Eine Kollegin berichtete mir, dass sie mit ihrem Ehemann bei einem unserer Mitbewerber einkaufen war (tztztz

) und dass sie dort einen Mann gesehen haben, der bei uns vor einer Weile geklaut hatte, aber dabei leider entkommen konnte.
"Den kenne ich noch von der Schule", stellte ihr Gatte fest und hatte den Vornamen des Täters gleich parat. "Ich gucke mal, ob ich den kompletten Namen und die Adresse rausfinde, die gebe ich euch dann!"
Ich bin gespannt und würde mich freuen. Der Typ hatte bei uns hier immerhin Ware in einem mittleren zweistelligen Wert mitgehen lassen.
Es gibt generöse Chefs und es gibt diejenigen, die ständig mit einer Peitsche neben ihren Angestellten stehen. Ich glaube, ich bin eher zu nett und lasse vielleicht auch manchmal zu leichtfertig die sprichwörtlichen Fünfe gerade sein, aber da ich das hier seit über einem Vierteljahrhundert schon erfolgreich mache, kann der Weg nicht so falsch sein.
Gerade aus meiner eigenen Vergangenheit bei Plus kenne ich dieses typische Szenario. Selbst als Marktleiter (es hieß damals schon nur noch "Verkaufsstellenverwalter") ist man bloß der Depp vom Dienst. Dann kommt der Bezirksleiter, darüber der Gebietsleiter und ob danach noch jemand kam, weiß ich gar nicht mehr. Alle haben sie Fahrradfahrer gespielt – nach oben buckeln, nach unten treten. Dass man an der Basis nur klein und austauschbar ist, wurde einem allzu gerne mitgeteilt.
Aus der Zeit heraus habe ich vermutlich eine Aversion gegen (vor allem) Abmahnungen. Natürlich könnte man sie rege verteilen: 5 Minuten zu spät? Abmahnung! Krankmeldung zu spät abgegeben? Abmahnung! Zu langsam kassiert, Quote nicht erfüllt? Abmahnung! Kassendifferenz? Abmahnung! Angewiesene Arbeit nicht erledigt? Abmahnung! Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ich bin ganz sicher nicht der typische Abmahner. Man kann natürlich nicht mit allen seinen Mitarbeitern BFF sein, aber ein freundschaftlich-kollegiales Miteinander, wie wir es hier versuchen, sorgt nicht nur für einen entspannteren Arbeitsalltag. Die lockere Stimmung überträgt sich auch immer wieder auf die Kunden, die einfach deshalb schon hier so gerne herkommen.
Aber manchmal, ja manchmal, da muss es sein. Dann geht es nicht anders. So zum Beispiel, wenn ein Kollege spontan mal zwei Tage nicht zur Arbeit kommt und niemand weiß, was los ist. Nicht einmal in der Situation formuliere ich sofort eine Abmahnung. Es kann ja immer etwas passiert sein, was sich irgendwie erklären ließe. Die Situation war für uns natürlich organisatorisch hier echt mühsam, aber wir haben sie bewältigt. Ich bin über den Punkt hinaus, mir in solchen Situationen ernsthafte Sorgen um die betroffenen Personen zu machen, aber andere Kollegen hat das eben schon teilweise ziemlich beschäftigt. Soll man die Polizei verständigen? In Krankenhäusern nachfragen? Irgendwas tun?
Dann hatte ich den unentschuldigt abwesend gewesenen Kollegen ans Telefon bekommen. Tut ihm Leid, ihm ging es nicht gut. Dann wollte er in der Woche danach wieder arbeiten und er kam auch tatsächlich an einem Tag (wobei er augenscheinlich nur körperlich anwesend war), dann kam er wieder mehrmals nicht zum Dienst und hat sich auch nicht gemeldet.
Das war der Moment, an dem ich irgendwie als Arbeitgeber doch mal reagieren musste. Alleine auch schon um für die anderen meiner Mitarbeiter (fast schon oder sogar vor allem auf deren Anraten) ein Zeichen zu setzen. Keiner wusste, was los ist, es ließen sich keine Personaleinsatzpläne mehr schreiben, ohne ein Notfallprogramm einzuplanen. Der betroffene Kollege kam wie erwartet nicht, aber solange er auf meiner Gehaltsliste stand, musste ich ihn auch mit einplanen.
Nach mehreren Tagen unentschuldigter Abwesenheit innerhalb von zwei Wochen hatte ich ihm zunächst zwei Abmahnungen geschrieben. Eine für die zwei Fehltage zuvor, eine für den Tag nach seiner gedanklich abwesenden körperlichen Anwesenheit.
Schließlich folgte noch eine für den nächsten Tag, an dem er nicht zu Arbeit kam. Darin drohte ich nicht nur in Klauseln verpackte mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen an, sondern schrieb klipp und klar, dass ich ihm im Falle eines weiteren unentschuldigten Fehltags eine (sogar noch) fristgerechte Kündigung zum nächstmöglichen Termin aussprechen werde.
So geschah es, ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Mache ich mir Gedanken? Habe ich mir vor etlichen Jahren noch gemacht, aber inzwischen habe ich schon mehrfach erlebt, dass Mitarbeiter (tatsächlich nie Mitarbeiterinnen) einfach nicht mehr zur Arbeit kommen und auch nicht mehr erreichbar sind. Manche Menschen sind wohl so und ich mache mir wirklich keine Sorgen mehr in solchen Fällen. Ich schüttle nur noch den Kopf.
Vor ein paar Tagen, als das mit dem Schnee erst anfing, waren zwei der älteren von der benachbarten Moschee am Schneeschippen. Sie hatten einen Kollegen von mir erwischt, der gerade auf der Rampe war und er hatte ihr Anliegen so verstanden, dass ich mich daran (finanziell) beteiligen soll, immerhin ist das unser gemeinsame Fläche. Wir haben zwar ein Wegerecht über das Grundstück unserer Nachbarn, aber von mir Geld haben zu wollen, fände ich schon etwas happig, um nicht dreist zu sagen. Immerhin überqueren wir die Fläche wenige Male pro Tag, wirklich nutzen tun sie die Betreiber und Besucher der Moschee. Als Parkplatz, Treffpunkt oder auch als
erweiterte Gebetsfläche.
Da wir uns aber gut verstehen, ging ich hin und fragte noch einmal persönlich nach. Es ging überhaupt nicht um Geld, sie hatten nur gebeten, wenn sie die Fläche räumen, und zwar auch bis an unser Tor ran, ob ich mich mit Streumaterial wie Salz oder Granulat beteiligen würde. Klar, das mache ich gerne und ich denke, dass das ein durchaus fairer Deal ist. Immerhin mussten wir im vergangenen Jahr fast noch nie darum kämpfen, hier vom oder auf den Hof fahren zu können.
Der Strichcode dieser Packung Marshmallows von Lidl ist dekoriert mit … genau diesen Marshmallows, wer hätte es gedacht.
Vielen Dank an Honza für die Zusendung.
Als Ines und ich mit unserer Kleinen an Silvester nach Feierabend noch ein paar Stunden hier im Markt waren, hörten wir plötzlich ein Geräusch, als wenn irgendetwas heruntergefallen wäre. "Was war das denn?!", wunderte ich mich und sah nach. Nun …
Warenrückruf, eine bestimmte Sorte Tofu soll aufgrund von Qualitätsabweichungen aus dem Verkauf genommen werden.
Kurz bevor die E-Mail kam, hatte ein Kunde zwei Packungen dieses Produkts aus offensichtlichen Gründen (siehe Foto) reklamiert, die er ein paar Tage zuvor gekauft hatte. Ich mutmaße, dass da ein Zusammenhang besteht.
Direkt nach der Inventur gleich schon die nächsten Inventurergebnisse verschlechtern … Dieser Herr hat sich zwei Flaschen Wein in den Hosenbund gestopft. Ja, "gestopft" beschreibt es sehr passend, denn passen wollten die Flaschen so gar nicht.
Dennoch war er mit seiner Beute erfolgreich entkommen. Wir hatten das nämlich erst hinterher entdeckt, da uns der Typ, der einfach so aus dem Laden ging, irgendwie sonderbar vorgekommen war.
Die
Mitbewerber-Gerüchteküche war übrigens wahr. inzwischen ist der Combi-Markt (Hier ist
bei Google Street View zu sehen) seit rund zwei Wochen geschlossen.
Schon schwirren die neuen Gerüchte durch den Äther: "Da kommt ein REWE rein."
Aber auch dieses Gerücht ist wahr, im Sommer soll im frisch renovierten Gebäude ein REWE-Markt entstehen. Noch einer hier in der Neustadt, damit fällt der REWE/EDEKA-Quotient für diesen Stadtteil noch wieder eine Nummer größer aus.
Aber wir SEH-Kaufleute haben alle hier eine friedliche Koexistenz und kennen uns untereinander, niemand tut dem anderen weh, alles gut.
Eine Telefonnummer aus Bremen wurde auf dem Display meines Mobilteils angezeigt. Ich meldete mich und der Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Firma stellte sich als Mitarbeiter der Firma Telecash vor (wohl eher nur ein Vertragspartner von Telecash) und erklärte mir, dass unser Gerät gegen ein neues, sichereres ausgetauscht werden müsste. Ob das für mich so okay wäre? Dann würde man mir das neue Gerät zusenden und ich müsste das alte nur einpacken, es würde dann nach der Installation des neuen Terminals von einem Paketdienst abgeholt werden.
NIIIIIIIIIIIICE TRY, aber:
Sowas ähnliches hatten wir vor ein paar Jahren
auch schon einmal. Diesmal sollte es aber für mich günstiger werden. Ich ließ mir zunächst die Konditionen via E-Mail zusenden, zwei Tage später telefonierten wir erneut.
Günstiger war es schon irgendwie. Die monatliche Grundgebühr sank, dafür stieg der Preis pro Kartenzahlung. Das hätte mir eine monatliche Ersparnis von rund zwei Euro erbracht, also nicht so nennenswert viel. Dafür hätte ich auch hier wieder einen neuen Vertrag mit einer neuen Laufzeit eingehen müssen. Warum soll ich mich wieder jahrelang fest binden, wenn ich doch ab nächstem Jahr einen jährlich kündbaren Vertrag mit Telecash habe? Das Argument mit dem moderneren Terminal funktionierte auch nicht, denn wenn diesbezüglich wirklich dringende, sicherheitsrelevante Änderungen kommen, hat das keine Auswirkungen auf meine Vertragslaufzeit.
PS: Im oben verlinkten Blogeintrag hatte ich geschrieben, dass wir uns langfristig von Telecash trennen und auch an unserer Notkasse das an die Edeka-IT angebundene System verwenden wollen, aber den Gedanken habe ich vor einer Weile schon verworfen. Manchmal, wenn die internen Geräte Probleme hatten, hat uns das Gerät vom Drittanbieter schon den Arsch gerettet und wir konnten den Kunden weiterhin Kartenzahlungen anbieten.
Aber nicht mit einem neuen Vertrag!
Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik hat mir einen dicken Umschlag geschickt. Darin lagen ein paar Fragebögen, in erster Linie also die klassische Unfallanzeige, aber auch ein Antwortbogen, auf dem ich angeben sollte, warum die Unfallanzeige noch nicht erfolgt ist.
Es ging um eine Mitarbeiterin, die hier auf der Rampe vor einer Weile einen kleinen Unfall hatte. Ich wusste gar nicht, dass sie damit doch zum Arzt / zur BG gegangen war, zumal sie ja auch danach noch weitergearbeitet hatte, aber okay.
Ich hatte nur den Vornamen gelesen und erinnerte mich natürlich sofort an den kleinen Zwischenfall. Den zweiten Vornamen meiner Mitarbeiterin hatte ich nicht auf dem Schirm und dass der Nachname nicht passte, kann ja mal vorkommen. Vielleicht gab es eine Namensänderung, zumal die Kollegin aus dem Ausland kommt, und sie ist noch bei der BG unter einem anderen Namen geführt. Das Geburtsdatum passte ungefähr, und dass die Adresse ebenfalls nicht stimmte, fiel mir auch nicht auf. Ines stutzte, denn sie wusste, dass die Kollegin hier direkt um die Ecke und nicht in einem Stadtteil auf der anderen Weserseite wohnt.
Was mich am meisten irritiert hat, war das Datum des Unfalls. Knapp zwei Wochen war dieser her, mein Gefühl hätte den Sturz wenigstens zwei Wochen weiter in die Vergangenheit verortet.
Fassen wir zusammen: Das Unfalldatum stimmte nicht, die Adresse stimmte nicht, der Nachname stimmte nicht, einen zweiten Vornamen hat die Kollegin gar nicht erst und der eine verbliebene Vorname war auch noch anders geschrieben.
Während eines Anrufs bei der BG einigte ich mich mit der Sachbearbeiterin dort darauf, dass das sicherlich nicht meine Mitarbeiterin war und dass ich daher das Anschreiben hier durch den Aktenvernichter schiebe. Sollte sich doch etwas ergeben, so dass es mich betrifft, wird man sich wieder melden. Was auch immer die da durcheinandergeschwurbelt haben …
Ernsthaft verstörend ist es, wenn ein neuer Außendienstmitarbeiter eines Lieferanten zu einem in den Laden kommt, und sich grinsend mit den Worten vorstellt, dass man sich noch von früher kennt und sogar die Klassenzeitung mitgebracht hat, die damals zum Ende des gemeinsam verbrachten Schuljahres entstanden war.
Das war im Schuljahr 90/91, ist also mal eben knappe 35 Jahre her.
"Ernsthaft verstörend" beschreibt es wirklich treffend.
Diesen Strichcode mit einer dampfenden Kaffeetasse hatte Honza auf einer Packung "Mokate" 3-in-1-Instantkaffee-Pulver-Sticks in der Sorte "Cardamom & Vanilla" entdeckt.
Vielen Dank für die Zusendung.
Was genau Samstag hier los war … okay, das ist eigentlich falsch. Anderer Ansatz:
Was los war, weiß ich genau – nämlich eine ganze Menge.
Warum hier am Samstag so viel los war, das weiß ich dagegen nicht.
Es hätte mir auch gestern Morgen beim Besuch hier aufgrund des Fehlalarms auffallen können, aber da hatte ich gar keine Augen für die vielen leeren Kisten in der Gemüseabteilung.
So leer ist die Abteilung selten:
Heute Morgen um 8:05 Uhr riss mich mein Handy aus dem Schlaf. Am anderen Ende der Leitung war ein Mitarbeiter der Leitstelle, die unsere Alarmanlage überwacht, und teilte mir mir, dass im Edeka-Markt in der Gastfeldstraße ein Einbruchalarm vorliegen würde. Die Polizei sei informiert und fährt auch zum Objekt.
Keine 25 Minuten später war ich dann auch vor Ort. Die Polizei hatte bereits alles begutachtet, aber es waren keine Einbruchspuren zu entdecken. Den Alarm ausgelöst hatte einer der Bewegungsmelder im Eingangsbereich. Da ein umgefallener Besen auf dem Fußboden lag, mutmaßte einer der Beamten, dass das wohl der Grund für den Alarm gewesen sein könnte. War es jedoch nicht, der Besen lag schon die ganze Nacht dort. Und auch eine andere Unregelmäßigkeit war zum Alarmzeitpunkt nicht in der Videoaufzeichnung zu erkennen. Es sah alles ganz normal aus, vielleicht hat aber auch der Melder eine Macke. Ad hoc kann ich es nicht sagen, aber es könnte einer derjenigen sein, die dort schon seit Anfang an hängen, also über 25 Jahre. Wenn da irgendwelche elektronischen Bauteile etwas altersschwach geworden sind, sollten wir den Bewegungsmelder definitiv austauschen, sonst dürften solche Überraschungsanrufe sich in nächster Zeit häufen.
Also ging es schnell wieder nach Hause.
Normalerweise gibt es die schönen Winterimpressionen ja immer nur beim Fahrradfahren, aber die fast völlig autofreie B75 stellte heute früh noch ein schönes Fotomotiv dar.
Ich schwöre, dass das aus technischer Sicht ein Farbfoto ist.