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Ohwei...

Eine Kundin, offenbar auch nicht mehr ganz alleine nüchtern, fühlte sich an der Kasse unfreundlich behandelt und beschwerte sich bei mir über meinen Mitarbeiter.

Sie drohte unter anderem mit einem Disziplinarverfahren gegen den Kassierer, der sie so menschenunwürdig behandelt hat.

...

Gewusst, was

Kundenwunsch:
Ich suche Alkohol. Sowas wie Chantre oder so'ne Scheiße.
Ich find's befremdlich, wenn Leute so über Produkte reden, die sie konsumieren wollen...

Der Chef meckert bestimmt nicht DESWEGEN

Eine Kundin beschäftigte eine Kollegin mehrere Minuten. Sie suchte Tee, Teebeutel, Teefilter und ließ sich die verschiedenen Möglichkeiten der Teezubereitung erklären. Irgendwann stutzte die Kundin und meinte: "Oh, ich will Sie jetzt aber nicht weiter von der Arbeit abhalten. Nicht, dass Sie noch Ärger mit ihrem Chef bekommen."

"Ich bekomme höchstens Ärger, wenn ich mir nicht die Zeit für Sie nehme." erklärte meine Mitarbeiterin.

"Da sind Sie aber wohl die große Ausnahme. Ich kenne es von anderen Läden nur so, dass einem nichts oder nur ganz knapp gezeigt wird."

Kenne ich vom Discounter aus eigener Erfahrung leider auch. Habe vor langer Zeit während meiner kurzen Anstellung bei "Plus" auch alle Kunden konsequent zur Ware geführt und auch Fragen beantwortet. Gab mal Mecker vom Vorgesetzten, war mir aber egal. Ich habe das Verhalten beibehalten und trimme hier in meiner eigenen Firma alle Mitarbeiter ausdrücklich darauf, die Kunden zur Ware zu begleiten und sich entsprechend Zeit zu nehmen.

Knackplatsch

"Gut festhalten!", ermahnte die junge Mutter ihren etwa vier- oder fünfjährigen Nachwuchs vor dem Eierregal. "Wenn du die fallen lässt, sind sie kaputt."

Muss ich noch weiterschreiben? ;-)

Kleingeld und Dreck

Eine Kundin wollte wissen, ob ich ihr eine "Kleingeldsammlung" eintauschen könnte. "Könen Sie doch immer gebrauchen?"

Können wir, sicher. Und noch bevor ich wusste, was mich erwartete, schlug ich vor, das Kleingeld auf dem Deckel einer meiner Tiefkühltruhen zu sortieren. Die benutze ich sehr gerne als Arbeitsfläche, da sie groß sind, eine angenehme Höhe haben und freie Sicht in den Laden bieten.

Keine zwei Minuten, ich kam gerade mit zwei Zählbrettern aus dem Büro, türmte sich ein knapp zehn Zentimeter hoher Schüttkegel aus den verschiedenen Euro- und Centmünzen auf. Das Kupfergeld hatte den deutlich größten Anteil.

Nachdem alles wegsortiert war, wurde auch klar, was in der Sammlung auch einen großen Anteil hatte: Staub, Haare, eine Büroklammer, Krümel und etliche einzelne unbenutze Heftklammern... :-O

Murphy mal wieder

Ein Kunde wollte wissen, ob wir eventuell ein Überbrückungskabel hätten. Seine Batterie vom Auto ist leer und ein Kabel würde ihm schon reichen.

Kein Problem, hab' ich im Auto...


...das doch dummerweise gerade zur Inspektion ist. Sorry.

Zwickmühle

Natürlich freut man sich über jeden Kunden, der einen in seinem Laden besucht. Die Konkurrenz ist vielfältig und gerade in den Städten hat man meistens mehrere Lebensmittelgeschäfte in leicht erreichbarer Nähe. Da ist es nicht selbstverständlich, dass der Kunde regelmäßig gerade zu einem Laden geht und daher beißt man mitunter schonmal in den sauren Apfel und lässt sich einiges von den Kunden gefallen. Man kennt das ja: Der Kunde ist König. Natürlich, gerne. Das ist unser Geschäft hier, Kunden zufriedenzustellen.

Aber wieviel muss und möchte man sich gefallen lassen?

Am Samstag Abend war ein Kunde hier im Laden, der bei und schon dafür bekannt (und berüchtigt) ist, dass er immer "auf den letzten Drücker" kommt. Es war bereits 0:05 Uhr und der Laden schon geschlossen. Die letzten Kunden standen schon an der Kasse, während er noch in aller Ruhe die Verpackungen von Waschmittel studierte.
Einen Kollegen schickte ich zu ihm, um die Nachricht zu überbringen, sich nicht nur etwas zu beeilen, da mein Mitarbeiter an der Kasse gerne Feierabend machen möchte. Wir wussten, was uns blühen konnte. Zu Rekordzeiten hat er umständlich seinen Einkauf fein säuberlich auf das Kassenband gestapelt, hinterher alles wieder ordentlich in den Wagen zurück und schließlich in aller Ruhe alles in den Einkaufstaschen verstauen. Wir hatten es tatsächlich schonmal geschafft, diesen Kunden erst um deutlich nach halb Eins rauslassen zu können.

Diesmal hatte das Einpacken nur rund eine Viertelstunde gedauert. Aber am Ausgang die nächste Überraschung: Das "Taxi" in Form seiner Frau würde erst in einer halben Stunde hier sein können und aufgrund der Witterung würde er gerne im Laden warten.
Dass manchen Leuten in so einem Moment ein einfaches "Nein, das geht leider nicht." nicht ausreicht. Warum muss darüber eine Diskussion mit einem meiner Mitarbeiter ausbrechen? Nach einigen Minuten gesellte ich mich dazu, erzählte, dass wir jetzt gerne selber Feierabend machen würden und dass ich ihn deshalb jetzt vor die Tür setzen müsse. Das wirkte.

Finsteres Unverständnis, ehrlich.

Obst und Milch

Drei auffällige Heranwachsende im Laden, Typ "Cooler Checker". Besorgter Blick zur Videoanlage.

Entwarnung: Sie kaufen frisches Obst, Milch, Jogurt, Müsli und ein paar Brötchen. Wenigstens mal kein Kinder Maxi King. :-)

Hure

Ein Pärchen kaufte ein. Genauso häufig, wie sie knutschend im Laden standen, gifteten sich die beiden an. Ziemlich sicher bin ich mir, dass der Spruch "blöde Hure" nach einer offensichtlichen Differenz nicht im Scherz gemeint gewesen war.

Aber egal, wie es gemeint war: Komische Beziehung. :-O

Die letzte Woche gekaufte Dose

Ein Kunde wollte eine Konservendose mit einer Suppe umtauschen, weil sich eine Zutat darin befand, die er nicht essen dürfe.

"Die habe ich letzte Woche gekauft."

"Haben Sie einen Bon dafür?"

"Nein."

Kam mir schon komisch vor. Das MHD der Dose reicht bis 2011. Das ist zwar noch eine Weile hin, aber Konserven halten nunmal normalerweise mehrere Jahre.
Also guckte ich bei uns im Warenwirtschaftssystem nach, wann wir diesen Artikel zuletzt verkauft haben: November 2009. Ahja. (Inzwischen haben wir einen Nachfolgeartikel mit etwas mehr Inhalt und anderer Artikelnummer im Regal stehen.)

Also letzte Woche haben Sie die nicht gekauft.

Vorletzte Woche vielleicht.

Da auch nicht. Wir haben den Artikel zuletzt vor etlichen Wochen verkauft."

Keine Ahnung, meine Frau hat die gekauft.

Ich glaubte ihm kein Wort. Da die Dose aber unverschlossen ungeöffnet und immerhin noch fast zwei Jahre haltbar war, habe ich sie trotzdem zurückgenommen. Wegen 1,49€ wollte ich da nun wirklich keine Diskussion starten.

Dropje for Dropje

Eine Kundin hatte eine beschädigte Frischmilchpackung in ihrem Einkaufswagen. Unglücklicherweise hatte sie die am Verschluss beschädigte Packung im Wagen hingelegt, so dass sie eine dünne weiße Spur beinahe im kompletten Laden verteilte.

Das Malheur war mit einem Wischmop schnell beseitigt.

Merkt man sowas denn nicht?!? :-O

Müde???

Ein Kleinkind schrie und plärrte sich eben im Laden regelrecht die Seele aus dem Leib.

Eine Kollegin: "Der ist total müde."

Müde? Wenn der müde ist, dann will ich den lieber gar nicht erleben, wenn er erstmal richtig wach ist. :-O

Knete

Ein kleiner Junge, vielleicht fünf Jahre alt, kam an die Kasse und forderte von meinem Mitarbeiter: "Gib mir Knete!"

Was? Wie? Überfall? Der Zwerg?

Die anfängliche Verwirrung wich aber schon sehr bald, denn die Mutter des Kleinen kam dazu und erklärte, dass sie Spielknete für ihn suchen würden.

Spielknete... Nicht, dass er alle zusammenmischt und hinterher aus dem dunkelgrauen Matsch eine eine Handfeuerwaffe formt. :-)

Nicht für die Juden!

In der Nacht war ein indischstämmiger Kunde mittleren Alters hier im Laden. Am Schluss seines Einkaufs hatte er eine Handvoll Kleingeld übrig und erkundigte sich, ob wir eine Kaffeekasse oder Spendendose hätten. Mein Mitarbeiter verwies auf die (inzwischen wieder geleerte) Spendendose vom Kinderhilfswerk und was ist die einzige Frage, die dem Inder dazu einfällt: "Und das ist auch garantiert nicht für die Juden?"

Wusste gar nicht, dass Inder so eine Panik vor Juden haben. :-)