestohlen zu werden, als direkt reinzuhauen und evtl. einen ehrlichen Kunden vor den Kopf zu stoßen.
Ich kam aus dem Lager und sah einen jungen Mann, den ich schon von seiner Erscheinung her eher als Hallodri einsortiert hätte, vor dem Regal mit den Energydrinks stehen. Er hatte eine geöffnete Dose in der Hand, die er hektisch und mit wenigen Schlucken leerte. Ab jetzt rechnete ich damit, dass er die leere Dose in einem unbeobachteten Moment irgendwo in ein Regal stellt oder sie sogar in den Leergutautomaten steckt, um auch noch das Pfandgeld einzukassieren. Immerhin haben wir hier sowas schon erlebt.
Aber nichts davon. Er hielt die Dose die ganze Zeit in der Hand, während er einen kleineren Einkauf zusammensuchte und zur Kasse ging. Dort stellte er sie jedoch nicht auf das Förderband, sondern bewegte sie an der Kasse vorbei. Mein Mitarbeiter fragte ihn noch, was mit der Getränkedose sei, doch der junge Mann antwortete nur, dass er diese schon mitgebracht hätte.
Und das war nicht gelogen.
Aber den Preis für auffälliges Verhalten im Supermarkt, den hat er verdient.
Wir haben nach längerer Zeit mal wieder etwas mehr Toilettenpapier bekommen. So viel, dass wir es auch großzügig ins Regal gestapelt und nicht nur aus dem Lager verkauft haben. Wenngleich wir dort wie immer neuerdings eine eiserne Reserve für Kunden in Not aufbewahrt haben.
In der Videoanlage werden die beiden Hauptkassen von oben nebeneinander dargestellt. Kasse 1 links, Kasse 2 rechts. War schon ein kurioses Phänomen, wie sich die Kunden auf das Klopapier gestürzt haben und nicht nur einmal an beiden Kassen gleichzeitig Papier auf dem Förderband lag und oft genug auch schon bei den Kunden dahinter ein Paket angerollt kam …
Mein gutes Fahrrad ist gerade nicht einsatzbereit und so fahre ich momentan mein altes (>15 Jahre) wie unverwüstliches Mountainbike, ein Bulls Race Pro 9000. Das Fahrrad ist toll, aber mangels Gepäckträger (und in der Vergangenheit auch nie vorhandener Notwendigkeit) habe ich keinerlei Taschen an dem Ding dran.
Und schon passierte es. Ines meldete sich von zu Hause: "
Bringst du bitte große Briefumschläge mit nach Hause? Ich brauche un-be-dingt welche."
Wie sollte ich das machen? Die Dringlichkeit sah ich ein, aber in der Hand halten wollte ich die Umschläge nicht, mit Rucksack fahre ich nicht auf dem Rad (hatte ich ohnehin nicht dabei), für meine Jacke (mit ausreichend großer Innentasche) war es mir auch zu warm, komplett durchgeschwitzt wollte ich nicht zu Hause angekommen.
Es folgte die pragmatische Lösung mit etwas Klebeband …
Rund um die Feiertage werden von den Lieferanten oft die Bestelltermine verschoben, allen voran natürlich unsere Edeka-Großhandlung. Dazu kommen seit einiger Zeit noch einige coronabedingte spezielle Veränderungen, um den Lieferengpässen der letzten Wochen Herr zu werden, was übrigens ganz hervorragend geklappt hat.
Nicht geklappt hat bei mir der Blick auf meine eigenen Notizen auf dem Kalender im Kassenbüro.
Gestern bis 14 Uhr hätten wir die Bestellung zu Dienstag senden müssen und nicht bis heute 14 Uhr, wovon ich reflexartig ausgegangen war. Ich hatte nur noch auf dem Schirm, dass die Uhrzeit um sechs Stunden nach vorne gelegt war, normalerweise senden wir bis 20 Uhr. Dass wir zusätzlich noch einen Tag früher … Egal, das Kind hat sich nun beim Brunnen erbrochen, wobei der Krug in den selben gefallen ist oder so ähnlich. Glück im Unglück: Ich hatte in den letzten Wochen den Warenbestand hier im Markt gewaltig aufgestockt. Wenn schon vieles nicht lieferbar ist/war, so sollte zumindest der Rest bis zum Anschlag voll sein. Davon profitieren wir jetzt.
Die Bestellung zu Donnerstag müsste dann spätestens am Dienstag um 14 Uhr übertragen werden, die werde ich am Montag in aller Ruhe erledigen. Und das
mir …
Cecil Bødker ist die Autorin der Kinderbücher Silas (die 1981 mit Patrick Bach
verfilmt wurden). Diese Bücher, insgesamt mehrere hundert Seiten, habe ich mit sieben Jahren schon verschlungen. Ich würde behaupten, dass diese Geschichten um den jungen Silas und vor allem seine Freiheit und Ungezwungenheit mein Leben maßgeblich beeinflusst haben.
Außer Silas kannte ich nichts von Cecil Bødker, ich würde sie damit nicht gerade als meine Lieblingsautorin bezeichnen – aber immerhin entstammte Silas aus ihrer Feder und somit war sie doch letztendlich eine bedeutende Persönlichkeit für mich, die ohne ihr Wissen mit ihren niedergeschriebenen Gedanken wohl prägend für mich war.
Vor wenigen Wochen erst habe ich mir den ersten Silas-Band als Hörbuch während meiner Radtouren angehört und nun ist Cecil Bødker am vergangenen Sonntag
im Alter von 93 Jahren verstorben. Obwohl ich mir ihr als Mensch nie zu tun hatte, verspüre ich dennoch eine Trauer in mir. Ich wünsche ihr allen Frieden und werde sie mit ihren Büchern in Erinnerung behalten.
Mutter kommt mit Kind in den Laden, Kind stellt sich auf die hintere Ablage des Einkaufswagens und hält sich am Griff des Einkaufswagens fest.
Mutter nimmt ein Desinfektionstuch und wischt den Griff ab, während das Kind die Hände hebt.
Kind fasst den Griff wieder an mehreren Stellen an, während die Mutter das Tuch wegwirft.
Mutter nimmt ein neues Tuch, wischt die Hände des Kindes ab.
Kind fast den Griff erneut an.
Großes Kino.