Der Mann von der Lebensmittelüberwachung hatte einen mehr als bleistiftdicken Schlitz unter unserer Lagertür nach draußen moniert. "Da können Mäuse reinkommen", mahnte er an. Ja, darauf wurden wir von unserem Schädlingsbekämpfer auch schon einmal hingewiesen und dann war der Gedanke wieder im Nirvana verschwunden.
Nun haben wir dort eine Bürstendichtung montiert. Praktischer Nebeneffekt: Auch die Kälte bleibt draußen. Gerade in Zeiten steigender Energiepreise vielleicht auch kein ganz so unbedeutender Faktor.
Da wir keine Lust mehr haben, die Sonntage in der Firma zu verbringen (immerhin hatten wir das in den ersten Jahren jeden Sonntag getan) installieren wir seit einer Weile die Weihnachtsdekoration nicht mehr am Totensonntag, sondern am darauffolgenden Montag Vormittag. Reicht wohl auch aus.
Erste Amtshandlung des Tages: Zur Halle fahren und die Säcke mit den Tannengirlanden und Weihnachtskugeln einsammeln. Danach ging es mit dem vollen Auto zur Firma zurück, wo wir das Material sortiert und die Tannengirlanden wieder auseinandergefaltet haben.
Wie schon letztes Jahr haben sie auch diesmal wieder einiges an Nadeln verloren. Auch diesmal stand die Idee im Raum, im nächsten Jahr mit neuen Elementen den Laden zu dekorieren – aber wie schnell so ein Jahr vergeht, wisst ihr ja alle selber …
Auch wenn es auf den ersten Blick nicht danach aussehen mag, insgesamt stecken rund 15 Arbeitsstunden in dem Aufbau.
Ein sehr "milchlastiger" Wochenbericht: Frische Milch packen, H-Milch packen und aufräumen, Milch aufwischen und Milch-Leergut zusammenstellen.
Ach, ja, da gab es "Bremerland" ja noch. Eine etablierte Marke hier im Großraum, die immer sehr gut lief und deren Molkerei seit Anfang der 90er-Jahre gerade mal gut zehn Kilometer Luftlinie von unserem Markt entfernt war.
2005 wurde Bremerland vom Riesen Nordmlich übernommen und abgewickelt. Die Produkte wurden zu "Milram", sofern sie nicht eingestellt wurden. Viele Kunden waren enttäuscht, aber gewöhnten sich zwangsläufig an den Verlust der Marke. Anfang 2020 wurde die Marke Bremerland wieder mit einer riesigen Werbekampagne eingeführt. Traditionell, regional, blabla … Da hat der Molkereikonzern DMK vermutlich nur eine neue alte Milchkuh (pun intended) ins Rennen schicken wollen. Zumindest bei uns im Markt in der Neustadt haben sich die Kunden aber nicht beeindrucken lassen und kaufen diese Artikel nur in so geringem Umfang, dass wir die "Bremerland"-Milch nach mehreren vergeblichen Versuchen nun gar nicht mehr bestellen. Lohnt einfach nicht, da wir sie immer wieder reduzieren mussten …
Preise für die Kasse suchen und ausrufen. Ware annehmen und ins Lager / in den Laden fahren. Milch packen (frische Milch).
Ich habe die beiden großen Paletten mit H-Milch neu zusammengepackt. Milch aufwischen vorne bei den Kassen.
Getränke-Bestellung. Leergut annehmen.
Am Donnerstag habe ich die Zentrallager-Hauptlieferung angenommen und ins Lager gefahren.
Zusammenstellen der Bremerland-Milchkisten auf einer Palette. Leergut annehmen und das Leergut-Lager ordnen.
Trinks annehmen und packen.
Gestern Vormittag hatte ich mich beim Ware packen mit einem Kollegen unterhalten. Dabei erwähnte ich etwas, an das ich während der Arbeit denken musste: "Wir hatten ja schon echt ewig keine Kontrolle mehr von der Lebensmittelüberwachung. Bevor der doch noch irgendwann kommt, sollten wir doch endlich mal das Problem mit dem dauernd vereisenden Kühlhaus in den Griff bekommen …"
Kein Scheiß: 20 Minuten später war der Lebensmittelkontrolleur vom Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (so der offizielle Name) hier im Laden. Nachdem man uns sechs Jahre lang komplett ignoriert hatte! Ich musste lachen, nicht über ihn, sondern über den zeitlichen Zufall, und zeigte ihm als erstes auch das oben angesprochene Problem und dass wir da ja dran sind.
Der Rest der Kontrolle fiel übrigens relativ positiv aus. Um mal den Prüfer zu zitieren: "Als ich vor dem Laden stand, hatte ich mit einem deutlich rustikaleren Inneren gerechnet."
Blogleserin Eva hat beim Aufräumen eine Packung Müllbeutel unserer alten SPAR-Eigenmarke gefunden. Die "SPAR"-Produkte gibt es in Österreich zwar nach wie vor, aber die Produkte des deutschen Ablegers der SPAR wurden mit der Übernahme durch die EDEKA vor inzwischen 17 Jahren ersatzlos eingestampft.
Noch bemerkenswerter ist aber die Postleitzahl auf der Verpackung. 2000 Schenefeld Die vierstelligen Postleitzahlen wurden 1993 durch fünfstellige Zahlen ersetzt, um damit die beiden jeweils eigenständigen Systeme der BRD und DDR nach der Wiedervereinigung in einem neuen System zusammenzubringen. Die Packung auf dem Foto ist also wenigstens schon 29 Jahre alt. Die ist damit ja schon fast antik.
Vielen Dank an Nikolaus, der mir dieses Bild eines SPAR-Marktes in Wien geschickt hat. Leider stand nicht dabei, wo genau sich der Laden befindet und selber habe ich auch nichts herausbekommen …
Natürlich hat der alte Markt, in dem ich Jahre vor meiner Selbstständigkeit gearbeitet habe, keine große Relevanz für euch. Nur gäbe es vermutlich ohne ihn dieses Blog nicht, denn dort fing durch einen ziemlich profanen Schülerjob meine gesamte berufliche Laufbahn im Lebensmitteleinzelhandel an und ohne diese hätte ich nun auch nicht mein eigenes Geschäft … Aber nicht nur ich habe dort gearbeitet, hier lesen ja nun mehrere Leute mit, die ebenfalls in der Vergangenheit mit diesem Markt zu tun hatten. Auch für euch ist dieses Video sicherlich eine schöne oder zumindest interessante Erinnerung.
Gestern Nachmittag habe ich einfach mal vor Ort einen der Mitarbeiter des Abbruchunternehmens gefragt, ob ich noch einmal in das Gebäude gehen und ein paar letzte Aufnahmen machen dürfte. Die Antwort war eine freundliche Einladung und so ist dann ziemlich spontan dieses kleine Video entstanden.
Sieht zwar alles nicht mehr so richtig nach einem Supermarkt aus, erstaunlicherweise stehen noch viele Kühlmöbel in dem vor Jahren ausgeräumten Markt, aber so gibt es eine letzte Chance, noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen, bevor hier in den nächsten Tagen alles abgerissen und schließlich in den nächsten Jahren mitsamt einer kleinen Wohnsiedlung neu gebaut wird.
Das Kühlregal, das ab 1:40 zu sehen ist, ist übrigens baugleich mit unserem alten Wurst-Kühlregal und dementsprechend ebenfalls ein paar Jahrzehnte alt. Wer mit der Gurken-Oma (ab 2:46) nichts anfangen kann: Wir haben auch so eine. Der Aufenthaltsraum (5:15) steckt voller Erinnerungen. Unzählige Pausen habe ich dort verbracht, und es gab mal mit den Kollegen nach Feierabend eine feuchterfröhlichere Silvesterfeier, bei der von ein paar Kollegen Klasse1-Feuerwerkskörper unter den Tischen gezündet wurden und der ganze Boden irgendwann mit Glühwein nass war (inkl. vollgesogener Sockelblenden der Küchenzeile zwei Tage später), Jahre zuvor hatten Idioten vor dem Fenster Rollcontainer mit Pappe und Kisten angezündet, die Flammen waren durch das Fenster in den Raum geschlagen, der so zum Totalschaden wurde. So viele Erinnerungen, positiv wie negativ …
Wenn die Entkernung durch ist, kommen die Bagger und erledigen den Rest, aber bis dahin wird es wohl noch ein paar Tage oder Wochen dauern, denn für einen maschinellen Abbruch sind eigentlich noch zu viele Fremdstoffe in der Hütte …
Oh, eine Hauswinkelspinne. Dachte ich. Den Abmessungen nach war es eher eine große Winkelspinne, die die Kollegin bei uns im Laden entdeckt hatte. Das Tierchen ist natürlich kein Schädling, im Gegenteil sogar, aber ein Supermarkt ist nun auch nicht das ideale Zuhause für sie. Also haben wir sie draußen auf den Hof gesetzt, von dort aus darf sie sich ein neues Heim suchen.
Aber was für ein Kaventsmann die Winkelspinne war. So große Spinnen sieht man in freier Wildbahn hierzulande doch eher selten:
Porky! Porky war ein Reittier / Schaukelautomat, der irgendwann mal bei uns auftauchte und von uns jeden Morgen neben die Ladentür geschoben und abends wieder reingeholt wurde. Porky war ein dickes, rosa Schwein und war bei den Kindern wirklich beliebt. Porky mochten wir alle.
Abgesehen davon hat sich wie immer vieles Wiederholt …
Morgens habe ich beim Gemüsepacken mitgeholfen und und anschließend unser "Porky" (Unser "Tier" zum reiten für die Kinder) vor den Laden gefahren.
Leergut annehmen, Ausleeren der Ballenpresse.
Nachmittags habe ich dann unseren Aufbau mit Weihnachtsartikeln aufgeräumt und teilweise umgestaltet.
Preise suchen für die Kasse, Ausstellen von zwei Kassengutschriften.
Brot verglichen und angenommen.
Trinks-Hauptlieferung annehmen, vergleichen und packen. Leere Kisten absammeln und ins Lager bringen.
Aufräumen des Lagers.
Kunden gezeigt, wo bei uns welcher Artikel zu finden ist.
Merksätze zum Warenverkauf! 2/2
Wenn eine gewünschte Ware nicht vorrätig ist, empfehlen wir eine Ausweichware.
Wenn ein Kunde eine Hauptware oder für einen bestimmten Zweck einkauft, empfehlt der Verkäufer die dazugehörigen Ergänzungswaren.
Der Verkäufer ist an seinem Arbeitsplatz für die Waren mitverantwortlich. Insbesondere muss er sie richtig platzieren und gut präsentieren, auch in Beschaffenheit und Menge, sowie in Kennzeichnung und Preisangabe kontrollieren.
Da ich bekanntlich gut darin bin, schwarze Löcher und sonstige Singularitäten zu provozieren, habe ich die Reihe mal fortgesetzt und mein Pale Ale von Maisel (& Friends) in ein Störtebeker-Glas gefüllt. Das Bier schmeckte dennoch gewohnt gut und wie ihr seht, leben wir alle auch noch.
Nachdem ich nun schon unzählige Male an diesem Turm mit Cup Noodles vorbeigelaufen bin, haben Ines und ich die Produkte nun auch mal selber getestet. Zum ersten Mal, wohlgemerkt.
Becher auf, Wasser rein, drei Minuten warten, geht so lecker. Für 1,19 Euro bekommt man zwar schon eine Menge geboten, aber tagtäglich könnte ich diese Nudelgerichte auch nicht essen. Aber mal sind sie okay, wenngleich ich aus ökologischem Standpunkt diese massiven Becher nicht gutheißen möchte.
Nach anfänglichen fünf Artikeln haben wir nun fast das komplette 1-Liter-Mehrweg-Sortiment von Sinalco hier im Markt stehen. Immerhin können wir über unseren Großhändler (Trinks Bremen) elf verschiedene Sorten bekommen.
Bislang werden sie gut angenommen, wenngleich natürlich Kunden, die ausdrücklich Coke haben wollen, keine Sinalco-Cola nehmen würden. Welche mögt ihr denn lieber? Ist Sinalco auch dauerhaft eine akzeptable Alternative hier im Markt?
Nach mehreren Wochen haben wir nun mal wieder einen Aufsteller mit den Produkten von YFood hier im Laden stehen. Allerdings nicht die fünf Standardsorten, sondern die winterlichen Sorten Apfel-Zimt, Salzkaramell und Beere-Schoko.
Da ich weiß, wie beliebt diese Artikel zumindest bei uns sind, habe ich diesen Aufsteller gleich dreimal bestellt. Einer steht auf der Fläche, die anderen noch im Lager. Nach nur einer Viertelstunde waren bereits die ersten drei Flaschen verkauft.
Eine Kollegin hat mit einem Kollegen gewettet, dass die drei Displays bis Ende des Jahres verkauft sind. "Bis Ende November" ist zwar sehr optimistisch, aber das war mal meine Schätzung, wenn es so weitergeht …