Skip to content

Unverständnis für das Piepen

Ein Kunde stand an der Kasse und löste den Alarm der Warensicherung aus. Er hatte keine Taschen bei sich und mein Gefühl sagte mir, dass er auch kein Ladendieb war. Also blieb nur die Möglichkeit, dass irgendein in seiner Bekleidung angebrachtes Warensicherungsetikett für das Piepen der Anlage verantwortlich war.
Also erklärte ich ihm, dass vermutlich irgendwo in seiner Bekleidung, meistens in der Nähe der Waschanleitung, ein kleines hartes Etikett angebracht sein müsste, auf dem, ein Text ähnlich wie "Vor dem ersten Waschen heraustrennen" steht.
Demonstrativ riss er sein Sweatshirt hoch und wurde erfreulicherweise auch sofort fündig. Gewaltsam riss er das gesamte Etikett heraus und –oh, Wunder– der Alarm verstummte.
Der Kunde wirkte verärgert: "Versteh' ich nicht. In anderen Läden ist das auch noch nie passiert!!!"

Tzja, es verkaufen zwar viele Geschäfte Textilien mit angebrachter "Quellensicherung", aber es haben eben nicht alle Läden so eine "böse" Warensicherungsanlage.

Billig Faxen machen

Irgendwie freue ich mich ja immer, wenn ein Kunde fragt, ob wir ein Faxgerät hätten und für ihn etwas versenden könnten. Hinterher folgt immer die Frage, wieviel man dafür bekommen würde.

Natürlich nichts!

Hey, wir im Zeitalter von Telefonflatrates! :-)

Und? Welche Zeitschrift?

Ein der deutschen Sprache nicht bis gar nicht mächtiger Mann mittleren Alters stand vor dem Zeitschriftenregal und hielt mich an, als ich an dem Gang vorbeikam. Er schaffte es zumindest gerade noch, mir redebrechend mitzuteilen, dass er eine Zeitschrift für 80 Cent für jemanden mitbringen soll.

Wie die hieß oder welches Thema sie behandeln sollte, konnte er mir allerdings nicht sagen. Helfen unmöglich.

Schwache Nerven?

"ZWEITE KAAASSEEEEEEE!!!", brüllte ein Mann mit voller Lautstärke quer durch den ganzen Laden.

Eine weitere Kasse habe ich dann doch nicht geöffnet. Kundenservice hin, Kundenservice her – vor ihm standen gerade mal drei andere Kunden mit kleinen bis höchstens mittelgroßen Einkäufen.

Jaja, Weihnachtsgebäck!!!

Mit einer Kollegin stand ich in gerade in der unmittelbaren Nähe zum Aufbau mit Weihnachtsgebäck, als eine Stammkundin vorbeikam.

Sie betrachtete die Lebkuchen und Spekulatius, las einige Produktnamen vor und machte sich schließlich demonstrativ darüber lustig, dass die Ware "jetzt schon" hier stehen würde. Ob wir denn auch schon einen Weihnachtsbaum gekauft hätten, wollte sie wissen.

Man kann's auch übertreiben. :-|

Gebt dem Kind weniger Kaffee

Eine junge Mutter war mit ihrem vielleicht fünfjährigen Sohn hier im Laden. Wie aufgedreht schrie er die ganze Zeit laut herum, rannte hin und her, trommelte auf und an den Kühltruhen herum und warf Pappe und leichte Waren durch die Gegend. Innerhalb von einer Sekunde auf die andere wechselten offenbar seine Interessen.

Merke: Keinen Espresso literweise an Kinder! :-O

Guten Morgen!

Ein Kunde kam an die Kasse, stapelte seine Waren ganz an den Anfang des Förderbandes, sortierte noch kurz seine Sachen und beachtete mich noch nicht weiter. Ich blieb währenddessen stumm sitzen und wartete erstmal ab. Das hat in meinen Augen auch nichts mit Unhöflichkeit zu tun. Natürlich wird jeder Kunde freundlich und möglichst mit der Tageszeit gegrüßt – aber solange ich das Gefühl habe, dass der Gruß sowieso nur unbeachtet "durchrutscht", sage ich eben noch nichts und beobachte nur.

Der Mann machte einen großen Schritt in meine Richtung und mit einem in meinen Ohren schon fast belehrend klingenden Tonfall sagte er: "Guuuten Morrrgen! So viel Zeit muss sein!"

Freundlich erwiederte ich den Gruß, ersparte mir danach aber jegliche mögliche Erklärung darüber, dass ich ihn selbstverständlich nicht einfach nur wortlos und ungegrüßt abkassiert hätte. Meine Vermutung war, dass er das sowieso nicht geglaubt und nur als Ausrede hingenommen hätte. Stattdessen versuchte ich es mit etwas Smalltalk und einer umso freundlicheren Verabschiedung, vor allem auch, um nicht einen unfreundlichen Eindruck bei ihm zurückzulassen.

Hat, hoffentlich, funktioniert. :-)

23688

23688 Langlöcher befinden sich in der Rückwand.

Nein, ich habe sie nicht einzeln gezählt. :-)

Na, welche Kasse ist wohl offen?

Eine Kundin kam mit ihrem Einkaufswagen an die Kasse.

Während an Kasse eins ein paar Kunden standen, lagerte auf dem Förderband von der zweiten Kasse ein größerer Haufen zusammengelegte Pappe. Zusätzlich informierte das aufgestellte Schild darüber, dass die Kasse geschlossen ist.

"Wo muss ich denn jetzt hin?", fragte die Kundin.

Das ließ sich zwar einfach beantworten, aber zurück blieb trotzdem ein sich wundernder Mitarbeiter.

Ah, ja

Eine Kundin reklamierte ein Stück Tofu, dass ihrer Meinung nach verdorben schmecken sollte. Ein neues Stück wollte sie nicht und so zahlten wir ihr das Geld bar aus.

Das wäre nicht weiter nennenswert. Nur, dass sie sich von dem Geld direkt eine Fleischwurst gekauft hat, brachte uns dann schon zum schmunzeln. :-)

Ehh, du!

Ein Mitbürger kam mit dem Leergutautomaten nicht klar. Gut, eigentlich kam der Automat vor allem nicht mit dem Altglas des Mannes klar. Im Endeffekt lief es aber auf konsequente Fehlermeldungen hinaus. Eine Kollegin half ihm schließlich.

Als ich an ihm vorbeiging, raunte er hinter mir her: "Eeehhh, du! Des is voll de Scheissg'rät."

Dass ich mich nichtmal mehr umgedreht habe, war sicherlich unhöflich, die Anrede war aber nun auch keinen Deut besser.

Nett sind wir ja alle

Eine ältere Kundin sprach mich an, nachdem sie mit einem unserer Getränkelieferanten gesprochen hatte: "Sie sind ja schon alle total freundlich hier, aber Ihre Lieferanten sind auch total nett."

Schön. :-)

Optimismus

Eine Stammkundin: "Heute ist Montag. Bist Sonntag kann die Woche ja nur noch besser werden."

Irgendwie ja. :-)

Heidelbeersaft

Aufgebracht stampfte eine Kollegin in Lager. Laut fluchte sie dabei, während sie ein paar tropfende Klarsichtfolien und eine aufgetaute, matschige Packung Tiefkühlheidelbeeren mit Hilfe einer Pappe im Zaum zu halten versuchte: "Da hat irgendein Arsch die Beeren einfach ins Haushaltswarenregal gelegt. Es klebt alles, der Saft ist da von oben bis unten runtergelaufen. Kannst du bitte mal auf dem Video gucken, welcher [zensiert] das gemacht hat?!?"

Wir hatten schon eine aufgetaute Fischpackung hinter den Damenbinden. Das war auch richtig ekelig. Aber der klebrige Beerensaft ist nicht minder unangenehm. Ich wühlte mich durch die Videoaufzeichnung und wurde irgendwann gestern Nachmittag fündig: Ein Kunde legte die Packung dort zusammen mit ein paar anderen Produkten, die er zuvor auf seinen Armen balancierte, ins Regal. Dabei kippte die Packung mit den Heidelbeeren etwas zur Seite. Dann sah er sich in Ruhe mehrere Minuten die Schreibwaren an, nahm seine Sachen hinterher wieder und ging zur Kasse. Ich denke und bin mir dabei hundertprozentig sicher, dass er die Schachtel mit den gefrorenen Heidelbeeren nicht mutwillig dort liegengelassen, sondern schlichtweg übersehen und vergessen hat.

Wir beruhigten uns wieder und machten alles, so weit es irgendwie ging, wieder sauber. Nur wieso sich der Saft in einer Packung mit Klasichtfolieen gesammelt hat, ist uns nach wie vor ein Rätsel:


Frau S. ist irgendwie wieder da!

Wir liefern auch Einkäufe nach Hause. Eigens dafür habe ich einen Mitarbeiter, der sehr auf die Kundenwünsche eingeht und im Laufe der Zeit die vielen (vor allem auch älteren) Kunden und Kundinnen so gut kennengelernt hat, dass er jeweils ganz individuelle Wünsche berücksichtigen kann.

Außerdem hat er ein gutes Herz und so hat er vor einigen Monaten einer alten Dame eigenmächtig einen Kredit gewährt. "Bis zum nächsten Ersten", erklärte er. "Sie ist momentan etwas knapp bei Kasse." Mir gefiel das zwar gar nicht, aber er versprach, notfalls dafür aus eigener Tasche zu haften.
Das wiederholte sich in den folgenden Monaten mehrmals. Immer in der Monatsmitte brachte er einen Einkauf im Wert von über 100 Euro zu der Kundin und kassierte am nächsten Monatsanfang das Geld dafür.
Wie die Frau hieß und wo sie wohnt, hatte mich nicht weiter interessiert. Mein Mitarbeiter organisiert die Lieferungen selber, warum sollte ich mich da mit unnötigen Informationen belasten?

Nun kam ich aber dich mal auf die Idee, mich nach dieser Kundin, die Monat für Monat anschreiben lässt, zu erkundigen. Es war der selbe Vorname, der selbe Nachname, die selbe Adresse wie bei DIESER Kundin, mit der ich vor inzwischen elf Jahren selber schonmal so ein Theater mit (nicht zurückgezahlten) Krediten hatte. Na, sowas…

Ich wusste nicht so recht, wie ich nun reagieren sollte. Ist die alte Sache vergessen und abgehakt oder sollte ich die Thematik doch wieder aufgreifen..? Ich war unschlüssig, aber mein Mitarbeiter, mit dem ich auch darüber sprach, kam mir schließlich zuvor. Bei seiner nächsten Lieferung sprach er diese Frau S. an und erfuhr von ihr, dass das damals ihre Tochter gewesein sein soll, die unter dem Namen ihrer Mutter in den unterschiedlichsten Läden anschreiben ließ.

Irgendwie glaube ich das nicht so recht, aber wie ich schon im Oktober 2010 schrieb: Ich möchte darüber nicht mehr weiter nachdenken. Thema erledigt. Vergessen. Geschenkt. Punkt.