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Wir, die gemeinen Leergutbonunterschlager

Ein ziemlich heruntergekommener Typ gab relativ viel Leergut ab. Mit kleinen Einwegflaschen oder Dosen kommt man durchaus mit einer kleinen Tüte auf mehrere Euro, seine spätere Aussage könnte also durchaus richtig sein.

Er ging mit einem kleinen Umweg duch die Getränkeabteilung vom Leergutautomaten zur Kasse, bezahte zwei Flaschen Bier – und begann plötzlich, seinen Leergutbon zu suchen. Er erklärte, dass er den Bon mit zu den Flaschen gelegt hatte und dass mein Kassierer den eingesteckt hätte. "Das waren über fünf Euro!", ließ er mit weinerlicher Stimme verlauten. Mag ja sein, aber wir stecken keine Leergutbons ein.
Der Mann gab keine Ruhe, den Hinweis, dass er den Bon möglicherweise im Laden auf dem Weg zur Kasse verloren haben könnte, ignorierte er: "Ich habe den da mit hingelegt. Den habe ich nicht verloren. Der lag da auf der Kasse. Die Situation wurde (nicht nur) mir inzwischen sehr unangenehm. Der Mann, der hier übrigens Hausverbot hat, wie eine Kollegin in der Zwischenzeit feststellte, zeterte vor allen Kunden herum und unterstellte uns, dass wir seinen Bon unterschlagen hätten.

Ich sah mir die Videoaufzeichnung an. Kein Leergutbon. Absolut nicht. Wo auch immer er den Zettel gelassen hatte, auf das Förderband der Kasse hatte er ihn definitiv nicht gelegt...

Knotenbeutelvergeudung

Eine Kundin riss sich von der Rolle am Brotregal zwei der dünnen Knotenbeutel ab. Zunächst dachte ich, dass sie so viele Brötchen kaufen möchte.
Dann stülpte sie sich eine der beiden Tüten über die rechte Hand, fischte mit dieser dann die gewünschten Brötchen aus der Box und warf ihren "Handschuh" hinterher einfach unten auf die andere Ware im Regal.

Hätte sie die vorhandenen Zangen benutzt, hätte sie nicht nur das Brotregal ordentlicher, sondern auch noch noch bei mir einen besseren Eindruck hinterlassen.

Haben Sie überhaupt Cola?

Eine Kundin erkundigte sich bei einem Kollegen, ob wir überhaupt Cola hätten. Sie war offenbar das erste Mal hier im Laden und fand sich nicht ganz zurecht.

Aber ihr konnte geholfen werden. Natürlich haben wir Coca-Cola. Alternativ können wir auch Fritz-Cola, Premium-Cola, Afri-Cola, Sinalco-Cola, Pepsi-Cola, Red-Bull-Cola, Club-Mate-Cola, die Voelkel-Bio-Guarana-Cola und auch die "Gut & Günstig"-Eigenmarke anbieten. Zur Not hätten wir auch noch Cola-Sirup. Und dann steht hier noch DrPepper im Regal. Ist zwar per Definition keine Cola, aber bedingt durch die Farbe halten es viele für eine solche. Und wer es kohlensäurefrei möchte, könnte sich den "Cola-Mix" von Capri-Sonne einverleiben.

Wir hatten sogar immer die "Guaranito" Guarana-Cola aus Fairem Handel. Aber da wurde leider die Produktion eingestellt.

Also? Welche darf's sein? :-)

Etwas neben sich

Eine Kundin mittleren Alters stand bei einer meiner Kassiererinnen an der Kasse und hate einige Teile im Wert von etwas über acht Euro eingekauft.
Als es ans Bezahlen ging, suchte die Kundin relativ lange und umständlich in ihrem Portemonnaie herum und legte schließlich eine 2-Euro-Münze auf den Kassentisch und sah meine Mitarbeiterin erwartungsvoll an. Diese reagierte aber zunächst gar nicht, denn schließlich fehlte da noch ein gutes Stück zum Gesamtbetrag.
"Da habe ich Ihnen das Geld hingelegt."

"Das reicht aber noch nicht ganz..."

"Ohh. Moment."
Die Kundin kramte in ihren Jackentaschen und ließ schließlich noch eine kleine Handvoll "Kupfergeld" (1-, 2- und 5-Cent-Münzen) neben die bereits vorhandenen zwei Euro gleiten. Meine Kassiererin sah sie mit großen Augen an und schüttelte den Kopf:
"Das reicht aber immer noch nicht. Haben Sie sonst kein Geld dabei?"
Die Kundin wirkte, als hätte sie einen lichten Moment und zog zielsicher einen Fünf-Euro-Schein aus dem Fach ihrer Geldbörse und drückte ihn meiner Mitarbeiterin in die Hand.
"Ich Dummerchen. Da, bitteschön."
Inzwischen hatte sich eine kleine Schlange hinter der Kundin gebildet. Die Kunden wirkten gleichermaßen genervt wie belustigt.
Als die Kundin den Fünfer herauszog, erspähte die Mitarbeiterin an der Kasse eine kleine rosaweiße Ecke, die verdächtig nach einer Zehn-Euro-Banknote aussah.
"Geben Sie mir doch einfach die zehn Euro, die sie da haben. Dann werden die Kunden hinter Ihnen nicht unnötig böse."

"Den wollte ich ihnen doch sowieso gerade geben."
Ohne weiteren Kommentar. :-O

Mit offenem Mund

Was mag in Leuten (In diesem Fall: Kunden) vorgehen, die den Laden betreten, mit denen man Blickkontakt hat und die man daraufhin freundlich mit der Tageszeit grüßt – und die einen mit offenem Mund angucken wie 100 Meter Feldweg und als hätte sie noch nie einen Typen mit roten Haaren in roter Weste und mit roter Brille gesehen und einfach schweigend weitergehen? :-|

Vergesslichkeit

"Oma Anna" vergisst immer alles und kommt mitunter mehrmals täglich und erzählt jedem ihre komplette Lebensgeschichte. Nacheinander, möglichst mehrfach. Ich kenne diese Kundin aber nicht anders.

Eine andere Stammkundin wird leider auch immer tüdeliger. Die kenne ich als alte, nicht dumme Frau. Sie war immer absolut fit und man konnte mit ihr durchaus auch anspruchsvolle Gespräche führen. Leider baut sie immer mehr ab und das deutlich spürbar. Daran, dass sie mich mehrmals pro Woche darauf anspricht, dass sie mich ja lange nicht gesehen hätte, habe ich mich inzwischen gewöhnt.
Eben hat sie mir während eines kurzen Gesprächs viermal erzählt, dass sie ja früher immer bei dem kleinen Laden bei ihr an der Ecke eingekauft hat und auch ansonsten jedes Thema mindestens dreimal angeschnitten.

Es tut echt weh, sowas mitzubekommen. :-(

Funktionsweise

Der Kunde wusste Bescheid:
"Wenn da eine große Flasche drin war, schließt der die Klappe nicht schnell genug und dann verklemmt sich alles."
Naja, fast. In Wirklichkeit ist seine Theorie komplett grütze und eben genauso hilfreich.

Aber hauptsache, man hat sich zur rot leuchtenden Lampe an der Front des Leergutautomaten mal geäußert.

Eingepackt und doch verseucht

Einer Kundin ist vor der Kasse eine Tüte Nüsse (geröstet, gesalzen und luftdicht verpackt) heruntergefallen. Mit spitzen Fingern hob sie die Packung auf und verlangte einen der kleinen Gemüse-Knotenbeutel von meiner Mitarbeiterin, um die Nüsse einzupacken.

"Oh, wenn die aufgegangen sind, können Sie sich aber natürlich auch gerne eine neue Packung nehmen. "

"Die sind nicht offen", die Kundin wedelte mit der Packung, die sie nach wie vor nur mit ihren Fingerspitzen hielt, vor den Augen der Kassiererin hin und her. "Aber die lagen auf dem Boden. Die kann ich wohl schlecht so in meine Tasche zu den anderen Sachen legen."

Nie fragen...

Nie im Leben

Ein Kunde kaufte eine Einwegflasche (mit DPG-Logo, also mit 25 Cent bepfandet), von der das Etikett sich schon sichtbar löste. Mein Kassierer gab ihm folgenden Tipp mit auf den Weg: "Sie sollten das Etikett mit etwas Tesafilm fixieren. Wenn es abfällt, können Sie die Flasche nämlich nicht mehr zurückgeben und das wäre ja schade, immerhin haben Sie dafür gerade 25 Cent Pfand bezahlt."

Antwort des Kunden:
"Das ist mir doch völlig egal, ob das abfällt. Ich habe noch nie im Leben Pfand abgegeben und werde es auch nie!"
Klare Ansage. :-O

Darum nur mit Vorkasse

An dieser Stelle erwähnte ich bereits mehrfach, dass wir besonders ungewöhnliche, hochpreisige oder schwer verkäufliche Artikel nur gegen eine Anzahlung bestellen. Leider wusste das einer meiner (relativ neuen) Mitarbeiter nicht, als er einer Kundin versprochen hatte, dass wir ihr zum Folgetag eine komplette Kiste eines Bio-Grapefruitsafts bestellen werden. "Die war aber ganz nett, die holt den bestimmt ab", tröstete er uns, als wir noch haderten.

Das Regal war zufälligerweise auch gerade leer und so probierten wir etwas aus: Wir brachten es nicht übers Herz, sowohl eine Kiste für den Regalbestand, als auch eine Kiste für die Kundin zu bestellen. Also riskierten wir, dass das Regal noch einen Tag länger leer blieb. Bei einem Artikel, den man einmal in zwei Wochen verkauft, kann man ruhig mal eine Lücke riskieren. Sollte die Kundin ihren Saft nicht abholen, könnten wir damit dann das Regal auffüllen und wir hätten hier keine unnötigen Mengen im Lager stehen.

Jetzt wissen wir jedenfalls, warum wir das mit den Bestellungen auf Vorkasse so konsequent durchziehen. Die Kundin war natürlich nicht am Folgetag (oder überhaupt in der folgenden Woche) da...

Sojajogurt

Eine Kundin wollte, dass wir ihr eine ganze Einheit eines speziellen Sojajogurts bestellen, den wir normalerweise nicht im Sortiment haben. Mit knapp drei Euro pro Becher ist der Jogurt nicht gerade günstig und so folgte die obligatorische Frage nach einer Anzahlung.
Die Antwort?
Oh, das muss ich mir dann doch nochmal überlegen. Ich weiß gar nicht, ob ich das überhaupt schaffe, den aufzuessen...
...

Werwolf und Vampirette

Na, wenn ich gewusst oder geahnt hätte, dass heute schon sämtliche Halloween-Partys stattfinden, hätte ich doch wieder ein "Halloween-Shopping" planen können. Naja, nächstes Jahr wieder.

Witziges Erlebnis am Rande: Ein Werwolf und ein Vampirmädchen standen eben wild knutschend im Laden. Sowas sieht man ja nun auch nicht jeden Tag. ;-)

Was fehlt?

Ein Kunde mittleren Alters stand an der Kasse und hatte eine Flasche Weinbrand vor sich stehen. Nachdem die Flasche gescannt und der zu zahlende Betrag genannt wurde, zog der Mann eine Handvoll Kleingeld aus der Hosentasche. Er rührte kurz mit dem Zeigefinger der anderen Hand die Münzen um und wandt sich dann dem Kunden hinter ihm zu und bettelte ihn um etwas Geld an.

Durch die Verzögerung waren die dahinter wartenden Kunden auch schon etwas genervt und ein weiterer Mann erkundigte sich: "Wieviel Geld fehlt Ihnen denn?"

Antwortete der Weinbrand-Kunde: "Na, die Flasche hier kostet acht Euro. So viel bräuchte ich schon. Oder etwas mehr, dann könnte ich noch Blättchen kaufen."

Er musste dann ohne Weinbrand und Zigarettenpapier gehen.

10-2008

Ein Kunde machte an der Kasse einen ziemlichen Aufstand und schob möglichst lautstark (und passenderweise wie immer in solchen Fällen so, dass möglichst viele Unbeteilige das auch mitbekommen müssen) die Schuld auf uns und verlangte, dass wir ihm als Entgegenkommen den Einkauf zumindest "mal eben so" mitgeben, damit seine Familie etwas zu Essen hat. Er würde die Schuld dann später begleichen. Und wir sollten uns doch nicht so anstellen – ist ja schließlich nicht seine Schuld, dass unsere Scheißtechnik [sic!] nicht funktioniert.

Mein Mitarbeiter ließ ihn (und Dank einer angepassten Lautstärke auch möglichst viele Unbeteilige, die das bisher Geschehene zwangsläufig mitbekommen hatten) wissen, dass die vorliegende ec-Karte bereits im Oktober 2008 abgelaufen war.

Also falls DAS keine Versehen oder Doofheit war: Nette Masche.