gerade gestern habe ich übrigens gesehen das ein thermometer deines kühlregals mit lebensmitteln die bei max +7 grad zu lagern sind +9,5 grad angezeigt hat, wenn ich jetzt daran denke das dsa thermometer schon 100 jahre alt ist (so sieht es zumindest aus) dann waren es vielleicht sogar 11,5 grad, keine ahnung....
Seit ich dieses Blog führe, habe ich gelernt, diesen Drang, mich für alles und jenes rechtfertigen zu müssen, sehr zu unterdrücken. In diesem Fall juckte es einfach mal wieder in den Fingern.
Entscheidend ist die sogenannte Kerntemperatur der Ware. Die relevanten Thermometer sind bei mir die Temperaturlogger (und nicht die eingebauten mechanischen Thermometer) und die sind gerade mal rund 1,5 Jahre alt.
Dass die Thermometer mal über 7 Grad anzeigen, kann nicht nur vorkommen, sondern ist vollkommen normal. Bis zu mehrmals täglich schalten die Kühlgeräte in den Abtaumodus, der den Verdampfer von anhaftendem Eis befreit. Dazu wird kurzzeitig die ganze Einheit mit Heizstäben aufgewärmt, was natürlich auch auf den Thermometern zu sehen ist – wenn man zufällig gerade im richtigen (oder falschen, je nach Betrachtungsweise) Moment hinsieht. Der Ware schadet das nicht, denn sonst würden derartige Kühlmöbel wohl kaum in fast jedem Lebensmittelgeschäft zu finden sein.
Eine Kundin sprach eine Kollegin an: "Die Fischfrikadellen hier, ist das die Billigmarke von SPAR?" Ihr Tonfall wirkte dabei unglaublich abfällig, als hielte sie nicht eine Packung mit Lebensmitteln sondern widerliches Gewürm in den Händen.
"Ja, genau, das sind die. Das ist unsere Eigenmarke."
Zwei Heranwachsende öffneten vor meinen Augen, nur getrennt durch die Videoanlage, eine Packung Saft, schnupperten daran, stellten die geöffnete Packung einfach wieder ins Regal und gingen weiter.
Meinen Missmut über so ein Verhalten brachte ich direkt zum Ausdruck. Ich versuchte dabei sogar, freundlich zu bleiben: "Ihr könntet wenigstens so viel Anstand besitzen, den Saft, den ihr aufgemacht habt, auch zu bezahlen."
"Wollten wir ja auch." erwiderten sie grinsend. Glaubte ich aber nicht. Eine unbeteiligte Kundin offenbar aber schon, denn die sprach vorwurfsvoll eine meiner Mitarbeiterinnen an: "Was für ein Ton!"
Die Reaktion meiner Kollegin war gut: "Würden Sie gerne geöffnete Packungen kaufen, in die Fremde schon ihre Nasen gehalten haben?"
Noch eine Tür, die von der Lebensmittelüberwachung angekreidet worden ist. Ich gebe zu, der Eingang zu diesem Kühlraum sieht nicht mehr ganz neu aus, denn die Zarge hat sich im Laufe der Jahre durch die ständigen Kontakte mit Rollbehältern an einer Stelle regelrecht aufgelöst.
Den gelagerten verpackten Lebensmitteln dürfte das relativ egal sein, aber der Kontrolleurin war's das nicht – im Gegensatz zu ihren fünf Vorgängern.
Ich wollte mir den Einbau einer neuen Tür damit schönreden, dass das Scharnier sowieso mal irgendwann einen "abbekommen" hat und seit dem etwas schwergängig ist. Was zur Folge hatte, dass das Metall immer weiter abgeschabt wurde. Nutzen wir die Anordnung der Prüferin, einfach eine komplett neue Tür einzubauen.
Einfach? Ja. Aber auch einfach teuer. Rund 2500 Euro soll der Spaß kosten und das ist mir die Tür nicht wert. Zumal es nur um ein optisches Problem in einem Nebenraum geht...
Ich werde mir jetzt ein schönes Blech aus rostfreiem Stahl kanten lassen und schließlich auf der rechten Seite der Zarge, da wo die beschädigte Stelle ist, befestigen. Geht auch, hält und sieht besser aus als der jetzige Zustand. Also...
Diese Tür zu einem Nebenraum hat im Laufe der Jahre etwas gelitten. Nun hat die Kontrolleurin der Lebensmittelüberwachung das Ding moniert: Aufgrund der eingedrückten Stelle könne man die Tür nicht richtig reinigen. Das ist zwar sachlich absolut richtig, aber im Grunde hier im Laden vollkommen belanglos.
Das wollte ich mit ihr aber nicht ausdiskutieren und so habe ich mir nun noch ein paar von den Alublechen mit dem Riffelmuster besorgt und werde diese in den nächsten Tagen auch an die Tür pappen. Dann schlägt da niemand mehr ein Loch rein.
Und dann streichen wir demnächst auch noch die Wand am linken Bildrand, dann sieht das wieder wie neu aus.
Eigentlich eher "Vollgut": Diese Flasche "Brunnenbier" hat mir ein Blogleser vor Weihnachten bei seinem Besuch hier im Laden geschenkt. Vielen Dank nochmal dafür, ich werde das Bierchen in den nächsten Tagen mal probieren.
Unser vegetarisches / veganes Sortiment bedient eine relativ kleine Zielgruppe. Diese, so schätze ich, besteht aus einem großen Teil aus Kunden, die ich der "alternativen Szene" zuordnen würde. Der Rest sind Leute, die sich einfach nur vegetarisch ernähren wollen.
Die Probleme, die ich mit diesem Sortiment habe, schilderte ich bereits. Diebstahl ohne Ende, Tendenz derzeit steigend. Und dabei sind die Artikel bei mir teilweise schon deutlich günstiger als im durchschnittlichen Bioladen. Mit dem Hinweis auf "ein großes Sortiment an vegetarischen und veganen Produkten" werbe ich seit Jahren.
Momentan macht es einfach keinen Spaß mehr und ich überlege ernsthaft, die Abteilung ganz zu schließen. Aber dann täten mir die ehrlichen Kunden Leid, die teilweise (nur) deswegen extra aus einem anderen Stadtteil zu mir kommen und dann ihren restlichen Einkauf gleich mit erledigen. Dass hin und wieder mal ein Teil geklaut wird, ist normal. Momentan verschwinden die Produkte täglich und mitunter sogar in größeren Mengen.
Ob ein Schild helfen kann? "Aufgrund der vielen Diebstähle werden wir diese Produkte aus dem Sortiment nehmen." – aber die Täter werden darüber vermutlich nur lachen und die guten Kunden enttäuscht sein. Aber so hätte man die Problematik wenigstens einmal kommuniziert.
Alternative Szene. Alternativ. Pah! Lieber alt und naiv.
Lucas hat mir folgendes Foto geschickt und fragt mich:
Hallo Björn,
hast du das Problem auch, dass einige Kunden Salz von Salz nicht unterscheiden (wollen)?
Nein, eigentlich nicht. Bei uns gibt es nämlich seit Wochen gar kein Streusalz. Und weil die Leute in der Not zum nächstgelegenen Produkt, nämlich billiges Speisesalz, greifen, ist das bei uns auch schon mehr oder weniger dauerhaft ausverkauft.
So gesehen ist es eigentlich egal, vor welchem leeren Regal die Kunden hier stehen.
Inzwischen habe ich mich für einen Entwurf entschieden, den ich auch schon als große, druckbare Datei vorliegen habe.
Denjenigen, die schon die ganze Zeit lästern, dass ich den Schandfleck in meiner Schaufensterfront nicht schon längst beseitigt habe: Die Klebefolie lässt sich nunmal nicht bei Temperaturen im Minusbereich anbringen. Zumindest wäre die Haltbarkeit nicht so gut und das fände ich bei einem mehrere hundert Euro teuren Druck doch nicht ganz so optimal.
Irgendetwas ist wohl bei der Übermittlung meiner Bestellung schiefgelaufen. Aus einem bestellten Karton wurden gleich 88. Und weil saure Gurken alltäglich in solchen Mengen bestellt werden, ist das im Großlager natürlich niemandem aufgefallen.
Netterweise wird der Großteil aber morgen schon wieder abgeholt. Zwei Kartons behalte ich und der Rest geht zurück. Hier ist noch einmal die komplette Palette zu sehen: Acht Stapel, jeweils acht Lagen hoch.
Und hier auf dem Rollbehälter stehen noch weitere 20 Kartons. In jedem Karton stehen zwölf Gläser, macht zusammen 1056 Gläser Gurken.