Gestern abend war wieder eine dieser Situationen, in der ein Kunde ohne Geld dastand und unbedingt etwas zu Essen kaufen wollte. Er hat mir dann angeboten als Pfand für den relativ kleinen Einkauf (unter 10 Euro) seinen Ausweis dazulassen. Erst wollte ich nicht - und dann kam mir der Gedanke, was man mit einem Scanner und einem Weblog alles anstellen könnte, falls er mich doch verarscht.
Er kam natürlich wieder.
Auch kein Geld hatte übrigens eine Kundin, die wir nachmittags beim Diebstahl erwischten. Sagte sie zumindest. Und sie sagte den Polizisten, daß sie 880 Euro(*) Sozialhilfe bekommen würde. Da bleibt zwar nicht viel übrig, nach Abzug von Miete (Als Single braucht man keine 3-Zimmer-Wohnung in der Innenstadt) und Nebenkosten sollte es aber zumindest so weit reichen, daß man nicht stehlen muß. Naja, Alkohol ist eben teuer.
(*) So viel? Ist das realistisch oder habe ich mich da möglicherweise schwer verhört oder hat die Frau Blödsinn erzählt?
Gestern erhielt ich einen Flyer von der Firma AKCAN II Getränkegroßhandel GmbH anläßlich einer Neueröffnung in Bremen. Es waren diverse Dosen im Angebot, u.a. auch türkisches Tafelwasser. Als ich dort anrief, sagte man mir, daß kein Pfand berechnet würde.
Als ich auf die Pfandpflicht hinwies, die auch für Importware gilt, sagte man mir, es würde Pfand berechnet, aber gleich wieder abgezogen. Das würden alle anderen auch so machen und das wäre OK so.
Wenn das man nicht Ärger mit der Deutschen Umwelthilfe DUH gibt...
Ab sofort ist es übrigens amtlich: Importierte Getränke in Einweg-Verpackung, die der Pfandpflicht unterliegen, dürfen definitiv nicht mehr ohne Pfand verkauft werden. Das dürfte einigen Kioskbetreibern, Dönerbuden u.ä. Betrieben Magenschmerzen bereiten.
Im Faltblatt über P-Pfand findet man es sogar schriftlich:
Wie?
· Dosen und Flaschen bitte möglichst unzerdrückt zurückgeben.
· Aber auch eingedrückte Dosen und PET-Flaschen werden zurückgenommen. Das Pfand gibt es immer dann zurück, wenn der P-Punkt und möglichst auch der EAN-Code lesbar sind.
...und dann steht man da und versucht seinen Kunden zu erklären, warum man für die eine oder andere Dose kein Pfand auszahlen kann.
Der Hintergrund ist: Die Verpackungen werden (verständlicherweise) automatisch mittels Scanner gezählt. Das Identifikationsmerkmal ist - wie auch schon beim Verkauf an der Kasse - der Strichcode auf der Verpackung. Ist er nicht lesbar, bekommen wir im schlimmsten Fall das Pfandgeld nicht von den Zählzentren erstattet.
Wir haben derzeit rund 140 Dosen da stehen und das kostet 79 Cent plus Pfand.
Ja, das ist schön. Ich komm' dann mal vorbei.
Es ist wirklich erstaunlich, wie populär Dosenbier noch immer ist - und wie glücklich die Kunden immer wirken, wenn sie nach endlosen Telefongesprächen endlich einen Laden gefunden haben, der noch Dosenbier führt.
Die Vielzahl der Pfandsysteme, Pfandwerte, Flaschen, Dosen- und Kistentypen und die Unterscheidung, ob und warum oder warum auch nicht eine Flasche oder Dose pfandpflichtig ist - und wenn, dann zu welchem Wert, ist für Außenstehende und "Leergutanfänger" fast gar nicht zu überschauen.
Seit einer Stunde versuche ich, eine neue Mitarbeiterin intensiv in diese Materie einzuführen. Mir persönlich sind schon sehr viele Flaschentypen geläufig, aber ihr hat eben doch schon der Kopf geraucht.
...und dann erkläre doch mal jemandem, warum die selbe Flaschenform mal 8 und mal 15 Cent Pfand hat, je nach dem, was für ein Getränk darin abgefüllt ist...