Ein Kunde suchte etwas unsicher in unserer riesigen Auswahl an Sechserträgern Bier herum. Ein Mitarbeiter, der gerade in der Nähe Ware verräumte, fragte, ob er ihm helfen könne. Der Kunde verneinte und griff relativ zielsicher zu einem Träger Staropramen.
Um das Gespräch nicht ganz so aprupt beenden zu lassen, ergänzte mein Mitarbeiter noch ein paar Zusatzinfos zu dem Bier: "Etwas Besonderes. Das ist nämlich das älteste tschechische Bier."
Kunde: "So lange haben Sie das doch noch gar nicht..?"
Randnotiz: Sie war nach langer Zeit mal wieder auffällig.
Unser Eigenmarken-Speiseeis wurde bislang in einer länglichen, rechteckigen Packung ausgeliefert. Nun bekommen wir es in immer noch eckigen, allerdings quadratischen Verpackungen. Inhaltlich hat sich nichts geändert und wenn irgendeiner wenig Einfluss auf das Design einer Verkaufsverpackung hat, dann ein einzelner Einzelhändler.
Dennoch soll ich mich nun dafür einsetzen, dass das Eis wieder in die längliche Packung abgefüllt wird, da sie es ansonsten nicht mehr kaufen würde.
Ich denke, die gute Frau wird mit der Enttäuschung leben müssen...
Sehr frühmorgendlicher Anruf eines Mannes, der sich bei mir erkundigte, wie lange wir noch geöffnet hätten.
Meine Antwort "Noch eine knappe Woche." hat er zum Glück auf Anhieb richtig verstanden und sich gefreut, endlich eine 24-Stunden-Einkaufsmöglichkeit gefunden zu haben. :)
Zwei Kunden gingen durch den Laden. Sie sprachen nicht viel miteinander, was daran gelegen haben könnte, dass der eine Kopfhörer trug. Offensichtlich waren sie auch in Gebrauch, denn ich konnte das Schnarren noch in knapp drei Metern Entfernung wahrnehmen. Dieser Kunde hielt eine leere Pfandflasche in der Hand und ich sprach ihn aus etwas Distanz an und fragte, ob ich ihm die Flasche abnehmen soll.
Keine Reaktion.
Seine Begleiter hatte mitbekommen, dass ich etwas von ihnen wollte und stupste den Musikhörer an, aus dessen Mund als Reaktion ein etwas unsauber artikuliertes "Was?" kam, an. "Die Flasche!!!
Der mit den Kopfhörer guckte erst etwas irritiert, trotte aber dann zur Leergutannahme, wo ich ihm das leere Gefäß abnahm und ihm dafür einen Pfandbon überreichte. Dies ging, aus wohl verständlichen Gründen, sehr wortkarg vonstatten. :)
Ein Nachbarskind hat mich darauf heute angesprochen, dass ihre kleine Schwester eine Kette hier im Laden verloren haben soll. Ich beruhigte sie: "Wenn wir die finden, bringe ich die eben rüber oder gebe sie deinen Vater."
Sie sah mich traurig an und erklärte mir, dass das nicht geht.
Nun kenne ich die Familie schon seit über sieben Jahren und ausgerechnet heute sind sie weggezogen...
Ich war im hinteren Teil des Lagers, als sich eine Kundin mit einer Tüte voller leerer Flaschen der Leergutannahme näherte. Als ich sie sah, ging ich ihr sofort entgegen. Als ich noch ca. sechs Meter von ihr entfernt war, trafen sich unsere Blicke. Ich nickte zum Gruß, sie stellte die Tüte auf den Boden...
Eine Kundin grinste mich gerade an der Ben&Jerry's-Truhe an: "Das solltet ihr wieder abschaffen. Viel zu gefährlich!"
Ich dachte zuerst, sie wollte auf moralischer Ebene irgendwie gegen ein Produkt des Unilever-Konzerns angehen. Allerdings bezog sich ihre Aussage nur scherzhaft auf den Suchtfaktor einiger B&J-Sorten und die darin enthaltenen vielen, bösen Kalorien. :)
Eine Kundin stand bei mir an der Kasse und stapelte einige Waren auf das Förderband. Ganz unten in ihrem mitgebrachten Einkaufskorb lag noch eine Packung Staubsaugerbeutel der gleichen Marke, wie ich sie hier auch im Sortiment habe. Da das Regal mit den Staubsaugerbeuteln hier aber in unmittelbarer Nähe der Kasse steht und gut einsehbar ist, wusste ich, dass sie die Wahrheit sagte, als sie erklärte, dass sie Packung mitgerbracht hätte.
Ich wies sie dennoch freundlich darauf hin, zukünftig in solchen Fällen vorsichtshalber beim Betreten des Marktes kurz an der Kasse Bescheid zu sagen und auf die mitgebrachte Ware hinzuweisen. Nur, um Missverständnissen vorzubeugen.
Die Kundin erklärte, dass sie die Beutel bei einem Fachgeschäft hier in der Nachbarschaft gekauft hätte. Nachdem sie wusste, dass ich ebenfalls Staubbeutel im Sortiment habe, erkundigte sie sich nach dem Preis. Ich sah nach und nannte ihr den genauen Betrag (8,99€).
Die Kundin guckte etwas verärgert: "Da vorne habe ich eben zehn Euro bezahlt."
Ich liebe den Job an der Kasse. Direkter bekommt man Kunden und ihre Reaktionen kaum mit.
Ein Kunde, etwa Anfang 30 und von kräftiger Statur, kaufte für ca. 30 Euro Lebensmittel ein. Eine anscheinend schon recht alte, zierliche Frau wollte ein lockeres Gespräch anfangen: "Da haben Sie jetzt ja den Wocheneinkauf für Ihre Famile zusammen..."
Der Kunde: "Das ist für mich alleine. Für's Wochenende."
Ein Kunde, etwas abgerissen, stark alkoholisiert, sprach mich eben im Laden an: "Hey, Uwe. Mein Namensgedächtnis funktioniert wenigstens noch." Und freute sich.
Ich habe ihn etwas irritiert angesehen und wusste nicht genau, was er von mir wollte.
Du bist doch Uwe, oder? Ich bin der Alex. Wir haben uns doch vor ein paar Tagen unterhalten...
Nein, ich bin nicht Uwe. Das wüsste ich.
Oh, Entschuldigung. Dann hab' ich dich verwechselt.
Eine ältere Kundin suchte weiße Schuhcreme. Ich habe keine im Sortiment, konnte ihr aber einen guten Tipp geben: "Genau nebenan ist ein Schuster und schräg gegenüber ein Schuhgeschäft. Bei einem von beiden werden Sie die bestimmt bekommen."