Eine Mutter schob ihr knapp 2 Jahre altes Kind im Kinderwagen durch den Laden. Das kleine Mädchen war schon nicht mehr "proper" oder "pummelig", sondern schlicht und einfach fett.
Warum das so sein dürfte, erfuhren wir direkt an der Kasse. Die soeben gekaufte Tüte "Pombären" wurde aufgerissen und dem Mädchen in die Hand gedrückt. Fleißig schaufelte sie sich die Snacks in den Hals. Nachgespült wurde mit einer Flasche Coca-Cola. Nicht light, nicht koffeinfrei, sondern original Coke.
Das ist doch mal ein ausgewogenes und nahrhaftes Frühstück. Gut, ich habe sowas auch schon geschafft, aber ich zu der Zeit war ich 30 Jahre älter als das Kleinkind und ganz allgemein kann ich diese Entscheidung selber treffen. Für das kleine Mädchen wird diese Ernährung vermutlich normal sein oder normal werden. Leider.
Eine Kundin beschwerte sich lautstark bei meiner Mitarbeiterin an der Kasse darüber, dass ihr Wunsch, sich 300 Euro Bargeld auszahlen zu lassen, abgelehnt wurde.
"Wenn Sie damit werben, müssen Sie auch genug Geld vorrätig haben!", argumentierte die Frau. Kann man so sehen. Muss man aber nicht. Man kann auch einfach mal dafür Verständnis haben, dass der Kassenbestand in einem Supermarkt am Montag Morgen etwas schmaler aussieht.
Eine Kundin reklamierte eine Flasche Wein, aus der schon ein großzügiger Schluck fehlte. Sie argumentierte damit, dass der Wein "korkig" schmecken würde. Wir tauschen hier anstandslos gegen Bargeld um, aber trotzdem stellte ich die Kundin zur Rede. Der Wein war vollkommen in Ordnung und ich sagte ihr ziemlich direkt ins Gesicht, dass sie ruhig zugeben darf, wenn ihr der Wein nicht schmeckt. Ich trinke den selber relativ häufig und korkig war er mit Sicherheit noch nie, zumal die Sorte bei uns im Regal nicht alt wird.
Sie zickte mich gleich an: "Meine Eltern haben ein bekanntes Weingut. Wenn Sie etwas Ahnung von Weinen haben, werden Sie wohl den Namen Pennerglück von der Inn sicherlich kennen. Sie können mir also schon glauben, dass ich durchaus in der Lage bin, zu erkennen, dass ein Wein fehlerhaft verkorkt wurde."
Frau vom Fach kauft ihren Wein im Supermarkt ein. Cool.
Eine Kundin hatte zwei hochwertige Bio-Chorizo-Salami am Stück in ihren Einkaufswagen gelegt und beschwerte sich an der Kasse lautstark über den Preis: "SO TEUER? Das ist ja schon fast eine Frechheit. Zumal das nirgends steht!"
Ganz behutsam wies meine Mitarbeiterin die Frau auf die leuchtend gelben und (wie wir alle finden) deutlich sichtbaren Preisaufkleber hin, die mitten auf den Etiketten der Würste prangten. Und, mal ganz ehrlich, 5,99€ ist für die Ökoland-Chorizo auf jeden Fall nicht zu teuer.
Eine Kundin suchte ganz kleine Mini-Salamis. Ihre Beschreibung: "Die gibt es in so Tütchen, wo immer ein paar Stück drin sind. Und wenn man die aufmacht, stinkt's."
Ein Paar mittleren Alters kaufte ein. Plötzlich entdeckte er in der Kühltruhe mit dem abgepackten Fleisch etwas und rief seiner Begleitung quer durch den Laden zu: "Die haben Beinscheibe. Booaaaah, ist das fies!!!"
Ein Kunde oder eine Kundin beschwerte sich anonym bei der Hotline unseres Lieferanten darüber, dass ein bestimmter Artikel bei uns "ständig" ausverkauft sein soll.
Dass es nicht so ist, kann ich zwar gerade nicht bestätigen, aber da der Artikel im Verhältnis zum Absatz doch relativ viel Regalplatz hat, kann ich mir das gar nicht so recht vorstellen.
Aber anonyme Beschwerden (dazu noch gegenüber Dritten) sind sowieso in keiner Weise ernstzunehmen.
Ein etwa vierjähriges Mädchen quengelte und wollte dieses und jenes Produkt haben. Ihre Mutter lehnte aber ab und schlug dieses und jenes als Alternative vor.
Die Kleine stellte mit weinerlicher Stimmt fest: "Immer kaufst du was für uns alle und nie für mich alleine!"
Tzja – wer das Geld hat, stellt die Spielregeln auf.
Seit einer Weile hängt am Leergutautomaten dieser Hinweis. Schön, wenn ihn Leute sehen, verstehen, beachten und daraufhin selber das eine oder andere Problem mit dem Automaten lösen können.
Pech hatte dagegen gerade ein junger Heranwachsender, der das Schild zwar gesehen hat, aber beim Lesen offenbar nur bis zu dem Wort "Störung" gekommen ist. Nachdem er ein paar Minuten vor dem (vollständig betriebsbereiten) Gerät herumstand, hat ihn mein zufällig vorbeikommender Mitarbeiter erlöst.
Was wir noch so erlebt haben: Einem kleinen plärrenden Pansi habe ich vorhin einen Donut geschenkt. Einfach ein Holzspießchen genommen, einen frisch gebackenen Mini-Donut aufgespießt und der Mutter in die Hand gedrückt. Geschenkt, wohlgemerkt! "Hier, für den Kleinen. Aber vorsicht, der ist noch heiß. Vielleicht beruhigt ihn das ja wieder etwas", sagte ich.
Die Mutter fragte mich mit einem vorwurfsvollen Unterton: "Gehört da nicht normalerweise noch Puderzucker drauf?"
Das Blag plärrte, weil der Donut noch abkühlen und es deshalb mit dem Verzehr warten musste: "Ich will nicht waaaaarten…"
Gerade zwei Kundinnen im frühen Rentenalter vor dem Brotregal beobachtet, die sich fast verrückt wegen der Haltbarkeitsdaten gemacht haben. Eine bestimmte Serie von Lieken ("Peter&Paul") kommt täglich frisch und darum sind die Brote nur mit einem sehr kurzen MHD ausgestattet.
Hektisch begutachteten sie ein Brot nach dem anderen, griffen in den Fachböden ganz nach hinten, warfen die Pakete wieder enttäuscht zurück.
Den Gesprächsfetzen nach zu urteilen müssten die beiden jedenfalls ganz schwer davon ausgehen, beinahe schon regelrecht schwer gesundheitsgefährdende Brote in der Hand gehalten zu haben.