Beim Stecken der täglichen Etiketten hatte ich vor einer Weile ein Schild für die 265-Gramm-Packungen "Quality Street" dabei. Der Preis hat sich von 4,29 € auf läppische 440,12 € erhöht.
Geil, dachte ich, da will uns die EDEKA mal was gutes für den Rohertrag tun.
Vorausgesetzt natürlich, dass irgendein Kunde so viel Geld für ein gutes halbes Pfund Süßkram von Nestlé ausgeben würde. Da war wohl irgendwas bei der Stammdatenpflege durcheinandergeraten und ich vermutete einfach mal, dass es sich dabei um den Gesamt-Verkaufspreis eines ganzen Displays dieses Produkts handeln würde, dafür bekommen wir nämlich auch manchmal solche Etiketten. Aber das passte irgendwie auch nicht so richtig, denn 440,12 kann man nicht ohne Rest durch 4,29 teilen.
Was da passiert war, kann ich also beim besten Willen nicht sagen, aber gleich am nächsten Tag passte wieder alles und ich hatte einen Blogeintrag mehr.
Wenn man im Laden einen herrenlosen Leergutbon findet und sich dann beim Blick auf die Videoaufzeichnung herausstellt, dass dieser einem erwischten Ladendieb gehörte, ist eine gewisse Schadenfreude wohl erlaubt.
Waren zwar nur acht Cent, aber die wandern nun in die Elepfandspendenbox.
Meine Euphorie hinsichtlich der neuen Tannengirlanden / Weihnachtsdeko hier im Markt hat sich gerade in ein kleines Rauchwölkchen der schlechten Laune aufgelöst.
Die Kartons mit den zwei kurzen und zwei langen Tannengirlanden standen seit ihrer Lieferung hier im Lager. Ich war überhaupt nicht auf die Idee gekommen, da mal reinzugucken. Wir hatten viele andere Sachen zu tun und dann waren die vier Schachteln langsam in Vergessenheit geraten. Nun habe ich sie mal geöffnet, da ich einfach mal gucken wollte, wie die Girlanden aussehen.
In einem Wort: Kacke.
Es sind diese Drahtdinger, wie auch schon unsere alten Tannengirlanden, die wir genau deshalb vor jeder Verwendung mehrere Arbeitsstunden lang wieder in eine tannenähnliche, fluffige Form falten müssen – und ich habe gerade nullkommanullnull Motivation, das nun wieder zu tun. Ich habe solche Deko auch schon mal in weich gesehen und auf genau sowas hatte ich hier auch gehofft. Aber nein, starre, verbogene Tannenzweige.
Da sind nun dreihundert Euro gekostet haben und ich sie auch nicht mehr zurückschicken kann, werden wir sie wohl notgedrungen irgendwie aufzuhängen versuchen. Aus irgendeinem Grund hat der Verkäufer, der knapp eine halbe Million Artikel über Ebay verkauft hat, sich komplett zurückgezogen und verkauft gerade das letzte Teil seines letzten Artikels ab.
Ein Mitarbeiter von FatFritz war gestern bei uns hier im Markt und wollte seine Liköre vorstellen. Spontan tendierte ich zu einem Nein, aber er hat mir zwei Probefläschchen dagelassen. Den "FatGlow", ein Glühweinlikör, und den Kräuterlikör "FatFritzchen" werden wir heute Abend mal probieren.
15 Euro im Verkauf für einen halben Liter finde ich schon recht sportlich; dafür bekommt man auch schon einen brauchbaren Whisky oder Rum. Aber vielleicht schmecken die Produkte ja auch so endgeil, dass eine Bestellung zwangsläufig folgen muss. Kennt von euch da draußen diese Liköre?
Blogleser Jacob hatte mir vor einer Weile schon diese Bilder geschickt. Auf einem Glas mit gerösteten Bio-Cashewkernen von Byrd (Nanu, haben die keine Website?) …
… hatte er nämlich einen originellen Hinweis entdeckt. Ich schütte mir die Würzmischungs-Reste aus solchen Gläsern und Chipstüten in die Hand und freue mich dann beim Ablecken über das intensive Aroma – aber der Tipp mit der selbstgemachten Kräuterbutter ist auch nicht schlecht.
Spricht man das "vegan" jetzt englisch oder deutsch aus? Und warum schreibt Müller beim Müllerdrink, der veganen Alternative zur klassischen Müllermilch "I'm" davor?
Ob nun "I'm vegan (englisch) & extrem lecker" oder "I'm (englisch) vegan & extrem lecker" spielt keine große Rolle, es ist ein Denglisch-Mix, dazu noch so ein extrem nutzloser.
Klar klingt in der heutigen Zeit "I'm vegan" spannender als "Ich bin vegan", aber da hätte man das Personalpronomen mit dem Verb einfach gleich weglassen und einfach nur kurz "vegan & extrem lecker" schreiben können.
In einem Unternehmen mit mehreren Milliarden Euro Umsatz wird wohl nichts dem Zufall überlassen sein und daher ist das vorangestellte "I'm" ganz sicher nicht ohne Grund dort. Wenn mir den jemand erklären kann – gerne. I'm wirklich total neugierig.
Das Abo der Qualitätstestkäufe läuft und einmal im Monat kommt jemand zu uns in den Markt und führt diesen Testkauf durch. Wenn und durch wen dies geschieht, weiß auch ich nicht. Bei kommt nur ein paar Tage später eine umfangreiche Auswertung per E-Mail an.
Diese Ergebnisse sind zwar nur für mich zur Kenntnisnahme und haben keine weiteren Konsequenzen. Glaube ich jedenfalls. Andererseits werden die Ergebnisse auch an die EDEKA übermittelt, denn sonst hätten wir nicht 2017 diesen Pokal bekommen. Unter der Prämisse bin ich mir mit der Aussage "keine Konsequenzen" gar nicht mehr so hundertprozentig sicher. Bei mehrfachen katastrophalen Ergebnissen kann ich mir vorstellen, dass die eine oder andere unangenehme Frage gestellt werden könnte. Wobei man als Einzelhändler in so einem Fall wohl schon ganz andere Probleme hätte …
Das Ergebnis des letzten Testkaufs hat mich aber schon gewurmt. Wir wurden in zwei Punkten abgewertet, die nicht korrekt oder zumindest erklärbar waren:
1. Am Display mit dem Nürnberger Glühwein klebten sehr wohl Preisschilder. Ich hatte sogar extra nachgesehen und die Daten der Etiketten lagen schon einige Wochen in der Vergangenheit. Das hat also nicht in der Zwischenzeit erledigt und mit hundertprozentiger Sicherheit waren da Preise am Glühwein. Da hatte sich der Testkäufer wohl vom Nürnberger Glühwein schon durch die Flasche vernebeln lassen.
2. Nimm 2 und den Tee akzeptiere ich als Warenlücken. Kann passieren. Aber Pfanni Knödel und Pfanni Püree? ERNSTHAFT??? Edeka und Pfanni streiten sich seit Monaten um die Preise und die Artikel sind vollständig ausgelistet. Zumindest wurde nicht auch noch die Abwesenheit von Kellogg's Cornflakes, Sheba, Schwartau Dessertsauce, Twix-Schokoriegeln, Pepsi Cola, Lipton Eistee, Pringles und Melitta Filtertüten moniert.
Kasse eins war besetzt. Dort warteten drei Kunden mit jeweils wenigen Teilen, es ging also schnell voran.
An Kasse zwei bekam gerade eine Bewerberin eine erste Kasseneinweisung. Es ging dabei nur um die Technik und die grundlegenden Handgriffe und Funktionen des Kassensystems. Die Kassenschranke war geschlossen, das "Kasse geschlossen"-Schild stand auf dem Förderband und zudem war auch gar keine Geldlade eingesetzt. Man hätte also sogar beim besten Willen nicht mal eben spontan kassieren können.
Ein weiterer Kunde näherte sich der Kasse. Die immer noch winzige Schlange war ihm wohl dennoch zu lang und so steuerte er geradewegs auf die zweite Kasse zu und wollte gerade seinen Einkaufskorb auspacken, als die Kollegin ihm freundlich mitteilte, dass die Kasse geschlossen ist.
Er ignorierte diese Aussage und packte die ersten Teile auf das Förderband, als die Kollegin ihm noch einmal sagte, dass die Kasse wirklich wegen einer Einweisung geschlossen ist und sie dort gerade nicht kassieren können. "Das sehe ich aber anders", widersprach der Kunde und räumte weiter den Einkaufskorb aus. Die Kollegin ignorierte ihn ab jetzt dabei und setzte das Gespräch mit der Bewerberin fort.
Nach einer Minute des vergeblichen Wartens sammelte er seine Sachen genervt wieder ein und ging zur anderen Kasse rüber, an der inzwischen nur noch ein Kunde vor ihm war.
Fundstück von Ines auf einer Tüte Kesselchips von Lisas: Ein Strichcode mit einem Brontosaurus zwischen urzeitlicher Vegetation. Was das mit den Chips zu tun haben soll, kann ich nicht sagen, aber es ist dennoch originell:
Im August 2015 war ein Ladendiebstahl etwas eskaliert. Ich war damals nicht hier, hatte die Sache nur nachträglich erfahren. Es war wohl ein sehr aggressiver Ladendieb und es endete in einer Rangelei mit einem meiner Mitarbeiter.
Dieser hatte nun ein Schreiben der Staatsanwaltschaft bekommen. Der räuberische Diebstahl ließ sich nicht nachweisen und ein normaler Ladendiebstahl sei jetzt im Übrigen verjährt. Thema erledigt.
Aber immerhin gab es nach acht Jahren noch ein Lebenszeichen.
Was wären wir ohne unsere handgeschriebenen Zettelchen?
Hinweis im (leeren) Regalfach einer bestimmten Sorte Tomatensauce unserer Eigenmarke, dass diese ab 8. November im Großlager wieder vorrätig und daher lieferbar sein soll.
Abwarten, in den letzten Wochen war hier eine große Lücke …
Heise Online – Die Wahrheit über Temu | Unsere Test-Bestellung
(Nur bei der Kettensäge waren die Tester doof. Das ist nämlich eine, die man vor eine Bohrmaschine oder Akkuschrauber setzen kann. Darauf hätten sie eigentlich auch selber kommen können, wozu guckt da wohl der Zapfen raus?)
Spannendes Highlight in dieser Woche: Der Azubi hat Joghurt aufgewischt.
Morgens habe ich die Tiefkühltruhen aufgedeckt und die Platten nach hinten gebracht. Dabei habe ich dann die Gänsebräter und Kartons mit Geflügelsauce neu geordnet.
Leergut annehmen, Ausleeren der Ballenpresse.
In der Frischezone habe ich einen heruntergefallenen Joghurtbecher aufgewischt.
Margarine packen und das Regal nach MHD durchsehen.
Am späten Samstag Nachmittag habe ich im ganzen Laden die Schilder mit den Weihnachtsgrüßen an unsere Kunden aufgehängt. Anschließend habe ich das Leergut gezählt und ein paar Paletten zum Packen in den Laden gefahren. Abdecken der Tiefkühltruhen. Zum Schluss habe ich vorne abgeschlossen und die letzten Kunden verabschiedet.
Kornbranntwein, kurz auch einfach nur "Korn" genannt, ist ein klarer Branntwein aus Roggen, Weizen, Hafer, Gerste oder Buchweizen.
Die vergorene Maische wird in zwei Stufen gebrannt – über den Rohbrand zum Feinbrand, bei dem alle unerwünschten Stoffe beseitigt werden.
Anschließend wird der Alkoholgehalt in dem Destillat auf Trinkstärke herabgesetzt. Beim einfachen "Korn" sind dies 32%, beim Doppel- oder auch Edelkorn sind es 38%.
Die verwendete Getreidesorte beeinflusst den Geschmack. So schmeckt ein Korn aus Gerste z. B. herzhafter als ein milder "Weizenkorn".
Ab einer Lagerzeit von sechs Monaten darf sich der Korn "alt" nennen.
Vor zwei Wochen kam ein Vertreter von The Vegan Cow zu uns in den Markt und hat uns frische (kühlpflichtige) vegane Produkte als Alternative zu Milchprodukten vorgestellt: Den Haferblock (Alternative zu Butter) verschiedene "Joghurts" und ein Schokoladendessert, alles ebenfalls auf Haferbasis. Dazu noch verschiedene vegane Streichwurst-Alternativen, die wir vor allem in den Sorten mit Trüffeln und schwarzem Pfeffer besonders spannend fanden.
Die Lieferung erfolgt direkt vom Hersteller und so kam natürlich das leidige Thema der Mindestbestellmengen auf. Eine Erstbestückung ist immer schnell zusammen, aber wenn man dann nur wenige Teile nachbestellen möchte, scheitert dies oft an der Mindestbestellmenge. Nicht bei The Vegan Cow. Weil man ja Nachhaltigkeit unterstützen möchte, beträgt die Mindestbestellmenge gerade mal 50 Euro. Die sind zwar auch noch nicht mit einem 6er-Karton Haferjoghurt erreicht, aber quer durch das Sortiment ist es eine überschaubare Bestellmenge. Darauf ließen wir uns ein und dann kam die Ware auch nach ein paar Tagen.
Per Paketdienst in einem Karton, der mit silbern beschichteten Luftpolstermatten ausgekleidet und zusätzlich noch mit Kühlpacks ausgestattet war. Auf letzteren ist der Hinweis zu finden, dass man sie über den Hausmüll entsorgen kann. Ob das gesamte Verpackungsmaterial entsorgt oder wiederverwendet werden soll, habe ich bislang noch nicht herausgefunden. Wir haben das Material nun vorsichtshalber mal aufbewahrt. Wenn wir mit jeder kleinen Lieferung (für die Nachhaltigkeit) so viel Verpackungsmüll entsorgen müssen, löst sich zumindest das Argument mit der Nachhaltigkeit ganz schnell in Rauch auf.
Wir haben seit einer Weile Dekorstreusel für Gebäck unserer Eigenmarke im Sortiment. Warum packt man 57 Gramm in so eine Dose? Warum nicht runde 60? oder vielleicht sogar nur 50 Gramm, dafür etwas günstiger? Wie kommt man auf eine so krumme Zahl? Wird sowas gewürfelt? Gut, dass ich das Zeug nur verkaufen und nicht herstellen muss. Ich würde vermutlich jämmerlich zugrunde gehen.