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Krabbenbrot

Eine Kundin suchte Thailändisches Brot. Sie hätte das hier immer bekommen und würde es nun nicht wiederfinden.

Thailändisches Brot??? Ach, so... Kroepoek.

Es hat sie auch nicht schockiert, als ich ihr erklärte, dass ihr "Brot" zu einem Großteil aus Garnelen besteht.

Kleine Flasche

Ein ausländischer Kunde, der fast kein Deutsch sprach, suchte irgendeinen Saft in einer "kleinen Flasche" und "billig". Das Gespräch war relativ aufwändig, zumal ich natürlich versuchte, ihm irgendwie zu helfen und herauszufinden, was er denn nun genau suchen würde.

Irgendwann stellte sich folgendes heraus: Er hatte irgendeinen Reiniger oder Lösungsmittel aufzubewahren und brauchte dafür unbedingt einen Glasbehälter mit Deckel. Er war offenbar sogar bereit, einen möglichst billigen Saft zu kaufen und diesen dann wegzuschütten.

Ich habe ihm ein leeres, pfandloses Konservenglas mit Deckel aus der unserer Leergutannahme in die Hand gedrückt und darüber war er mehr als zufrieden...

Neuen Bon

Eine Kundin hat gestern Kaffee gekauft und behauptet nun, dass der Kassenbon, den sie für ihre Buchhaltung braucht, versehentlich mit Kaffee überschüttet wurde und nicht mehr lesbar sei. Sie hätte darum gerne einen neuen Kassenbon, oder, da sich der Bon wohl nicht beschaffen läßt, eine nachträglich geschriebene Quittung über die Summe in Höhe von mehreren zehn Euro.

Solche Fälle finde ich immer schwierig. Natürlich stellt man der Kundin die neue Quittung ordnungsmäß aus. Aber dabei denke ich auch daran, dass sie sich einfach nur einen weiteren Beleg für das Finanzamt besorgt haben könnte.

Das Eis aus dem Angebot

Es gibt sie tatsächlich, diese Leute, die Sonderangebote vor allem ausschließlich deshalb kaufen, weil es Sonderangebote sind.

Eine Kundin wollte eben von mir wissen, wo denn das "Eis aus dem Angebot" (Langnese Cremissimo) stehen würde. Da nur ein paar Meter von uns entfernt, deutete ich mit dem Finger auf die Tiefkühltruhe, in der sich die Familienpackungen Eis befinden. Diese Truhe ist ca. zu jeweils 40% mit Cremissimo und Mövenpick-Eis gefüllt und somit durch die Glasdeckel sehr gut zu überblicken.
Nun stand die Kundin vor dieser Kühltruhe, sah hinein und fragte mich erneut, welches Eis denn nun im Angebot sei. Ich deutete auf die linke Truhenhälfte und sie stellte fest, dass es sich um das Langnese-Eis handelte. Als nächstes wollte sie wissen, ob es auch die Sorte Vanille geben würde, was ich natürlich bestätigen konnte.

Echt erstaunlich, wie sehr manche Leute auf Angebote reagieren, selbst, wenn sie die beworbenen Artikel so gut wie gar nicht kennen.

Türkce?

Natürlich helfen wir jemandem dabei, sein Handy aufzuladen. Gerade ältere Kunden und Ausländer haben oft Probleme damit, mit den Guthabenkarten umzugehen. Solche Leute haben mitunter aber, vor allem wohl aus Unwissenheit, die abstrustesten Einstellungen in ihren Telefonen aktiviert.

Gut, dass man mit etwas Übung Nokia-Handys auch auf Türkisch noch halbwegs bedienen kann. :-)

Holzleim

Ein Kunde hat gerade nach Holzleim gefragt. Habe ich hier nicht im Sortiment und konnte dem Kunden daher leider nicht weiterhelfen.

Hat mich aber wieder daran erinnert, dass ich ursprünglich eigentlich einen Baumarkt eröffnen sollte. ;-)

Ein Signal

Ein Zahnpastatubentray, in dem ein einsamer Tubendeckel steckt.

Vermutung: Da die Tuben vom Kunststofftray recht gut festgehalten werden, ist irgendjemand auf die Idee gekommen, das Objekt der Begierde einfach herauszudrehen. Fällt es denn gar nicht auf, wenn der Deckel fehlt? Beschwert hat sich jedenfalls noch niemand...


Versprochen, Herr Freud!

Eine ältere Kundin, die sich regelmäßig Ware nach Hause liefern läßt, wollte u.a. eine Packung Dallmayr Prodomo Kaffee haben.

Sie bestellte allerdings versehentlich einmal "Dallmayr Kondomo", bemerkte ihren Versprecher und versuchte, ihn wegzulachen. Doch zu spät. In Gedanken formte ich bereits den Blogeintrag dazu. ;-)

Sahnekännchen

Unsere Kassenbons werden, wie bei fast allen Kassen, auf einem sogenannten Zeilendrucker gedruckt. Pro Artikel, bzw. Buchungsvorgang eine Zeile. Also auch, wenn Artikel wieder storniert werden. Stornos/Storni werden bei meinem Kassensystem leider nur mit einem nachstehenden "-"-Zeichen gekennzeichnet. Das sieht dann auf dem Kassenbon z.B. durchaus mal so aus:
Schlagsahne 0,39
Schlagsahne 0,39 -
Beide Zeilen heben sich auf, die Summe ist 0,00€, aber viele Kunden denken, dass sie -,78€ bezahlen mußten. Gerade bei kleineren Kassenbons ließe sich das zwar durch einfaches Nachrechnen kontrollieren, aber man regt sich ja lieber erstmal auf. Und von einem doofen Verkäufer läßt man sich sowieso nichts sagen. Wir zocken schließlich ab, wo wir können.

Aber dieser eine Kunde... Ich kann ja verstehen, dass er etwas Kummer hatte, den etwas unübersichtlich geratenen Bon zu entschlüsseln. Er hatte vier Kännchen Kondensmilch und noch zwei weitere Teile gekauft. Die Kassiererin erfaßte zunächst ein Sahnekännchen, dann die anderen beiden Teile und daraufhin die restliche Kaffeesahne.
Der Kunde hat die Teile daraufhin vom Zulaufband auf die Ablage hinter dem Scanner geschoben. Natürlich über genau diesen. Er hatte mehr Glück als manche Kassiererin: Jedes der drei Kännchen wurde gescannt und verbucht. Es folgten noch drei Zeilen auf dem Bon, die für die jeweils entsprechenden Rückbuchungen standen. Insgesamt standen auf diese Weise die Sahnekännchen des Kunden gleich sieben mal auf dem Bon.

Es folgte eine überflüssige und umständliche Diskussion mit einem vollkommen verständnisfreien Kunden, der den "Betrug" vor allen Kunden natürlich so lautstark wie möglich ausdiskutieren mußte. Schließlich war er der festen Überzeugung, Recht zu haben und wollte uns dabei möglichst bloßstellen. Depp, der. :-(

Er piepte

Ein Kunde hat den Alarm der Warensicherung ausgelöst. Und zwar schon bein Betreten meines Ladens. An der Kasse wiederholte sich das Szenario natürlich und er war froh, von mir das Angebot bekommen zu haben, den "Übeltäter" für ihn zu suchen.

Gerne folgte er mir ins Lager, wo wir ungestört mit meinem "Hand-Checker" auf die Suche gingen. "Björns lustiges Flughafenspiel", wie ich es immer nenne, wenn meine Kelle in Aktion tritt.
In seinem aus den USA importierten Portemonnaie wurden wir dann fündig. Zumindest theoretisch. Der Alarm löste zwar aus, aber es war kein Sicherungsetikett zu finden. Wahrscheinlich ist es zwischen die einzelnen Schichten des Etuis genäht, so daß man es nicht ertasten konnte. Wie auch immer: Es ließ sich dennoch an der Kasse erfolgreich erledigen entwerten und der Kunde war sehr glücklich und verabschiedete sich sogar noch mit einem Handschlag. ;-)

Bitte einpacken

Natürlich packen wir auch hin und wieder Artikel als Geschenk ein: Weinflaschen, Spirituosen, Pralinen sind die beliebtesten Kandidaten.

Bei dem Glas billigen Honig fehlten mir tatsächlich eben die Worte.

Wein verschenken

Eine der schwersten Aufgaben, die Kunden einem stellen können, ist die Suche nach einem bestimmten Wein. Nämlich nach dem, den sie verschenken können.

Die meisten Weintrinker sind wahrscheinlich keine Weinkenner und können oft nicht mal mit allen Bezeichnungen auf einem Etikett etwas anfangen. Der Unterschied zwischen einzelnen Rebsorten ist genauso uninteressant. Es wird ein Wein gekauft, von dem man sich den Namen merken kann und der einem ganz subjektiv schmeckt. Es gibt durchaus billige Weine, die im persönlichem Empfinden sehr lecker sein können.

Für wen ist der Wein denn? Ach, für einen Handwerker, der so gut das Badezimmer gemacht hat. Seinen Geschmack kennen Sie nicht, das soll einfach ein "Dankeschön" sein? Nehmen Sie die Flasche mit dem schönsten Etikett. Das reicht.

So banal der Tipp klingt: Es gibt eigentlich keine wirklich sinnvollere Empfehlung.

Gesicherte Handtasche

Eine Kundin hat an der Kasse den Alarm der Warensicherung ausgelöst und war sichtlich aufgebracht. Sie würde hier des Diebstahls verdächtigt, fluchte sie. Und dass sie hier nicht wieder einkaufen kommen würde.

Ich bemühte mich, sie zu beruhigen. Der "Bösewicht" war schnell gefunden: Das an ihrer Handtasche angebrachte Sicherungsetikett war nicht entwertet. Das tat ich dann für sie und versuchte, ihr zu erklären, dass nicht wir der "böse" Laden sind, sondern das Geschäft, in dem sie die Tasche erworben hat. Ob ihr das wirklich als Erklärung ausreichte, weiß ich allerdings nicht...

Sonderpreis Ritter Sport

Anruf einer Kassiererin: Was mit der Ritter-Sport-Schokolade los sei, wollte sie wissen. In der Kasse wären alle Sorten noch mit dem regulären Preis, aber am Regal würde "50 Cent" stehen. Da ich momentan keine Ritter-Sport-Aktion laufen habe und der Preis sowieso niemals genau 50 Cent betragen würde, lief ich schnell nach vorne, um mir dieses dubiose Preisschild einmal selber anzugucken. Vermutlich hat dort jemand, wie so oft, auf das falsche Schild gesehen.

Der Kunde hatte einen recht üppigen Stapel Schokolade an der Kasse liegen und bestand darauf, die Tafeln für 0,50€ pro Stück mitzunehmen. Ein Wunsch, den ich ihm verweigert habe.

In Anbetracht dieses tollen "Preisschildes" vielleicht auch verständlich:


Zurückgelegtes Toastbrot

Mitte letzter Woche hatte sich ein Kunde ein halbes Dutzend Toastbrote zurücklegen lassen. Samstag sollten sie eigentlich abgeholt werden. Wie allgemein üblich bekommen wir Brot auf Kommission geliefert, so daß das Risiko vollständig beim Lieferanten liegt, weshalb ich die sechs Packungen ohne weitere Diskussion zurückgelegt hatte. Nachdem das Brot also vier Tage hier im Lager lag, habe ich es Samstag Abend wieder Richtung Brotregal gebracht. Schließlich ist frisches Brot nicht ewig haltbar.

Gestern Nachmittag rief der Kunde an und wollte mich an die Brote erinnern und daß er sie auf jeden Fall noch haben möchte. Er hatte es nicht geschaft, seine Einkaufshilfe herzuschicken, aber er wird die Toasts auf jeden Fall noch abholen.
Na, wie soll man das denn ahnen? Normalerweise werden zurückgelegte Artikel, die nicht bis zum vereinbarten Termin abgeholt wurden, nämlich gar nicht mehr abgehholt.