Ein paar Tage müssen wir uns diesen Trümmerhaufen zwar schon noch ansehen, aber die neue Scheibe ist schon so gut wie da.
Die Versicherung ist informiert und der Glaser hat schon ausgemessen. Jetzt muss ich nur noch zusehen, dass ich noch einmal die Kreditkarten-Aufkleber bekomme.
Noch während ich diese Zeilen schrieb, kam eine Kollegin ins Büro und berichtete mir, dass die Glaser da sind. "Blöder Laden", dachte ich noch. "Die waren doch vorhin schon da und haben die Scheibe ausgemessen. Da weiß doch die linke Hand nicht, was die rechte tut."
Aber damit lag ich völlig falsch. Die waren nur ganz besonders schnell. Die neue Scheibe wurde nämlich soeben schon völlig unerwartet eingebaut...
Schön, wenn ich auf diese Händleranfrage an einen Lieferanten
Sehr geehrte Damen und Herren,
eine meiner Kundinnen erkundigte sich nach Ihrem Produkt XYZ, das unser Lieferant vor einer Weile ausgelistet hat.
Auf Ihrer Website habe ich es auch nicht gefunden – wurde die Produktion eingestellt?
eine ausführliche Antwort bekomme, die sich an Endverbraucher richtet. Nicht, dass mir die Antwort nicht weiterhilft – aber irgendwie habe ich doch den Eindruck, dass meine Mail nur grob überflogen wurde... Man freut sich, dass ich den Artikel kaufen möchte und würde mich gerne auch weiter als Verwender sehen. Dann folgte noch eine nichtssagende Erklärung, wieso Artikel ausgelistet und verändert werden und abschließend bekam ich noch eine Liste mit Bezugsquellen hier in Bremen. Exklusive meinem eigenen Laden.
Rainer hatte folgende Frage:
Sehr geehrter Herr Harste,
vor einiger Zeit hatten Sie eine Erklärung für die merkwürdigen neuen Mischungen, zunächst bei ONKO-Kaffee. Jetzt steht auch auf einer anderen Marke (Eduscho) was von Karamell drauf. Gibt es noch 100%-Kaffee oder mischen bald alle Hersteller geschmacksneutrale Füllstoffe rein?
Ich kenne den Kaffeemarkt und die Hintergründe nicht näher und weiß nur, dass zumindest die Preise im Einzelhandel komplett kaputt sind. Sowohl die "Premium"-Marken als auch bei den Handelsmarken bleibt für den Händler im Grunde nichts übrig. Kaffee zu verkaufen, ist eigentlich (wie bei inzwischen vielen anderen Warengruppen auch) mehr eine zusätzliche Dienstleistung als das Geschäft mit dem man seinen Lebensunterhalt verdient. Discounter und Verdrängungswettbewerb sei Dank.
Zurück zum Thema: Die Kunden wollen immer billiger und um die Preise für ihre Produkte zu drücken, dürfte den Herstellern jedes Mittel recht sein. Wenn die gestreckten Endprodukte den Kunden auch noch schmecken – wer würde sich da beschweren? Eben.
Die Produkte heißen zwar nicht mehr "Kaffee", aber die Leute kaufen eben die bekannten Marken. Kleinere Röstereien, die auf Qualität setzen (wie z.B. unsere Freunde von
Utamtsi hier aus Bremen) haben das Nachsehen. Sie können a) sowieso nicht so billig einkaufen und produzieren wie die großen und werden b) sicherlich keine "gepanschte Ware" anbieten wollen. Dadurch ist der Preisunterschied zu den Markenprodukten gleich erheblich größer.
Ich hoffe jedenfalls, dass die Aktionen von Onko und den anderen großen Röstereien nur einzelne Schnitzer sind und sich nicht allgemein durchsetzen. Aber solange Sender wie RTL2 und kabel eins noch Zuschauer haben, wird es auch Leute geben, die Kaffee mit 12% Kohlenhydratanteil kaufen und dabei glauben, ein ganz besonders edles Produkt zu konsumieren.
Im
Februar 2007 war eines Morgens ein Sprung in der Scheibe meiner Ausgangstür.
Vor ein paar Monaten habe ich bei der (versuchten und vergeblichen) Verfolgung eines Ladendiebes die selbe Scheibe erneut demoliert.
Vor etwa einer Stunde war eine fünfköpfige Gruppe mehr bis vielmehr alkoholisierter Heranwachsender hier im Laden. Sie fielen uns durch ihre aggressive und laute Art auf, so dass wir sie während ihres kompletten Aufenthalts hier im Markt über die Videoanlage beobachteten. Ohne weitere Zwischenfälle schafften sie es jedoch tatsächlich bis an die Kasse, bezahlten ihren Alkoholnachschub und gingen raus. So weit, so gut.
Eigentlich.
Was auch immer ein Mitglied des Quintetts dazu bewegt hat, mit einem beherzten Fußtritt meine Eingangstür aufzukatapultieren, werden wir wohl nicht erfahren. Fakt ist aber, dass die Scheibe den Tritt nicht überstanden hat.
Nach einer umfangreichen Suche mit der Polizei fanden wir den Täter tatsächlich in einer wenige hundert Meter entfernt liegenden Seitenstraße. Vielen Dank auch an die bei der Suche mitwirkenden Kunden.
Der Täter, bzw. alle Jungs bestritten vehement, hier überhaupt im Laden gewesen zu sein. Die Aussage unserer Videoaufzeichnung war allerdings glaubwürdiger und so bekommt der junge Mann nun eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung.
Meine Versicherung wird's freuen, dass es diesmal einen Verursacher gibt, von dem sie sich das Geld wiederholen kann.
Ein Kunde wollte eine 1-Liter-Flasche Cola kaufen. An der Kasse fiel sie im zu Boden. Die PET-Mehrwegflasche hat den Aufprall aus rund 1,5m Höhe unbeschadet überstanden.
Besorgt erkundigte sich mein Kassierer:
Wollten sie die gleich trinken? Dann holen Sie sich doch eben eine neue Flasche, die nicht durchgeschüttelt ist.
Der Kunde entgegnete jedoch nur, dass alles okay sei. Dann bezahlte er, drehte sich um und öffnete die Flasche, um den ersten Schluck noch gleich im Laden zu nehmen.
Tzja...
Na, was steht da falsch? Und warum erkennt IHR das, aber nicht mein Mitarbeiter, der es da einfach hingestellt hat?!?
Eine ältere Kundin rief an und erkundigte sich nach unserem Lieferservice. Um alles zu vereinfachen, gab ich ihr die Telefonnummer unseres Boten durch. Da es im Lager recht laut war (wer den Leergutautomaten schonmal in Natura erlebt hat, weiß, was ich meine...), diktierte ich die
Handynummer so, wie ich es einst im 96-stündigen Lehrgang
BOS-Funk gelernt habe: "
Nuhl - Ainss - Sehchs - Draai - Vieah - Sehchs - Siebänn - Zwoh - Aacht - Fünnef - Aacht". Garantiert verständlich, selbst wenn der Sprecher in einer lauten Fabrikhalle steht und in ein lädiertes Funkgerät nuschelt.
Die Kundin bedankte sich und wollte noch wissen, bevor sie auflegte: "
Haben Sie mal im Telegrafenamt gearbeitet?"
Ich verneinte wahrheitsgemäß.
"
Achso. Meine Mutter war dort nämlich lange Jahre und die hat auch immer "Fünnef
" statt "Fünf
" gesagt."
Sieben Jahre im Telegrafenamt wären sicherlich gemütlicher, aber wahrscheinlich auch nicht so interessant wie die Zeit beim Katastrophenschutz gewesen.
Andre 'Ilu' S. hat mir dieses Foto eines SPAR-Marktes in
Beitostølen (Norwegen) zukommen lassen. Vielen Dank dafür.
Leider vollkommen kommentarlos:
Nein, lieber Kunde, du hast keinen Rechtsanspruch darauf, einen Artikel, den irgendjemand irgendwo abgestellt hat, für den Preis auf dem sich zufällig darunter befindlichen Preisetikett zu bekommen.
Der Flut von Briefen sehe ich gelassen entgegen. Sein Anwalt, das Ordungsamt und auch die Gewerbeaufsicht werden sich zumindest für diesen Fall herzlich wenig interessieren.
Eine Kundin stand bei mir an der Kasse und legte ihre Waren auf das Transportband. Nicht alles irgendwie zu einem Haufen zusammengeworfen, sondern jedes Teil einzeln hintereinander an der inneren Begrenzung des Bandes. Wie zum Gänsemarsch bereit lagen dort nun alle Artikel, immer mit ein paar Zentimentern Abstand voneinander, auf der vollen Länge des Förderbandes sauber hintereinander aufgereiht.
Ich muss geguckt haben wie ein Auto, das gerade mal noch von der Abwrackprämie davongekommen ist. Die Stammkundin erklärte nämlich gleich, dass ich sie wahrscheinlich für verrückte halte und dass das nunmal so ein Spleen von ihr sei und dass sie es einfach nicht abkönne, wenn die Waren da auf dem Band wild durcheinanderfallen. Und, dass ich mir nichts weiter dabei denken soll.
Na, gut.
Jetzt wissen wir, woher die in der Fernsehwerbung für Damenbinden die blaue "Ersatzflüssigkeit" nehmen: Sie kaufen das Zeugs kanisterweise bei
Jungheinrich ein.
Neunundneunzig Euro?!? Wär's nicht günstiger, einfach Wasser mit etwas blauer Lebensmittelfarbe einzufärben?
Überraschung: Sie nimmt die Pille.
Wenn das Kind die Schokolade erblickt und "
Ich hab' Hunger!" brüllt, kann man doch einfach antworten: "
Hier, leck Salz, dann kriegst du Durst."
Das könnte sich auch Blogleser Fabian gedacht haben, der mir dieses Foto vor ein paar Tagen geschickt hat. Wäre ein 1A-Kandidat für "
Someone Else Will Put It Back"...