Es ist wirklich faszinierend, die Reaktionen der Leute zu erleben, die sich dadurch ergeben, dass mein Hinweis auf die 24-Stunden-Öffnung einen Tag lang nicht hier vor dem Laden stand.
Heute Morgen auf dem Weg zur Firma habe ich die halbe Strecke mit einem Stammkunden gesprochen. Er erzählte mir, dass seine Frau ihm gesagt hatte, dass wir wohl doch nicht mehr rund um die Uhr geöffnet hätten. Das Schild hätte gestern, als sie hier einkaufen war, nicht mehr vor der Tür gestanden.
Der Aufsteller ist momentan tatsächlich der einzige Hinweis darauf. Wenn man von den permanent offen stehenden Türen und der Dauerfestbeleuchtung mal absieht. Es wird wirklich Zeit, die am Laden angebrachten Öffnungszeiten anzupassen...
Eine Kundin rief eben an und reklamierte, dass ihr ein Teil doppelt berechnet worden wäre.
Ich entschuldige mich dafür und erklärte, dass so etwas immer mal vorkommen könne. (Es reicht bei Scannerkassen eine kleine Unachtsamkeit oder ein fremdes Geräusch, das das Piepen des Scanners übertönt, und schon merkt man nicht, dass ein Artikel schon gebucht wurde.)
Da es sich nur um einen kleinen Betrag in Höhe von rund zwei Euro handelte, bot ich der Kundin an, dass sie sich einfach beim nächsten Einkauf, bzw. wenn sie wieder einmal hier in der Nähe sei, das Geld auszahlen lassen könne und nicht extra herzufahren braucht. Sie fand das Angebot zwar nett, bevorzugte dennoch, sich das zu viel gezahlte Geld gleich wieder abzuholen.
Ich hätte mir bei dem Angebot nicht die Mühe gemacht, noch einmal zwei zehnminütige Busfahrten auf mich zu nehmen...
Mein Aufsteller steht immer noch im Lager, da es draußen nach wie vor sehr windig ist. Aber als hätte ich es gestern Mittag geahnt: Es hat nicht einmal einen Tag gedauert, bis eine Kundin fragte, ob wir jetzt keine 24 Stunden mehr auf hätten.
Bei der Frau handelt es sich um eine Stammkundin mittleren Alters, von der ich nicht annehme, dass sie dieses Blog kennt und deshalb die Frage mutwilllig gestellt hat. :)
Ein kleines Mädchen, ich schätze sie auf höchstens 5 Jahre, sollte Mehl kaufen. Sie nahm, da das Geld dafür genau reichte, zwei Packungen mit und brachte kurze Zeit später eine wieder zurück. Offenbar wollte der- oder diejenige, vom dem/der sie geschickt wurde, nur ein Kilogramm Mehl haben.
Kein Problem. Ich nahm der Kleinen das Mehl aus der Hand, sie überreichte mir noch schnell den Kassenbon und ging schnellen Schrittes los und verließ zügig den Laden. Sie hatte wohl nicht damit gerechnet, dass sie noch Geld wiederbekommt, was allerdings in dem Alter auch durchaus verständlich ist.
Schnell sprintete ich zur Schaufensterscheibe und klopfte dagegen - doch das Mädchen hörte mich nicht. Aber zum Glück der Passant hinter ihr, der sie lautstark zurückrief.
Der Blogeintrag mit diesem Titel entfällt zum Glück.
Draußen dämmert es bereits, die Vögel zwitschern und wir warten auf die ersten Lieferanten.
Ich fand die Nacht ausgesprochen angenehm. Hin und wieder haben sich ein paar Kunden eingefunden und ich habe mich in aller Ruhe um meinen Bürokram gekümmert.
Gerade eben waren mehrere der Typen von letzter Nacht hier im Laden. So weit waren sie ganz friedlich und haben nur ein paar Kleinigkeiten in Form von Snacks und Tiefkühlpizza gekauft.
Schwacher Trost: Gestern sollen sie auch in zwei Etappen da gewesen sein. Der schlimmere Teil zu fortgeschrittener Stunde. Ich lass' mich mal überraschen, was da noch auf uns zu kommt...
Gerade eben sprach mich ein Kunde an der Leergutkasse an und sagte, während ich dabei war, seinen Bon auszustellen: "Mein Beileid übrigens zur 24-Stunden-Öffnung."
Eine der wenigen negativen Stimmen zur Nachtöffnung. Ich schätze ihn so ein, dass er dachte, dass wir das "arme vom Konzern unterdrückte Personal" sind und uns der langen Öffnungszeit einfach beugen mussten - ohne Rücksicht auf das Privatleben.
Ich klärte ihn erstmal darüber auf, dass die Entscheidung von mir selber kam und die Nachtbesetzung hier nicht unter Androhung von Sanktionen zur Nachtarbeit gezwungen wurde. Kollege Yusuf zum Beispiel, der am Wochenende regelmäßig in einem Club hier in Bremen Platten auflegt, ist eher nachtaktiv und dem passten seine vier Nachtschichten hervorragend in seinen Lebensrhythmus.
Eine Mitarbeiterin wurde, nachdem sie schon Monate hier beschäftigt war, von einer älteren Stammkundin angesprochen: "Oh, Sie sind aber neu hier."
Die Antwort war ehrlich: "Nein, ich arbeite schon seit ein paar Monaten hier an der Kasse."
Einige Tage später kam diese Kundin wieder an die Kasse, als die selbe Mitarbeiterin dort saß. Diesmal allerdings mit offenen Haare und nicht, wie einige Tage zuvor, zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Die Kundin bemerkte sofort die Veränderung: "Oh, Sie sind aber neu hier."
Auch diesmal klärte meine Kassiererin sie darüber auf, dass sie schon seit einiger Zeit hier arbeiten würde und das man sich sogar schon einige Tage zuvor, wenn auch mit etwas anderer Frisur, an der selben Stelle begegnet sei.
Kurze Zeit später bekam diese Angestellte eine Brille.
Eine Kollegin wurde gerade von einer Kundin gefragt:
Haben Sie wirklich 24 Stunden auf oder steht das Schild nur so da?
In der Onlinewelt hätte man ihr wahrscheinlich mit dem Hinweis auf die Eigentumsverhältnisse der verschiedenen Schilder diesen Link geschickt: www.hier-ist-dein-schild.de :)
Eine Geschichte, die mir gerade wieder eingefallen ist, aber aus der Zeit vor dem Shopblogger stammt:
Ich hatte damals eine junge Frau als Aushilfe zum Ware packen beschäftigt. Ich weiß nicht mehr, aus welchem Staat sie kam, aber es war irgendwo in Afrika und sie war eine Schwarze.
Irgendwann hat eine Kundin sie mal gefragt: "Haben Sie Negerküsse?"
Noch bevor meine Mitarbeiterin irgendwie reagieren konnte, merkte die Kundin, was sie gesagt hatte - und wurde puterrot. :)
Gestern Abend wollte ein Kunde übrigens etwas "radiomäßiges" (sic!) bei uns kaufen. Entweder nur Kopfhörer oder gleich ein ganzes Radio. Mit den gewünschten Batterien konnte mein Mitarbeiter ihm weiterhelfen, aber die anderen Artikel habe ich hier nicht im Sortiment.
Auf die Information, dass "wir zwar ein Supermarkt mit außergewöhnlichen Sachen, aber eben nicht mit allem" sind, entgegneter der Kunde, dass real auch nur ein Supermarkt sei, sowas aber durchaus im Sortiment hätte.
In diesem Fall hat ein "Tut mir Leid, haben wir nicht." gereicht. Die Erklärung, dass Real ist ein sogenanntes SB-Warenhaus (Nicht zu verwechseln mit dem "klassischen" Warenhaus wie z.B. Karstadt) mit dem Schwerpunkt Lebensmittel ist, wäre wohl auch zu viel des Guten gewesen... :)