Interessantes, weil noch nicht gefälltes, Urteil zum Thema Einwegpfand: LVPnet-Artikel
In der Lebensmittelabteilung im Karstadt Bremen werden angeblich auch noch pfandpflichtige Einwegflaschen verkauft. Ohne "Pfandmarke", ohne speziellen auf das Pfandsystem hinweisenden Aufdruck und ohne den Hinweis, daß sie zurückgebracht werden kann. Zumindest hat mir das ein Kunde mitgeteilt, der eine solche Flasche bei mir abgeben wollte.
Das Problem ist nicht, daß solche Artikel nicht verkauft werden dürfen - viel mehr begibt sich der Händler damit auf mächtig glattes Eis: Er ist nämlich dann dazu verpflichet, alle Einwegverpackungen gleicher Art zurückzunehmen - unabhängig davon, wo sie gekauft worden sind. Nur wird Karstadt das ausgezahlte Geld nicht wiederbekommen, denn mit wem sollten die alten Dosen abgerechnet werden?
Das ist auch der Grund, warum ich derzeit nicht die berühmte JOLT-Cola in Dosen wieder ins Sortiment aufnehme. Die könnte ich nämlich noch in den "klassischen" Dosen bekommen - aber ich möchte mich nicht auf das Glücksspiel einlassen, daß irgendjemand hier mit unzähligen Dosen (die nicht von uns stammen) ankommt und das Geld dafür kassiert.
Apropos Jolt-Cola: Eventuell kann ich die in MW-Flaschen bekommen, nur wird mir da die Mindestbestellmenge möglicherweise einen Strich durch die Rechnung machen. Aber das muß ich abklären...
Nachtrag: Der Stern hat zur Neuregelung des Dosenpfandes ab 2006 einen ausführlichen Artikel geschrieben.
Zu einem Kollegen: Geh Du mal zu den Brötchen, ich kümmere mich so lange um das Leergut.
Wenn ich DAS schon anbiete, kommt in den paar Minuten garantiert mein Lieblingspfandflaschensucher mit ein paar großen Säcken dreckiger Bierflaschen hier an.
Da gibt ein Kunde Leergut in einer etwas altersschwachen Plastiktüte Tragetasche ab, die - wenn man sie an beiden Griffen festhält - gerade noch das Gewicht des Inhalts aushält.
Dummerweise habe ich nur zwei Hände und mußte sie deswegen zwangsläufig an einem Griff festhalten. "Fest halten" fand der Griff aber wiederum nicht so interessant, weshalb er auch prompt durchgerissen ist. Zeitgleich hat sich die Aufgabe des Leergut annehmens in Lager fegen gewandelt. :biggrin:
Ich glaube fast, für "Leergut" muß ich mal eine eigene Kategorie einrichten.
Warum entschuldigen sich Kunden bloß immer, wenn sie nur eine oder zwei Flaschen abgeben wollen: "Jetzt müssen Sie extra wegen einer Flasche laufen..."
Ja, muß ich. Müßte ich auch für hundert Flaschen, aber bei einer bin ich schneller fertig. :whistle:
Eine Kundin gibt Leergut bei mir ab: Ein Leinenbeutel, gefüllt mit Bio-Milchflaschen, Bio-Joghurtgläsern und Bio-Saftflaschen. Alles ordentlich restentleert und gewaschen.
Der nächste Kunde drückt mir 'ne triefende Kiste Billigbier-Leergut in die Hand.
Ein Kunde hat sich gerade nach dem Bezahlen draußen zwei Kisten Coca-Cola-Leergut vom Cola-LKW geschnappt und ist schnell mit dem Fahrrad davongefahren. So berichtete es die Kundin, die das zwar gesehen hat, aber nicht eingreifen konnte.
Wetten, daß er die vier Kisten Leergut, die er zuvor bei uns abgab, auch irgendwo geklemmt hatte?
Futterspenden für die Mitarbeiter sind nicht erwünscht. Auch nicht in Form von angebissenen, mit Bier aufgeweichten, alten Brötchen in einer Tüte Leergut.
Seit zweieinhalb Wochen herrscht hier eine neue Leergut- und Lagerordnung, die ich persönlich akribisch überwache.
Heute gab es in dem Zusammenhang den ersten schriftlichen Verweis für eine Mitarbeiterin. Eine nicht weggeräumte Bierkiste wurde ihr zum Verhängnis. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, den Leuten das wieder und wieder zu erzählen.
Nachtrag:
Bevor mich hier Leute für ein A*schloch oder kleinlich halten: Diese Maßnahme hatte seine Gründe, war einige Male bei mündlichen Ermahnungen angedroht gewesen und mußte jetzt einfach mal als Musterbeispiel für die anderen Mitarbeiter dienen. Ansonsten nimmt einen ja niemand ernst.