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Klappt woanders auch!

Ein Schüler stand vor dem Leergutautomaten, hielt sein Handy in der Hand und telefonierte, während er seine Flaschen nacheinander in die Maschine steckte. Irgendwann war etwa folgender Monolog in typischem Tonfall eines sich überschätzenden Halbstarken zu hören:
"Fett, das sind fast acht Euro. Davon kaufe ich uns erstmal'n Sixer Bier. […] Ich hab' meinen Schülerausweis mit. […] Nein, kriege ich schon! […] Ach, das klappt woanders auch. […] Cool, ja, hau' rein, bis gleich!
Eine Kollegin hatte das Gespräch aus etwas Entfernung mitbekommen und überlegte kurz, ob sie ihm die Hoffnung direkt nehmen oder ihn doch einfach mal auflaufen lassen soll, was seinem Ego bestimmt nicht bekömmlich wäre. Die Entscheidung fiel leicht.

Er schleppte also den Sechserträger nach vorne, zog sogar noch ganz lässig eine Schachtel Zigaretten aus dem Automaten und musste dann einsehen, dass ein Schülerausweis eben keinen gültigen Altersnachweis darstellt. :-P

Das Bio-*lol*

Eine Mutter war mit ihrem Sohn hier im Laden. Der Junge ist etwa zwölf Jahre alt, die Mutter kenne ich seit Jahren als Bio-"Hardlinerin", bei der alles ökologisch korrekt sein muss.


Aufgeschnappter Dialogfetzen im Vorbeigehen:
Sohn: "Ich möchte aber auch gleich für mich eine Tüte Riffels kaufen."

Mutter: "Kenne ich nicht. Was ist das?"

Sohn: "Leckere Chips."

Mutter, lauter: "Kartoffelchips etwa..?"

Sohn, kleinlaut: "Ja."
Wie es letztendlich ausgegangen ist, habe ich nicht weiter beobachtet. Aber das Gesicht der Frau sprach Bände!

Gesellschaft Fast Food

Eine Kundin suchte "Chicken Wings". Gemeinsam mit einer meiner Mitarbeiterinnen suchte sie in der Fleischtruhe. "Hier", meine Angestellte nahm eine Packung Hähnchenflügel aus der Truhe, "da haben wir doch welche."

"Nee"", sagte die Kundin. "Das sind ja Hühnerflügel."

Ja. Eindeutig.

N8210

Eine (zugegebenermaßen ältere) Kundin stand eben im Laden und tippte auf ihrem Handy herum. Das Ding stammte aus einer Zeit, als der Handymarkt noch so überschaubar wie der Funktionsumfang der Geräte war. Rein optisch auf jeden Fall, es erinnerte vom Aufbau grob an das Nokia 5110. Ich bin mir zwar nicht hundertprozentig sicher, aber ich meine, den Knochen der Kundin als ein Nokia 8210 identifiziert zu haben.

Dass es sowas noch gibt… :-)

Wie, nicht auf?

Sonntagsarbeit hier in der Firma ist für mich relativ normal. Ich bin zwar nicht (mehr) regelmäßig sonntags hier, aber doch mindestens zweimal pro Monat. Oftmals habe ich dann hier auch im Laden das Licht an. Selbst wenn's keine Komplettbeleuchtung ist, wirkt das Geschäft von außen wie hell erleuchtet.

Die meisten Leute, die gerne etwas einkaufen würden, rütteln nur an der Tür und geben nach spätestens ein paar Minuten auf.
Nun klingelte eben Telefon:
Harste.

Warum hat SPAR denn nicht auf?

Weil heute Sonntag ist.

Aber da ist Licht an. Und da steht auch, dass SPAR von sechs bis 24 Uhr geöffnet hat.

Das ist auch beides richtig. Allerdings steht da auch, dass wir von Montag bis Samstag von sechs bis 24 Uhr geöffnet haben.

Ja, jetzt seh' ich das auch. Und warum nicht jetzt? Ich will etwas kaufen!"

Das ist das Bremer Ladenschlussgesetz. Sonntags ist nunmal zu und solange es sich vermeiden lässt, wird das auch so bleiben.

Ja, dann eben nicht.

[KLICK]
Genau, dann eben nicht. :-)

Normale Läden

Eine Kundin suchte ein bestimmtes Produkt. Der Artikel aus der Abteilung "Frühstückscerealien" ist meiner Meinung nach nicht besonders wichtig, aber inzwischen in den meisten Vollsortimentern zu finden. Wir hatten ihn auch mal im Sortiment, aber irgendwann vor ein paar Jahren ist das Produkt dann, aus welchen Gründen auch immer, bei uns verschwunden. Ich versprach der Kundin aber, mich noch einmal darum zu bemühen.

Gestaunt habe ich den Kommentar der Frau: "Alle normalen Läden haben das im Programm."

Sind wir nun unnormal (Antwort: Ja! Aber das ist eine andere Sache…) oder wollte sie damit nur noch zusätzlich bekräftigen, dass die Sorte ins "normale Sortiment" eines "normalen Ladens" gehörten würde?

Freud und Leid

Als ich eine Kollegin rauslassen wollte, kamen gerade drei ausgesprochen wenig vertrauenserweckende Heranwachsende die Straße entlanggelaufen.

"Eh, habt ihr noch auf?", gröhlte aus etwa 20m Entfernung einer der drei quer über die Gastfeldstraße.

Ich verneinte.

Zunächst steuerten sie direkt auf meine Tür zu und erweckten den Eindruck, als wenn sie sich einfach Zutritt verschaffen wollten. Möglicherweise, weil wir ebenfalls zu dritt waren, gingen sie aber doch am Laden vorbei. Nicht, ohne mich noch mutig zu beschimpfen: "Scheiß Brillenschlage, Kartoffel."

Sowas tut nicht weh. Manche Leute tragen ihr Äußeres wie das berühmte "Schild" mit sich herum. Da weiß man schon vorher, was man von eventuellen Aussagen und/oder Reaktionen zu halten hat. Nämlich rein gar nichts.

Coca-Cola und Pombären

Eine Mutter schob ihr knapp 2 Jahre altes Kind im Kinderwagen durch den Laden. Das kleine Mädchen war schon nicht mehr "proper" oder "pummelig", sondern schlicht und einfach fett.

Warum das so sein dürfte, erfuhren wir direkt an der Kasse. Die soeben gekaufte Tüte "Pombären" wurde aufgerissen und dem Mädchen in die Hand gedrückt. Fleißig schaufelte sie sich die Snacks in den Hals. Nachgespült wurde mit einer Flasche Coca-Cola. Nicht light, nicht koffeinfrei, sondern original Coke.

Das ist doch mal ein ausgewogenes und nahrhaftes Frühstück. Gut, ich habe sowas auch schon geschafft, aber ich zu der Zeit war ich 30 Jahre älter als das Kleinkind und ganz allgemein kann ich diese Entscheidung selber treffen. Für das kleine Mädchen wird diese Ernährung vermutlich normal sein oder normal werden. Leider. :-O

Schwein und Rind

Ein türkischer Kunde sprach eine Kollegin an:
Habt ihr so Tüten, in denen man was einfrieren kann?

Du meinst Gefrierbeutel?

Ja, genau. Die größten, die es gibt.

Wir haben hier momentan nur welche bis 3 Liter Inhalt.

Keine größeren?

Leider nicht. Was willst' denn einfrieren? Ein halbes Schwein?
Eine gedankenverlorene Äußerung, die der Kunde gleich mit Humor beantwortet hat:
Nee. Ein ganzes Rind.
Hmpf. :-)

Geld abheben am Montag Morgen

Eine Kundin beschwerte sich lautstark bei meiner Mitarbeiterin an der Kasse darüber, dass ihr Wunsch, sich 300 Euro Bargeld auszahlen zu lassen, abgelehnt wurde.

"Wenn Sie damit werben, müssen Sie auch genug Geld vorrätig haben!", argumentierte die Frau. Kann man so sehen. Muss man aber nicht. Man kann auch einfach mal dafür Verständnis haben, dass der Kassenbestand in einem Supermarkt am Montag Morgen etwas schmaler aussieht.

Die mit dem Weingut

Eine Kundin reklamierte eine Flasche Wein, aus der schon ein großzügiger Schluck fehlte. Sie argumentierte damit, dass der Wein "korkig" schmecken würde. Wir tauschen hier anstandslos gegen Bargeld um, aber trotzdem stellte ich die Kundin zur Rede. Der Wein war vollkommen in Ordnung und ich sagte ihr ziemlich direkt ins Gesicht, dass sie ruhig zugeben darf, wenn ihr der Wein nicht schmeckt. Ich trinke den selber relativ häufig und korkig war er mit Sicherheit noch nie, zumal die Sorte bei uns im Regal nicht alt wird.

Sie zickte mich gleich an: "Meine Eltern haben ein bekanntes Weingut. Wenn Sie etwas Ahnung von Weinen haben, werden Sie wohl den Namen Pennerglück von der Inn sicherlich kennen. Sie können mir also schon glauben, dass ich durchaus in der Lage bin, zu erkennen, dass ein Wein fehlerhaft verkorkt wurde."

Frau vom Fach kauft ihren Wein im Supermarkt ein. Cool.

Total unerwartet teuer!

Eine Kundin hatte zwei hochwertige Bio-Chorizo-Salami am Stück in ihren Einkaufswagen gelegt und beschwerte sich an der Kasse lautstark über den Preis: "SO TEUER? Das ist ja schon fast eine Frechheit. Zumal das nirgends steht!"

Ganz behutsam wies meine Mitarbeiterin die Frau auf die leuchtend gelben und (wie wir alle finden) deutlich sichtbaren Preisaufkleber hin, die mitten auf den Etiketten der Würste prangten. Und, mal ganz ehrlich, 5,99€ ist für die Ökoland-Chorizo auf jeden Fall nicht zu teuer.

Plakate kleben

Da erlaubt man jemandem, ein Plakat aufzuhängen. "An einer der beiden Türen, in den unteren Bereich!", lautete die einzige Bedingung.

Und wo klebt das Teil nun? An etwas, das beim besten Willen nicht als Tür zu gebrauchen ist…

Junior

Eine Kundin brauchte eine Weinberatung. Von meiner Mitarbeiterin an der Kasse wurde ihr angekündigt, dass der Chef sie selber beraten wird.

Ich trottete nach vorne und wurde von der Kundin mit folgenden Worten begrüßt: "Ah, da hilft mir heute mal der Junior. Auch okay."

Ich schaffe es irgendwie auch beim besten Willen nicht, mir das zu einem Kompliment schönzureden. :-O

Beschreibung

Eine Kundin suchte ganz kleine Mini-Salamis. Ihre Beschreibung: "Die gibt es in so Tütchen, wo immer ein paar Stück drin sind. Und wenn man die aufmacht, stinkt's."

:-)