Zwei junge Männer gaben Leergut ab. Als der Bon gedruckt wurde, zogen sie, sobald sie den Papierstreifen greifen konnten, ihn noch während des Druckvorgangs mit einem kräftigen Ruck auf gut einem halben Meter Länge aus dem Drucker.
So ein Verhalten kann ich nicht ab und so stellte ich die beiden noch im Laden zur Rede. Thema der Kurzexkursion: Umgang mit fremdem Eigentum. Die Antwort war wenig verblüffend: "
Das war ja nicht mit Absicht."
Nicht? Achso, gut, dann nehme ich alles zurück. Passiert mir nämlich auch immer wieder, wenn ich mit Sekundenkleber gearbeitet habe und das Zeugs noch an den Händen kleben habe...
Themenwechsel:
Beim (Vor-)Produzieren der Bilderreihe "
Wie Björn zu seinem SPAR-Markt kam – Teil 1-80" habe ich zwar die Sonntage ausgeklammert, die Feiertage jedoch vergessen. Darum gibt es morgen keine Bilder, am Montag dagegen schon. In der Hoffnung, dass die beiden Typen am Leergutautomaten für das letzte blogbare Ereignis dieser Woche gesorgt haben, verabschiede ich mich.
Wünsche euch allen frohe Ostern. Bis Dienstag dann.
Ein Mann stellte zwei leere Getränkekisten (also nur die Rahmen ohne Flaschen) direkt hinter der offenstehenden Lagertür auf den Fußboden. Meiner erster Gedanke war, dass er versuchen wollte, diese als Leergut einzulösen.
Ich wartete ab. Ein paar Sekunden später stellte er wieder ein paar leere Kisten dazu und ging wieder in den Laden.
Als ich gerade auf dem Weg war, um mir die Sache aus der Nähe anzusehen, stellte er noch mehr leere Rahmen auf die bereits aufgeschichteten. Sagte nichts, ließ sie einfach stehen. Ging zurück zur Getränkeabteilung, nahm sich mehrere Bierflaschen und ging damit zur Kasse, um sie zu bezahlen.
Nett, dass jemand einfach mal aus freien Stücken die Arbeit hier im Laden unterstützt. Hat man ja auch nicht so oft.
In den letzten Wochen hatte ich hier eine noch bis heute laufende Oster-Ausmalbilder für Kinder ausliegen. Wer das bunt ausgemalte Blatt abgegeben hat, bekam eine kleine Überraschung, meistens in Form eines kleinen Schokoriegels, und das Bild wurde hier im Laden aufgehängt.
Den "Kinderriegel", den eine Kollegin einem etwa drei- bis vierjährigem Jungen in die Hand drückte, nahm er dankbar und mit leuchtenden Augen, aber komplett wortlos entgegen.
Seine Mutter konnte das so natürlich nicht hinnehmen und stubbste ihren Nachwuchs vorsichtig in die gewünschte Richtung: "Naaa, was sagt man zu der Tante?"
"Arschloch."
Auf dem Monitor der Videoanlage erblickte ich zwei Personen, die ich aus irgendeinem Grunde direkt als "VP" (interne Abkürzung bei uns für "Verdächtige Person") einstufte. Möglicherweise waren ihre aufgeblähten Lederjacken Schuld daran, da unsere "Lieblingszielgruppe" (die in dieser Gegend stark vertretenen, in Gruppen auftretenden und extrem gewaltbereiten Heranwachsenden) diese auch gerne trägt.
Irgendwann fiel mir bei einem der beiden Männder der Schriftzug "POLIZEI" auf dem Rücken auf und bei genauerer Betrachtung passte auch der Rest dazu.
Kann ja mal vorkommen.
Ein Kunde stellte mir ein paar Fragen bezüglich unserer Öffnungszeiten in den nächsten Tagen. Ich hatte das Gefühl, er wollte nur seine Meinung bestätigt haben – umso enttäuschter schien er, als ich ihm die Wahrheit sagte.
Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag sind nunmal Feiertage und daran, dass wir an den Tagen nicht öffnen dürfen, ändert auch unserer regulärer Rund-um-die-Uhr-Betrieb nichts.
Morgen geht es hier im Blog vollautomatisch mit Teil 57 und Teil 58 der Bilderserie weiter und von mir gibt es frischen "Stoff" wieder am Samstag. Ich halte hier in der Firma heute noch rund zwei Stunden durch wünsche euch allen schonmal morgen einen schönen und erholsamen Feiertag.
Ein Kunde staunte gerade gerade über die Vitrine im Kühlregal. "Ich habe noch nie in einem Supermarkt eine abgeschlossene Vitrine gesehen", erklärte er.
Ich habe ihn nicht gefragt, ob er nicht aus Bremen stammt, aber es hat schon in den Fingern gekitzelt. Ich kenne viele meiner Kollegen, die mindestens Spirituosen hinter Verschluss lagern.
Kollegin über einen Kunden, der vor allem durch eine recht starke olfaktorische Wirkung auffällt: "
Der riecht immer so ungelüftet."
So kann man's auch ausdrücken.
Ich weiß nicht genau, ob oder wie ernst gemeint der Spruch eines Kunden war, dass es eben auch Menschen geben müsse, die einen "
Scheißjob" machen müssten. So wie die
scheiß Nachtschicht in so einem
scheiß Supermarkt.
Seine Reaktion auf meine Antwort, dass wir das nur für so "scheiß Kunden wie ihn" machen würden, blieb erwartungsgemäß aus.
Schade eigentlich. Irgendwie warte ich ja noch darauf, dass jemand seine hohlen Aussagen wenigstens mal in einer Diskussion mit (scheibar) nicht zu widerlegenden Argumenten zu festigen versucht.
Wow: Kurz vor Null Uhr und wir brauchen zwei Kassen.
Eine Kundin, offenbar auch nicht mehr ganz
alleine nüchtern, fühlte sich an der Kasse unfreundlich behandelt und beschwerte sich bei mir über meinen Mitarbeiter.
Sie drohte unter anderem mit einem
Disziplinarverfahren gegen den Kassierer, der sie so menschenunwürdig behandelt hat.
...
Kundenwunsch:
Ich suche Alkohol. Sowas wie Chantre oder so'ne Scheiße.
Ich find's befremdlich, wenn Leute
so über Produkte reden, die sie konsumieren wollen...
Eine Kundin beschäftigte eine Kollegin mehrere Minuten. Sie suchte Tee, Teebeutel, Teefilter und ließ sich die verschiedenen Möglichkeiten der Teezubereitung erklären. Irgendwann stutzte die Kundin und meinte: "Oh, ich will Sie jetzt aber nicht weiter von der Arbeit abhalten. Nicht, dass Sie noch Ärger mit ihrem Chef bekommen."
"Ich bekomme höchstens Ärger, wenn ich mir nicht die Zeit für Sie nehme." erklärte meine Mitarbeiterin.
"Da sind Sie aber wohl die große Ausnahme. Ich kenne es von anderen Läden nur so, dass einem nichts oder nur ganz knapp gezeigt wird."
Kenne ich vom Discounter aus eigener Erfahrung leider auch. Habe vor langer Zeit während meiner kurzen Anstellung bei "Plus" auch alle Kunden konsequent zur Ware geführt und auch Fragen beantwortet. Gab mal Mecker vom Vorgesetzten, war mir aber egal. Ich habe das Verhalten beibehalten und trimme hier in meiner eigenen Firma alle Mitarbeiter ausdrücklich darauf, die Kunden zur Ware zu begleiten und sich entsprechend Zeit zu nehmen.
"
Gut festhalten!", ermahnte die junge Mutter ihren etwa vier- oder fünfjährigen Nachwuchs vor dem Eierregal. "
Wenn du die fallen lässt, sind sie kaputt."
Muss ich noch weiterschreiben?
Eine Kundin wollte wissen, ob ich ihr eine "Kleingeldsammlung" eintauschen könnte. "
Könen Sie doch immer gebrauchen?"
Können wir, sicher. Und noch bevor ich wusste, was mich erwartete, schlug ich vor, das Kleingeld auf dem Deckel einer meiner Tiefkühltruhen zu sortieren. Die benutze ich sehr gerne als Arbeitsfläche, da sie groß sind, eine angenehme Höhe haben und freie Sicht in den Laden bieten.
Keine zwei Minuten, ich kam gerade mit zwei Zählbrettern aus dem Büro, türmte sich ein knapp zehn Zentimeter hoher Schüttkegel aus den verschiedenen Euro- und Centmünzen auf. Das Kupfergeld hatte den deutlich größten Anteil.
Nachdem alles wegsortiert war, wurde auch klar, was in der Sammlung auch einen großen Anteil hatte: Staub, Haare, eine Büroklammer, Krümel und etliche einzelne unbenutze Heftklammern...