Die Kollegin, die hier zweimal pro Woche für die Verräumung der Tiefkühlware zuständig ist, hielt mir dieses Fundstück vor die Nase, das sie aus einer der Truhen gefischt hat. Es handelte sich um eine Gemüsemischung der Eigenmarke vom "Discounter an der Ecke". Wie kam die denn zu uns? Sie war sich ziemlich sicher, dass es keine fehlgeleitete Eigenmarke (so wie hier und hier) war, da sie ja nun die Ware immer selber packt und hier sowas sicherlich nicht entgangen wäre.
Wir sahen uns fragend an und einigten uns darauf, dass vermutlich ein Kunde die Packung mitgebracht und dann auf der Suche nach anderen Produkten den Beutel hier versehentlich liegengelassen hat.
Hmm… Wenn alle Kunden so einkaufen würden, könnte man den Rohertrag eines Supermarktes erheblich steigern.
Ein Callcenter rief an und wollte mir Merchandisingartikel einer kleinen Hilfsorganisation anbieten. "Sie haben uns ja im letzten Jahr auch so schön unterstützt…", erklärte mir die Frau am Telefon.
Ach, habe ich das? Wenn ich mich richtig erinnere, war das irgendwann vor dem Blog, ist also mindestens sechs Jahre her. Hah! Die Unwissenheit nutze ich schamlos aus: "Ich möchte jetzt erstmal eine kleine Pause machen, etwas Abstand zwischen den Aktionen lassen."
Dafür hatte die Anruferin volles Verständnis, bedankte sich bei mir freundlich und legte auf. Trottel.
Versehentlich habe ich nicht die Rechnung eines Einzelauftrags aus dem Onlineshop gedruckt, sondern die Übersicht sämtlicher Aufträge der letzten Wochen.
Ich stand auf, ging zum Drucker, nahm den Papierstapel und stopfte ihn direkt in den neben dem Drucker stehenden Aktenvernichter.
Eine Kollegin stand gerade bei mir im Büro und hat die Aktion mitbekommen. Sie wusste natürlich nicht, was ich da ausgedruckt hatte, aber der Gesichtsausdruck war einfach unbezahlbar.
Eine Kundin drückte mir ganz stolz eine kleine Plastiktüte voller Korken in die Hand. Naja – dachte sie zumindest. In Wirklichkeit waren es beinahe ausnahmlos Kunststoffnachbildungen echter Korken. Sie war einigermaßen enttäuscht. Kann ich verstehen, denn es handelte sich bestimmt um 150-200 Stück.
Eine Firma, die sehr eng mit unserem Lieferanten zusammenarbeitet, wurde von mir beauftragt, regelmäßig Testkäufe durchzuführen. Hierbei geht es um die neutrale Bewertung des Marktes in den Punkten Service und Ordentlichkeit.
Bei einem Punkt bzgl. der Bewertung des Außenbereichs musste ich aber doch herzhaft lachen.
Im Kassenbüro stand seit ein paar Tagen eine Spraydose "Axe Moschus", deren Deckel nur locker draufgesetzt war. Beim Aufräumen wollte ich mich erbarmen und das Ding wieder ordentlich draufstecken. Um die Kraft besser kontrollieren zu können, drückte ich die Dose mit beiden Händen direkt vor meinem Bauch zusammen – ohne zunächst zu merken, dass ich mit dem austretenden Inhalt der Dose meine Weste tränkte.
Inzwischen habe ich zwar eine neue Weste an, aber… also… öhm… ich meine… ich drück's mal so aus: Ich freue mich schon auf die Dusche heute Abend.
In einem der etwas ungenutzeren Spinde im aus überwiegend wertlosem Geraffel bestehenden "Bodensatz" gefunden: Eine alte 25-Cent-Flasche, die offenbar eine Kundin abholen oder einlösen wollte.
Die Unterschrift erkenne ich sogar nach Jahren wieder: "Tammy" ist aber schon seit mindestens fünf Jahren nicht mehr hier beschäftigt und ich vermute, JETZT interessiert es die Kundin auch nicht mehr, was mit der Flasche mit "P-Pfand"-Aufdruck noch passiert.
Eine Kollegin sagte mir, dass sie heute schon an einer interessanten, aber leider auch unvollständigen Schnitzeljagd teilgenommen hat.
Ich sah sie fragend an und sie erklärte mir folgendes:
Bei den Konservendosen entdeckte ich eine Packung mit Gebäckdekoration. Als ich die zurück zu den Backzutaten brachte, entdeckte ich dort eine Dose Röstzwiebeln. Die brachte ich natürlich auch wieder zurück und sah dann bei den Röstzwiebeln eine Packung Eier. Beim Eierregal gab es dann aber leider keinen weiteren Hinweis.
Müsste man mal ausprobieren, in anderen Läden natürlich nur: Wie lange kann man einen Verkäufer damit beschäftigen?
Ich hatte gerade eine Idee, mit der ich vermutlich bei den meisten Betrieben der Lebensmittelindustrie nicht auf große Begeisterung stoßen würde, die aber ganz im Rahmen meiner Einstellung bzgl. Verschwendung von Lebensmitteln ist.
Offenbar haben viele Leute sehr großen Respekt vor den auf Lebensmitteln aufgedruckten Haltbarkeitsdaten. Das geht mitunter so weit, dass absolut einwandfreie Lebensmittel sogar schon weggeworfen werden, bevor sie eben jenes Datum erreicht haben – aus Angst vor einer drohenden Vergiftung.
So kam mir eben der Gedanke, eine Art Lehrgang vorzubereiten. Muss ja keine Woche Bildungsurlaub werden, nichtmal ein Wochenendseminar. Zwei bis drei Stunden irgendwann in der Woche würden locker ausreichen, um den Leuten zu erklären, um was es überhaupt geht, was mit den Produkten passiert oder passieren kann, was man wirklich nicht mehr essen sollte und so weiter. Natürlich mit entsprechenden Verkostungen.
Ich finde das durchaus spannend. Ob sich dafür wohl interessierte Teilnehmer finden lassen würden?
Ich bekam gerade eine Mail. Sinngemäß: "Max Mustermann folgt Dir jetzt auf Twitter!"
Das wäre nicht weiter ungewöhnlich, inzwischen habe ich ähnliche Hinweise über 1100 mal bekommen. Nur dass dieser "Max Mustermann" auch ein Ladendieb bei mir war – und zwar ein ziemlich renitenter, der vielfach hier wieder hereingekommen ist und sich immer und immer wieder die Taschen vollgestopft hat.
Auf mehrfachen Wunsch habe ich mal ein paar unserer Pannen und auch einige der nachträglich wieder verworfenen Szenen zu einem kleinen Filmchen zusammengeschnippelt. Viel Spaß damit.