Leider nicht. Unsere Bedienungsabteilung und den dazugehörigen Wursttresen haben wir bereits schon im Oktober 2000 abgebaut. Aber wie sollte man sich auch als Kundin so schnell an diese plötzliche und völlig unerwartete Veränderung gewöhnen?
Eine Kundin stand mehrere Minuten vor dem Kühlregal mit Bio-Produkten (Molkereiprodukte und Vegetarisches) und betrachtete die Ware. Sie wirkte recht unschlüssig und so erkundigte sich mein Mitarbeiter Gregor schließlich bei ihr, ob er ihr helfen könne und ob sie etwas Bestimmtes suchen würde.
Vor ziemlich genau vier Wochen musste unser Regal mit Zeitungen und Zeitschriften ein Stückchen nach vorne wandern.
Nun stand ein kleines Mädchen, vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, vor der Zeitschriftenplatzierung, sah sich sehr konzentriert die Regale an und versuchte aus seiner Mutter herauszuquetschen, ob sie merken würde, was sich hier verändert hätte. Mami drängelte allerdings nur, dass ihre Tochter endlich zur Kasse kommen solle und interessierte sich nicht im Mindesten für eine mögliche Veränderung.
Aber immerhin: Die Kleine war bislang die einzige Person aus meinem Kundenkreis, die den Umbau bemerkt hat und darüber sprechen wollte...
Heute Morgen, noch vor sieben Uhr und während hier eine gerade mal zum Brot packen ausreichende Beleuchtung im Laden eingeschaltet war, verirrten sich zwei Kunden hier im geschäft. Darüber wundere ich mich mittlerweile ja nicht mehr...
Nun war einem der beiden Kunden allerdings sein Handy während des Laufens aus der Hand gerutscht, hat sich beim Aufprall auf den harten Fußboden von seinem Akku getrennt - und schließlich sind beide Teile noch bis unter die Tiefkühltruhen gerutscht.
Eine Kollegin half den beiden bei der Suche mit einem Besenstiel aus, mit dessen Hilfe sich zumindest das Handy wieder ans Tageslicht befördern ließ. Der Akku blieb allerdings verschwunden. Im Laufe dieses Tages werde ich mal mit zwei Kollegen die Truhen etwas ausräumen und beiseite schieben. Bin mal gespannt, ob wir den Akku und was eventuell noch alles finden werden...
Eine Kollegin berichtete mir von einer Kundin, die einen "süßen Wein zum so trinken" suchte. Ich gab meiner Mitarbeiterin ein paar Empfehlungen mit auf den Weg, aber nach zwei Minuten kam sie wieder: "Die Kundin möchte vom Chef persönlich beraten werden."
Diese mit offenem Mund Kaugummi kauende Mittzwanzigerin entsprach nicht ganz dem, was ich bei dem Gedanken an eine anspruchsvolle Wein-Kundin erwartet hatte. Sie suchte einen "leichten und nicht trockenen, eher süßlichen" Weißwein, den man während eines Fernsehabends wegschlürfen konnte. Spontan empfahl ich ihr einen Riesling. Der ist in halbtrocken meistens noch recht fruchtig, ohne zu süß zu wirken.
Nachdem ich ihr mehrere Sorten gezeigt hatte und sogar auch noch einen lieblichen Bio-Rosè-Wein ans Herz legte, entschied sie sich nach einem rund zehnminütigen Gespräch letztendlich für die günstigste Sorte aus dem Regal - völlig unabhängig von meinen Empfehlungen.
Wozu wollen die Leute dann überhaupt eine Beratung haben? Ich werd's nie verstehen, glaube ich...
Ein Kunde stand gerade eben etwas verloren an der Leergutannahme und hielt einen Rucksack voller leerer Flaschen in der Hand. Da er nicht geklingelt hatte, aber dennoch so seelenruhig dort stand, fragte ich ihn: "Ist schon jemand da wegen Leergut?" Mit dieser Frage meinte ich, ob er schon bedient werden würde. Er antwortete mit "Ja." und ich wandte mich ab.
In dem Moment fiel ihm ein, wie meine Frage wohl tatsächlich gemeint gewesen war. Er hatte sie nämlich zuerst auf sich selber bezogen. Als wenn ich einen Kunden mit leeren Flaschen in der Hand fragen würde, ob er Leergut abgeben möchte...
Vor ein paar Tagen haben wir hier im Laden einen Briefumschlag gefunden. Es war der Stempel eines Krankenhauses darauf und die Anschrift eines Mannes, der vermutlich beim Einkaufen diese Papiere verloren hatte. Einen Mitarbeiter schickte ich los, den Umschlag in den Briefkasten des Kunden zu stecken. Die Arbeitszeit des Mitarbeiters für den Botengang war mir die gute Tat wert.
Die Mitarbeiterin, mit der ich mich am 12. Januar vor dem Bremer Arbeitsgericht getroffen hatte, kauft hier übrigens weiterhin regelmäßig ein.
Natürlich darf sie das, warum sollte ich es ihr verbieten? Ich bin eher erstaunt darüber, dass sie es überhaupt tut und mich damit letztendlich noch unterstützt. Ich hätte eher erwartet, dass sie mein Geschäft nach dem Streit (wenngleich wir uns damals gütlich geeinigt hatten) auf jeden Fall gänzlich meiden würde.
Kleine Premiere: Dies ist der erste Blogeintrag, der ausschließlich von meinem Handy aus entstanden ist. Wenn nicht an der mit (x) markierten Stelle der Editor meines Handys voll gewesen wäre. Also hatte ich zwischengespeichert und nun in der Firma ergänzt...
Wir sitzen gerade zu Hause und haben uns über den vergangenen Tag unterhalten. Dabei kamen wir auf Kunden zu sprechen, die immer Recht haben, bzw. dies zumindest ganz fest glauben.
Eine Kundin gab heute gestern Nachmittag Leergut ab. Als diese Kundin etwas später an der Kasse stand, befand sich die Mitarbeiterin, die das Leergut annahm ebenfalls gerade an der Kasse.
Kundin: Ich hätte gerne noch (x) eine Telefonkarte für 15 Euro.
Kassierer: Es ist gerade sehr voll hier an der Kasse. Abziehen kann ich die Karte zwar, aber es wäre sehr nett, wenn Sie sich die eben selber hinten an der Lagertür abholen würden.
Kundin, sich extrem aufregend: Ihre Kollegin dort hat gesagt, dass ich die Karte hier vorne an der Kasse bekommen würde.
Kollegin: Das habe ich nicht gesagt. Sie haben mich ja nicht einmal nach einer Telefonkarte gefragt, sondern lediglich ihren Leergutbon entgegengenommen.
Die Kundin drehte sich daraufhin um und fluchte noch irgendetwas vor sich hin. Ja, es ist schon unangenehm, wenn man beim Schwindeln erwischt wird.
In dieser Woche hatten wir Coca-Cola (und natürlich alle verwandten Artikel, also Fanta, Sprite, Mezzo Mix und alle Light- und sonstigen Unterarten des Herstellers) im Angebot.
Coke Light Koffeinfrei war nun dummerweise ausverkauft doch genau diesen Artikel wollte eine Kundin vorhin haben. Nachdem es mein Mitarbeiter nicht geschafft hatte, sie davon zu überzeugen, dass wirklich keine Literflaschen der koffeinfreien Cola mehr da waren, wollte die Frau mit dem Chef sprechen. Also erklärte ich der Kundin noch einmal, dass wir leider keine Coke Light Koffeinfrei mehr vorrätig hätten:
Ich fürchte, die ist alle.
Ja, und?
Ich hab' keine Cola mehr da...
Und wie lösen wir das Problem nun?
Ich kann Ihnen die nicht verkaufen, da ich keine da habe.
Plötzlich hielt mir die Kundin eine Tüte Bonbons, die sie die ganze Zeit schon mit sich führte, wortlos direkt vor die Nase. Ich war etwas irritiert und reagierte nicht sofort. Griff dann aber nach einigen Sekunden nach dem Beutel, und sagte noch verdutzt "Danke.", bevor die Kundin mit den Worten "Die brauche ich dann auch nicht." aus dem Laden rauschte.
Ich kann natürlich verstehen, dass die Kunden verärgert war. Was ich aber nicht verstehe, ist dieser Dialog, bzw. dieses nach einer Lösung suchen. Was ist denn an "Ausverkauft." so schwierig zu begreifen?
Ich staune immer wieder, wie Kunden in aller Seelenruhe den Laden betreten und einkaufen können, obwohl nur ein kleiner Bruchteil der Deckenbeleuchtung eingeschaltet ist. Können natürlich schon, aber es muss einem doch auffallen, dass große Teile des Ladens noch im Dunkeln liegen.
Morgens schalte ich aus Gewohnheit immer nur die nötigsten Lampen an, damit der Brotlieferant und ich im Zeitungsregal etwas sehen können. Selbst, wenn die Eingangstür dann schon aufgeschlossen ist, verirren sich eher selten Kunden in den Laden. Spätestens beim Anblick der Dunkelheit ziehen die meisten den Kopf wieder aus der Tür.
Es geht um eine gute Stammkundin. Als "gut" würde ich sie, auch wenn wir sie hier schon seit Jahren kennen, auf keinen Fall bezeichnen. Sie hat hier vor Monaten etwas geklaut und hatte mich anschließend darum gebeten, hier wieder einkaufen zu dürfen. Ich bin zu gutmütig...
Diese Frau stinkt jedenfalls zum Himmel und wahrscheinlich noch viel, viel weiter... Und zwar vor allem nach altem Urin. Es ist nicht nur zu bemerken, wenn man direkt neben ihr steht. Nein, sie hinterläßt eine regelrechte Spur ihrer Ausdünstungen im Laden.
Es kitzelt einen ja manches Mal in den Fingern, aber man kann/darf ihr doch nicht sagen, dass sie sich bitte mal waschen möchte...
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich verhört habe oder ob die Kundin sich von mir eben tatsächlich mit den Worten "Bis morgen." verabschiedet hat. Morgen ist nunmal Sonntag.
Und, nein, ich werde diese Kundin nicht privat treffen.