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Nanu, Malzbier?

Ich habe hier eine relativ große Auswahl an Bier in Dosen. Dazwischen steht etwas unpassend, aber ursprünglich auf die Schnelle provisorisch platziert, Malzbier in Flaschen.

Zwei etwas heruntergekommen wirkende Kunden bedienten sich am Dosenregal, kramten unmittelbar danach an ihrem Rucksack herum und gingen zur Kasse. Dort legten sie zwar ein paar Flaschen auf das Band, aber keine Dosen. Die haben doch wohl nicht..?

Nein, haben sie nicht. Malzbier haben sie gekauft. Ist natürlich deren gutes Recht – aber mit der vielen Erfahrung, die ich hier im Laufe der Jahre mit allen möglichen und unmöglichen Kunden gemacht habe, kann ich sagen, dass ich mit allem, aber nun ausgrechnet nicht damit gerechnet habe. :-)

Gerissen

Mit der Tagespost trudel hier eben eine Initiativbewerbung einer Frau in meinem Alter ein. Die Zeugnisse sind okay, das Anschreiben knapp, sachlich und wenigstens mal ohne diese Lehrbuch-Textbausteine vom Arbeitsamt.

Den hässlichen, ausgefransten Kanten am oberen und rechten Rand des Anschreibens entnehme ich, dass es ursprünglich auf einen A2-Bogen gedruckt und dann herausgetrennt wurde.

Warum macht man sowas nur? :-O

Ihre Mutter?!?

Eine ziemlich alte Stammkundin, die sich von uns schon seit einigen Jahren beliefern lässt und die ich bislang immer auf mindestens Mitte achtzig geschätzt habe, suchte eine bestimmte Sorte Kaffee.

"Ach.", seufzte sie ins Telefon. "Den kauft meine Mutter doch auch immer so gerne bei Ihnen."

Ööh. :-O

Rauswurf ohne Anzeige

Seit vielen Jahren haben wir einen Kunden, dem wir anfangs immer skeptisch hinterhergesehen haben. Er ist wohl selber "BtM-Konsument", also mehr oder weniger Drogenabhängig, und hat auch entsprechende Kontakte zur "Szene". Einige der Personen, mit denen er hier im Laufe der Jahre zusammen im Laden war, haben wir früher oder später bei Diebstählen erwischt.

Nur dieser eine Kunde hat sich immer vernünftig verhalten. War zwar "kaputt", aber irgendwann habe ich ihn nicht mehr als "verdächtige Person" eingestuft und ihn im Laden frei gewähren lassen. Selbst wenn er seinen Rucksack zum Einkaufen verwendet hat, öffnete er ihn immer an der Kasse und packte alles brav aus.

Und dann die Aktion von heute. Für eine Flasche Bier.

Er hat von mir keine Anzeige bekommen, dazu mochte ich ihn einfach persönlich zu sehr. Aber ich habe ihm hier Hausverbot erteilt und ihm dabei auch erklärt, dass ich ihm nicht mehr vertrauen kann und keine Lust habe, ab jetzt immer auf ihn aufpassen zu müssen.

Welker Basilikum

Ein Mann hielt mir einen Topf mit frischem Basilikum vor die Nase: "Hier, den bekomme ich doch bestimmt zum halben Preis, weil der schon total welk ist!?!"

Wie? Total welk? Der ist heute Morgen frisch geliefert worden und dass die unteren Blätter etwas weniger üppig ausgebildet sind, ist doch vollkommen normal. Der Rest der Pflanze war frisch, knackig und super gediehen.

Aber wer sich einmal in den Kopf gesetzt hat, um den Preis zu feilschen, dem braucht man auch mit triftigen Argumenten nicht mehr zu kommen. Irgendwann habe ich den Kunden einfach stehengelassen, weil mir die Diskussion zu blöde wurde.

Nun – er hat das Kraut dann zum normalen Preis gekauft.

Sauerkirschmarmelade

Dauerbrenner hier im Blog: Joghurtgläser. Diesmal hat jemand welche zum Einkochen von selbstgemachter Marmelade Konfitüre benutzt. Sorte: Sauerkirsche. Aus irgendeinem Grund hat der Brotaufstrich aber wohl kein Gefallen gefunden oder ist verdorben und wurde kurzerhand entsorgt. Und zwar sich noch in den Gläsern befindend in meinen Leergutautomaten. :-O


Voodoozauber

Gerade eben hat mich ein Vertreter aufgesucht und mich gefragt, ob ich gerne bis zu 30 Prozent Strom sparen würde. Klar würde ich das gerne – wer würde das denn nicht gerne?

"Wie soll denn das funktionieren?", wollte ich wissen und er antwortete mir, dass es sich dabei "um ein spezielles technisches Gerät handelt, dass den Stromverbrauch reduziert". Wow, was für eine klare Aussage...

Als ich den Vertreter bat, etwas konkreter zu werden, erzählte er mir etwas von freier Energie, rechts- und linksdrehende Spins bei Elektronen, Tachyonen, Elektrosmog, Herrn Tesla, Quantenphysik und unserer Hauptsonne.

Ich musste mich sehr beherrschen, nicht die ganze Zeit zu lachen. Wer mitlachen möchte, folge den unterschiedlichen Diskussionen, zu denen man durch diese Google-Suche gelangt.

Rotowash is back

Ich habe meine Rotowash-Maschine nach der Reparatur übrigens mittlerweile wieder zurückbekommen.

Die Freude hielt sich in Grenzen. Anstatt aufgrund der Garantie wurde das Gerät nämlich angeblich "aus Kulanz" repariert. Weil der Kunde (also ich oder meine Putzfrau) damit unsachgemäß umgegangen ist, stand auf dem Bericht.

Verständlich. Passiert ja schnell mal, dass ein Kunststoffzahnrad im innenliegenden Antrieb der Maschine ausschlägt, wenn man mit so einem Gerät für mehrere tausend Euro, das ausdrücklich für den gewerblichen Einsatz gedacht ist, irgendwo während der Arbeit mit dem Gehäuse gegenstößt. Verarschen kann ich mich selber.

Ansturm

Als ich eben die Eingangstür aufgeschlossen habe, fühlte ich mich in die vergangenen Sommermonate zurückversetzt. Exakt 16 Leute warteten zunächst vor und stürmten schließlich in den Laden.

Kann gerne so bleiben. ;-)

Ganz cool mit Zigarette hinter dem Ohr

· Alles fällt nochmal auf einen zurück.
· Halt's Maul!
· Man sieht sich immer noch einmal im Leben.
· Fresse, Mann!
Diese und weitere ähnliche Sprüche und Beleidungen waren dann der "Dank" eines fünfzehnjährigen Ladendiebes. Vermutlich dafür, dass ich nicht gleich die Polizei, sondern lediglich seine Eltern herbestellt habe.

Aber Hauptsache, man riecht nach Gras wie ein ganzer Coffee Shop und hat ganz cool 'ne Kippe hinter dem Ohr stecken.

(Wie war das wohl mit dem "zurückfallen" gemeint? Immerhin war er es ja, der sich danebenbenommen hat...)

Blech

Einem Metallbauunternehmen hier in der Nähe habe ich eben den Auftrag erteilt, das Blech für meine Kühlhaustür zu schneiden, bzw. zu kanten.

So soll es mal aussehen und nun hoffe ich, dass wir uns nicht allzu sehr vermessen haben. Naja, ist Blech – das ist flexibel. Wenngleich 3mm dicker Stahl schon mühsam zu bearbeiten ist. :-)


Das "Red Bull" trinkende Pärchen

Ein junger Mann und seine etwa gleichaltrige weibliche Begleitung standen in der Getränkeabteilung und tranken beide jeweils eine große Dose "Red Bull" aus. "Tranken" trifft es nicht ganz, "soffen" beschreibt den Vorgang deutlich passender. Hektisch kippten sie sich die Energydrinks in den Hals und stellten die leeren Dosen schließlich einfach hinter andere Flaschen. Ich hatte beim Betrachten der Szene aber schon fest damit gerechnet, dass sie die Getränke nicht bezahlen werden und beobachtete die beiden weiter.

Mit den paar Teilen, die sie in den Händen hielten, stellten sie sich schließlich an der Kasse an. Als sie dran waren, zog mein inzwischen eingeweihter Mitarbeiter nicht nur deren eigentlichen Einkauf ab, sondern tippte einfach den Gesamtpreis der ausgetrunkenen Dosen mit ein.

Da sie wirklich nur ein paar Kleinigkeiten hatten und die beiden Dosen etwa den gleichen Preis hatten, verdoppelte sich der zu zahlende Betrag etwa. Das war natürlich der Moment, in dem ich mit wildestem Protest gerechnet hatte – aber nichts passierte. "Für das Red Bull" versuchte mein Mitarbeiter, sie auf den zu zahlenden Betrag hinzuweisen.

Aber nichts passierte. Wortlos kramte sie das Geld aus der Tasche und bezahlte. Am Ausgang sprach ich die beiden zusätzlich noch einmal an und erklärte, dass so ein Verhalten hier tendenziell eher nicht gerne gesehen wird und dass sie beim nächsten Mal mit einer Anzeige zu rechnen hätten.

Naja, den Satz hätte ich mir auch sparen können. Die beiden sprachen nämlich kein Wort Deutsch und das war dann wohl auch der Grund, warum sie auch schon bei meinem Mitarbeiter an der Kasse keine Mine verzogen haben...

Herumzicken für... Gar nichts!

Wir sind hier offizielle Verteilerstelle für "gelbe Säcke". Gegen Vorlage der Gutscheine geben wir die Rollen sowohl an der Lagertür als auch an der Kasse aus. Letzteres wird normalerweise von Kunden genutzt, die sowieso einkaufen. Manche stellen sich auch einfach an die Schlage an der Kasse an, wenn sie nur gelbe Säcke haben wollen.

Genau so eine Kundin stand an dritter Position in der Warteschlange. Vor ihr stand eine Frau mittleren Alters und an erster Stelle stapelte gerade ein älterer Mann seine Artikel auf das Förderband.

"Dürfte ich wohl eben schnell vor?", erkundigte sich die Frau, die nur Wertstoffsäcke haben wollte, bei der Kundin vor ihr. "Ich brauche nur zwei Rollen gelbe Säcke."

"Nein, warum sollte ich Sie vorlassen? Ich musste auch warten!", folgte die eher unfreundliche Reaktion der Angesprochenen.

Inzwischen waren die Artikel des älteren Kunden gescannt und er begann, umständlich und langsam sein Kleingeld aus dem Portemonnaie zu suchen.

Meine Kassiererin wartete.
Die Kundin, die keinen vorlässt, wartete.
Die Kundin, die nur gelbe Säcke haben wollte, wartete.
Der alte Mann suchte das passende Kleingeld.

Schließlich fasste sich meine Mitarbeiterin ein Herz und hielt der letzten Kundin in der kurzen Reihe zwei der begehrten Rollen entgegen. Die Rollen und Coupons tauschten die Besitzer und schon war die Warteschlange wieder etwas kürzer. Die verbliebene und immer noch auf den Mann vor ihr wartende Kundin setzte gerade an, um sich offenbar noch weiter aufzuregen, sah aber wohl im letzten Moment noch ein, dass das spätestens jetzt nicht nur unnötig sondern auch gänzlich unangebracht gewesen wäre.