Sie hatte einen Käse für etwas unter einem Euro gekauft. Das Produkt hat ihr allerdings nicht geschmeckt und soll viel zu trocken gewesen sein. Da sie das Haltbarkeitsdatum nicht gefunden hat, kam sie zurück in den Laden, um das Produkt zu reklamieren. Die angebrochene oder leere Verpackung ließ sie dabei allerdings zu Hause.
Dann nahm sie hier aus dem Regal ein Produkt der selben Sorte und hielt es einem meiner Mitarbeiter unter die Nase. Ob er das MHD lesen könne, wollte sie von ihm wissen. Er konnte zwar, stimmte ihr allerdings zu, dass das relativ klein gedruckt sei und damit auch nicht besonders optimal zu lesen wäre.
"Warum tun Sie das?", wandte sie sich an einen anderen Kollegen.
"Was?", wollte dieser wissen.
"Dass das so schlecht zu lesen ist!"
Das machen nicht wir, das macht der Käsehersteller."
"Ja, aber wenn das so schlecht zu lesen ist, dann müssen Sie das doch reklamieren!"
Alle Feuerwerksartikel sind auf den Tischen aufgebaut und können bei uns ab morgen früh 6 Uhr erworben werden. Das ist deutlich weniger als im letzten Jahr, aber dafür haben wir uns auf die Artikel beschränkt, die auch liefen. Die großen Massen gehen ohnehin vor allem in den Sonderpostenläden durch. Für mich ist das so in Ordnung …
Ein Kollege hat vorhin schon gescherzt, nachher noch eine Viertelstunde länger den Laden geöffnet zu lassen und quasi den Leuten eine erste Chance zu bieten, Feuerwerk zu kaufen. Nein, macht er nicht. Ab morgen früh geht's los.
Ich hatte vor Weihnachten in mehreren örtlichen Facebook-Gruppen darauf hingewiesen, dass wir Heiligabend zwei Stunden geöffnet haben. Einen Teil der Kommentare konntet ihr hier ja schon lesen, letztendlich ging es noch dutzendfach im selben Ton weiter.
Und dann hat eine in der selben Gruppe geschrieben, dass sie ihren Blumenladen an Heiligabend auch für zwei Stunden öffnet – und alle freuten sich und nicht einer hat sie dafür kritisiert.
Die "richtigen" Feuerwerksartikel dürfen zwar erst ab morgen (an Endkunden) verkauft werden, aber der Aktionstisch mit allen anderen Artikeln steht schon im Laden: Luftschlangen, Konfetti, Luftballons, Tischbomben, Knallbonbons, Bleigießen, Girlanden etc. sind jetzt schon zu bekommen. Theoretisch dürfen diese Sachen ohnehin ganzjährig angeboten werden, aber bei uns ist es immer wieder das selbe Problem: Der Platz, der Platz …
Das ist der Preis, wenn man Feuerwerksartikel auch als Anbruch kaufen kann und diese Option nutzt: Man bekommt einen riesigen Karton, in dem alles lose drin liegt.
Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte mir vor einer Weile ein Einschreiben geschickt:
"Sehr geehrter Herr Harste,
ich habe bei Ihnen in dem Zeitraum vom 27.09.2017-30.09.2017 als Verkäufer in Teilzeit gearbeitet und muss leider bis zum heutigen Tag feststellen, dass immer noch kein Zahlungseingang des ausstehenden Gehalts für September auf mein Konto verbuchen konnte, obwohl ich Ihnen die erforderlichen Kontodaten bereits mitgeteilt habe. Daher fordere ich sie auf mir das ausstehende Gehalt für September 2017 in Höhe von 250,38€ (netto) (= 260 € brutto) mit einer Fristsetzung bis zum 15.11.2017 auf das folgende Konto zu überweisen. […]"
Ich liebe so ein pseudobürokratisches Geschwafel. Nur zur Info: Der Kerl hatte tatsächlich im genannten Zeitraum bei uns gearbeitet. Dass das Arbeitsverhältnis nicht darüber hinaus fortgesetzt wurde, lag zu exakt 100% daran, dass er ohne sich noch einmal bei mir oder einem meiner Mitarbeiter gemeldet zu haben nicht mehr zur Arbeit erschien und auch nicht mehr telefonisch erreichbar war. Natürlich hätten wir die geleistete Arbeit abrechnen können, aber bei jemandem, der so tut, als wäre er vom Erdboden verschwunden, wollten wir einfach erst mal abwarten und gucken, was passiert.
Von mir gab es folgende Antwort:
Sehr geehrter Herr xxx,
vielen Dank für Ihr erfrischend freundliches Schreiben vom 30. Oktober 2017.
Sie hätten sich die Mühe mit den in Floskeln verpackten Drohgebärden sparen können, wenn Sie sich einfach kurz telefonisch oder via E-Mail bei mir oder meinem Mitarbeiter gemeldet und bei der Gelegenheit die Beendigung des Arbeitsverhältnisses erklärt hätten, anstatt einfach nicht mehr zum Dienst zu erscheinen und nicht mehr auf Anrufe zu reagieren.
Wie auch immer: Ich habe den von Ihnen genannten (Brutto-)Betrag durch unsere Lohnbuchhaltung laufen lassen und soeben den sich daraus errechneten Nettolohn auf Ihr Konto xxx überwiesen.
Die von Ihnen geforderten € 250,38 konnte ich Ihnen jedoch nicht auszahlen, da Sie, wie Sie freundlicherweise in Ihrem Schreiben bestätigt haben, in unserem mündlichen Arbeitsvertrag auf Teilzeit (und nicht im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung) eingestellt waren, woraus sich die Pflicht zur Zahlung von Lohnsteuer, Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträgen ergibt, was den ursprünglich von Ihnen gewünschten Betrag auf € 181,32 reduziert.
Dieser Piekser in die Wunde war ausreichend Genugtuung für mich. Da sich dieser ehemalige Mitarbeiter bis dato auch nicht wieder bei mir direkt oder in der Filiale gemeldet hat, dürfte die Sache damit auch abgeschlossen sein.
Hatte ich vor längerer Zeit mal vorbestellt: Hähnchsteaks zum Wintergrillen in Honig-Bärlauch-Marinade. Liegen momentan noch in der Fleischtruhe und kommen nicht noch mal rein. Wenn weg, dann weg:
Ob der Karton, um den es in dem Eintrag ging, wohl noch bei mir in der Halle steht? Die Aufbewahrungsfrist ist ja nun schon seit fast zwei Jahren abgelaufen, aber seit ich die Unterlagen nicht mehr in der Enge der Räumlichkeiten in der Gastfeldstraße unterbringen muss, bin ich auch mit der Entsorgung deutlich entspannter geworden.
PS: Hmm … Nee, der steht sogar ganz sicher noch bei mir herum. Ich habe nämlich seit Ende 2015 definitiv keine alten Buchhaltungsunterlagen mehr entsorgt.
Wie fast schon befürchtet, liefen die alkoholgefüllten Pralinen vom "Asbach-Uralt"-Aufsteller nur sehr schlecht. Und so dominieren diese Sachen jetzt unsere Weihnachtsrestanten …
Nächstes Jahr also nicht wieder. Dabei sind die wirklich gut.
Ich wünsche euch allen ein paar schöne und vor allem ruhige Weihnachtstage. Bei uns wird viel Zeit sein, das vergangene Jahr zu reflektieren und gleichsam über die Zukunft hier in der Firma nachzudenken.
Falls mir während der Feiertage noch ein paar bloggenswerte Dinge in die Finger fallen, teile ich sie euch gerne mit, ansonsten sehen wir uns hier erst am Mittwoch wieder.
Das waren zwei ausgesprochen kurzweilige Stunden hier im Laden. Wir haben die ganze Zeit irgendwas aufgeräumt, schon die meisten Weihnachtsartikel reduziert und die Aufsteller aufgelöst – und nebenbei noch knapp 200 Kunden gehabt, von denen viele zum ersten Mal hier bei uns waren.
Alle hatte gute Laune, sowohl Kunden als auch Mitarbeiter, und die Kasse hat nebenbei auch noch geklingelt. Diese Schicht hat in jeder Hinsicht Spaß gemacht.