Ich lief gerade quer durch den Laden, als ich von der anderen Seite des Regals einen Gesprächsfetzen aufschnappte. Ob der Kunde telefonierte oder mit einer anderen Person sprach, konnte ich auf die Schnelle nicht ausmachen und weil ich es eilig hatte, konnte ich auch nicht stehenbleiben und mir das Ende der Erzählung anhören.
"Du, seit ich das erste Mal hier einkaufen war …"
Tzja – und jetzt stehe ich da und werde wohl damit leben müssen, niemals zu erfahren, wie diese Erzählung wohl weitergegangen ist.
Eine jüngere Kundin suchte Putengulasch oder Putengeschnetzeltes für ein Gericht, dass sie zubereiten wollte. Während sie mit Ines zum Fleischregal gingt, erklärte sie, dass sie sich nämlich jetzt vegan ernähren will und ihr ChatGPT dieses Rezept als vegan und kalorienarm vorgeschlagen hatte.
Dass die KI da etwas übers Ziel hinausgeschossen, nun ja …
Aber man fragt sich ernsthaft, wie manche Menschen überhaupt noch lebensfähig sind. Vielleicht ist das einfach die neue Arbeitsteilung: Die KI "denkt" – und der Mensch führt nur noch unreflektiert aus. Selbst dann, wenn das Wunschergebnis ein veganes Abendessen mit frischem Putengeschnetzeltem als Hauptzutat ist. Merken die Leute das nicht mehr heutzutage?! Oder verblödet die Menschheit wirklich dermaßen, dass der Bezug von abgepackten Produkten im Supermarkt zu lebendigen Tieren mit Federn komplett nicht mehr ohne fremde Hilfe hergestellt werden kann?
Oh, Mann …
Da landen sie also, die gelben Säcke … Transportmittel für Einwegleergut, das nach der einmaligen Verwendung im Restmüll landet, nämlich in Mülleimer vor unserem Leergutautomaten.
Mich stört diese Zweckentfremdung gewaltig. Die Säcke werden kostenlos herausgegeben und so sind sie bekanntlich seit vielen Jahren schon sehr beliebt, um als kostenlose Müll- und Transportsäcke verwendet zu werden. Aber gedacht sind sie dafür natürlich nicht – und die Mehrkosten trägt natürlich wie so oft die Allgemeinheit …
Ein junger (und polizeibekannter) Mann hat sich eine Packung Brotaufstrich aus dem Kühlregal und das dazu passende Brot aus dem Brotregal in die Jackentasche gesteckt und wollte, natürlich ohne diese zu bezahlen, den Laden verlassen.
Aufgefallen war er uns vor allem deshalb, da er hier vor eine Weile schon einmal geklaut hatte. Die Tat damals konnte er zwar erfolgreich begehen, aber da er einfach so rausgegangen war und den Kollegen an der Kasse seltsam vorkam, hatten wir uns die Videoaufzeichnung von dem Besuch angesehen, gesichert und im Kollegenkreis herumgezeigt. Schön, dass nicht alle solche Gesichtslegastheniker wie ich sind.
Anzeige, Hausverbot, das übliche Programm …
Die Katze sucht schon nach Taucherausrüstungen, da können sich die besorgten Fische wohl demnächst warm anziehen.
Wir haben privat sehr gerne das Spülmittel der Henkel-Marke "Love Nature" verwendet. Obwohl mehr oder weniger Bio hatte es eine perfekte Reinigungswirkung und Fettlösekraft. Seit die Marke eingestellt wurde, sind wir auf Fairy umgestiegen, das macht nämlich gut sauber – andere Bio-Produkte fielen bei uns leider durch, gerade auch der Marktführer mit der grün-weiße Amphibie hat uns überhaupt nicht glücklich machen können. (Andere Produkte von Frosch sind durchaus gut, aber das Spülmittel benutze ich gar nicht gerne.)
Wie auch immer: Die kleine Flasche Fairy näherte sich dem Ende und bei uns im Geschäft war Fairy auch gerade leer, also hatten wir eine Flasche klassisches Geschirrspülmittel von Palmolive (nur echt von und mit Tante Tilly) mitgenommen. Wie immer schütten wir die Reste zusammen – und erlebten beim kleinen Wunder gegen Fett noch ein anderes kleines Wunder: Lustige Flocken, die in der Flasche umherdümpelten. WAS WAR DAS?!
Kleine Chemiestunde: Spülmittel ist nicht gleich Spülmittel, sondern jedes Produkt besteht aus einem lange erprobten Gleichgewicht der unterschiedlichsten Zusatzstoffe. Darunter vor allem verschiedene Tenside. Kurz gesagt: Man wirft zwei fein austarierte chemische Systeme in einen Topf und sagt ihnen, dass sie jetzt Freunde werden sollen. Das Ergebnis kann dann so aussehen wie auf dem Foto: Ein Teil der Tenside verliert seine Lust, gelöst zu bleiben, und flockt schlicht und einfach aus.
Mit einmal kräftig schütteln war das Thema dann auch schon wieder gegessen:
Leicht verfremdet, aber inhaltlich absolut treffend kam dieses Anschreiben einer Bewerberin hier auf dem Postweg an:
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen. Da Sie eine motivierte und zuverlässige Mitarbeiterin suchen, möchte ich mich Ihnen gerne vorstellen.
Ich arbeite gerne im Team, kann Aufgaben aber ebenso eigenständig und verantwortungsbewusst erledigen. Der Umgang mit Menschen bereitet mir Freude und durch meine offene und hilfsbereite Art fällt es mir leicht, auf Kunden einzugehen.
In meinen bisherigen Tätigkeiten konnte ich bereits vielseitige Erfahrungen sammeln und habe gelernt, auch in stressigen Situationen ruhig und organisiert zu bleiben. Freundlichkeit, Flexibilität und Pünktlichkeit sind für mich selbstverständlich.
Über die Gelegenheit, mich persönlich bei Ihnen vorzustellen, würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Außer diesem Anschreiben gab es
nichts, vor allem keinen Lebenslauf.
Nach dem Lesen dieser Bewerbung wusste ich nun also, dass die Frau freundlich, flexibel, zuverlässig, teamfähig, organisiert, belastbar, motiviert, pünktlich, hilfsbereit, kundenorientiert und selbstverständlich auch stressresistent ist — aber leider immer noch nicht, ob sie überhaupt schon einmal an einer Kasse gestanden hat. Außer als Kundin natürlich. Aufgrund der fehlenden Informationen weiß ich nicht einmal, wie alt sie ist. Durchaus interessant, denn wenn sie unter 18 ist, kommt der Job hier auch nicht in Frage. Außer sie ist dann keine Schülerin mehr und könnte an Werktagen auch vormittags arbeiten.
Auch wenn Fotos mittlerweile verpönt sind, ein Lebenslauf mit ein paar Infos hinsichtlich Ausbildung und Erfahrung ist fast schon wichtiger als ein derart gestaltetes Anschreiben voller nichtssagender Floskeln.
Auf dem Weg zur Firma gab es plötzlich ein ganz hässliches Geräusch, das sich mit jeder Umdrehung des Hinterrades an Ines' Fahrrad wiederholte. Viele Wiederholungen gab es nicht, denn wir hielten sofort an. "WAS WAR DAS?!", guckten wir uns irritiert an. Von außen war spontan nichts zu sehen.
Als ich das Hinterrad drehen wollte, gab es ein lautes, kratzendes Geräusch. Ich stoppte sofort, suchte einen Fremdkörper, der irgendwie zwischen Schutzblech und Reifen oder in den Speichen oder der Kette hing – nichts zu sehen.
Ich drehte weiter und förderte dieses Stillleben zutage.
ZUM GLÜCK ließ sich die Schraube entfernen und es ist auch nur der Mantel äußerlich beschädigt, so dass wir die Fahrt nicht nur fortsetzen konnten, sondern auch kein dringender Handlungsbedarf besteht. Aber SO hat man einen Fremdkörper auch selten im Reifen stecken.
(Da hätte mich mal das WIE interessiert. Wie sich so eine Schraube durch reines Überfahren so in das Material bohren kann, würde ich gerne mal in Zeitlupe sehen.)
Wenn ich von der "Halle" rede, meine ich immer das komplette Gebäude. Also den reinen Hallenbereich mitsamt den Nebenräumen. Der wichtigste dieser Nebenräume ist das große Büro unten auf der Straßenseite, in dem auch schon 14 Jahren unser
großer Ikea-Schreibtisch steht.
Seit der Onlineshop offiziell für beendet erklärt war, stand natürlich unglaublich viel Zeugs in der Halle herum. Hinzu kam schließlich "unser" (Gastfeldstraße) Umbau 2018 und das Ende vom Markt in Findorff. Alles, was irgendwie untergebracht werden musste, hatten wir untergebracht. In der Halle und allen kleinen Räumen. Alles stand voll, letztendlich konnte man das Gebäude kaum noch betreten. Ich hab schon immer gewitzelt, dass sie daraus mal eine Sondersendung vom
Trödeltrupp drehen oder gleich eine ganze Staffel meiner Halle widmen. Dazu fehlte es an Zeit und Kraft, sich da selber drum zu kümmern.
Aber damit ist nun seit ein paar Wochen Schluss, ich habe die Sache endlich in die Hand genommen und langsam aber sicher wird das Gebäude momentan von Woche zu Woche leerer und aufgeräumter.
So sieht aktuell das Büro aus Die blauen Kisten links beinhalten noch einen Teil Ware von Picas (aber keine Halsbänder und Leinen mehr …), der Schreibtisch bleibt zentrales Element und rechts auf den Edelstahltischen steht Hifi- und Laser-Equipment, man will ja auch seinen Spaß dort haben.
Die letzten Tütchen der
reduzierten MAMA-Nudelgerichte hatte ich für mich gebunkert, denn ich wollte sie auch irgendwie mal probieren. Da es heute für einen Tag Mitte Juli ziemlich kühl ist, dies wird noch durch das trübe Wetter und den Wind unterstützt, dachte ich mir, das wäre der richtige Zeitpunkt, um sich die Nudeln mal heißzumachen. Von Innen wird einem bekanntlich am schnellsten warm.
Ich hatte mir gerade einige der Nudeln auf die Gabel geschaufelt, als ein Kollege zu mir ins Büro kam, der einige Dinge wissen wollte. Ich hielt mit der vollen Gabel in der Hand inne und hielt sie mit den aufgeladenen Nudeln mehrere Minuten über die Schüssel. Nachdem das Gespräch beendet war, wollte ich mit inzwischen eiskalter Hand weiteressen, aber so einfach war das gar nicht.
Ich will ja nicht sagen, dass es hier kalt ist, aber …
Vom Eröffnungstag selber gibt es keine Fotos und nennenswerte Beiträge, aber am Abend vorher hatte ich diesen Blogeintrag verfasst:
1 Tag: SPAR Findorff - Der Abend vor der Eröffnung
Am 20. Juli 2006 hatten wir den Markt eröffnet,
vor genau 20 Jahren.
Wo ist die Zeit hin?
Seit dem 1. Juli 2020 sind wir da nun schon wieder raus und nachdem der Lieferdienst Gorillas da eine Zeitlang sein Lager hatte, ist nun ein Bio-Markt dort ansässig.
Obwohl die Firma Trautwein und ich seit der Installation unseres
ersten Leergutautomaten im Oktober 2007 bis zum Ende des zweiten Geräts, konkret bis zum
Einzug der Maschine von Sielaff 14 Jahre später eine bewegte Zeit miteinander hatten, war deren Insolvenz gänzlich an mir vorbeigegangen.
Hätten mich nicht ein paar von euch darauf hingewiesen, wüsste ich es vermutlich bis heute nicht. Aber:
Partner Tech Europe und Anker übernehmen Rechte an Trautwein Rücknahme-Systemen.
Die Patente und Technologien hat Anker von Trautwein übernommen, Mitarbeiter und Gebäude blieben zurück. Will man die Website
https://trautwein-sb.de/ aufrufen, wird man neuerdings direkt auf
https://www.anker.net/ weitergeleitet.
Damit dürfte Trautwein wohl Geschichte sein.
Fundstück von Monika auf einer Packung "American Style Sandwich" der Lidl-Eigenmarke Grafschafter: Ein Strichcode mit "Stars and Stripes", wobei letztere sich einfach schon aus der Sache ergeben. Vielen Dank für die Zusendung.
Ich war gegen Mittag kurz in der Firma, um ein paar Sachen zu holen. Bei meiner obligatorischen Runde durch den Laden, man könnte es auch abwertend als "Kontrollgang" nennen, hab ich irgendwie meinen Fuß blöde aufgesetzt, war nach außen weggeknickt und innerhalb einer Sekunde lag ich auf dem Boden.
Dem Sprunggelenk geht es gut, aber meinem Google Pixel 8 Pro, das ich die ganze Zeit in der linken Hand hielt und beim Aufprall mit Kraft auf den Boden geschlagen habe, hat es das Display zerbröselt. Das war in der Form nun eine Premiere für mich, denn ich habe noch nie bei einem Smartphone ein kaputtes Display gehabt. Finde ich aber rückwirkend lustig, wie mein erster Blick nach dem Sturz meinem Handy galt.
Zum Glück habe ich einen sehr
kompetenten Fachbetrieb hier in unmittelbarer Nachbarschaft, der das Gerät wieder hinbekommen hat. Da Jamin in seiner Werkstatt aus Qualitätsgründen nur Originalteile verbaut, kamen knapp 330 Euro zusammen. Das tat dann gleich ein zweites Mal weh …