Eine Frau kam in den Laden und berichtete einer meiner Mitarbeiterinnen, dass sie in der Apotheke sündhaft teure Babynahrung für eine Bekannte gekauft hatte, diese aber nun aus irgendwelchen Gründen überhaupt nicht gebrauchen könne.
Ihre Bitte an uns war, ob wir ihr die Sachen hier für zehn Euro (was wohl deutlich unter dem Gesamtpreis lag) abkaufen und dann zum Beispiel über unseren Restetisch verkaufen würden.
Nein, tut mir Leid. Das ist dann sogar schon jenseits von meiner persönlichen Definition des Begriffs "Kundenservice".
Treffen sich zwei Kunden im Supermarkt vor dem Leergutautomaten, an dem mal wieder ein "Defekt!"-Schild hängt.
Sagt der eine zum anderen:
"Da ist der Björn drin."
(Einsendungen sind willkommen. Weitere Infos dazu an
dieser Stelle.)
Mir fiel ein Mann in der Getränkeabteilung auf. Obwohl ich ihn nur im Vorbeigehen von hinten sah, brüllte mich meine innere Stimme an und forderte mich auf, ins Büro zu gehen und den Typen mal etwas zu beobachten. Das tat ich und die innere Stimme sollte nicht enttäuscht werden.
Nachdem er sich eine Weile umgesehen hatte, nahm der Mann eine Dose Bier aus dem Regal. Ich erwartete schon, dass er diese in seiner Jacke verschwinden lassen würden, aber dem war nicht so. Er stellte sie stattdessen zwei Meter weiter entfernt in eine der Mehrweg-Getränkekisten und ging weg. Er umrundete gemütlich die Getränkeabteilung und als er sich der abgestellten Dose nährte, dachte ich mir schon, was passieren würde: "
Jetzt steckt er sie ein. Wollte sich nur in Sicherheit wiegen."
Nein, das war es nicht.
Er steckte die Dose nämlich nicht ein. Er nahm sie und ging in Richtung Leergutannahme, wo ich allerdings schon auf ihn wartete. Da hat der Typ doch ernsthaft die Dose
geöffnet und dort zwischen den Kisten, wo er sie zunächst hingestellt hatte, auslaufen lassen. Ein halber Liter Bier hat sich so über etliche andere Ware ergossen und unter der Europalette verteilt, auf dem die Kisten stehen. Und das alles für 25 Cent Pfand, die der Typ auf diese Weise einheimsen wollte.
Wir haben dann die Kisten und die Palette beiseite geräumt und den Typen den ganzen Bereich, der mit Bier benetzt war, wischen lassen.
Drei Jugendliche waren hier im Laden und suchten offenbar was. Einer der Jungs rief einem anderen zu: "
Haben die hier nicht!"
Eine Kollegin war gerade in Zivilbekleidung im Laden und fragte ihn einfach mal: "Was sucht ihr denn?"
Der junge Mann war erwartungsgemäß irritiert, murmelte was von "
Gibt's hier nicht."
Meine Mitarbeiterin gab sich als solche zu erkennen und frage noch einmal, was sie denn suchen würden.
Entgegnete der Jugendliche: "
Ist egal, das haben die hier nicht."
Ohne weitere Verzögerung verschwanden sie. Was sie gesucht haben? Keine Ahnung. Entweder etwas "peinliches" (Kondome, z.B.) oder sie waren einfach viel zu cool, um jemanden anders nach einem Rat zu fragen. Ein Mann würde ja bekanntlich lieber verhungern, als nach dem Weg zu etwas Essbarem zu fragen…
Ein kleiner Junge, vielleicht 10 Jahre alt, fiel uns alleine dadurch auf, dass er an der Kasse eine kleine Packung Kaugummi (die bei Dieben beliebten
5Gums) aus dem Regal nahm und damit nach hinten in den Laden ging.
Noch bevor wir im Büro waren und über die Videoanlage zugucken konnten, befand sich der Junge schon wieder auf dem Weg nach vorne. Ich ging unauffällig hinter ihm her und beobachtete, wie er das Kaugummipäckchen wieder an seinen Platz legte, und den Laden einfach so verließ. Was war das denn?
Wir guckten und das Päckchen genauer an und stellten fest, dass das von uns aufgeklebte Warensicherungsetikett fehlte. Dieses fanden wir dann wenige Augenblicke später auf dem Fußboden in dem Gang liegen, durch den er bei seinem Weg durch den Laden gegangen war.
An dieser Stelle können wir nur mutmaßen, was da genau passiert war: Er wollte das Kaugummi tatsächlich mitgehen lassen, hat dann aber die Sicherung entdeckt. Trotz dessen, dass er sie abgerissen hatte, bekam er wohl Muffensausen und hat sich dazu entschlossen, das Vorhaben ganz abzubrechen.
Das war auch gut für ihn, denn unabhängig von der Warensicherung waren wir ihm nämlich schon auf den Fersen.
Tzja… Heute sind es hier in der Gastfeldstraße exakt 17 Jahre.
Das nächste Jubiläum wird dann unter blau-gelber Flagge stattfinden. Aber egal, wann die offizielle Umflaggung auf EDEKA stattfinden wird –
mein Tag bleibt der 30. Mai und in drei Jahren heißt es dann eben "20 Jahre HARSTE" oder sowas.
Wir werden es sehen.
Oder wir feiern ab sofort zweimal im Jahr Geburtstag und zählen die Jahre von Firma "Neustädter Frischmarkt e.K." und die Jahre von "EDEKA" hier über der Tür.
Seufz… Das ist doch ein Montag Morgen, wie er im Buche steht. Keine zehn Minuten in der Firma und schon drei Hiobsbotschaften, darunter eine Krankmeldung.
Der richtige Moment, diese Woche zu beenden.
Eine Frau, die hier seit etlichen Jahren Kundin ist und die wir als Vegetarierin (oder sogar Veganerin) kennen, stand vor der Fleischtruhe und wollte von uns wissen, welches Geflügel wir empfehlen würden.
Sie kaufte schließlich eine Packung Hähnchenbrustfilets, hat aber mehrmals bei uns regelrecht um Entschuldigung gebeten und erklärt, dass sie einfach mal einen Heißhunger auf Fleisch hatte.
Hat so ein Rotkohl etwa kein Frucht-
Fleisch?
Treffen sich zwei Kunden im Supermarkt vor dem Leergutautomaten, an dem mal wieder ein "Defekt!"-Schild hängt.
Sagt der eine zum anderen:
"Ich entferne mal das Schild, dann funktioniert er bestimmt."
"Nein. Wir müssen es durch ein 'Intakt'-Schild ersetzen!"
(Einsendungen sind willkommen. Weitere Infos dazu an
dieser Stelle.)
Am Abend kam das übliche Linktausch-BlaBla:
Hallo Björn,
erst einmal wollte ich Dir mein Kompliment für Deinen einzigartigen Website aussprechen. Die Beiträge auf Deiner Website haben mich sehr beeindruckt.
Durch Deine gute Position in Google habe ich Deine Seite entdeckt. Meine Webseiten ranken ebenfalls sehr gut und darum würde ich gerne mit Dir einen kostenlosen Linktausch durchführen um gegenseitig mehr Trust zu erhalten.
Wenn du möchtest kann ich dir eine Statistik schicken, damit Du auch sehen kannst wie qualitativ meine Webseiten aufgebaut sind.
Keine Ahnung, ob meine Antwort durch die beiden vorher von mir konsumierten Augustiner beeinflusst wurde:
"Meine Rosen ranken auch bald wieder, da truste ich total krass drauf."
Man hat nie wieder was von ihm gehört.
Wenn der Fettfleck im Pizzakarton wie eine pummelige, laufende Maus aussieht…
Die Mitarbeiter, mit denen man am meisten Scherereien hat, häufen in kürzester Zeit in ihrer Personalakte einen Haufen Papier an.
Hier zum Beispiel. Die Mitarbeiterin war bei mir offiziell
sechs Wochen beschäftigt, hat davon aber gerade mal
eine Woche gearbeitet. Gehört aber definitiv zur Top 10 der nervenaufreibendsten Personen, die in meiner Firma je beschäftigt waren…
Vor ein paar Tagen haben wir bei Google My Business (leider nur) eine 2-Sterne-Bewertung bekommen. Auf meine Frage, was denn mit "
wenig Auswahl an frischen Sachen" gemeint gewesen ist, kam leider bislang keine Antwort. Leider hätte ich nur so ernsthaft darauf reagieren können. Da bleibt ja alleine schon die Frage offen, was überhaupt mit "frischen Sachen" gemeint war. Obst & Gemüse? Convenience-Produkte? Salate? Molkereiprodukte? Tiefkühlware? Fleisch? Mitarbeiter?
"
Merkwürdiges Publikum."