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Riesengroßes Fragezeichen

Das Telefon klingelte. Ich ging ran, meldete mich wie immer. Eine Frau war dran, die sich freundlich meldete und sich nach den Öffnungszeiten erkundigte:

Guten Abend, ich wollte nur Fragen, wie lange Sie noch geöffnet haben.

Noch ungefähr vier Stunden.

Noch ungefähr vier Stunden?

Ja, genau.

Alles klar, vielen Dank.

Ich konnte das Gesicht der Frau zwar nicht sehen, aber der Tonfall in ihrer Gegenfrage ließ vermuten, dass das Fragezeichen, das wie in einem Comic in dem Moment über ihrem Kopf schwebte, geradezu gigantisch war. :-)

Telefonanbieter

Eine Kundin wollte eine Guthabenkarte für ihr Pre-Paid-Handy haben. Der Kollege erkundigte sich:

Bei welchem Anbieter sind die denn?

Nokia.

Zum Glück konnte ein Blick auf die in das Telefon eingelegte SIM-Karte weiterhelfen. :-)

Die Nächte des Schacherns

Ich habe keine Idee, warum das so ist, aber zu später Stunde scheint der Trieb zum Handeln bei den Leuten durchzukommen...

Eine Kundin wollte eben Kinderzahnbürsten haben.
Sie fragte mich:

Wenn ich zehn nehme, brauche ich doch bestimmt nur acht zu bezahlen, oder?

Mein darauf folgendes Angebot lautete allerdings anders:

Wenn Sie zehn kaufen, gebe ich Ihnen noch eine obendrauf.

Zwei. Na, los. Wenn ich zehn kaufe, bekomme ich zwei dazu.

Nein. Eine.

Hey, wir wollen uns doch jetzt nicht wegen einer Zahnbürste streiten...?

Stimmt wollte ich nicht. Und darum blieb ich dabei, ihr eine dazuzugeben, wenn sie zehn bezahlt. Das wollte sie dann allerdings doch nicht...

10 Kisten

Um bei den Simpsons zu bleiben: D'Oh!

Ein Kunde wollte eben gerade 10 Kisten Beck's Bier haben. Nachdem er wir um den Preis geschachtert hatten, gab ich ihm die Kisten für den Preis von neun mit.

Das Bier hatte er in einen großen Einkaufswagen gestapelt. Und als er eben bei mir im Eingangsbereich den Wagen die eine Stufe runterpoltern ließ, polterte nämlich noch mehr. Nämlich die Kisten aus dem Wagen und gegen sein Auto und die Flaschen auf den Gehweg - natürlich nicht ohne Sachschaden.

Da waren die ganzen Verhandlungen vergeblich gewesen...

Pervers

Gespräch mit einer Kundin:

Wann machen Sie morgens auf?

Wir haben rund um die Uhr geöffnet.

Die ganze Nacht durch?

Ja. Non stop.

Das ist ja pervers.

Wenn sie meint. :-)

Frau Oberlehrerin

Die hat's mir jetzt aber gegeben.

Eine Kundin, Mitte fünfzig, hat mich gerade oberlehrerhaft darüber belehrt, dass die 24-Stunden-Öffnung ein Unding wäre. Nachts hätte man zu schlafen, nur die jungen Mütter, die kein Geld hätten, müssten nachts arbeiten und würden von ihren Familien gerissen. Kinder würden im Dunkeln verschleppt werden und es müsse ja wohl generell nicht sein, dass man hier amerikanische Verhältnisse schafft.

Naja, sie will hier ab jetzt nicht mehr einkaufen, um solche Machenschaften nicht zu unterstützen. Find' ich gut. Solche Leute regen mich sowieso nur auf. :-)

Sie Ärmste

Eine Passantin kam in den Laden und sprach meine Mitarbeiterin an der Kasse an:

Ist das kein Schreibfehler, "rund um die Uhr"?

Nein.

Sie Ärmste.

Was glauben die Leute eigentlich? Dass einzelne Mitarbeiter zu 24-Stunden-Schichten verdonnert werden?!?

Das wäre doch eine zuvorkommende Sozialleistung: Streichhölzer, damit die Augen nicht zufallen... :-)

Müde Kunden

Notiz am Rande: Die langen Öffnungszeiten bringen ein sehr auffälliges Phänomen mit sich...

Ich habe selten Kunden so oft gähnen gesehen, wie nun in den letzten zwei Wochen zu den Abend- und Nachtstunden. :-)

Glaubt sie

Während ich dabei war, das Leergut einer Kundin wegzusortieren, stelle sich eine andere Kundin an die Lagertür. Diese sah mich nicht sofort, da ich um die Ecke stand - allerdings konnte ich den kurzen Dialog zwischen den beiden verstehen:

Kundin 2, sieht die wartende Kundin 1: Haben Sie schon geklingelt?

Kundin 1: Ich glaube, da ist schon jemand.

Nun frage ich mich: War "ich glaube" nur eine dahergesagte Floskel oder hatte sie wirklich nicht mitbekommen, dass ich sie gegrüßt und ihr die paar Flaschen aus der Hand genommen hatte?!?

Er hat "morgen" gesagt

Die Kundin war spürbar unerfreut darüber, dass sie auf ihre bis 9 Uhr bestellten 70 Brötchen warten musste. Dabei waren sie sogar extra schon bei der Bestellung bezahlt worden, damit jemand die Semmeln einfach zwischendurch hier rausholen kann, ohne sie erst einpacken oder gar darauf warten zu müssen, dass sie fertig gebacken werden.

Nun - der Mann dieser Kundin war am Donnerstag Nachmittag hier und hat für "morgen" die Brötchen bestellt. Zur Abholung zwischen 7 und 9 Uhr.

Zum Glück hatte die Frau Verständnis dafür, dass wir die Brötchen gestern Nachmittag noch verkauft und nicht für sie bis heute Morgen aufbewahrt haben. :-)

Sortimentslücke

Wir sollten uns hier unbedingt auf die Bedürftnisse der Partygänger anpassen. Den Biervorrat habe ich schon aufgestockt.

Jetzt fehlen nur noch künstliche Fingernägel. :-)

Die wollten jedenfalls gerade zwei Mädels kaufen, die anscheinend dabei waren, sich für eine Party oder Discorunde vorzubereiten.

Leergut in den Nachtstunden

Eben hat mich der zweite Kunde an diesem Abend gefragt, ob wir auch rund um die Uhr Leergut annehmen würden. Auf meine Bestätigung hatten beide Kunden erfreut, aber auch verwundert reagiert.

Ich verstehe nicht, was daran so aussergewöhnlich sein soll. Wenn wir rund um die Uhr verkaufen können, sollten die Kunden meiner Meinung nach auch ihr Leergut loswerden dürfen. Das ist ja so, als wenn die Feuerwehr nachts nur ausrücken würde, um fröhliche Lagerfeuerlieder zu singen. ;-)

Kunde Nummer zwei klärte mich übrigens noch auf: Die Tankstellen hier in der Gegend scheinen nachts tatsächlich kein Leergut anzunehmen.

Die Frau hat's gesagt

Es ist wirklich faszinierend, die Reaktionen der Leute zu erleben, die sich dadurch ergeben, dass mein Hinweis auf die 24-Stunden-Öffnung einen Tag lang nicht hier vor dem Laden stand.

Heute Morgen auf dem Weg zur Firma habe ich die halbe Strecke mit einem Stammkunden gesprochen. Er erzählte mir, dass seine Frau ihm gesagt hatte, dass wir wohl doch nicht mehr rund um die Uhr geöffnet hätten. Das Schild hätte gestern, als sie hier einkaufen war, nicht mehr vor der Tür gestanden.

Der Aufsteller ist momentan tatsächlich der einzige Hinweis darauf. Wenn man von den permanent offen stehenden Türen und der Dauerfestbeleuchtung mal absieht. Es wird wirklich Zeit, die am Laden angebrachten Öffnungszeiten anzupassen...

Doppelt bezahlt

Eine Kundin rief eben an und reklamierte, dass ihr ein Teil doppelt berechnet worden wäre.
Ich entschuldige mich dafür und erklärte, dass so etwas immer mal vorkommen könne. (Es reicht bei Scannerkassen eine kleine Unachtsamkeit oder ein fremdes Geräusch, das das Piepen des Scanners übertönt, und schon merkt man nicht, dass ein Artikel schon gebucht wurde.)

Da es sich nur um einen kleinen Betrag in Höhe von rund zwei Euro handelte, bot ich der Kundin an, dass sie sich einfach beim nächsten Einkauf, bzw. wenn sie wieder einmal hier in der Nähe sei, das Geld auszahlen lassen könne und nicht extra herzufahren braucht. Sie fand das Angebot zwar nett, bevorzugte dennoch, sich das zu viel gezahlte Geld gleich wieder abzuholen.

Ich hätte mir bei dem Angebot nicht die Mühe gemacht, noch einmal zwei zehnminütige Busfahrten auf mich zu nehmen...

Wie erwartet

Mein Aufsteller steht immer noch im Lager, da es draußen nach wie vor sehr windig ist. Aber als hätte ich es gestern Mittag geahnt: Es hat nicht einmal einen Tag gedauert, bis eine Kundin fragte, ob wir jetzt keine 24 Stunden mehr auf hätten.

Bei der Frau handelt es sich um eine Stammkundin mittleren Alters, von der ich nicht annehme, dass sie dieses Blog kennt und deshalb die Frage mutwilllig gestellt hat. :-)