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Böse, böse Telefonnummer

Frau K. läßt sich schon sehr lange von uns beliefern und kommt in seltenen Fällen auch mit dem Taxi vorgefahren, um persönlich bei uns einkaufen. Sie hört schlecht, sieht schlecht und kann ganz nett sein. Letztes Jahr gab es sogar eine schöne Weihnachtskarte von ihr.

Vor 1-2 Jahren hat sie eine neue Telefonnummer bekommen. Geheim, versteht sich, und folglich auch ohne Telefonbucheintrag. Selbst mir hat sie die Nummer nicht gegeben, so daß bei den Lieferungen auftretende Probleme auf ihr Risiko von uns gelöst wurden. Sie hat sich allerdings auch nie beschwert.
Vor zwei Wochen hat sie die Nummer dann doch 'rausgerückt. Vermutlich hat sie endlich eingesehen, daß ich sie nicht an irgendwelche Adressen-Händler und Callcenter weiterverkaufe. Heute war es natürlich gleich so weit: Ein Teil der Bestellung war nicht vorrätig - aber das ist ja kein Problem mehr: Ein freundlicher Anruf bei der Kundin klärte die Situation binnen Sekunden auf.

Aus irgendeinem Grund gab sie den Boten die Nachricht an mich auf den Weg, die Nummer zu löschen. Sollte noch einmal einer von uns bei ihr anrufen, würde sie "das Amt" (Polizei-, Veterinär- oder Jugendamt?) verständigen und die Botin würde Ärger bekommen.

Nein, ich habe nichts gegen Senioren - ansonsten würde ich auch bestimmt nicht den Lieferservice anbieten. Aber sie können zugegebenermaßen mitunter schon sehr seltsame Verhaltensmuster an den Tag legen... :thinking:

Musik:
Lionel Richie - "Just For You"

Tatvorwurf: Hausfriedensbruch

Am 1. April, und es war kein Aprilscherz, fing sich ein Mann von mir eine Anzeige wegen Hausfriedensbruches ein. Ich berichtete damals natürlich davon - und bekam nun ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft Bremen: Ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung des Beschuldigten kann nicht angenommen werden. Das war ja nun auch fast nicht zu erwarten...
Wie immer bleibt es mir natürlich unbenommen, Privatklage zu erheben - da ich allerdings keine Lust habe, in eine solche Angelegenheit noch mehr Zeit und Kraft zu investieren, sehe ich davon mal ab.
Aber einen ordentlichen Schrecken hat der Typ hoffentlich schon bekommen.

Musik:
Phil Collins - Do You Remember?

Sozialschein

Eine Frau kam eben mit einem Kostenübernahmeschein der Stadt Bremen hier an. Für insgesamt 40,- Euro durfte sie "Lebensmittel" einkaufen. Tabakwaren wurden zwar nicht ausdrücklich ausgeschlossen, aber ich finde es schon krass, wenn diese Person von dem Geld dann gleich für über 10 Euro drei Tabak-Päckchen kauft. Auf diese Weise wollte das Land den sozial schwachen Einwohnern wahrscheinlich nicht unter die Arme greifen.
Was mich betrifft: Hätte ich es verweigern sollen? :-|

Musik:
Shaznay Lewis - "Never Felt Like This Before"

Hüstel

Find' ich nett von der Kundin, daß sie mich mit Namen anspricht.
Ich heiße aber wirklich nicht Herr Hust.

"Björn Harste" steht sogar groß aufgestickt auf meinen Kitteln. :-)

Tüte

Zu einer Kundin, an der Leergutannahme:
"Die Tüte hab' ich mal entsorgt. Da war unten eine große Bierpfütze drin."

Wie gesagt: War. Bis mir der Inhalt über die Schuhe tropfte.

Andere Kasse?

Selbst wenn die Schranke zugesperrt und das "Kasse geschlossen"-Schild aufgestellt ist und man mit drei Leuten dabei ist, Ware zu packen, während das Förderband mit Pappe und Kartons vollsteht...

...schleicht sich ganz bestimmt eine Kundin so an, daß es niemand bemerkt und packt ihren kompletten Einkauf auf das Kassenband. :doh:

Bestellte Brötchen

Wenn eine Kundin zu 13:30 Uhr eine größere Menge Brötchen bestellt und dann um kurz vor 13 Uhr auftaucht, ein langes Gesicht macht und mächtig unfreundlich wird, weil die Brötchen noch nicht wie gewünscht zusammengestellt sind und sie deswegen warten muß, dann...

...kann sich jeder selber ausmalen, was ich denke.

Bembbbbbelemmm

Eine Mutter war gerade mit ihrer ~4jährigen Tocher im Laden. Die Kleine gab permanent seltsame Geräusche von sich, die nicht nur entfernt an eine verhaßte bekannte Amphibie erinnerten.

Das ist Branding.

Zeitnahe Lieferung

Eine Kundin steht an der Leergutannahme und macht ein mürrisches Gesicht:

Wurde das Leergut schon abgeholt?

Bitte?

Das Leergut.

Ich verstehe leider nicht, was sie möchten...

Ich hatte gestern Wasser bestellt. Das sollte heute geliefert werden.

Ja, genau.

Wann kommt denn da jemand, ich muß nämlich weg.

Sie haben doch gestern abend selber mit dem Boten 11 Uhr als Liefertermin ausgemacht. Nun ist es gerade mal kurz nach halb elf.

Achso.

Wat'n Tach 2

Eine Kundin klärte gerade eine Mitarbeiterin an der Kasse darüber auf, daß die Musikberieselung hier im Laden einen verrückt macht und sogar körperliche Schäden hinterläßt. Sie solle dies auch unbedingt ihrem Chef mitteilen, denn das seien hier einfach unzumutbare Arbeitsbedingungen.

"Unzumutbar" wäre es für mich und die meisten Mitarbeiter übrigens, wenn gar keine Musik mehr laufen würde.

Es gibt/gab zum Thema Musikberieselung auch eine Website, die ich leider nicht mehr wiederfinde. Bei meiner Suche bin ich allerdings auf etwas Anderes gestoßen: Ute Nyssen von der Zeitung Freitag schreibt in ihrem Bericht folgendes:
[...] Supermarkt-Filiale [...] Als ich mich an den Fialialleiter wende, ob er die Musik nicht abstellen könne, klärt er mich auf, dass zwar mehr als die Hälfte der Kunden keine Musik wünsche, dass er diese Publikumsmeinung auch der Zentrale weitergegeben habe, dass aber nichts zu machen sei, der Supermarkt erhalte nämlich Geld dafür von einem Musikkonzern! Ich würde ohne Musik mehr kaufen, eile aber jetzt nur mit dem Nötigsten davon. Gar keine Musik, das wäre ja das Paradies, sagt auch der Filialleiter. Andere Verkäufer stimmen seufzend zu. Wie ausgelaugt und zermatscht man nach so einem Musiktag sein dürfte, ist vorstellbar - eigentlich wäre es Aufgabe der Gewerkschaft, auch dieser Gefahr am Arbeitsplatz vorzubeugen.

Zu diesem Text möchte ich anmerken:
1. In vielen Büros, Werkstätten und Baustellen laufen Radios. Es könnte natürlich angehen, daß die entsprechenden Mitarbeiter allesamt etwas masochistisch veranlagt sind - ich tippe allerdings eher darauf, daß sie erkannt haben, daß mit Musik die Arbeit einfach angenehmer ist.

2. ICH bekomme kein Geld von einem Musikkonzern für die Musik. Ich zahle sogar Geld an POS-Radio.
(Hallo, Musikkonzerne! Zaunpfahl schwenk!!!)

3. Ausgelaugt und zermatscht sind wir auch alle abends. Das dürfte allerdings an der Arbeit an sich liegen.

Wat'n Tach 1

Ein Paar mit Kinderwagen, vermutlich Touristen, ist gerade beim Einkauf. Während sie die Sachen zusammensucht, tigert der stolze Papa mit einer Videokamera hinterher und filmt das alles.

Wäre auch nicht wirklich problematisch, wenn er sich dabei auf den Einkauf an sich und seine Familie beschränken würde. Daß er aber auch Mitarbeiter - natürlich ungefragt - während der Arbeit filmen mußte, fanden diese allerdings verständlicherweise nicht so lustig.

Gespächsfetzen

Zwei kleine Jungs (~6 Jahre alt) gingen eben durch den Laden und suchten sich offensichtlich die Verpflegung für den Schultag zusammen.

Plötzlich sagte der eine zum anderen:
Meine Mutter hat ein total geiles Brot gebacken.

Ich hätte hinter "geiles" so ziemlich jedes Satzende erwartet - aber nicht, daß es sich dabei um ein selbstgebackenes Brot handeln könnte.

Kein Preisnachlaß

Beim Kauf von drei Packungen Dove Caramel Waves (und dem anschließenden Ausschneiden und Einschicken der Sammelpunkte) bekommt man einen Gutschein für eine Ausgabe der Frauenzeitschrift "Brigitte" oder "Für Sie".

Eine Kundin wollte eben zwar keine Zeitschrift, aber dafür einen wertmäßig dem einen Drittel Anteil entsprechenden Preisnachlaß auf den einen Beutel Dove haben. Nööö, so funktioniert das Spielchen leider nicht.

El Blindo

Eine aufgebrachte Kundin hat gerade angerufen und sich bitterböse darüber beschwert, daß die soeben gekaufte Milch nur noch drei Tage haltbar sein würde. Ansonsten hätte sie immer 2-3 Wochen Restlaufzeit.

Nach über drei Minuten Telefongespräch, inzwischen drohte sie schon damit, hier zukünftig nicht mehr einzukaufen, klärte sich die Situation auf: Vom Datumsaufdruck 05.09.05 hat sie die erste "05" vorsichtshalber komplett übersehen und den Rest als "9. Mai" interpretiert... :-|