Hier ein Foto, das Ines noch am Mittwoch aufgenommen hatte. Sonst stehe ich ja immer hinter der Kamera und bin gar nicht zu sehen, außer vielleicht irgendwo als Spiegelung.
Unser Leergutautomat hat in den letzten Tagen mehrere Glasflaschen mehr oder weniger stark zertrümmert. Weiß der Geier, was die Hotline da per Fernwartung gedreht hat (oder ob es jetzt einfach nur Zufall war), aber auf jeden Fall ist das Problem wieder behoben.
Sowas ist echt ärgerlich, weil man da hinten am Flaschentisch doch sehr schnell und routiniert arbeitet und man da leicht mal versehentlich in die Scherben und Bruchstücke fasst…
Es gab mal ein internes Magazin der SPAR, das war, der Name überrascht wenig, der SPAR-Kurier. Darin gab es im Sommer 2004 einen Artikel über uns hier, den ich euch nicht vorenthalten möchte:
Fettarme Milch für Metallica
Als Björn Harste den leer stehenden Markt in der Bremer Gastfeldstraße sah, wusste er sofort, dass er sich hier selbständig machen wollte. Seine Frau Angie war sich da nicht so sicher. Zu unattraktiv und schmuddelig sah für sie die verwaiste Kaiser’s-Filiale aus. Als gelernte Bankkauffrau mangelte es ihr damals noch zwangsläufig an der einzelhändlerischen Erfahrung, um sich einen attraktiven, lebendigen SPAR Markt vorzustellen.
Ganz anders bei Ehemann Björn, der sich nach dem Gymnasium lieber für eine Einzelhandelskarriere entschloss, statt sich einem Ingenieursstudium zu widmen. „Ich hatte als Schüler bei unserem extra-Markt gejobbt und Freude am Einzelhandel bekommen. Darum habe ich dort dann bis 1997 meine Lehre absolviert“, erinnert sich der dreißigjährige Harste. Innerhalb kurzer Zeit avancierte er danach zum Marktleiter bei Plus. Der Zufall wollte es, dass sein damaliger Ausbilder bei extra, Werner Fehner, zwischenzeitlich bei der SPAR angeheuert hatte. Er gab den Tipp, bei der Suche nach Erfolg versprechendem Nachwuchs einmal bei Harste anzuklopfen. Die SPAR rannte bei dem jungen Mann offene Türen ein: „Ich hatte inzwischen verstanden, dass ein Filialunternehmen nicht nach meinem Geschmack ist und dachte an eine Selbständigkeit. Da kam mir das Angebot Ende 1999 gerade recht.“
Danach ging es ziemlich schnell: Sichtung potenzieller Verkaufsflächen, Anmietung des Marktes in der Gastfeldstraße, Umbau und Eröffnung im Mai 2000.
Der SPAR Markt Harste im Bremer Stadtteil Neustadt hat momentan rund 530 Quadratmeter Verkaufsfläche, „viel zu klein für unser Sortiment“, bedauert Björn Harste. Derzeit arbeitet er daher an der Erweiterung der Fläche um 20 Quadratmeter durch die Integration der ehemaligen Fleisch-Bedienungsabteilung: „Jeder Meter zählt!“ Das ist nur zu verständlich, bei einem Sortiment, das nach Harstes überschlägiger Rechnung mehr als 15.000 Artikel umfasst.
Das Gros der Artikel entspricht der Bestückung eines typischen SPAR Marktes, aber rund 500 Artikel sind zum Teil sehr speziell und machen nicht zuletzt den Ruf des Marktes in Bremen und sogar jenseits der Stadtgrenzen aus. Angie Harste: „Etwa ein Jahr nach der Neueröffnung fragte uns eine Kundin nach Gepa-Artikeln. Statt nur einzelne Artikel in unser Sortiment aufzunehmen, haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und bieten seitdem rund 100 Gepa-Artikel an: Vom Honig über Saft und Brotaufstrich bis zu Wein und sogar Cocktails.“
Mit diesen Produkten trafen die Harstes den Nerv zahlreicher Kunden, und es entwickelte sich durch weitere Wünsche der Kunden eine Eigendynamik, immer mehr Spezialsortimente wurden in den Markt aufgenommen: Zum Beispiel Bio-Produkte von Bioland, Naturland und selbst Demeter. Um Demeter-Artikel listen zu können, mussten die Harstes extra eine Schulung absolvieren. Obendrein können Veganer aus dem mitlerweile stadtweit größten verganen Sortiment bei den Harstes einkaufen.
Das Ganze überschneidet sich mit dem Engagement der Inhaber für lokale Produkte. Die Harstes haben sich noch vor der Entscheidung der SPAR, verstärkt lokale Lieferanten aufzunehmen, dafür interessiert, welche interessanten Produkte aus der näheren Umgebung bezogen werden können. Die Harstes gehören zu den Mitbegründern des Projektes „Regionale Regale“ innerhalb der Initiative „Nordlichter“. In der Gastfeldstraße kann man daher unter anderem leckeren Bio-Apfelsaft des im Stadtteil benachbarten Mostproduzenten Fabelsaft kaufen, der ausschließlich Streuobst verarbeitet. Ein Bauer aus dem Teufelsmoor liefert Bio-Milch, Bio-Fleisch kommt vom Bremer Biohof Bakenhus, um nur ein paar Lieferanten zu nennen.
Auch die Spezialsortimente müssen ihr Geld bringen. Der Markt kann es sich angesichts der begrenzten Fläche nicht leisten, unproduktive Regalmeter zu führen. „Jeder Artikel muss sich bei uns rechnen“, betont der Ladeninhaber. „Was keinen Ertrag abwirft, fliegt bei uns rigoros raus.“
Der Slogan des Bremer SPAR Marktes lautet: „... und was können wir noch für Sie tun?“ Er ist jedoch kein reines Lippenbekenntnis, sondern wird wirklich gelebt, von den Harstes und den Mitarbeitern. Stets hat man ein offenes Ohr für Wünsche der Kunden. „Manchmal entwickle ich einen geradezu sportlichen Ehrgeiz, um selbst ausgefallene Wünsche zu erfüllen“, schmunzelt Björn Harste. Da war die Kundin, die für ihre Frankfurter Grüne Soße unbedingt das Kraut Pimpinelle brauchte. Harste hatte es selbst nicht vorrätig, beschaffte es ihr aber innerhalb weniger Stunden. Und jüngst kam eine Anfrage, ob er am nächsten Tag Milch mit einem Fettgehalt von exakt nur 0,1 Prozent besorgen könne. Ein Mitglied der Heavy-Metal-Gruppe Metallica wollte nämlich bei seinem Konzert in Bremen nicht auf dieses spezielle Getränk verzichten. Björn Harste recherchierte eilig im Internet und ließ sich von der hessischen Molkerei Schwälbchen sechs Liter per Express schicken. Als Dank gab es Freikarten für das Konzert.
Das Engagement für die Kunden kommt sehr positiv an. „Wir sind die Guten“, freut sich Angie Harste, „da verzeiht man uns auch, wenn wir höhere Preise nehmen als der Penny-Markt in der Straße.“ Große Stücke hält Björn Harste in diesem Zusammenhang auf das Internet. Meist könne man innerhalb weniger Minuten Kundenanfragen recherchieren. „Man braucht nicht viel, nur ein Laptop, ein WLAN und einen Internetanschluss. Dann kann man dem Kunden direkt im Markt das Ergebnis der Recherche zeigen. Das kommt sehr gut an“, weiß Harste aus eigener Erfahrung.
Durchschnittlich 1000 Kunden kaufen täglich bei den Harstes ein, zum Wochenende können es auch schon einmal 1200 sein. Dabei schaltet Björn Harste keinerlei Werbung in der lokalen Presse. „Anzeigen sind zu teuer und bringen leider nicht viel“, musste Harste feststellen. Seine Alternative: Durch eine witzig gestaltete Homepage (www.harste-online.de) spricht er seine Kunden lieber direkt an. Er hatte jedoch dabei das Glück, durch einen entsprechend bewanderten Freund die Homepage kostengünstig installieren zu können.
Vor zwei Jahren wurde der SPAR Markt wegen seiner überdurchschnittlich guten Leistungen mit dem Goldenen Einkaufswagen der SPAR ausgezeichnet, nur zwei Jahre nach der Neueröffnung. Aber die Harstes ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Nach dem Umbau und der Intergration der ehemaligen Fleisch-Bedienungsabteilung in den Markt möchten die Inhaber ihren Markt unter anderem mit einer optisch ansprechenden TK-Abteilung versehen, außerdem soll eine wenn auch nur kleine Käsebedienungsabteilung hinzukommen.
Anfang des Jahres brauchten wir für den Markt in der Münchener Straße unbedingt neues Personal. Nicht nur ein paar Aushilfen, sondern sogar Leute mit Verantwortung, denen man auch administrative Aufgaben und langfristig auch den Ladenschlüssel anvertrauen kann. Unter anderem hatte sich eine junge Frau beworben, bei der eigentlich alles top war: Gelernte Einzelhändlerin, super Zeugnis, nett und freundlich – wir waren uns sofort einig, dass wir sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen müssten. Da gab es nur einen ganz dicken Wermutstropfen: Ihr Lebenslauf. In vierzehn Jahren wären wir nun ihr sechzehnter (!) Arbeitgeber. Zu Anfang meiner Selbstständigkeit hätte ich sowas schulterzuckend hingenommen, kann doch schließlich passieren und die unterschiedlichsten Gründe haben, warum man häufiger den Job wechselt.
Heute sehe ich das anders. Ich will nicht ausschließen, dass es auch vereinzelte Ausnahmen gibt, aber mit meinen über 16 Jahren Erfahrung als Arbeitgeber kann ich ziemlich sicher sagen, dass sich Mitarbeiter, die einen solchen beruflichen Lebenswandel vorzuweisen haben, sich nicht plötzlich nur dadurch gänzlich ändern, dass sie bei mir arbeiten. Aller Warnungen zum Trotz luden wir die Bewerberin nicht nur, sondern stellten sie auch zum ersten Januar dieses Jahres als Vollzeitkraft ein.
In der ersten Woche arbeitete sie richtig gut mit. Sie nahm alles an, was wir hier an Informationen gaben und auch von den Kunden kamen positive Stimmen über die nette neue Kollegin. In der Folgewoche war die schon durchgängig krankgeschrieben. Bei anderen Arbeitgebern (und normalerweise auch bei mir) wäre das schon das Aus für den Job gewesen. Aber noch einmal hörten wir nicht auf die Warnhinweise unserer kleinen inneren Stimmen, die laut brüllten.
Am Montag (16. Januar) war die Kollegin wieder da, am Dienstag kam sie unentschuldigt nicht zur Arbeit. Dieses unentschuldigte Fehlen war für uns der Anlass, ihr Arbeitsverhältnis dann doch noch innerhalb der Probezeit zum 11. Februar zu kündigen. Vom Mittwoch bis zum Ende der Zeit bei uns war sie dann nur noch krankgeschrieben und kassierte für die elf Tage im Februar noch ihren Anteil der Lohnfortzahlung. In den ersten vier Wochen eines Beschäftigungsverhältnisses existiert dieser Anspruch glücklicherweise nicht, so dass sie im Januar tatsächlich nur die eine Woche und zwei (buchhalterisch) gearbeitete Tage von mir bezahlt bekommen hat.
Der/Die nächste Bewerber/in mit so einer bewegten Vergangenheit wird erst gar keine Chance von uns bekommen. Das steht jetzt definitiv fest.
In diesem Kommentar hatte Sven vor ein paar Wochen folgende Frage gestellt:
Hat so ein Automat einen Abwasseranschluß, einen Sammelcontainer oder wird das alles nur in den Säcken vom Cruncher mitgesammelt?
Einen Anschluss ans Abwassersystem hat kein mir bekannter Automat. Die ganze Grütze, die sich in den (zu zerstörenden Einweg-) Flaschen (und Dosen) befindet, fällt mitsamt dem Kunststoff oder Metall in den Sammelbehälter.
Jetzt kommt die Crux an der Sache: Die Automaten sind eigentlich immer daraus ausgelegt (und werden auch so verwendet), dass in den Sammelbehälter unter dem Cruncher / Schredder Kunststoffsäcke gehängt werden. Diese Säcke bekommen eigentlich immer durch die scharfkantigen Überbleibsel Löcher, so dass immer irgendwo die Suppe ausläuft. Es tropft und klebt und den Sack zu wechseln ist meiner Meinung nach nicht wirklich die angenehmste Arbeit.
Ich hatte ja vor knapp zwei Jahren mal diese Kunststoffwanne auf Rollen besorgt, mit der wir nicht nur das ganze Material von den Gebinden, sondern auch mit jeder Leerung immer rund einen Liter Flüssigkeit in unseren großen Container auf dem Hof kippen. Damit ist es im Automaten immer schön sauber.
Anschließend noch alle Schläuche tauschen, das Öl wechseln und das Gerät, wenn schon mal alles offen ist, ordentlich reinigen. Sieht doch fast aus wie neu.
Das sind also die Ersatzteile für unsere Presse: Ein Hydraulikzylinder, 15 Liter Hydrauliköl und in dem Karton befinden sich sämtliche Hydraulikschläuche. Bereit, durch den Fachmann eingebaut, resp. getauscht zu werden:
In den nächsten Tagen bekomme ich ein paar Entwürfe für ein Banner, das wir flächendeckend an die Wand über den beiden neuen Tiefkühltruhen hängen können. Wenn schon Provisiorium, dann wenigstens ein hübsches.
Aber ich sehe es mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Der Schrank hat so viel Kummer gemacht, dass dieser Schritt unumgänglich war. Gestern hat sich offenbart, dass er schon wieder komplett vereist war, die nächste Störung klopfte also schon wieder an die Tür.