Nachdem der Leergutautomat die Flaschensammlung eines Kunden aufgrund zerknickter, beschädigter und versiffter eher schlecht als recht annehmen wollte, erbarmte sich einer meiner Mitarbeiter und nahm dem Mann die Tüte ab und wollte den Inhalt gerade mit bloßen Händen rausholen – als er in irgendeine große Pfütze schmutzigen und stinkenden Getränkesud fasste.
Er drückte dem Mann die Tüte zurück in die Hand und bat ihn, die Flaschen selber auszupacken und in einen Wagen bei uns an der Lagertür zu stellen. Während mein Angestellter sich die Hände wusch, packte der Mann mit dem Leergut sein Geraffel aus und fasste dabei jede Flasche einzeln vorsichtig mit spitzen Fingern an. Er fluchte vor sich hin (und wirkte dabei auf uns ziemlich beleidigt und sauer), weil das unsere Arbeit wäre und nicht seine.
Koppschüddeln. Bis zur Schwindligkeit und noch viel weiter…
Zusendung von Markus, dem der Leergutautomat in einem Rewe-Markt 1,50€ geschenkt hat. Kistenannahme ist und bleibt wohl ein kleines Glücksspiel, bei dem mal der Kunde und mal der Händler gewinnt, bei den Geräten…
Aber was hatte es damit genau auf sich? Hier die Auflösung: Teileigentum 11 ("TE11") beschreibt hier an der Adresse Gastfeldstraße 29-33 meinen Laden mit allen dazugehörenden Neben- und Kellerräumen und dem alleinigen Nutzungsrecht an dem hier im Blog schon so oft erwähnten Hof.
Nachdem ich heute die letzte fehlende Unterschrift unter den Darlehensertrag bei meiner Hausbank gesetzt habe, wird in den nächsten Tagen die Knechtschaft der Miete beendet sein. Damit kann ich im Grunde ab sofort tun und lassen, was ich möchte – von wesentlichen und alle anderen Miteigentümer des Gebäudes betreffenden Dingen natürlich mal abgesehen. (Also abreißen und neubauen ist nicht drin. )
Das ist auch der Grund, warum ich hier so weit über den Supermarktalltag hinaus plane und über so tiefgründige Dinge wie eine komplett neue Elektroinstallation oder sogar tatsächlich den Erwerb des kleinen Grundstücks mit der Trafostation nachdenke.
Der Kauf dieser Immobile ist auch im Grunde das Finale dieser jahrelang angekündigten und immer wieder verschobenen Umbau- und Renovierungspläne. Es war eine sehr anstrengende Zeit, die mich teilweise viel Kraft gekostet und mir viele schlaflose Nächte beschert hat. Wir hatten hier faktisch schon eine Kündigung für den Mietvertrag vorliegen und damit habe ich schon das Ende meiner gesamten Geschäftstätigkeit hier nicht nur vor Augen, sondern schon in greifbarer Nähe gehabt. Es waren ein paar sehr anstrengende Jahre, die sich daraus ergebende fehlende Motivation war ja vor allem in 2014 hier im Blog deutlich zu spüren. Es waren ein paar Jahre, in denen ich Investitionen hier in die Firma auf die allerallernotwendigsten Dinge (neue Kassen, reparierte Beleuchtung, neuer Leergutautomat (war schon langfristiger geplant)) beschränkt habe. Sogar viele Kunden haben mittlerweile zwangsläufig den Modernisierungsstau bemerkt, aber alle habe ich damit vertröstet, dass es irgendwann wieder besser wird.
Den Anfang dieses "irgendwann" haben wir nun erreicht!
Ich saß selber an der Kasse, da meine Mitarbeiterin zur Frühstückspause gegangen war. Als ich gerade keinen Kunden hatte, blickte ich etwas gedankenverloren nach hinten in Richtung Leergutautomat. Bei diesem wechselte die (ringförmig um den Annahmeschacht geformte) Lampe immer zwischen grün und rot, obwohl kein Kunde davor stand. Was war da denn los? Was hat der Automat denn für ein Problem?
Also stand ich auf und ging nach hinten. Nach ein paar Metern drehte ich aber bereits wieder lachend um und kehrte zur Kasse zurück.
Des Rätsels Lösung: Eine Kundin stand vor dem Automaten und gab Leergut ab. Sie war relativ klein und hatte schwarze Haare und dazu eine sehr kurze Frisur. Ihr Kopf passte damit genau vor den Annahmeschacht. Aus der Entfernung konnte man aber noch die ringförmige Leuchte um ihren Kopf herum sehen, weshalb sie als Person zunächst gar nicht auffiel. Ich dachte immer, Baumarkt-Mitarbeiter sind Meister der Tarnung. Bei dieser Kundin war es jedenfalls perfekt.
Unser Leergutautomat leistet derzeit umwerfende Arbeit. Naja, irgendwie jedenfalls… Schuld daran ist übrigens der Riss, von dem ich vor ein paar Wochen schon einmal berichtet hatte.
Nun wollte ich hier eigentlich schreiben, dass da dringend ein neues Transportband fällig ist, aber Firma Trautwein kam mir zuvor und hat schon die externe Firma, die diese Bänder immer tauscht, beauftragt. Montag nach Weihnachten ist der Termin dafür!
Vom Lager führt ein langer, gerader Gang direkt zur Kasse, die man aber auf dem Bild nicht erkennen kann. Das ist praktisch, da man so schnell überblicken kann, ob es z.B. voll ist und wir eine weitere Kasse benötigen. Hinter mir steht der Leergutautomat und am linken Rand des Fotos, direkt hinter der B&J-Eistruhe steht das Regal mit den Zotter-Schokoladen.
Aktueller Zählerstand: 274.000 Gebinde hat unser Leergutautomat schon durch. Mit vier Monaten wird das Teil die halbe Million geknackt haben. Wenn es irgendwo eine Teststrecke für Flaschenrücknahmeautomaten gibt, dann hier in der Gastfeldstraße.
Jetzt ist es passiert: Nach wochenlangem reibungslosen Betrieb muckt unser neuer Leergutautomat nun doch herum und produziert immer wieder einen Flaschenstau in der Einheit, welche die Flaschen auf den Tisch stellen soll. Ich glaube, da muss mal ein Techniker ran:
Seit dem sind hier deutlich über 180.000 Einzelgebinde abgegeben worden. Rund 16.000 pro Woche bzw. knapp 3000 an jedem einzelnen Werktag. Das ist schon echt beachtlich!
Jeder Leergutautomat braucht dann und wann mal Unterstützung durch das Personal. Ob da nun irgendetwas voll oder verstopft ist oder ob neue Gebinde eingepflegt werden müssen, in dem Moment ist die Annahme nunmal unter Umständen eine Weile nicht möglich. Bei rund 200 Kunden, die hier pro Tag Leergut abgeben, ist die Chance, dass gerade in einem solchen Moment jemand den Automaten nutzen möchte, natürlich nicht gerade klein.
Die Reaktionen dieser Kunden sind aber beinahe durchgängig negativ: "Ich hasse diese Geräte", "Na, wieder kaputt?", "Schafft das Mistding ab!", "Immer ist was damit." usw. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
Keine Ahnung, ob das durch die in seinen letzten Wochen extrem vielen Ausfälle unseres alten Leergutautomaten kommt oder ob die Leute ganz einfach nur allgemein so drauf sind…
Seit 23 Tagen ist der B500-Leergutautomat hier im Einsatz. Seit dem hat er 71.696 Flaschen angenommen, das sind über 3.100 Gebinde pro Tag! Das ist echt eine krasse Leistung… Andere Automaten haben so einen Durchsatz im Zeitraum von einem Jahr…
Gute Arbeit, liebe Trautweins! Das Ding macht echt Spaß.
· Neugestaltung Keller / Maschinenraum
--> Abbruch alte Ventilatoren
· Notausgänge / Brandschutz optimieren
--> Warten auf Angebot für den Umbau einer Nebeneingangstür
--> Angebot liegt inzwischen vor. Ich hadere, ob es nicht doch eine günstigere Lösung gibt.
· Neuer Kassentisch, inkl. Zigarettenspender
· Komplett neue Kühlanlagen
--> Warten auf Angebote. (ggf. doch mit Türen?)
· Zusätzliches Kühlregal für Salate und empfindliches Obst
--> Abhängig von Umbau O&G-Abteilung
· Alle Getränkekühler zu einem Regal zusammengefasst
· Neue O&G-Abteilung
--> Altes Feinkostregal muss einen neuen Platz bekommen. Regalteile wurden inzwischen geliefert. Umbau steht noch an, da der Standort vom alten Regal renoviert werden muss.
· Komplett neue Elektroinstallation
--> Warten auf Angebot für Zählerschrank und Leuchten
--> Die Frage nach den Leuchten ist noch offen. Neu oder die alten wieder reparieren?
· Neue Videoanlage, LAN-Technik
--> Nach Neubau Elektroinstallation wg. Kabelkanälen
· Neugestaltung Getränkeabteilung, inkl. Regale
· Neue Einkaufswagen wie unser Muster
· Neuanstrich der Wände und der Decke
· Neugestaltung der Backwarenregale
· Evtl. Anbau im Außenbereich für z.B. Leergutlager
· Komplette Beleuchtung auf LED umstellen
--> Teilweise schon erfolgt
· Evtl. Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen
· Gestaltung der Stützen im Verkaufsraum
--> Angebot ist in Arbeit
--> Ideensammlung schreitet voran. Spiegel doch nicht? Aber abwaschbare Oberfläche muss sein.
Unsere Kleine weiß mit ihren 20 Monaten schon ganz genau, wie man den Leergutautomaten bedient. Sie legt die Flaschen sogar ordentlich mit dem Boden voran in die Öffnung.
Das Ding ist buchstäblich kinderleicht zu bedienen. Hier der Beweis!