Beim Durchsehen der hier vorliegenden Kopien der Anzeigen, die ich inzwischen für fast 150 Ladendiebe geschrieben habe, sind mir eben zwei Dinge aufgefallen:
1.: Auch, wenn in Ballungszentren ein Großteil der Straftaten durch Ausländer begangen wird, so scheint zumindest Ladendiebstahl bei einer anderen Bevölkerungsgruppe gängiger zu sein: Die Mehrheit "meiner" Ladendiebe sind Deutsche, männlich und etwa 25-45 Jahre alt. Geschätzt sind davon mindestens zwei Drittel drogenabhängig.
2.: Wir haben hier in Bremen ein bestimmtes , von der Diakonie genutztes Gebäude (Jakobushaus / "Papageienhaus"), das als zentraler Wohn- und Zufluchtsort für Obdachlose dient und diesen Menschen dadurch zu einem Dach über dem Kopf und einem festen Wohnsitz verhilft. Keiner der Ladendiebe hier aus meinem Geschäft war bei der dortigen Anschrift gemeldet.
3. Im Laufe der Jahre hat sich offenbar das "Klauverhalten" hier im Laden geändert. Sicherlich auch durch die von mir installierten Gegenmaßnahmen. Früher waren Tabak und Spirituosen die "gängisten" Artikel. Tabakpäckchen gab es bei mir schon sehr früh nur noch auf Anfrage und als ich hier vor einigen Jahren die Warensicherungsanlage mit den hochempfindlichen und im Grunde nicht entfernbaren Flachenetiketten installierte, wurden auch Alkoholika nicht mehr gestohlen. Dafür verschwand hier mehr Kaffee. Seit wir die Vitrine im Einsatz haben, erwische ich immer häufiger Leute, die Fischspezialitäten (Kaviar, Garnelen, Meeresfrüchte) klauen wollen.
Mein (erfolgloser) Versuch, die kostenpflichtige Servicehotline eines Lieferanten zu erreichen:
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Leider rufen Sie außerhalb unserer Bürozeiten an. Diese sind von Montag bis Freitag von neun bis sechzehn Uhr dreißig. Vielen Dank. [Klick!]
Können die nicht einfach außerhalb der Bürozeiten einen Anrufbeantworter an die Leitung klemmen, statt sich die Kunden vergeblich durch's Menü wühlen zu lassen?
An mich privat adressiertes Schreiben einer Versicherung, mit der ich normalerweise nichts zu tun habe. Ich solle mich doch bitte umgehend melden, da es um eine "wichtige Angelegenheit" gehen würde.
Man habe wohl vergeblich versucht, mich persönlich zu erreichen.
Hallo Björn,
ich habe da mal eine Frage zum Kassensystem. Bei einem deiner blau-gelben Konkurrenten hier wird bei jedem Einkauf wahllos auf verschiedene Artikel Centbeträge zu viel abgebucht. Zum Beispiel kostet ein Brot laut Auszeichnung 1,29 €, auf dem Kassenbon kostet das Brot dann aber 1,49 €. Oder Parmesan laut Preisschild 1,05 €, berechnet werden 1,09 €. Es sind immer nur kleine Beträge, sodass es eigentlich nicht auffällt, im Schnitt werden pro Einkauf aber bis zu 30 Cent zu viel berechnet. Meine WG ist in Ermangelung weiterer Supermärkte dazu übergegangen die ausgezeichneten Beträge aufzuschreiben und nachher mit dem Bon abzugleichen. Mittlerweile wird sofort das Geld erstattet, wenn man reklamiert. Ich bin aus Spass direkt nochmal in den Supermarkt gegangen und habe einige gleiche Artikel gekauft. Lustigerweise waren vorher falsch berechnete nun richtig, dafür aber andere Artikel um einige Cents teurer. Kann sowas an einem Fehler im System liegen? Ich möchte hier ja nichts unterstellen, aber merkwürdig kommt mir das Ganze doch vor, da doch die Strichcodes in irgendeiner Datenbank gespeichert sein müssen, die zentral für alle Kassen die Preise beinhaltet oder?
Eine lange Frage, die man recht knapp beantworten kann. Ich tippe zumindest mal auf die wahrscheinlichst aller Ursachen: Da werden Preisänderungen am Warenwirtschaftssystem zwar durchgeführt, die dazugehörigen Regaletiketten allerdings nicht gesteckt. Ein Problem, dem wir hier leider auch nicht immer gefeit sind. Wo gearbeitet wird, passieren nunmal auch Fehler.
Wenn das Problem mit den nicht gesteckten Etiketten häufiger auftritt, sollte man sich allerdings schon mal an den Marktleiter oder Inhaber wenden, damit er mit der Aufgabe des Etiketten steckens in der Zukunft zuverlässigere Mitarbeiter betraut. Solche Misstände würde ich persönlich nämlich schlicht und einfach unter "Schlamperei" verbuchen.
Ein Flaschesammler hielt eine volle Bierdose in der Hand. "Die habe ich in dem Müllsach vor dem Leergutautomaten gefunden", sagte er und bestand darauf, dass er sie mitnehmen dürfe. Umsonst, wohlgemerkt.
Ein Kollege, der von der Aussage etwas überrumpelt war, sagte ihm das zunächst zu, allerdings nahm ich dem Flaschensammler die Bierdose am Eingang wieder ab. So weit kommt das noch, dass wir hier Ware verschenken, nur weil sie zufällig in einen Müllsack gefallen ist. Vielleicht hatte ja auch ein Leergut abgebender Kunde diese Dose, die er ursprünglich kaufen wollte, auf den Rand des Behälters gestellt und dann ist sie, aus welchen Gründen auch immer, hineingefallen.
Und morgen liegt dann "zufällig" eine Flasche Jack Daniels im Müll und dann eignet man sich diesen "eigentümerlosen" Artikel auch an?
Sicherlich gibt es auch genügend Gegenbeispiele – aber eine Preiserhöhung um acht Cent nach immerhin etwas mehr als sechs Jahren entspricht einer jährlichen Teuerung von gerade mal 0,5 Prozent und ist damit doch noch sehr erträglich...
Wir haben in der Vergangenheit immer ein paar Artikel gehabt, die nicht "scanbar" waren, wie es so schön heißt. Das Problem gibt es wohl in fast jedem Geschäft und meistens hilft man sich dann dadurch, dass man die Artikel auszeichnet oder die Mitarbeiter an der Kasse kennen irgendwann die Preise.
Seit zwei Wochen arbeite ich hier wirklich intensiv daran, meinem Warenwirtschaftssystem alle Artikel einzutrichtern. Und trotzdem tauchen tägliche neue Nummern auf, die nicht identifizierbar sind. Es ist zum verzweifeln...
Vorhin betrat eine Frau den Laden, die mich freundlich anlächelte und mich fragte, ob ich nicht einen örtlichen Sportverein unterstützen möchte. Sie trug ein Klemmbrett in der linken Hand, auf dem sich ein Stapel Papier befand. Obendrauf ein gefaltetes Plakat des Sportvereins, darunter diverse Auftragslisten, von denen mir der Briefkopf einer mir nur allzu gut bekannten Firma entgegenlugte.
Ich sagte meine Meinung über ihren Arbeitgeber direkt ins Gesicht. Dass mich einer ihrer Kollegen in einem Moment, an dem ich gerade relativ stark abgelenkt war, direkt angelogen und auf diese Weise abgezockt hat und dass ich mir eigentlich vorgenommen hatte, sollte mich von der Firma nochmal jemand aufsuchen, dass ich diese Person hochkantig rauswerfen werde.
Sie wirkte doch ziemlich geknickt danach, denn heute war wohl ihr erster Tag bei dieser Firma ich war wohl nicht der erste Kunde, der ihr so direkt von der Abzocke berichtete und – verständlicherweise – keinen neuen Auftrag wollte.
Ich habe Ihre Nummer hier im Display stehen, da werden Sie mich doch wohl angerufen haben. Und nun wollte ich einfach nachfragen, was Sie von mir wollten.
Ja, da kann man die alten Klebebandstreifen von unseren Brötchenkartons natürlich auch lassen. Sowas gehört schließlich nicht in den Restmüllbehälter sondern zusammengeknüllt an den Boiler geklebt. Tzz...
Die Kältemonteure sind gerade im Keller zugange und tauschen den defekten Kompressor in meiner Verbundkühlanlage gegen einen neuen aus. Knapp 2500 Euro wird die Aktion kosten.
Davon hätte man einen schönen Urlaub machen können...
Ich arbeite momentan daran, hier im Laden ausdrücklich jeden mit einem Strichcode versehenen Artikel im Warenwirtschaftssystem einzupflegen und somit die Arbeit an der Kasse zu erleichtern und beschleunigen. Beinahe täglich tauchen irgendwelche neuen Artikelnummern auf und obwohl ich jeden (un)bekannten Artikel ins System einbaue, sind nach wie vor etliche Nummern unbekannt.
Netterweise bekomme ich aus meinem Rechner jeden Abend eine Liste der nicht bekannten EAN-Nummern. Falls jemand welche aus dieser Liste identifizieren kann – ich bin für jeden Hinweis dankbar...
Auch die EAN-Suche über Gepir hilft nur bedingt weiter, da bei den meisten Nummern statt eines Herstellernamens lediglich der Hinweis auf den Datenschutz erscheint.
Gestern Abend saß mir noch die Aufregung von dem alten Mann in den Knochen, als ich gerade zufällig im Büro vor dem Monitor der Überwachungsanlage stand und mir in Kassennähe ein Typ auffiel, der eine Tüte Brötchen in der einen Hand hielt und mit der anderen Hand drei große Tafeln Milka-Schokolade aus dem Süßwarenregal griff. Ich kann nicht genau sagen, was mir an dem Mann komisch vorkam, aber ich hatte ein komisches Gefühl bei ihm. Ein Gefühl, das wenige Sekunden später bestätigt wurde, da er mit der Schokolade in den nächsten Gang ging und sie dort in seiner Jacke verschwinden ließ.
Er bezahlte die Brötchen und wollte den Laden verlassen, kam gar nicht erst bis zum Ausgang, da ich ihn dort gleich abfing und ins Lager komplimentierte.
Dort stellte sich heraus, dass die drei Schokoladentafeln nur die sprichwörtliche Spitze eines Eisberges waren, denn seine Umhängetasche war prall gefüllt mit Toffifee und Haribo-Tütchen aller Art. Süßigkeiten im Gesamtwert von über zwanzig Euro...
Ein alter – tzja – Ex-Stammkunde schafft es nun zum dritten Mal hier ins Blog. Gleich einer der ersten Einträge von mir beschrieben sein herzliches Lachen und dessen Wirkung auf mich.
Nur ein gutes Jahr später ertappte ich ihn dabei, wie er mehrere Brötchen in seiner Jackentasche verschwinden ließ und ohne diese zu bezahlen den Laden verlassen wollte.
Kurze Zeit nach dem Vorfall sprach er mich an. Es tue ihm Leid und er würde doch so weiterhin bei mir einkaufen. Ich gestatte es ihm und wenngleich ich ihn danach nie wieder gezielt beobachtet habe, wenn er hier im Laden war, so hatte ich doch jedes Mal ein komisches Gefühl dabei.
Vorhin sah ich ihn zufällig auf dem Monitor der Überwachungskamera vor dem Kühlregal stehen. Und nicht nur das: Er sah sich immer wieder um und als kein anderer Kunde in seiner Nähe war, ließ er zwei abgepackte, größere Käsestücke in seiner Jacke verschwinden. Er nahm eine kleine Gemüsetüte, in die er in der Vergangenheit immer seine zu bezahlenden Kleinigkeiten legte, legte ein Brot hinein und bewegte sich langsam in Richtung Kasse.
Ich hatte gerade mit einem anderen Kunden zu tun und so ließ ich ihn drei Minuten aus den Augen. An beiden Kassen waren kleine Schlangen und so ging ich davon aus, dass sich der Mann mit dem Käse in der Tasche noch einige Minuten im Laden aufhalten müsste. Aber schon kurze Zeit später entdeckte ich ihn nicht mehr. Ich ahnte etwas und hatte Recht: Er war durch den Eingang rausgegangen, hatte nichtmal das Brot bezahlt und stand gerade auf der anderen Straßenseite und schichtete den Käse in die Tüte um.
Ich ging zu ihm und forderte ihn auf, mit mir in den Laden zurückzukommen. Nach mehreren Minuten des Zuredens klappte das sogar, aber er war sehr wiederwillig und redete die ganze Zeit davon, dass er die Sachen bezahlt und den Kassenbon verloren hätte.
Bezahlt war natürlich nichts, es folgte das übliche Programm und dieses Hausverbot werde ich nicht wieder aufheben. Oh, Mann...
Oha, elf Monate ist es schon wieder her, dass ich hier im Laden neue Lampen montiert bekommen habe. Die Zeit vergeht wahrlich wie im Fluge und das fällt mir vermutlich erst durch dieses Blog erst richtig auf. Ein Dreivierteljahr für die Kaffeevitrine, zwei Jahre für den Umbau der Regale zur Neugestaltung der Getränkeabteilung – es zieht sich, wenn man solche Dinge nebenbei plant und macht.
Dort, wo die alte Lampenreihe saß, befindet sich eine unansehnliche Stelle voller Löcher und ohne Farbe. Etwas Gips und Farbe, eine halbe Stunde Arbeit und schon sähe es wieder schön aus. Wird in den nächsten Tagen in Angriff genommen, versprochen.
Dann wird auch der Rest der Getränkeabteilung folgen, jedoch überlege ich derzeit ernsthaft noch, ob ich tatsächlich den geplanten Überbau aus Dekotraversen installieren werde. Die Dinger sond doch relativ teuer und letztendlich eben doch nur Deko.