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Eingepackt und doch verseucht

Einer Kundin ist vor der Kasse eine Tüte Nüsse (geröstet, gesalzen und luftdicht verpackt) heruntergefallen. Mit spitzen Fingern hob sie die Packung auf und verlangte einen der kleinen Gemüse-Knotenbeutel von meiner Mitarbeiterin, um die Nüsse einzupacken.

"Oh, wenn die aufgegangen sind, können Sie sich aber natürlich auch gerne eine neue Packung nehmen. "

"Die sind nicht offen", die Kundin wedelte mit der Packung, die sie nach wie vor nur mit ihren Fingerspitzen hielt, vor den Augen der Kassiererin hin und her. "Aber die lagen auf dem Boden. Die kann ich wohl schlecht so in meine Tasche zu den anderen Sachen legen."

Nie fragen...

Nie im Leben

Ein Kunde kaufte eine Einwegflasche (mit DPG-Logo, also mit 25 Cent bepfandet), von der das Etikett sich schon sichtbar löste. Mein Kassierer gab ihm folgenden Tipp mit auf den Weg: "Sie sollten das Etikett mit etwas Tesafilm fixieren. Wenn es abfällt, können Sie die Flasche nämlich nicht mehr zurückgeben und das wäre ja schade, immerhin haben Sie dafür gerade 25 Cent Pfand bezahlt."

Antwort des Kunden:
"Das ist mir doch völlig egal, ob das abfällt. Ich habe noch nie im Leben Pfand abgegeben und werde es auch nie!"
Klare Ansage. :-O

Darum nur mit Vorkasse

An dieser Stelle erwähnte ich bereits mehrfach, dass wir besonders ungewöhnliche, hochpreisige oder schwer verkäufliche Artikel nur gegen eine Anzahlung bestellen. Leider wusste das einer meiner (relativ neuen) Mitarbeiter nicht, als er einer Kundin versprochen hatte, dass wir ihr zum Folgetag eine komplette Kiste eines Bio-Grapefruitsafts bestellen werden. "Die war aber ganz nett, die holt den bestimmt ab", tröstete er uns, als wir noch haderten.

Das Regal war zufälligerweise auch gerade leer und so probierten wir etwas aus: Wir brachten es nicht übers Herz, sowohl eine Kiste für den Regalbestand, als auch eine Kiste für die Kundin zu bestellen. Also riskierten wir, dass das Regal noch einen Tag länger leer blieb. Bei einem Artikel, den man einmal in zwei Wochen verkauft, kann man ruhig mal eine Lücke riskieren. Sollte die Kundin ihren Saft nicht abholen, könnten wir damit dann das Regal auffüllen und wir hätten hier keine unnötigen Mengen im Lager stehen.

Jetzt wissen wir jedenfalls, warum wir das mit den Bestellungen auf Vorkasse so konsequent durchziehen. Die Kundin war natürlich nicht am Folgetag (oder überhaupt in der folgenden Woche) da...

Sojajogurt

Eine Kundin wollte, dass wir ihr eine ganze Einheit eines speziellen Sojajogurts bestellen, den wir normalerweise nicht im Sortiment haben. Mit knapp drei Euro pro Becher ist der Jogurt nicht gerade günstig und so folgte die obligatorische Frage nach einer Anzahlung.
Die Antwort?
Oh, das muss ich mir dann doch nochmal überlegen. Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt schaffe, den aufzuessen...
...

Werwolf und Vampirette

Na, wenn ich gewusst oder geahnt hätte, dass heute schon sämtliche Halloween-Partys stattfinden, hätte ich doch wieder ein "Halloween-Shopping" planen können. Naja, nächstes Jahr wieder.

Witziges Erlebnis am Rande: Ein Werwolf und ein Vampirmädchen standen eben wild knutschend im Laden. Sowas sieht man ja nun auch nicht jeden Tag. ;-)

Was fehlt?

Ein Kunde mittleren Alters stand an der Kasse und hatte eine Flasche Weinbrand vor sich stehen. Nachdem die Flasche gescannt und der zu zahlende Betrag genannt wurde, zog der Mann eine Handvoll Kleingeld aus der Hosentasche. Er rührte kurz mit dem Zeigefinger der anderen Hand die Münzen um und wandt sich dann dem Kunden hinter ihm zu und bettelte ihn um etwas Geld an.

Durch die Verzögerung waren die dahinter wartenden Kunden auch schon etwas genervt und ein weiterer Mann erkundigte sich: "Wieviel Geld fehlt Ihnen denn?"

Antwortete der Weinbrand-Kunde: "Na, die Flasche hier kostet acht Euro. So viel bräuchte ich schon. Oder etwas mehr, dann könnte ich noch Blättchen kaufen."

Er musste dann ohne Weinbrand und Zigarettenpapier gehen.

10-2008

Ein Kunde machte an der Kasse einen ziemlichen Aufstand und schob möglichst lautstark (und passenderweise wie immer in solchen Fällen so, dass möglichst viele Unbeteilige das auch mitbekommen müssen) die Schuld auf uns und verlangte, dass wir ihm als Entgegenkommen den Einkauf zumindest "mal eben so" mitgeben, damit seine Familie etwas zu Essen hat. Er würde die Schuld dann später begleichen. Und wir sollten uns doch nicht so anstellen – ist ja schließlich nicht seine Schuld, dass unsere Scheißtechnik [sic!] nicht funktioniert.

Mein Mitarbeiter ließ ihn (und Dank einer angepassten Lautstärke auch möglichst viele Unbeteilige, die das bisher Geschehene zwangsläufig mitbekommen hatten) wissen, dass die vorliegende ec-Karte bereits im Oktober 2008 abgelaufen war.

Also falls DAS keine Versehen oder Doofheit war: Nette Masche.

10 Euro Pfand

Ein nur wenig Vertrauen erweckender Mann kaufte einige Flaschen Billigbier und benutzte dazu einen unserer roten Einkaufskörbe. Bei meiner Kassiererin erkundigte er sich, ob er den Korb "eben kurz mit um die Ecke" nehmen dürfe. Er würde ihn auch gleich in ein paar Minuten wiederbringen.

Meine Mitarbeiterin schlug vor, dass sie solange die zehn Euro Wechselgeld, die sie ihm gerade aushändigen wollte, als Pfand behält.

Da kaufte er eine Tüte. Und ich denke mir meinen Teil.

Warum einfach....

...wenn's auch schwierig geht.

Eine Frau mittleren Alters bemühte sich sehr, die Ausgangstür von außen zu öffnen. Nun ist es aber so, dass meine Türen einen Griff/Drücker nur jeweils in eine Richtung haben, wie hier zu sehen ist. Die Ausgangstür hat daher außen keinen Griff, was die Kundin jedoch offenbar gar nicht misstrauisch werden ließ. Immer wieder versuchte Sie erfolglos, mit ihren Fingern in den Spalt zwischen Tür und Zarge zu gelangen.
Eine Kollegin bemühte sich zunächst, der Kunden aus der Entfernung zu signalisieren, dass sie die nächste Tür probieren soll. Offenbar hatte die Kundin (mit dem mutmaßlich inzwischen abgebrochenen Fingernägeln) dieses nicht verstanden und bemühte sich weiter, die Tür von außen zu öffnen. Schließlich half ihr meine Mitarbeiterin und drückte die Tür von innen auf: "Wir haben gleich nebenan auch eine Eingangstür" flötete meine Kollegin.

"Oh, die habe ich gar nicht gesehen."

Immer diese Privatgespräche

Mein Kassierer rief mich über das interne Telefon von der Kasse aus an, da es bzgl. eines bereits abkassierten Kunden etwas zu klären gab. Ein paar Leute warteten in der Schlage und ein Kunde regte sich auf einmal tierisch auf, weil mein Mitarbeiter in seinen Augen Privatgesprächen den Vorzug geben würde und daher die zahlenden Kunden warten ließ.

Da ich am anderen Ende der Leitung zuhörte, ging ich nach vorne, um den Mann etwas zu beruhigen. Es gelang auch, aber dies ist ein schönes Beispiel für den berühmten Satz von Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."

Gute Nacht.

Kassenbon und Kredit vom 28. Oktober 2000

Heute vor exakt zehn Jahren habe ich einer Kundin einen recht üppigen Kreditkauf gewährt. Die damals 60-jährige Frau war bis zu dem Tag Stammkundin (So weit man das nach fünf Monaten Geschäftsbetrieb überhaupt beurteilen kann) und eine der ersten Kunden, die man mitunter mehrmals pro Woche gesehen hat.
Am 27. Oktober 2000 erzählte sie uns etwas von "Trennung von ihrem Mann" und dass sie deshalb gerade etwas knapp bei Kasse sei und ob wir ihr deswegen bis zum Monatsanfang einen kleinen Kredit gewähren könnten. Am 27. kaufe sie ein und am 28. auch noch einmal. Der "kleine" Kredit belief sich auf insgesamt knapp 275 D-Mark! Ich machte mir keine Sorgen, da ich den Namen und die genaue Adresse der Kundin hatte.

Mehrere Kontaktversuche scheiterten. Die Türklingel bei ihr war zwar zu hören, aber niemand öffnete. Ich habe es im November mehrmals probiert, dann alle paar Wochen mal und irgendwann Anfang 2001 bin ich noch einmal bei der Adresse gewesen. Das Namensschild war zwar noch da, aber niemand öffnete. Irgendwann habe ich das Geld in Gedanken abgeschrieben und unter "Lerneffekt" verbucht (Erfolglos, wie langjährige Mitleser wissen... Hüstel.)

Bis jetzt hingen die Bons an meiner Pinnwand. Die Frau ist inzwischen über 70 Jahre alt, sofern sie denn überhaupt noch unter uns weilt. Weiß man ja nicht und vielleicht war sie ja sogar schon damals gestorben. Wir haben es nie erfahren, wir werden es nie erfahren und ab heute möchte ich auch nicht mehr daran erinnert werden und werde die beiden Papierstreifen ehrenvoll dem Papierrecycling zuführen.



(Bitte entschuldigt die merkwürdigen Farben. Um auf dem alten Beleg überhaupt noch etwas erkennen zu können, musste ich gehörig an der Tonwertkorrektur drehen...)

Leicht zickiger Gyroskunde

"Oh!", dachte ich auf dem Weg zur Kasse. Da hat jemand drei Pakete tiefgefrorenes Gyros einfach so auf dem Rand eines Präsentationskorbes in Kassennähe liegengelassen. Kein Kunde war in Sichtweiter und so räumte ich die Packungen schnell wieder in den Tiefkühlschrank.

Als ich wieder nach vorne ging, stand dort ein recht aufgebrachter Mann, der sein Gyros suchte. Ich mischte mich ein und erklärte ihm, dass ich die drei Pakete als herrenlos angesehen hatte und deshalb soeben wieder in den Tiefkühschrank gebracht habe. Bööööööööser Fehler...

Statt einzugestehen, dass es ja irgendwie auch (wenn nicht sogar nur) sein Fehler war, zickte er mich an, dass so ein Verhalten überhaupt nicht kundenfreundlich sei und ob wir einfach von jedem Kunden die Sachen wieder wegräumen würden. So bräuchte man sich ja nicht zu wundern, wenn man keinen Umsatz machen würde und so weiter und so fort.

Ich war mir jedenfalls keiner Schuld bewusst. :-O

Hier abgeben, woanders einkaufen

Drei Heranwachsende gaben massenhaft Leergut ab. Darunter viele total versiffte Billigbier-Flaschen und massenweise PET-Flaschen vom Discounter. Sie hinterließen den Leergutautomaten als ein tropfendes Schlachtfeld und einen verzweifelten Mitarbeiter von mir im Lager.

Auf dem Weg zur Kasse unterhielten sie sich relativ laut: "Das lösen wir jetzt ein und dann gehen wir nach Penny."

Das taten sie genau so. Sie ließen sich den Pfandbetrag auszahlen und stiefelten dann direkt nach Penny weiter.

Nach Penny, genau. Klischees müssen ja gepflegt werden.

Einzelne Briefumschläge

Ein Mann legte zwei einzelne C5-Umschläge auf das Förderband und wollte diese bezahlen. Mein Kassierer staunte nicht schlecht, denn schließlich haben wir keine einzelnen Umschläge im Angebot und folglich auch keinen Preis dafür. So musste der Kunde ohne Umschläge wieder abziehen.

Was wir leider zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten: Auf seiner Suche nach dem passenden Umschlag hatte er gleich mehrere Packungen Umschläge geöffnet, die Kuverts herausgeholt und einfach so lose und auseinandergerissen in der Abteilung liegengelassen.

Bello

Das manche Kunden und Kundinnen ihre kleinen "Selbstgestrickten", wie wir diese Miniaturhündchen immer gerne nennen, hin und wieder mal in den Laden mitbringen, kommt fast regelmäßig vor. Dann sind es meistens sehr kleine Tiere, die sie dann aber auf dem Arm oder sogar unter ihrer Jacke tragen.

Dass aber jemand einkauft und dabei seinen ausgewachsenen Hund an der Leine neben sich mitführt, habe ich hier noch nicht erlebt. Den musste er dann aber rausbringen, was der Kunde auch anstandslos getan hat.