Ich liebe den Job an der Kasse. Direkter bekommt man Kunden und ihre Reaktionen kaum mit.
Ein Kunde, etwa Anfang 30 und von kräftiger Statur, kaufte für ca. 30 Euro Lebensmittel ein. Eine anscheinend schon recht alte, zierliche Frau wollte ein lockeres Gespräch anfangen: "Da haben Sie jetzt ja den Wocheneinkauf für Ihre Famile zusammen..."
Der Kunde: "Das ist für mich alleine. Für's Wochenende."
Ein Kunde, etwas abgerissen, stark alkoholisiert, sprach mich eben im Laden an: "Hey, Uwe. Mein Namensgedächtnis funktioniert wenigstens noch." Und freute sich.
Ich habe ihn etwas irritiert angesehen und wusste nicht genau, was er von mir wollte.
Du bist doch Uwe, oder? Ich bin der Alex. Wir haben uns doch vor ein paar Tagen unterhalten...
Nein, ich bin nicht Uwe. Das wüsste ich.
Oh, Entschuldigung. Dann hab' ich dich verwechselt.
Eine ältere Kundin suchte weiße Schuhcreme. Ich habe keine im Sortiment, konnte ihr aber einen guten Tipp geben: "Genau nebenan ist ein Schuster und schräg gegenüber ein Schuhgeschäft. Bei einem von beiden werden Sie die bestimmt bekommen."
Ein Kunde hat mich darum gebeten, ob ich ihm das Plakat, entweder in Originalgröße oder auch gerne in verkleinerter Form, mitgeben könnte.
Warum, wollte ich wissen.
Nun: Seine Mitbewohner im Haus glauben ihm einfach nicht, dass wir hier wirklich rund um die Uhr geöffnet haben - und er wollte mit dem Schild im Haus etwas Werbung für uns machen. Das ist doch nett.
Eine Kundin hat eben Leergut abgegeben. Viele kleine Bierflaschen in einer relativ hohen, schlanken Fahrradtasche, die oben mit einem recht kräftigen Klettverschluss geschlossen werden kann.
An diese §%/&!-Taschen gehört ein Warnhinweis, dass man nicht mit kurzärmligen Kleidungsstücken hineinfassen sollte. Die Hakenreihe vom Klettverschluss war jedenfalls recht kratzig.
Eine Kundin sprach mich gerade an und wollte wissen, ob das jetzt richtig sei, dass wir Leergut nach wir vor nur bis halb acht annehmen würden. Ich war etwas irritiert und vermutete, dass sie etwas mit unseren Öffnungszeiten verwechselte. Darum erklärte ich ihr, dass wir rund um die Uhr geöffnet hätten und auch genauso lange Leergut annehmen würden.
Das mit den Öffnungszeiten wusste sie. Aber einer meiner Mitarbeiter hätte ihr angeblich gesagt, dass wir Leergut eben nur bis 19:30 Uhr annehmen würden.
Ein Stammkunde hat mich um eine Sonderbestellung gebeten: Ob ich ihm Sammelbilder von Knut besorgen kann. Er entschuldigte sich mit den Worten, dass es ein Geschenk für ein junges Familienmitglied sein soll, die sich die Bilder doch so sehr wünscht.
Ich werde mal sehen, was ich tun kann.
Gut, dass der Herr nicht nach Oettinger-Bier gefragt hat. Dafür würde ich mir nämlich nichtmal die Mühe machen, eine Telefonnummer herauszusuchen.
Eine Frau klingelte eben an der Leergutklingel. Dicht gefolgt von einem "Hallo.", das offenbar einem meiner Mitarbeiter galt. Ich stand deshalb zuerst nicht von meinem Bürostuhl auf und arbeitete am Schreibtisch weiter.
Es klingelte wieder. Ich sprang auf und ging zur Leergutkasse. Während ich die Flaschen der Kundin wegsortierte, versuchte ich herauszufinden, wem das "Hallo." gegolten hatte. Es galt niemandem direkt, sondern die Frau hatte einfach so pauschal in den Raum hinein gesprochen. Ich versuchte, ihr mitzuteilen, dass dies sehr missverständlich war und sie nur deshalb länger warten musste, da ich davon ausging, dass sie bereits von einem Mitarbeiter bedient wird.
Das hat sie alles aber gar nicht verstanden. Im Gegenteil sogar: Sie machte sich darüber regelrecht lustig und brachte sogar Sprüche wie "Ist es jetzt schon verboten, hallo zu sagen?"
Ja, ich fühlte mich von ihr regelrecht ausgelacht, sagte dazu aber gar nichts mehr und gab ihr nur noch den Leergutbon...
Ich hatte zwar exakt den selben Blogeintrag schon vor genau einer Woche, aber ich kann mich irgendwie nicht daran gewöhnen, zur Öffnung am Montag Morgen um kurz nach null Uhr so viele Kunden im Laden zu haben.
Nicht, dass es mir unangenehm ist. Natürlich ist es schön und wünschenswert, wenn die Öffnungszeiten in ihrer vollen Ausdehnung angenommen werden, aber zumindest die frühen Montagnachtstunden hätte ich eher als Kuriosum zur Erfüllung des Gesamtkonzepts angesehen.
Aber wenn eine Kundin um 23 Uhr nach einer zweiten Kasse schreit, obwohl gerade mal 5 Leute vor ihr stehen, die alle jeweils maximal ein paar Teile in der Hand halten, empfinde ich dies schon als stark übertrieben.
Ich hatte in der Vergangenheit mehrmalsüberdieAngewohnheit mancher Kunden berichtet, leere Eierkartons mitzubringen. Ich habe kein Schild angebracht, weil's sowieso niemand liest, und ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr darüber hier im Blog zu berichten. Ich lebte einfach damit, dass hin und wieder eine leere Eierpappe im Regal stand.