Ein letztes "Gruppenfoto" der Einzelkomponenten des UniCycle. Der PC ist ausgebaut, die Speicherkarte mit allen Daten wieder sicher beim Hersteller. Damit ist der Automat endgültig entwidmet und somit steht da draußen nur noch ein Haufen Altmetall, der morgen nach der Lieferung des neuen Gerätes abgefahren wird.
Irgendwie auch traurig, wir hatten so eine intensive Beziehung…
Immerhin bleibt anzumerken: Unser alter Leergutautomat hat heute nicht eine einzige Fehlermeldung gebracht. Es fehlt ja einem richtig was ohne das ständig zu erwartende "Möpmöp".
Der alte Leergutautomat hat ein paar Probleme. In den letzten zwei Wochen haben wir nur noch die allernötigsten Wartungen durchgeführt und ganz akut ist das Hauptproblem, dass er aufgrund eines kleinen lebenserhaltenden Umbaus einige Flaschentypen gar nicht mehr annimmt und andere sich im Inneren verkeilen. Egal, wir regen uns nicht mehr auf.
Wir nicht.
Die Kunden schon noch und so versuche ich es momentan immer mit ein paar aufheiternden Sprüchen. Schon dutzende Male habe ich heute erzählt, dass der Automat in $stunden_bis_mitternacht in Rente geht. Komischerweise lachen dann alle immer, als hätte ich mir gerade den neuesten Schenkelklopfer ausgedacht. Vom Gefühl her hat mir das höchstens ein Drittel der Leute geglaubt…
Hier im Markt in der Gastfeldstraße sind in nächster Zeit (Im Idealfall noch im Laufe dieses Jahres!) noch einige Baumaßnahmen und Investitionen geplant:
· Neuer Leergutautomat
· Notausgänge / Brandschutz optimieren
· Neuer Kassentisch, inkl. Zigarettenspender
· Komplett neue Kühlanlagen
· Zusätzliches Kühlregal für Salate und empfindliches Obst
· Alle Getränkekühler zu einem Regal zusammengefasst
· Neue O&G-Abteilung
· Komplett neue Elektroinstallation
· Neue Videoanlage, LAN-Technik
· Neugestaltung Getränkeabteilung, inkl. Regale
· Neue Einkaufswagen
· Neuanstrich der Wände und der Decke
· Neugestaltung der Backwarenregale
· Evtl. Anbau im Außenbereich für z.B. Leergutlager
· Komplette Beleuchtung auf LED umstellen
· Evtl. Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen
Für die nächsten Tage und möglicherweise Wochen steht ein weiterer Container hier auf dem Hof. Der neue hat einen Deckel und ist komplett abschließbar. Darin werden wir in der nächsten Woche sämtliche Einwegflaschen und Getränkedosen sammeln, die hier in der Zeit ohne Leergutautomat anfallen werden.
Voll wird er zwar nicht annähernd werden, aber wir haben trotzdem pro Tag (in unkomprimierter Form) rund zwei Kubikmeter Einweggebinde, eher mehr sogar, das ist sehr schlecht schätzbar. Aber auch nur zwei sind schon eine eine ganze Menge…
Unser alter Leergutautomat macht momentan täglich Kummer. "Täglich" trifft es gar nicht mal annähernd so präzise, wie man es formulieren könnte. "Stündlich" oder "bei fast jedem Kunden" passt noch deutlich besser.
Da er der letzte seiner Art ist und auch schon seit Jahren nicht mehr in der garantierten Wartung steckt, gehen langsam die Ersatzteile aus. Wir schlagen uns mit Improvisationen von einem Tag zum anderen – entweder durch einen Trautwein-Techniker oder uns selber. Knapp zwei Wochen muss oder soll er noch durchhalten. Man bekommt das Gefühl, dass er sich seines unumgänglichen Endes bewusst ist.
Nun wurde mir der Termin bestätigt, der neue Leergutautomat wird hier schon in der übernächsten Woche installiert!
Der genaue Ablauf wird so aussehen:
· Montag wird die alte Anlage komplett demontiert und abgefahren, anschließend reinigen wir die Fläche intensiv.
· Dienstag kommen die Trockenbauer und sorgen dafür, dass die Wand eine an den neuen Rücknahmeautomaten angepasste Öffnung bekommt.
· Mittwoch und Donnerstag sind für den Aufbau und die Einrichtung des neuen Automaten vorgesehen, so dass er tatsächlich spätestens ab Freitag Morgen hier im Einsatz ist.
Der neue Leergutautomat benötigt einen anderen Wanddurchbruch als unser altes Gerät, das damals praktischerweise zuerst hier stand, so dass schließlich von den Trockenbauern die Gipskartonwand einfach präzise drumherum gebaut werden konnte.
Das Loch ein paar Zentimeter höher zu machen und dabei noch rund zehn Zentimeter weiter nach rechts zu bringen, wird aufgrund der Ständerkonstruktion (hier in dem alten Blogeintrag zu sehen) zwar nicht ganz einfach werden – aber jammern hilft ja nichts. Notfalls muss das letzte Stück der Wand eben nochmal komplett neu aufgebaut werden.
Nächste Woche kommt ein Mitarbeiter der Firma vorbei, die die Wand damals aufgestellt hat, um sich die Sache nochmal genau anzusehen.
Unser neuer Leergutautomat wird ganz profan b500 heißen. Geplante Lieferung wird in ca. vier Wochen gegen Mitte Juli sein.
Bis dahin wird es noch einiges zu organisieren geben. Vor allem ist der Durchbruch in der Trockenbauwand zu verändern, da der neue Automat einerseits größer als unser UniCycle ist, zum anderen aber auch aufgrund der Infrastruktur im Hintergrund ein paar Zentimeter weiter nach rechts verschoben stehen muss.
Ein Kunde beschwerte sich lautstark darüber, dass "das Scheißding", gemeint war der Leergutautomat, mal wieder nicht funktionieren würde und er deshalb mal wieder warten müsse.
Das Rücknahmegerät war einfach mal voll, das passiert bei jedem anderen Automaten auch zwangsläufig während des Betriebs irgendwann mal.
Das ist der Moment, in dem man als leergutabgebender Kunde mal darüber nachdenken sollte, wer wohl letztendlich dafür verantwortlich ist, dass so ein Gerät auch mal "voll" wird.
Wenn's der Leergutautomat nicht mehr alleine schafft und die Leute ihre Flaschen schon buchstäblich säckeweise hier anschleppen und wir diese dann händisch annehmen, sieht es eben nach einer Weile so im Lager aus:
Ob neuer Cruncher oder neues Förderband – manchmal muss der Leergutautomat trotzdem nochmal aufmucken und schiebt einfach alle Mehrwegflaschen auf dem Tisch übereinander…
(Es reicht dazu übrigens, wenn aus beliebigen Gründen einige wenige Flaschen umgefallen sind. Der Rest folgt dann oft von alleine.)
Selbst der kleine Leergutautomat in unserem Markt in der Münchener Straße, der ansonsten recht problemlos läuft, ist nicht vor größeren Ausfällen sicher. Nach mittlerweile rund sieben Jahren war nun auch da mal ein neuer Cruncher fällig. Abgesehen davon, dass er inzwischen relativ stumpf war und die zu zerdrückenden Gebinde kaum noch eingezogen hat, gab es auch noch ein anderes mechanisches Problem. Ein Zahnrad hatte sich gelöst, den Rest erledigten der kräftige Motor und der an der Welle angebrachte Zapfen.
Eine ältere Frau schob einen riesigen Haufen leerer Bierflaschen in Richtung Leergutautomat. Sie muss den skeptischen oder erstaunen Blick eines Kollegen registriert haben, jedenfalls erklärte sie ihm: "Die habe ich nicht alle getrunken. Ich habe meinen Enkel rausgeworfen!"