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Schwankendes Rohr im Winde

Eine Mutter war mit ihrem etwa dreijährigem Nachwuchs im Laden. Die Kleine entdeckte etwas im Süßwarenregal, woraufhin die Mutter nicht mit einem barschen "Nein!" antwortete, sondern relativ diplomatisch zu erklären versuchte, warum sie dieses und jenes zumindest jetzt nicht kaufen möchte.

Ihre Tochter probiertes es bei einem anderen Artikel, den sie wohl auch als gut schmeckend einschätzte und wieder erklärte ihre Mutter, dass sie das jetzt nicht kaufen möchte.

Das ging einige Male so, bis schließlich der folgende Satz fiel: "Na, gut. Dieses eine Teil darfst du haben. Aber nur ausnahmsweise."

Der Scheiß

Ein älteres Paar ging durch den Laden. Bei den erst kürzlich aufgebauten Spekulatius, Lebkuchen und Dominosteinen blieben sie stehen und er begann, laustark zu fluchen: "Jetzt steht die Scheiße hier auch schon überall rum."

Man kann's echt übertreiben. So neu ist es nicht, dass diese Artikel schon im September angeboten werden und es wird auch nicht "jedes Jahr früher", wie einem viele aufgebrachte Kunden immer wieder erzählen wollen.

Die Halle, der Mietvertrag und was sonst noch geschah

Nun möchte ich endlich ein Geheimnis lüften. Ich gebe zu, dass es sehr viel Geheimniskrämerei um besagte Halle und einen Mietvertrag gegeben hat. ich habe hier immer wieder meine eigenen Emotionen und die kleinen Zwischenschritte wiedergegeben, mochte aber nie genau sagen, was los war. Aber von vorne:

Der kleine Tierfutterladen "Picas Tierfutter" war für mich nicht nur ein Experiment, sondern sollte zum einen einem guten Freund einen Job sichern, zum anderen aber auch als "Lager" für den (parallel dazu geplanten) Picas-Onlineshop dienen. Der Laden war zu verkaufen, die Zahlen sahen gut aus – also gingen wir frohen Mutes ans Werk.
Über die Probleme mit dem Onlineshop habe ich an dieser Stelle genug geschrieben, nicht erwähnt sind bislang die Probleme vor Ort: Der Laden dümpelte die ganze Zeit vor sich hin, die genannten Umsätze schaffte er vom ersten Tag nicht. Eine mehrwöchige Vollsperrung unserer Straße brach dem Laden endgültig das Genick, da ein großer Teil der Kunden sich offenbar in der Zeit anderweitig orientierte.

Schon im Januar dieses Jahres stand fest, dass ich den kleinen Laden kündigen werde und es wuchs die Idee, einen Zoofachmarkt auf einer größeren Fläche auf die Beine zu stellen. Die Idee manifestierte sich immer mehr. Wir suchten Grundstücke, leerstehende Länden, einfach alles, was irgendwie brauchbar schien und nicht gerade eine Futterhaus- oder Fressnapf-Filiale in der Nähe hatte, wurde begutachtet. Es war einfach nichts zu finden, was wirklich zu gebrauchen war.
Ende Mai entdeckten wir einen rund 800 Quadratmeter großen Laden in einem kleinen Einkaufszentrum. Neben einem großen Discounter waren noch einige kleine Geschäfte dort ansässig. Die ursprünglichen Mietkonditonen waren völlig indiskutabel, aber mein Gegenangebot wurde spontan mit einem "kriegen wir wohl hin" quittiert. Das Dumme an der Sache war, dass das Gebäude einem Immobilienfonds gehörte und es tatsächlich mehrere Monate dauerte, bis man sich geeinigt hatte. In der Zwischenzeit war meine anfängliche Euphorie arg abgeklungen und die genauere Betrachtung des Standortes brachte an den Tag, das mit großer Wahrscheinlichkeit sogar trotz meiner weit heruntergehandelten Mietkonditionen, der Markt nicht wirtschaftlich laufen würde. Ich bin bereit, Geld einzusetzen – aber im Falle eines Fehlschlages hätte ein Projekt dieser Größenordnung fatale Folgen für mich gehabt. "Achim" war damals berechenbar, denn die Eintrichtung hatte ich gebraucht für wenig Geld erstanden und die Ware konnte ich hier im großen Laden verkaufen. Für den Zoofachmarkt wäre eine komplett neue Einrichtung fällig gewesen und Ware, die ich nicht so einfach in einem anderen Geschäft hätte verkaufen können. So stand bereits vor einigen Wochen schon fest, dass "Picas" sterben wird.

Inzwischen sind wir dabei, den Laden auszuräumen. Die Ware am Rande des Haltbarkeitsdatums werde ich hier im Supermarkt reduziert auf dem Restetisch verkaufen, alles andere wird erstmal eingelagert. Aus Platzgründen auf dem Dachboden bei mir zu Hause. Die noch guten Teile der Einrichtung werde ich ebenfalls einlagern und alles andere fliegt auf den Schrott. Der Mietvertrag endet am 30. September und an dem Tage ist auch die Gewerbeabmeldung, die ich bereits vollzogen habe, gültig.

Mir macht die Materie aber viel Spaß und ich werde mit einem neuen Konzept mit einem Heimtiergeschäft zurückkommen, davon bin ich überzeugt. Wenn DER Versuch auch scheitern sollte, gebe ich's allerdings auf.

Ihr seht: Kein Leergutlager, kein Puff und keine Besserungsanstalt für drogenabhängige Ladendiebe. Aber doch etwas, was nie wirklich sicher war und weshalb ich daraus nie eine große Sache machen wollte. Dass sich die vielen Ankündigungen und Zwischenmeldungen nun quasi im Sand verlaufen, bitte ich zu entschuldigen. Aber wer hier nicht nur unterhalten werden will, sondern auch Verständnis für betriebswirtschaftliche und kaufmännische Dinge hat, wird meine Entscheidungen verstehen.

Verlassen

Krankmeldungen sind immer ärgerlich für einen Betrieb. Kurzfristige umso mehr, da man meistens die ganze Personalplanung umbrechen muss. Wenn am späten Nachmittag sich plötzlich jemand aus der Nachschicht krank meldet, ist dies meistens beonders tragisch, da die Schicht nur schwer zu besetzen ist. ich habe zwar mehrere Mitarbeiter, die in den Nachtstunden arbeiten können, aber einer hat Urlaub und zwei sind momentan in der Ausgeleichs-Tagschicht. Von denen kann – und soll – also keiner. Also stellte ich mich schom im Geiste darauf ein, hier nach dem Tag auch noch die Nacht ranzuhängen. Selbst und ständig, kennt man ja.

Eine Freundin, die kassieren kann und gelentlich mal einspringt, wenn Not am Mann ist, hat mich netterweise vor der 24-Stunden-Schicht gerettet, indem sie sich die Nacht an der Kasse um die Ohren schlägt. Vielen Dank dafür. :-)

Die Frau

Ein Ehepaar mittleren Alters kauft recht häufig bei mir ein. Meistens nicht als Paar, sondern vor allem die Frau alleine und hin und wieder ihr Mann.
Nun war er alleine hier und wollte einen bestimmten Artikel aus dem Kühlregal für seine Frau haben, von dem ich weiß, dass sie ihn gerne und in größeren Mengen isst.

Extrem irritiert hat mich allerdings, wie er über seine Frau geredet hat, als er mir das Produkt beschreiben wollte: "Das ist der, den die Frau sonst immer kauft." Dabei klang "die Frau" aber nicht positiv, sondern als würde er über eine fremde Person reden. Sehr komisch...

Mülltüten sind kein Leergut

In das Annahmewerk des Leergutautomaten hatte jemand einen alten, siffigen Müllsack gestopft. Nicht, dass dem Gerät diese Misshandlung sonderlich schaden würde – aber was soll so ein Quatsch? Dummheit? Wut? Oder doch die Hoffnung, auch für den Müllsack noch einen kleinen Obolus zu bekommen?

Werde ich wohl nie erfahren...

Birnen in Rotwein

2 Birnen schälen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen. Sofort mit etwas Zitronensaft beträufeln.

200ml Rotwein, 3 EL Zucker und 1/2 Stange Zimt (oder etwas Zimtpulver) in einem Topf zum Köcheln bringen. Die Birnenhälften ca. 10 Minuten darin kochen, bis sie weich sind. Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.
Den Rotweinsud einkochen lassen und reduzieren, bis eine sirupartige Sauce entsteht.

2 Kugeln Vanilleeis anrichten, die Birnenhälften dazugeben und die Sauce darüber verteilen.

PIßWASSER Pils

Blogleser Steven hat mir eine (leider nur) leere Flasche "PIßWASSER Pils" geschickt. Ich kenne das Bier zumindest vom Namen her schon länger, denn diese Bilder haben vor einiger Zeit im Web eine große Runde gemacht. Was "Pißwasser" ist, erklärt Steven sehr treffend in dem beiligenden Brief:
Vielleicht etwas derber Humor, kommt aber aus dem Hause Rockstar. Das ist die Firma, die für das Computerspiel / Konsolenspiel Grand Theft Auto programmiert.

Das Bier wird im neuen GTA Spiel beworben und wurde als Gag zum Release auch tatsächlich produziert und an ausgewählte Personen geschickt. Dazu gibt's auch Infos im Netz, einfach nach dem Namen dieses Bieres suchen.

Übrigens soll es gar nicht mal soooo übel geschmeckt haben. Zumindest besser, als der Name es vermuten lässt... was wohl auch nicht schwer ist.
Vielen Dank für die Zusendung. Trotz des Hinweises, dass der Inhalt unter anderem aus dem frischen Urin bayerischer Jungfrauen gewonnen wurde, hätte ich es gerne mal probiert. In der offiziellen Auflistung der Inhaltsstoffe fehlt diese "Zutat" nämlich zum Glück. ;-)






Verabschiedungsproblem

Heute ist der zweite Montag in Folge, an dem ich morgens von einem Mitarbeiter abgelöst werde, damit ich schlafen gehen kann. Im letzten Jahr war ich ansonsten montags immer bis zum meistens späten (geplant: frühen) Nachmittag im Laden und wurde dann ausgelöst. Anders klappte es organisatorisch leider nicht und wie anstrengend diese Marathon-Montage für mich waren, kann sich wohl jeder denken.

Nun werde ich es also meinem Mitarbeiter aus der Nachtschicht, den ich eben verabschiedet habe, nachmachen und ebenfalls schlafen gehen. Aber – wie wünschen sich Nachtarbeiter eigentlich einen erholsamen Schlaf? "Gute Nacht" geht ja schlecht. "Guten Tag" hat aber irgendwie auch nichts. Oder dann vielleicht doch eher ein neutrales "Schlaf' gut und bis später."?

Selbstgedrucktes Pfandlogo

Vor ein paar Tagen lag in dem Mülleimer vor dem Leergutautomaten eine (pfandlose) Saftflasche aus Kunststoff. Über dem ursprünglichen Strichcode klebte ein ausgeschnittenes Stück Papier, auf das jemand mit einem nichtmal sonderlich hoch auflösenden Farbtintenstrahldrucker einen Barcode und das DPG-Pfandlogo gedruckt hat.

Die Flasche hatte ich hier im Lager auf einen Tisch gestellt, aber nun ist sie leider doch weg und so bekommt ihr kein Foto davon zu sehen.

Fälschung? Ich weiß nicht. Der Druck war so miserabel, da habe ich mit bloßem Auge auf den ersten Blick sagen können, dass das mit der Annahme am Automaten nicht funktionieren wird... :-P

Brötchenmalheur zum Wochenstart

Um mir die Zeit zu vertreiben, hatte ich vorhin schon, während der Kältemonteur im Keller zugange war, zwei Bleche mit Brötchenrohlingen belegt und in den Ofen geschoben. So brauchte ich den Ofen nur einzuschalten, als ich kurz vor null Uhr mit meinem Mitarbeiter den Laden betreten habe, und wir hätten kurz nach Ladenöffnung schon frische Brötchen gehabt. Unsere "Mitternachtsbrötchen" sind ein Service, den inzwischen viele Kunden zu schätzen wissen.

Die "Mitternachtsschwarzbrötchen", die der Backofen ganz von alleine produziert hat, während ich den vorhergehenden Blogeintrag geschrieben habe, werden aber wahrscheinlich keine Freunde finden. Ausgerechnet zwei Bleche hatte ich belegt und sämtliche Brötchen sind durch die lange Zeit im Ofen erst knusprig, dann braun und schließlich ungenießar geworden. Mist. :-(

Technikmalheur zum Wochenwechsel

Wenn am Sonntag um 21:30 die Kühlanlagen ausfallen – ist das dann ein schlechtes Ende für die letzte Woche oder zählt das schon als mieserabler Anfang für diese Woche? :-O

Als wir vorhin gegen 21 Uhr hier aus dem Laden noch schnell ein paar Sachen für einen entspannten Fernsehabend holen wollten, fiel uns auf, dass die "Alarm"-Lampen an den Temperaturloggern in einem Kühlregal blinkten. Mist, was ist da los? Ich lief sofort in den Maschinenraum, um nachzusehen. Und dort folgte die unangenehme Überraschung: Alle drei Maschinen standen still. Dabei ist doch erst vor exakt vier Wochen einer der Kompressorten ausgetauscht worden. Nachdem der Techniker (Sonntag Abend. Notdienst und nach 22 Uhr... Ich mag gar nicht an die Rechnung denken.) sich die Anlage angesehen hatte, war klar, dass nun der zweite Kompressor das Zeitliche gesegnet hat. Offenbar entsprechen acht Jahre Dauerbetrieb der Lebensdauer einer solchen Kapsel.

Kurze Zeit später lief wieder alles, dank der Vorhänge vor den Kühlregalen hat die Ware keinen Schaden genommen und ich sehe nun einer weiteren Reperatur in Höhe von über 2000 Euro entgegen. :-(

Die Zusammenfassung der kurzweiligen letzten Woche

Es lässt sich ja nun nicht verheimlichen, dass die letzte Woche hier etwas ruhiger verlaufen ist. Ich hatte hier in der Firma unheimlich viel zu tun und kaum einen Sinn für wesentliche Dinge blogbare Ereignisse übrig.
Zum einen kamen in dieser Woche die restlichen Weihnachtsartikel, im modernen Marketing-Deutsch auch als "Herbstgebäck" bezeichnet, die wir aufbauen mussten. Es folgten viele der üblichen "Jetzt schon?"-Fragen, aber gekauft haben die Artikel schon etliche Kunden.

Beim Aufräumen im Lager bin ich auf einen Haufen alter A1-Plakatrahmen gestolpert. Ich bin kein großer Freund von Deckenhängern, aber eine schöne Stelle habe ich trotzdem gefunden: Der Platz über der Lagertür neben dem Leergutautomaten bot sich regelrecht für so einen Rahmen an. Momentan "nur" mit einem hübschen Lebensmittel-Foto gefüllt, kann man dort natürlich auch saisonale Dekorationen oder auch Hinweise auf bestimmte Produkte oder Sortimente unterbringen.

Das neue Chips-Regal hat uns gestern viel Aufregung beschert, als es uns bei einem kleinen Umbau auf die Obsttheke gefallen ist. Mit etwas Verzögerung haben wir es dann doch schließlich noch hinbekommen, die beiden (auf diesem Bild noch ungenutzten) Gitterkörbe einzuhängen, in denen ich ab Montag abgepackte Nüsse und Trockenfrüchte platzieren möchte.

Und noch eine weitere Baustelle habe ich beseitigt: Den Halogenstrahler mit integriertem Bewegungsmelder, der schon seit zwei Jahren hier in einer Ecke im Lager lag, hat endlich den Weg auf ihren geplanten Platz über der Lagertür gefunden. Etwas zu kämpfen hatten wir mit dem uralten Stromkabel der alten Lampe, dessen Isolierung sich schon bei leichten Berührungen in Wohlgefallen auflöste, aber auch das Problem haben wir, dank Andreas, erfolgreich gemeistert.

Privater Probierabend

Gestern Abend haben wir es endlich geschafft, einige der vielen exotischen Getränke zu probieren, die hier in letzter Zeit eingetrudelt sind. Dazu gehörten zum einen diese beiden:



Die Ostasiaten lieben es offenbar unglaublich süß. Der Eistee war okay, aber Schweppes Cream Soda beinahe schon ungenießbar. Zumindest für meinen Geschmack. Trotzdem war's eine recht interessante Erfahrung.

Desweiteren habe ich es auch endlich geschafft, "Pepsi Blue Hawaii" zu probieren – eine völlig neue Erfahrung. "Pineapple & Lemon" steht im Klartext auf der Flasche und ich könnte schwören, dass ich auch eine Kokos-Komoponente entdeckt habe. Ein Blick auf die Zutatenliste half mir diesbezüglich allerdings nicht weiter. :-)





Vielen Dank nochmal an diejenigen, die mir die Getränke zugeschickt haben. Wir haben den Test zu einem guten Essen voller Vorfreude und Genuss zelebriert. :-)

Umfall

Das neue Regal, das seit knapp zwei Wochen die Obstabteilung vom Rest des Ladens trennt, mussten wir vorhin etwas verrücken, da wir an den hinter dem Regal gelegenen Teil der Gemüseauslage heranmussten.

Das nur mit Chips und Salatzutaten bestückte Regal ist nicht wirklich schwer und so konnten wir es mit zwei Mann problemlos einen halben Meter nach vorne ziehen.
Zurückschieben erwies sich dagegen als deutlich mühsamer, zumal das Regal an der der Obstabteilung zugewandten Seite keine Standfüße hat.

Das Regal war nicht dazu gedacht, frei im Raum zu stehen und so folgte das, was folgen musste: Es neigte sich etwas zu einer Seite. Den Rest erledigte dann eine physikalische Grundkraft für uns. :-(