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Wurstglas

Dieses Foto ist inzwischen ein paar Tage alt, aber ich habe es beim besten Willen nicht geschafft, in den letzten Tagen den dazugehörigen Blogeintrag zu verfassen...

Ein paar Kunden waren in der letzten Woche, genauer gesagt in der Nacht von Freitag auf Samstag, hier und haben sich mit Bier und Bockwürstchen versorgt. Das Glas haben sie schließlich einfach vor dem Laden auf dem Gehweg stehengelassen, wie wir am nächsten Morgen feststellten.

Am Samstag Abend waren sie wieder da. Wieder Bier, wieder Bockwurst. Doch diesmal bekamen sie von meiner Mitarbeiterin an der Kasse die Bitte mit auf den Weg, den Müll nicht wieder auf dem Gehweg stehen zu lassen.

Sie hielten sich daran...


Angeschrieben

Eine gute Stammkundin hat eben gefragt, ob sie ein paar Sachen mitnehmen und am frühen Abend bezahlen dürfe. Gesamtwert rund 25 Euro.

Sie durfte. Ich hoffe, ich werde es nicht bereuen.

Nachtrag: Sie hat das Geld gestern Abend noch hergebracht. Zusammen mit einem Schokoladendankeschön. :-)

Mami hat's verboten, also frag' ich Papi...

Für eine ältere Kundin habe ich versucht, einen bestimmten Artikel zu bestellen. Dieser ist allerdings nicht geliefert worden.

Eben hat sich der Mann dieser Kundin bei einer Mitarbeiterin erkundigt, ob die Ware mitgekommen sei. Da sie es nicht wusste, fragte sich mich und ich nannte ihr die richtige Antwort, die sie schließlich dem Kunden sagte.

Ein paar Minuten später sprach mich ein Kunde an: Ob dieser bestimmte Artikel denn mitgeliefert worden wäre, wollte er wissen. Seine Frau hätte gesagt, dass wir versuchen wollten, den zu bestellen.

Meine Antwort: Den haben wir leider nicht bekommen. Hat meine Kollegin ihnen das eben gar nicht ausgerichtet?

Seine Reaktion: Doch, aber ich wollte Sie nochmal selber fragen.

Mit beteiligt

Ein Kunde sprach mich gerade an:

Habt ihr kein normales Beck's mehr?

Nein, leider nicht. Wir bekommen zwar morgen wieder das volle Sortiment, aber am Samstag sind wir restlos geplündert worden...

Ich weiß. ich war daran mit beteiligt.

Wenigstens konnten wir beide darüber lachen. :-)

Sie weiß sowas nicht...

Eine ältere Kundin gab Leergut ab. Einige Minuten später stand sie wieder an der Lagertür und rief nach mir, um mir mitzuteilen, dass ich mich da wohl "etwas vertan" hätte.

Ich hatte dreizehn Bierflaschen und drei Colaflaschen.

Stimmt. Daran erinnerte ich mich noch genau. Ein Blick auf den Leergutbon beruhigte mich: Dreizehn mal acht Cent und dreimal fünfzehn Cent hatte ich ihr ausgezahlt. Insgesamt 1,49€. Das stimmte ganz genau und so erklärte ich es ihr in Ruhe.

Achso, das wusste ich nicht. Ich trinke sonst kein Bier und habe darum keine Ahnung von sowas.

Keine Ahnung. Und warum beschwert sie sich dann?

Shopblogger's Twelve

Morgens um 7 Uhr war ich es gewohnt, dass mehrere Kunden schon vor dem Laden gewartet haben und hineinströmten, sobald man die Türen aufschloss.

Wenn Montag Morgen um kurz nach 0:00 Uhr ungelogen zwölf Kunden vor der Tür stehen, bringt mich das allerdings schon zum staunen. :-)

Guten Morgen erstmal. Ich mach' heute die Nachtschicht.

Riesengroßes Fragezeichen

Das Telefon klingelte. Ich ging ran, meldete mich wie immer. Eine Frau war dran, die sich freundlich meldete und sich nach den Öffnungszeiten erkundigte:

Guten Abend, ich wollte nur Fragen, wie lange Sie noch geöffnet haben.

Noch ungefähr vier Stunden.

Noch ungefähr vier Stunden?

Ja, genau.

Alles klar, vielen Dank.

Ich konnte das Gesicht der Frau zwar nicht sehen, aber der Tonfall in ihrer Gegenfrage ließ vermuten, dass das Fragezeichen, das wie in einem Comic in dem Moment über ihrem Kopf schwebte, geradezu gigantisch war. :-)

Telefonanbieter

Eine Kundin wollte eine Guthabenkarte für ihr Pre-Paid-Handy haben. Der Kollege erkundigte sich:

Bei welchem Anbieter sind die denn?

Nokia.

Zum Glück konnte ein Blick auf die in das Telefon eingelegte SIM-Karte weiterhelfen. :-)

Die Nächte des Schacherns

Ich habe keine Idee, warum das so ist, aber zu später Stunde scheint der Trieb zum Handeln bei den Leuten durchzukommen...

Eine Kundin wollte eben Kinderzahnbürsten haben.
Sie fragte mich:

Wenn ich zehn nehme, brauche ich doch bestimmt nur acht zu bezahlen, oder?

Mein darauf folgendes Angebot lautete allerdings anders:

Wenn Sie zehn kaufen, gebe ich Ihnen noch eine obendrauf.

Zwei. Na, los. Wenn ich zehn kaufe, bekomme ich zwei dazu.

Nein. Eine.

Hey, wir wollen uns doch jetzt nicht wegen einer Zahnbürste streiten...?

Stimmt wollte ich nicht. Und darum blieb ich dabei, ihr eine dazuzugeben, wenn sie zehn bezahlt. Das wollte sie dann allerdings doch nicht...

10 Kisten

Um bei den Simpsons zu bleiben: D'Oh!

Ein Kunde wollte eben gerade 10 Kisten Beck's Bier haben. Nachdem er wir um den Preis geschachtert hatten, gab ich ihm die Kisten für den Preis von neun mit.

Das Bier hatte er in einen großen Einkaufswagen gestapelt. Und als er eben bei mir im Eingangsbereich den Wagen die eine Stufe runterpoltern ließ, polterte nämlich noch mehr. Nämlich die Kisten aus dem Wagen und gegen sein Auto und die Flaschen auf den Gehweg - natürlich nicht ohne Sachschaden.

Da waren die ganzen Verhandlungen vergeblich gewesen...

Pervers

Gespräch mit einer Kundin:

Wann machen Sie morgens auf?

Wir haben rund um die Uhr geöffnet.

Die ganze Nacht durch?

Ja. Non stop.

Das ist ja pervers.

Wenn sie meint. :-)

Frau Oberlehrerin

Die hat's mir jetzt aber gegeben.

Eine Kundin, Mitte fünfzig, hat mich gerade oberlehrerhaft darüber belehrt, dass die 24-Stunden-Öffnung ein Unding wäre. Nachts hätte man zu schlafen, nur die jungen Mütter, die kein Geld hätten, müssten nachts arbeiten und würden von ihren Familien gerissen. Kinder würden im Dunkeln verschleppt werden und es müsse ja wohl generell nicht sein, dass man hier amerikanische Verhältnisse schafft.

Naja, sie will hier ab jetzt nicht mehr einkaufen, um solche Machenschaften nicht zu unterstützen. Find' ich gut. Solche Leute regen mich sowieso nur auf. :-)

Sie Ärmste

Eine Passantin kam in den Laden und sprach meine Mitarbeiterin an der Kasse an:

Ist das kein Schreibfehler, "rund um die Uhr"?

Nein.

Sie Ärmste.

Was glauben die Leute eigentlich? Dass einzelne Mitarbeiter zu 24-Stunden-Schichten verdonnert werden?!?

Das wäre doch eine zuvorkommende Sozialleistung: Streichhölzer, damit die Augen nicht zufallen... :-)

Müde Kunden

Notiz am Rande: Die langen Öffnungszeiten bringen ein sehr auffälliges Phänomen mit sich...

Ich habe selten Kunden so oft gähnen gesehen, wie nun in den letzten zwei Wochen zu den Abend- und Nachtstunden. :-)