Aus Platzgründen stehen im Laufe der Vorweihnachtszeit die unterschiedlichen Aufsteller mit Weihnachtsware und "Herbstgebäck" (sorry, ich werde diesen Begriff niemals ernsthaft verwenden) nicht nur konzentriert auf unserer Aktionsfläche vor dem Brotregal, sondern auch überall im Laden verteilt. Es sind nämlich einfach zu viele, um sie bei uns an einer Stelle aufbauen zu können.
Macht aber nichts, wir sind mit der Technik seit Jahren schon ganz erfolgreich und im Laufe der Vorweihnachtszeit verdichten wir die Artikel immer mehr und nach und nach rücken immer mehr von den weihnachtlichen Displays vor das Brotregal.
In einer Hauruck-Aktion hatten wir am Sonntag richtig aufgeräumt. Im Grunde steht nun unser gesamter Bestand an Weihnachtsartikeln auf der Aktionsfläche und wenn man bedenkt, dass wir jetzt noch eine gute Woche für den Verkauf haben, wird mir doch etwas mulmig. Klar geht jetzt erst richtig viel von diesen Artikeln raus – aber das könnte diesmal echt schiefgehen.
Ist ja nicht so, dass ich zum ersten Mal vergessen hätte, die App auszuschalten. Da loggt man dann eben den ganzen Tag hier im Gebäude. Was das GPS so aufschnappt, wenn ich mich angeblich feuchtfröhlich durch die Nachbarhäuser und Seitenstraßen bewege, wäre echt mal interessant.
Auch wenn die Sacke, die überwiegend mit leeren 1,5-Liter-Wasserflaschen gefüllt waren, kein großes Gewicht gehabt haben, so dürfte die Mutter mit ihrem kleinen Sohn doch ziemlich an der unhandlichen Fracht geschleppt haben.
Ich glaube, damit haben sie aber auf jeden Fall den Rekord für ein einzelnes Leergutabgebeereignis aufgestellt. Zumindest hinsichtlich des Volumens, beim Wert könnten Kandidaten mit weniger Säcken voller kleiner Getränkedosen (z. B. Red Bull) noch deutlich darüber gelegen haben.
Clementinenkisten, die lässige Alternative zum Präsentkorb. Die Stoffummantelung war von Ines schnell genäht, der Weihnachtswichtel übrigens auch, und schon ließ sich ein unkompliziertes aber durchaus wertiges Präsent zusammenstellen:
Was haltet ihr davon? Geht gar nicht oder eine prima Alternative zu den klassischen Körben, die aus meiner persönlichen Sicht doch reichlich verstaubt wirken?
Nach
diesem Kommentar hatte ich entschieden, das Projekt fortzusetzen.
Wir treffen uns dann an dieser Stelle in drei Jahren wieder, wenn ich genug Material für ein doppelt so langes Video zusammen habe.
Im ersten Moment wirkte das etwas irritieren. Ja, wo kommen die Zitrusfrüchte denn nun her? Bis man sich dann daran erinnerte, dass "Persien" zwar noch als das Land Iran existiert, aber man die Bezeichnung eigentlich nur aus alten Geschichten kennt. Was soll man auch machen, wenn die Früchte so heißen? Angebaut werden sie in Brasilien und so kommen die "Persischen Limetten" eben aus Brasilien.
Ich muss zugeben, die Bezeichnung "Persische Limetten" hatte ich bis zum Ausdruck dieses Schildes noch nie gehört. In über drei Jahrzehnten im LEH hießen diese grünen Kugeln auf jeder Form von Schild immer nur "Limetten".
#wiederwasgelernt
Als wir hier vor über 25 Jahren eingezogen waren, hatten wir das frisch angemietete Objekt neu gestrichen bekommen. Ein Malereibetrieb (damals von der SPAR organisiert und beauftragt, von mir bezahlt) ging hier damals irgendwann im Laufe der vierwöchigen Zeit zwischen Schlüsselübergabe und Neueröffnung durch und hat nicht nur im Verkaufsraum die Wände und die Decke gestrichen, sondern auch das Lager und die Nebenräume mit einem neuen Anstrich versehen.
Ich hatte damals sehr viel andere Dinge im Kopf, als mich um das letzte Detail bei der Abnahme der Malerarbeiten zu kümmern. Erst viel später fiel mir auf, dass die Maler hier sehr viel geschludert haben und auf den Toiletten z.B. fröhlich über die Kanten der Fliesen gestrichen hatten.
Normalerweise guckt man sich diese Kanten nie an, aber wenn man auf dem Herrenklo am Urinal steht und beim Pinkeln gelangweilt in der Gegend herumblickt, fällt der Blick schon auf diesen Bereich, da die Fliesen in ca. 1,50 m Höhe aufhören – also genau im Sichtbereich.
Über 25 Jahre habe ich diese Stellen gesehen und jedes Mal war es auch schon wieder vergessen, wenn ich von der Toilette kam:
Nur vor ein paar Wochen, da hat es mich plötzlich irre gemacht. Jedes Mal, wenn ich mal musste, stand ich da und habe mich mehr über diese scheiß übergemalten Fliesen geärgert. Keine Ahnung, warum es mich plötzlich gestört hat (liegt es am Älterwerden?), aber ich habe den Anblick nicht mehr ertragen.
Ein Kollege durfte dann in einer ruhigen Stunde mit Spachtel und Topfschwamm bewaffnet der Farbe auf den Pelz rücken. Wandfarbe auf Wasserbasis lässt sich ja auch nach Jahren noch problemlos und Rückstandsfrei entfernen, vor allem natürlich von Fliesen.
Endlich wieder in Ruhe Wasser lassen ohne inneren Unfrieden.
In der Videoaufzeichnung war leider nicht zu erkennen, warum diese beiden leeren Packungen "Schoko-Tröpfchen" (Backzutat von Dr. Oetker) im Regal lagen. Die Anlage ist nun mal nicht dazu gemacht, gezielt in die Regale zu gucken. Wenn ich an dieser Stelle wagemutig die Behauptung in den Raum werfe, dass der Inhalt der beiden Packungen geklaut worden ist, liege ich aber wohl vermutlich nicht allzu verkehrt …
(Die Schachtel rechts im Bild lag übrigens nicht zu lange in der Sonne und ist ausgeblichen. Der PC-Bildschirm dahinter hat die Szene in ein bläuliches Bild getaucht und den Weißabgleich der Handykamera an den Rand des Burnouts getrieben.

)
Gestern Nachmittag kam die Info, dass der Liefertag feststeht: Nächsten Freitag Nachmittag kann ich mein Model Y beim Tesla-Center hier in der Nähe abholen.
Da ich so schnell keinen Termin mehr für die Zulassung bekommen konnte, lasse ich das über einen Dienstleister machen. Im Idealfall steht das Auto da dann mit montierten Kennzeichen und kann von mir so übernommen werden. Ich habe noch nie im Leben ein neues Auto (im Sinne von Neuwagen) gekauft und habe keine Ahnung, ob man einfach nur den Schlüssel (resp. in diesem Fall die Schlüsselkarte) in die Hand gedrückt bekommt ("Da, viel Spaß.") oder ob da noch ein paar pathetische Worte fallen oder ich sogar eine mehr oder weniger umfangreiche Einweisung bekommen werde.
Langjährige Leser haben es vielleicht noch auf dem Schirm, dass ich am 19. Dezember Geburtstag habe – das ist dann ja eine ganz besondere Geburtstagsüberraschung. Meine persönlichen Daten liegen Tesla natürlich auch vor, ob sie die Übergabe mit Absicht so terminiert haben? Zuzutrauen wäre es ihnen.
Eine ausländische Nummer rief hier in der Firma an, ich rechnete nicht mit einem sinnvollen Anruf, ging aber trotzdem ran und meldete mich wie üblich mit meinem Nachnamen.
Sofort plapperte eine computergenerierte Stimme einen Monolog herunter, die ich nur noch sinngemäß wiedergeben kann. Sie lautete in etwa: "Ihre Paypal-Zahlung in Höhe von fünfhundert irgendwas Euro ist verdächtig und wurde daher zurückgestellt. Drücken Sie sofort die Eins, um mit einem Mitarbeiter zu sprechen."
Ich drückte die 2.
Aber die Verbindung wurde natürlich trotzdem hergestellt. Ein Mann mit irgendeinem orientalischen Akzent textete mich auf Englisch mit einem Monolog zu, den ich nicht weiter beachtete und an dieser Stelle daher nicht annähernd wiedergeben könnte.
Den nimmst du mal auf die Schippe, dachte ich mir, und säuselte in meinem leicht sonoren, soften Telefonansagen-Tonfall: "
Guten Tag. Wenn Sie mit jemandem sprechen möchten, der Ihnen weiterhelfen kann, drücken Sie bitte die Eins. Ansonsten legen Sie einfach auf."
Der Mann am anderen Ende plapperte irgendetwas und ich wiederholte ohne Abweichung, als würde eine automatische Ansage laufen: "
Guten Tag. Wenn Sie mit jemandem sprechen möchten, der Ihnen weiterhelfen kann, drücken Sie bitte die Eins. Ansonsten legen Sie einfach auf."
Obwohl es kein Videoanruf war, konnte ich förmlich sehen, wie dem Mann die Adern am Hals anschwollen, als er verzweifelt schrie: "
IN ENGLISH, PLEEEEASE!!!
Er hatte die Ausweglosigkeit wohl begriffen und genau danach selber aufgelegt.
Im Gespräch mit meinem Mitarbeiter Gregor kamen wir irgendwie auf das Thema KI zu sprechen und dass man Ergebnissen, die Chat GPT und andere Systeme ausspucken, nicht glauben und sie schon gar nicht unreflektiert verwenden sollte. Ich führte mein beliebtes Beispiel an mit dem Schüler, der im Geschichtsunterricht eigentlich eine Niete ist, sich aber sein Referat über das alte Rom von einem LLM generieren lässt. Der kann doch gar nicht überprüfen, was davon wahr und was falsch ist, der Lehrer sollte es dagegen sofort bemerken. Peinlich, sehr peinlich, wäre das.
"Ich zeig dir das mal mit einem Beispiel, wo wir die Fakten sofort und absolut lückenlos bis ins Detail nachvollziehen können", sagte ich zu Gregor und tippte in die Eingabezeile von ChatGPT folgendes Propt ein: "
Schreibe mir nach Internetrecherche einen kurzen Aufsatz über den Blogger shopblogger.de, 150-200 Wörter."
Ich rechnete mit wilden Halluzinationen und zusammengewürfelten Texten und natürlich der
Erwähnung des Herrn Krautkrämers und anderen kruden Formulierungen. Entweder hat ChatGPT einen Glücktreffer gelandet oder inzwischen doch echt gewaltige Fortschritte gemacht. Ich muss zugeben, dass an diesem Text, nach obigem Prompt von ChatGPT erstellt und 1:1 hier hineinkopiert, absolut nichts auszusetzen ist:
Der Blog Shopblogger wird von Björn Harste betrieben und bietet seit über 20 Jahren Einblicke in den Alltag eines kleinen Supermarkts – spannend, unterhaltsam und unaufgeregt zugleich.
Harste schreibt aus erster Hand: Von kuriosen Etikettierungsfehlern über Begegnungen mit Kund:innen bis hin zu detaillierten Beobachtungen im Bereich „Leergut“ oder Lieferantenprozessen. Seine Texte wirken persönlich und lebendig, oft mit einem humorvollen, teils ironischen Ton („Kurioses und Firlefanz“ ist eine seiner Kategorien).
Nicht zuletzt wirkt Shopblogger wie ein digitales Archiv – über Jahre hinweg gehalten – in dem Harste Veränderungen, Ideen und Alltagsereignisse seines Einzelhandelsbetriebes dokumentiert. Er selbst schreibt: „Inzwischen sind unfassbare 20 Jahre vergangen … und hier haben sich mittlerweile fast 30.000 dieser belanglosen Schnipsel angesammelt.“
Für Leser:innen, die hinter die Kulissen des Supermarkts schauen möchten – mit echten Erlebnissen, nicht mit Marketing-Sprech – ist Shopblogger eine sehr empfehlenswerte Lektüre.
So muss ein Referat aussehen.
Dass "rote" Paprikaschoten auch mal orange-gelb sind, ist bekannt, grüne Paprikaschoten sind auch immer mal gelb an einem Ende. Die Dinger sind sich also hinsichtlich ihrer Färbung nicht immer ganz treu und halten sich schon gar nicht daran, was auf den Schildern in der Gemüseauslage oder auf den Aufkleber direkt an der Ware steht.
Wie
diese rote (ja, sie ist rot, wenngleich sie mehr über ein Orange ins Gelbliche mit einem Hauch Grün am unteren Ende tendiert) Paprikaschote hier zu uns in die Gemüseabteilung gekommen ist, werden wir wohl nie erfahren. Ines hatte ein paar Artikel für zu Hause mitgenommen und scheint daher wirklich rein zufällig diese eine Frucht erwischt zu haben, die mit dieser Art Aufkleber versehen ist. Hat ein Kunde sie bei uns verloren? Hat beim Bauern jemand das falsche Etikettenpapier für die Aufkleber verwendet? Oder ist die Paprikaschote beim roten Mitbewerber ausgebüxt, um sich mal die blau-gelbe Welt anzusehen? Werden wir wohl nie erfahren.
Völlig normal in Bremen. Kurz zuvor war der Typ übrigens nicht am Rand, sondern zwischen den Fahrspuren auf der weißen Linie entlanggelatscht.
Völlig normal hier in der Stadt, vermutlich bin ich der Gestörte.
Ein Mann löste nach dem Bezahlvorgang den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Er blieb brav stehen und half bei der Suche nach der Ursache für das Piepen. Es stellte sich heraus, dass ein Stück Hartkäse, das sich in einem Fach seines Rucksacks befand, dafür verantwortlich war. Originalverpackt, mit einem noch aktiven Sicherungsetikett versehen und auch bei uns im Sortiment zu finden.
Der Mann erklärte den anwesenden Kollegen, dass er den Käse vor ein paar Tagen auf der Straße gefunden haben will und beteuerte, dass er ganz sicher kein Dieb ist. Zum Beweis zückte er sogar aus eigenem Antrieb seinen Ausweis und ließ den Kollegen seine Personalien aufschreiben. Den Käse ließ er auch hier und sagte, dass er am nächsten Tag wiederkommen und seine Ware abholen wolle. Bis dahin sollte die Sache doch geklärt sein.
Als mir nun mein Mitarbeiter am nächsten Tag von dem Vorfall berichtete, lachte ich spöttisch auf. "Klar, er lässt seinen Käse einfach so ohne Diskussion hier", da ist er nicht der erste Ladendieb der sich so bereitwillig von "seinem Eigentum" trennt. Und die Ausrede, dass er den Käse gefunden haben will, ist ja ohnehin mehr als seltsam. Wer sammelt denn irgendwo auf der Straße ein Stück Käse auf? "Wo gefunden? Bei uns im Kühlregal?", lachte erst ich und dann lachten wir beide.
Wir hatten ja seine Personalien und so sondierte ich die Videoaufzeichnung gründlich. Wenn das eindeutig zu sehen ist, kann ich den Diebstahl zur Anzeige bringen, das Beweisvideo könnte ich der Polizei dann gleich mitliefern – und so begann ich, mir die Videoaufzeichnung von seinem Besuch hier im Markt minutiös durchzusehen.
Kurz: Der Mann hatte nicht gelogen – zumindest nicht hinsichtlich seiner Aussage, dass der Käse nicht von uns war. Was ich nun davon halten soll, dass er das Stück irgendwo auf der Straße gefunden hat und er diesen dann auch noch mehrere Tage in seinem Rucksack spazieren trägt, weiß ich auch nicht so genau.
Diesen Strichcode mit Wellen und Palmen, die aus den Strichen wachsen, hatte Honza auf einem Bananen-Quetschi ("Fruit Bomb Banana") von Pokket entdeckt. Vielen Dank für die Zusendung.