Eine Kundin, die deutlich vernehmbare Körpergerüche absonderte, füllte sich 14 Brötchen - ordentlich mit der Zange - in eine Tüte, ging zur Kasse und wollte sie bezahlen war sehr verwundert, weil die Kassiererin "so viel" Geld von ihr haben wollte.
Sie begann, mit bloßen Händen in der Brötchentüte herumzuwühlen und ihr Geld zu suchen. Als sie feststellte, daß sie keine 1,89€ 1,99€ dabei hatte, ließ sie die Tüte kommentarlos an der Kasse liegen und verließ den Laden.
Ich verkaufe keine Brötchen, die schonmal jemand eingepackt hatte. Oftmals essen wir diverse Überbleibsel dehalb hier im Laden in den Pausen selber, um sie nicht wegwerfen zu müssen. Diesmal, in Erinnerung an die Hände dieser stinkenden Frau, haben wir die Entsorgung bevorzugt.
Nachtrag:
Natürlich 1,99€. Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil.
Am 20. Dezember erkundigte sich eine Kundin nach einer bestimmten Kuvertüre von Schwartau. Was ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wußte: Die Kundin war die Blog-Leserin Werderschnittchen, die sich gleich auf den Eintrag folgend in den Kommentaren outete.
Nun hat sie mir auch endlich ein paar ihrer langersehnten, selbstgemachten Trüffelpralinen vorbeigebracht und ich muß zugeben, daß sie sehr lecker sind. Wenn sie auch sicherlich nicht sonderlich diättauglich sind. Aber man muß sich damit ja nicht gleich unkontrolliert den Bauch vollschlagen...
Als braver und hyperkulanter Dienstleister glaubt man seinen Kunden ja (fast) alles. Und wenn eine Stammkundin behauptet, daß der Asbach Uralt "korkig" schmeckt, dann glaubt man eben auch das. Überprüfen konnte ich es nicht, da ich Asbach weder am Geruch noch am Geschmack identifizieren kann. Also wird's geglaubt, umgetauscht und die alte Flasche... entsorgt.
Eine Kundin wollte am Samstag ihren Einkauf mit ec-Karte bezahlen. Im unpassendsten Moment hat sich im ec-Terminal das Papier für die Belegdrucke vertüdelt, so daß ein beinahe nicht lesbarer Beleg ausgedruckt wurde. Meine Mitarbeiterin deutete dies als eine nicht erfolgte Zahlung und bat die Kundin darum, sofern möglich, ihre Ware bar zu bezahlen. Da sie genügend Geld dabei hatte, war dies kein Problem.
Später, bei der Kassenabrechnung, stellte sich heraus, daß die Kartenzahlung sehr wohl funktioniert hat. Nur leider hatten wir keine Daten über die Kundin - nur eine Kontonummer, den gebuchten Betrag und ein Fragment einer Bankleitzahl. Auf dem Beleg konnte man erkennen, daß die BLZ auf "0030" endet. Mehr Informationen hatten wir nicht vorliegen.
Nachdem ich mich eben durch diverse BLZ-Verzeichnisse wühlte, kam ich darauf, daß es sich wahrscheinlich um die Postbank Hannover handeln dürfte. (BLZ 25010030)
Dort habe ich auch sofort angerufen und mein Problem geschildert. Ich habe jedenfalls die richtige Bank gefunden: Die Kontonummer war dort gültig und die Kundin wird nun von der Bank angeschrieben und gebeten, sich mit mit in Verbindung zu setzen.
Das hätte sie zwar sicherlich auch früher oder später von alleine getan, denn einen Betrag von über 20 Euro läßt man nicht einfach unter "kann ja mal vorkommen" verfallen. Doch war es mir sehr wichtig, mich zuerst bei ihr gemeldet zu haben. Sie soll sehen, daß wir den Fehler bemerkt haben und uns für die Kunden einsetzen und nicht stattdessen den Eindruck bekommen, daß wir uns irgendwie an ihr "bereichern" wollen.
Ich kenne doch meine Kunden. Trotz drei und damit aller geöffneten Kassen türmten sich die Leute gerade im wahrsten Sinne des Wortes durch den gesamten Laden. Die Schlange ging (und geht momentan immer noch) bis zur Leergutannahme an der Lagertür - kein Witz!
Silvester ist (zumindest bei mir hier) der Tag im Jahr mit der höchsten Kunden- und Umsatzdichte. Es gibt sicherlich umsatzstärkere Tage (Gründonnerstag z.B.) - aber an denen haben wir auch bis abends und nicht nur bis zum Nachmittag geöffnet. Schlangen durch den ganzen Laden, trotz dessen, daß alle Kassen besetzt sind, sind hier ein sehr typisches Silvester-Phänomen.
Manche Dinge möchte man lieber nicht wissen...
Ein sehr alter Stammkunde erzählte eben, daß kürzlich seine Frau gestorben ist und er selber an einer unheilbaren Krankheit leiden würde.
Ja, sehr. Die Stimmung war echt gut.
Und was hat der so gemacht?
Ein bißchen Klamauk auf der Bühne und vor allem natürlich auch seine Filme gezeigt.
Was denn für Filme?
Seine Interviews.
Und, waren die witzig?
Sehr sogar.
Was macht der denn für Filme?
Interviews. Er geht durch die Städte und stellt den Leuten nicht ganz ernst gemeinte Fragen.
Es folgten noch ein paar Sätze darüber, ob er noch einmal wiederkommen wird und wo Alfons das nächste Mal in Bremen auftreten wird (Ende Februar in der Schwankhalle).
Was sie genau mit ihrem Frage-Antwort-Spiel bezwecken wollte, weiß ich nicht. Vielleicht ihren Ärger darüber verstärken, daß sie die beiden Termine verpaßt hat?
Während eine Kollegin die telefonische Bestellung einer Kundin entgegen nahm, zog ich versehentlich den Stecker einer der Telefon-Stationen raus. Wir riefen die Frau natürlich umgehend zurück, entschuldigten uns und setzten die Bestellung fort.
Erstaunlich war die Reaktion der Kundin: Sie war nicht sauer, sondern eher ziemlich friedlich. Sie ging davon aus, daß die Mitarbeiterin aufgelegt hatte (mitten im Satz?!?), weil sie wichtigere Dinge erledigen mußte.
Quer über die Regale der Getränkeabteilung erklang eindeutig die Stimme einer Kollegin: "Bjööö-hööörn!?!"
Scherzhaft raunte ich ziemlich lautstark zurück, daß sie gefälligst aufhören soll, zu jammern.
Gerufen hatte eine Kundin, deren Stimme zufällig ähnlich klang, der gerufene "Björn" war ihre männliche Begleitung und ich hatte plötzlich ganz wichtige Dinge im Lager zu tun.