Eine Kundin monierte den Preis einer Flasche Sekt.
Nach umfangreicher Überprüfung stellte sich heraus, daß der korrekte Aktionspreis des Artikels und auch allen anderen Sorten der gleichen Marke in der Kasse hinterlegt ist. Was auch immer da geschehen war - sie hatte bestimmt nicht zu viel für die Flasche bezahlt.
Ganz das Gegenteil war übrigens der Fall: Die Kundin hatte nicht gesehen, daß der Artikel gerade im Angebot ist und wollte uns darauf hinweisen, daß wir ihn viel zu billig verkaufen würden.
Wir haben hier gerade einen kleinen Großauftrag abgearbeitet: Eine Kundin wollte für ihre Hochzeitsfeier 200 aufgeschnittene Brötchen haben. Das klingt nach viel, erledigen wir hier im großen Ofen aber in schlappen 20 Minuten.
Nur das Aufschneiden hat etwas gedauert, aber auch das ging eigentlich erstaunlich zügig.
Dagegen sind die 40 nicht aufgeschnittenen Brötchen, die eine andere Kundin für heute Abend vorbestellt hat, richtig harmlos...
Eine Kundin hat direkt vor meiner Nase einen Fetzen Papier vom Boden aufgehoben, dar sie interessierte.
Nachdem sie sah, daß das Zettelchen nicht weiter interessant für sie ist, warf sie das Stück Papier einfach wieder kommentarlos auf den Boden zurück. :wall:
Eine Stammkundin (Nicht SIE, aber ähnlich) sprach mich eben an:
Die Schokolade, die ich gestern gekauft habe, war angelaufen. Da können Sie aber nichts dafür, ich habe die dann auch bei Penny gekauft und die war auch angelaufen. Da müssen Sie mal durchgucken.
Welche denn?
Gleich da vorne. [Zeigt diffus in den Laden]
Wo denn, welche?
Die steht da, mit Nougat.
Ich meine, welche Sorte?
Nougat.
Der Dialog fand quer über die Kasse hinweg statt und ich war froh, als er ein Ende fand. Ich mache mir zwar jetzt gedanken, werde mir nun aber nicht die Mühe machen und Ritter-Sport, Milka, Schogetten, Sarotti, Lindt, Hachez und Gubor einzeln durchsehen. Sollte wirklich irgendwo ein Qualitätsmangel vorliegen, wird sich schon hoffentlich ein anderer Kunde melden.
Eine Kundin möchte einen 100-Euro-Schein in 20er gewechselt haben, Stunden vorher hat eine andere Kundin darum gebeten, ob wir ihr 15 Euro gemischtes Kleingeld gegen Scheine eintauschen können.
Immer wieder stehe ich hier zwischen den Stühlen: Was soll man sich als "kundenorientierter Dienstleister" von den Kunden alles gefallen lassen, ab wann sollte man die Leute wie zur Räson bringen?
Das beste Beispiel dafür sind Kunden, die einfach ins Lager rennen und dort nach Kartons suchen oder sich einfach gelbe Wertstoffsäcke nehmen. Wenn es sich dabei um Stammkunden handelt, ist es mitunter sehr schwierig, den richtigen Tonfall zu treffen, denn einerseits möchte man den Kunden nicht vergraulen, zum anderen soll schon eine eindeutige Aussage rüberkommen. Ein gedachtes "Raus hier und wenn Sie noch einmal hier ungefragt reinkommen, schneide ich Ihnen die Eier ab!" wird meistens zu einem gesprochenen "Hier ist kein Zutritt für Kunden. Bitte einfach an der Leergutklingel klingeln, wenn Sie etwas möchten."
Eine Kundin ist mit ihrem Einkaufskorb an einem Aufsteller mit Berentzen "fruchtigen Spirituosen" hängengeblieben und hat gleich ein paar Flaschen zu Boden gerissen.
Der Sachschaden hielt sich zum Glück in Grenzen, da nur zwei Flaschen zu Bruch gegangen sind.
"Nur" zwei Flaschen - das sind immerhin 1,5 Liter Flüssigkeit. Die kann sich sehr großzügig verteilen.
Ich saß gerade im Laden und war dabei, eine Plazierung im Regal zu basteln, als ein Kunde mich vorsichtig ansprach:
"Also, nur mal angenommen, ich würde Sie fragen, wo denn die Taschentücher stehen würden, wo wären die denn dann?"
Lieferkundin Frau S. hält wahrscheinlich den Weltrekord im Schnellsprechen. Naja, vielleicht nicht ganz - aber auf jeden Fall hat sie es immer mächtig eilig, wenn sie ihre Bestellungen runterrattert vorliest. Ich glaube immer, sie hat Angst, daß ihre Telefonrechnung sie ruinieren könnte.
Eine Kundin beklagte sich bitterböse darüber, daß sie "ihr" Brot nicht (mehr) hier bekommen würde.
Ihre Produktbeschreibung klang nicht ungewöhnlich, aber den Namen des Brotes habe ich noch nie gehört, so daß ich mit 100%iger Sicherheit sagen konnte, daß sie es in der Vergangenheit definitiv nicht hier gekauft haben kann. Sie schwor Stein und Bein, daß sie das "immer hier gekauft" hätte und ich wäre jede Wette eingegangen, daß sie sich gerade im falschen Laden befindet und ihr Brot gewöhnlich woanders kauft. Auf diese zwecklose Diskussion hatte ich nur gar keine Lust und so teilte ich der Frau die traurige Wahrheit mit, daß wir dieses Brot leider nicht wiederbekommen werden. Diese Aussage war zwar nur so halb richtig, ging aber noch als Notwehr durch.