Die Unsinnigkeit oder Inkonsequenz beim Gendern
Dass ich diesem krampfhaften Gegendere ziemlich kritisch gegenüberstehe, habe ich hier schon häufiger erwähnt. Nichts gegen inklusive Sprache, aber wenn die Sprache komplett unlesbar wird bei dem Versuch, auf jeden Fall irgendwie "jeden" (ist ja auch schon wieder nicht richtig. "jed*innen"?) in einem Text zu erfassen, wird es absurd. Warum belässt man es nicht bei "Sehr geehrte Mitarbeiter" und "einen schönen Gruß an die Köche". Hat in der Form immer funktioniert und ich kenne niemanden, der sich dabei ausgeschlossen gefühlt hat. Wenn man nun doch dieses generische Maskulinum als zu ausgrenzend empfindet, kann man ja gerne beide Formen schreiben und sprechen. "Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter" und "einen schönen Gruß an die Köchinnen und Köche".
Und was ist mit den anderen "neuen" Formen? Mitarbeiter*innen geht ja noch (ich erwähnte bereits mehrfach, dass ich selber vor über 30 Jahren schon diese Formen mit angehängtem "/-innen" verwendet hatte – ohne dass dabei irgendjemand von "Gendern" gesprochen hätte), bei "Köch*innen" bin ich endgültig raus; was soll ein Köch sein? Meinetwegen kann man das ja (für sich) so schreiben, aber jeder, der es ernsthaft so spricht ("Köch" [hicks] "Innen") kann einfach nicht alle Latten an der Zwiebel habe.
Was ich eigentlich wollte: In einer Bewerbung hatte ein junger Mann die folgenden beiden Sätze geschrieben: "Ich beschreibe mich selbst als kommunikative und freundliche Persönlichkeit, die es als motivierende Herausforderung sieht, Kund*innen kompetent und zuvorkommend zu beraten. Zudem bin ich sehr daran interessiert, meine Deutschkenntnisse im täglichen Kundenkontakt weiter zu festigen."
Da merkt man wieder, wie absurd inkonsequent das alles ist. Statt "Kund*innen" hätte er einfach "Kunden" schreiben können, was beide oder meinetwegen auch sämtliche anderen Geschlechter eingeschlossen hätte. Warum muss man ein Wort so verunstalten, nur um dann im nächsten Satz das gerade zuvor vermiedene generische Maskulinum wieder zu verwenden?! Der Kundenkontakt müsste folglich konsequenterweise zum Kund*innenkontakt werden. Hört auf zu lachen, es gibt Leute, die das alles wirklich ernst meinen.
Bei Innenkontakten freut sich der Elektrotechniker, während ich kopfschüttelnd dastehe …
Und was ist mit den anderen "neuen" Formen? Mitarbeiter*innen geht ja noch (ich erwähnte bereits mehrfach, dass ich selber vor über 30 Jahren schon diese Formen mit angehängtem "/-innen" verwendet hatte – ohne dass dabei irgendjemand von "Gendern" gesprochen hätte), bei "Köch*innen" bin ich endgültig raus; was soll ein Köch sein? Meinetwegen kann man das ja (für sich) so schreiben, aber jeder, der es ernsthaft so spricht ("Köch" [hicks] "Innen") kann einfach nicht alle Latten an der Zwiebel habe.
Was ich eigentlich wollte: In einer Bewerbung hatte ein junger Mann die folgenden beiden Sätze geschrieben: "Ich beschreibe mich selbst als kommunikative und freundliche Persönlichkeit, die es als motivierende Herausforderung sieht, Kund*innen kompetent und zuvorkommend zu beraten. Zudem bin ich sehr daran interessiert, meine Deutschkenntnisse im täglichen Kundenkontakt weiter zu festigen."
Da merkt man wieder, wie absurd inkonsequent das alles ist. Statt "Kund*innen" hätte er einfach "Kunden" schreiben können, was beide oder meinetwegen auch sämtliche anderen Geschlechter eingeschlossen hätte. Warum muss man ein Wort so verunstalten, nur um dann im nächsten Satz das gerade zuvor vermiedene generische Maskulinum wieder zu verwenden?! Der Kundenkontakt müsste folglich konsequenterweise zum Kund*innenkontakt werden. Hört auf zu lachen, es gibt Leute, die das alles wirklich ernst meinen.
Bei Innenkontakten freut sich der Elektrotechniker, während ich kopfschüttelnd dastehe …
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SPages on :
Naja hier lese ich heraus das diese Bewerbung von einer Person kommt welche deutsch nicht als Muttersprache hat und daher die Wort und Schriftsprache verwendet welche ihr beigebracht wurden. Du würdest dich evtl. auch an das gerade erlernte halten wenn du eine Sprache zumindest noch nicht richtig gut sprichst.
DerHuff on :
Mir begegnen immer wieder Leute, die sich davon ausgeschlossen fühlen. Das ist in meiner Wahrnehmung kein Randproblem.
Der Kundenkontakt müsste folglich konsequenterweise zum Kund*innenkontakt werden.
Das stimmt. Aber wenn der junge Mann seine Deutschkenntnisse im Kontakt mit den Kund*innen verbessern will, bin ich guter Dinge, dass er es noch lernt.
Klodeckel on :
Jodelschnepfe on :
Da in meiner Verwandtschaft gerne international geheiratet wird habe ja öfters mit Menschen zu tun, die unsere Sprache erst relativ spät erlernen - und für genau diese Gruppe zugewanderter Menschen ist dieses neumodische „Gendern” der reinste Horror. Ein Problem stellt die Herausforderung dar, bei gegenderten Wortschöpfungen die ursprünglichen Varianten, so wie sie im Wörterbuch stehen, überhaupt kennen zu müssen damit das gegenderte Wort einen Sinn ergibt. Das gilt vor allem dann, wenn die gegenderte Wortschöpfung ein unbekanntes Wort ist und erst einmal danach recherchiert werden muss. Unsere Sprache ist auch schon so unnötig kompliziert.
Mitleser on :
Mein Gedanke: wenn diese gerade in der Pause sind, müssten die ihre Autos dort nicht wegfahren? Weil dann sind sie ja keine Mitarbeitende mehr, sondern Pausierende
Ronaldo on :
- "Hallo an alle vom EDEKA-xxx-Team"
- "Einen schönen Gruß an das Küchen-Team"
- "@Team soundso: Schafft ihr das bis Donnerstag 12 Uhr?"
Buntklicker on :
Nobody on :
Ich fühl mich auch nicht ausgegrenzt wenn ich nicht als muskulöser Frauenheld gesehen werde…
micha42 on :
nicht der andere on :
Nobody on :
someone on :
Abgesehen davon, dass es im Englischen in erster Linie um Pronomina geht, ist auch im deutschen ein generisches Geschlecht nur bei personenbeschreibenden Bezeichnungen (z.B. Berufen) im Singular vorhanden. Das ist in der Tat meist männlich, aber es wird auch nur benötigt, wenn das Geschlecht nicht bekannt ist oder nicht relevant sein soll.
Wenn man davon dann einen Plural bildet, kommt es dazu, dass man zwar einen spezifischen Plural für eine rein weibliche Gruppe hat, aber keinen für eine rein männliche. Dieses "Problem" existiert seit Jahrhunderten und war nie wirklich eins, denn dass der existierende Plural nun nur noch Männer meinen soll, ist eine Erfindung der feministischen Linguistik. Und inkonsequent sind sie bei ihren Alternativen auch noch. In der beliebten Gerundivform (z.B. "Studierende") fällt nämlich im Plural die männliche Endung weg. Sie löst dieses "Problem" (sofern es überhaupt eins ist) also nicht mal, sondern verschiebt es nur.
Pragmatisch wäre, als Test "ein X und eine Y sind zwei Z" zu verwenden. Wo X, Y und Z voneinander verschieden sind, gibt es überhaupt kein Problem (dass es einen Plural für zwei Y geben mag, aber keinen spezifischen für zwei X, sehe ich nicht als solches) . Und wo bisher X=Z gilt, sollte eine Alternative das nicht mit Y=Z ersetzen. Vorausgesetzt natürlich, dass man an einer Lösung interessiert ist und nicht nur Signaling betreiben möchte.
micha42 on :
Ändert es etwas, wenn das Wort "Kassierer*in" ist?