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Betonschachtringe als Aschenbecher

Als eine Kollegin zur Arbeit kam, sagte sie mir, dass die Moscheebesucher (wer sonst?) unsere mit dem Kirschlorbeer bepflanzten Betonschachtringe als Aschenbecher verwenden würden. Seufz, kein Kommentar dazu …

Bevor ich mich später am Nachmittag zum Feierabend auf mein Fahrrad schwang, machte ich noch ein paar Fotos davon. Zum einen, um sie ggf. an den Moscheevorstand zu senden, aber natürlich auch auf jeden Fall hier fürs Blog. Eine Frau war gerade hinter der offenstehenden Tür der Imbiss-Anbaus der Moschee mit irgendwelchen Essenszubereitungen zugange und beobachtete mich dabei, wie ich meine Fotos knipste. Als ich mich umdrehte rief sie mir etwas nach. Der Dialog verlief etwa folgendermaßen:

Frau im Imbiss: "Das geht so aber nicht!"

Ich drehte mich um, zog einen meiner Kopfhörer aus dem Ohr und entgegnete, dass ich das genauso sehe.

"Warum macht man sowas?"

"Weiß ich nicht", sagte ich, "vielleicht weil die Leute doof sind oder zu faul, den Aschenbecher da hinten vor der Tür zu verwenden."

Ich sagte das in meinem vollen Ernst und dachte, dass sie ebenfalls die Zigarettenkippen in der Erde meinte, aber darauf wollte die Frau in dem Verschlag gar nicht hinaus.

"Was geht Sie das überhaupt an?", fragte sie mich.

"Bitte?!"

"Ich fragte, warum Sie überhaupt unsere Pflanzen fotografieren. Das mit den Zigaretten ist doch nicht Ihr Problem, das geht Sie doch gar nichts an."

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten. Dachte ich aber nur, sagte ich nicht. Gesagt habe ich, dass das meine Pflanzen auf meinem Hof sind. Mal ehrlich? Die Frau blökt mich an, weil sie glaubt, dass die Pflanzen mich nichts angehen, anstatt den Ball flach zu halten, da sie ja auf jeden Fall wissen musste, dass dies nicht der Fall ist. Was geht in den Köpfen der Leute so vor?!

Am nächsten Morgen waren die Kippen übrigens alle raussortiert …


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Kommentare

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Silvan am :

"Unsere Pflanzen" vielleicht ist da das Grundproblem, dass viele Moscheebesucher der Ansicht sind dass der ganze Platz zur Moschee also denen gehöre.

Silvan am :

Die Scherereien die du mit denen hast können Ber auch inzwischen ein Buch füllen

ShadowAngel am :

Tjoa und trotzdem wird nichts getan, weil man ja die Kulturbereicherer nicht angehen darf, sonst ist man ja nur ein doofer Nazi. Da ist es doch besser, man lässt sich Jahre/Jahrzehnte auf der Nase rumtanzen und vorführen...

unregistrierter User am :

Am Ende ist man Nazi, weil man Begriffe des rechten bis rechtsextremen Spektrums wie "Kulturbereicherer" nutzt und damit den Konflikt nicht nur als Nachbarschaftskonflikt ansieht sondern in den Gesamtkontext der Einwanderung und Integrationspolitik setzt.

DBenger am :

Das hast Du treffend gesagt!
Wer die Wahrheit nicht verschweigt, sondern die bestehenden Zusammenhänge erkennt und ausspricht wird als "Nazi" verunglimpft (spannenderweise unter billigender Inkaufnahme der völligen Entkernung des Begriffes, des Verwaschens und Vergessenmachens der Erinnerung an die Verbrechen des Naziregimes - trotzdem nennt sich solches Klientel gerne "Antifaschist" und dünkt sich progressiv).

unregistrierter User am :

Tja, da hab ich mich wohl mißverständlich ausgedrückt:

Hier streiten sich zwei Nachbarn. Klar, da spielen auch kulturelle Eigenschaften mit rein, das sagt aber gar nichts über die Einwanderungspolitik aus, sondern erst einmal über unterschiedliche Wahrnehmungen der Konfliktteilnehmer, wie er eigentlich in jedem Konflikt Grundlage ist.
Wer diesen Konflikt hochstilisiert zu einer Frage der Migrationspolitik und das auch noch mit "Kulturbereicherer" ausdrückt, der macht ganz deutlich klar, dass er keine Kultur außer der "deutschen Kultur" akzeptiert und andere Verhaltensweisen außer denen, die er als "deutsche Kultur" ansieht, nicht akzeptiert.
Das ist nicht Nazi, weil zu einem Nazi gehören noch ein paar Dinge mehr. Die Ablehnung allen Nichtdeutschen hat man dann aber mit den Nazis gemein.
Da aus meiner Erfahrung die Schnittmenge zwischen denen, die Dinge mit Nazis gemein haben, sich aber gegen die Bezeichnung "Nazi" wehren, und denen, die andere pauschal als "linksgrün" bezeichnen oder Antifaschist in dem Zusammenhang in Anführungszeichen setzten, sehr groß ist, gilt hier wieder das Prinzip des "an die eigene Nase fassens".

Jodelschnepfe am :

Irgendwie habe ich den Verdacht, dass die Frau im Imbiss mit ihrer Aussage „Das geht so aber nicht!” insgeheim darauf spekuliert hat, den Betreiber dieses Blogs so zu verunsichern, dass dieser keine Bilder mehr knipst. Dem war aber nicht so wie wir hier sehen. Ein nicht geringer Prozentsatz Menschen würde solchen bzw. ähnlichen Anweisungen aber ohne zu hinterfragen folgen wenn diese nur möglichst autoritär geäußert werden - selbst dann, wenn die Person, die den „Befehl” erteilt hat gar nicht weisungsbefugt ist.

Das Wichtigste am :

Da ist jemand kein Anhänger dieser unpassenden Lorbeerkirsche :-P

Private Joker am :

Am Ende war die Dame das selbst oder hat einfach den ihr bekannten Verursachern gesagt, sie sollen das lassen und hat es aufgeräumt. Ingesamt also doch ein Erfolg. Was habt ihr denn?! ;-)

Georg am :

Moscheegebäude kaufen wenn möglich,dem Verein kündigen und schon ist Ruhe

Hannes am :

Würde es etwas nützen, wenn du deinen Teil des Hofs mit gelber Farbe "stricheln" würdest? Also einmal gelbe Streifen ähnlich wie die "Nicht-befahren" Zonen in weiß im normalen Straßenverkehr? Natürlich willst du mit deinen Nachbarn friedlich zusammenleben und du hast ja auch schon einige Male gesagt, dass Absperrungen, Ketten, usw. nicht wirklich helfen würden, aber vielleicht hilft es ja, wenn visuell klar ist, dass das nicht alles eine einheitliche Fläche ist?

Soweit ich dich verstanden habe, ist das große Problem ja nicht einmal, dass die ab und zu zu Gebetszeiten alles zuparken, sondern dass quasi alle dort sich verhalten, als wenn alles zur Moschee gehören würde. Da könnte so eine visuelle Abgrenzung mit einer harten Kante evtl. helfen.

Hendrick am :

Coole Idee! Zudem wäre es eine wirklich freundliche Art des Hinweises auf ein fremdes Grundstück.

In Sachen manchmal nicht zu nutzendes Wegerecht zur Straße wird man wohl ohne Unterstützung des Vereinsvorstandes nichts bewirken.

Vielleicht macht die Feuerwehr an so einem Abend ja mal eine Übung im Hof, es ist ja kein Nachteil, bei so einer Aktion die Örtlichkeit kennen zu lernen. :-D
Außer dem Laden sind ja genug Wohnhäuser drum herum.

bli am :

Ich schlage Schweinchenrosa statt Gelb vor.

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