Webeanruf einer Firma, die von Behinderten hergestellte Besen und Bürsten verkaufen will. Ich soll ja auch keine große Menge abnehmen, nur einen kleinen (30cm) und einen großen (80cm) Besen und dazu eine Kehrgarnitur hier für den Eigenbedarf.
Ich haderte. Einerseits mag ich ja solche Anrufe überhaupt nicht. Andererseits... Drei Besen und vielleicht für einen guten Zweck und außerdem kann man sowas ja immer mal gebrauchen. Ich erkundigte mich nach dem Preis.
100 Euro netto zuzüglich Versand fand ich dann aber schon etwas happig und habe das Angebot dankend abgelehnt. Und mich mal wieder bestätigt gefühlt: Telefonverkäufe von Fremden sind nie gut.
Schon
über ein Jahr ist es her, dass das Kältebauunternehmen, das ich bei allen Problemen mit meinen Kühlanlagen angeheuert habe, den letzten Job hier gemacht hat. Seit dem habe ich ein Ein-Mann-Unternehmen aus der Region. Ein nettes Kerlchen, aber (verständlicherweise) bei Problemen, gerade auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten, nicht immer gleich parat. Den Vorteil hat man nunmal bei einem größeren Unternehmen, besonders wenn dazu noch ausdrücklich ein 24h-Service angeboten wird. Aber was nützt es, wenn das Vertrauen in die Firma gänzlich zerstört ist.
Ich hatte damals schon so ein ungutes Gefühl bei dem Unternehmen. Die Inhaber hatten sich irgendwie zerstritten und sind getrennte Wege gegangen. Die Firmierung wurde geändert, jeder hat vom anderen behauptet, nicht mit dessen Geschäftspraktiken einverstanden zu sein. Ich blieb bei denen, die den alten Firmensitz weiterführten – mit eingangs verlinktem Ausgang.
Nun hat sich in dem Unternehmen wieder viel verändert. Der ehemalige Geschäftsführer macht sein eigenes Ding mit eigener Firma, der alte Firmensitz wird unter neuer Leitung weitergeführt.
Zu Betrieben mit solchen Unregelmäßigkeiten in der Leitung habe ich pauschal nur ein sehr begrenztes Vertrauen. Und nun stehe ich hier und halte zwei Briefe in der Hand. Einen von der neuen Firma mit altem Geschäftsführer und einen von der alten Firma mit neuem Geschäftsführer. Beide erzählen mir etwas von ihrem bekannten Namen und den bekannten Leistungen und ich würde gerne wieder einer von beiden mein Vertrauen schenken – nur, wem? Sind die Dinge, die mich gestört haben, von der Geschäftsleitung angewiesen worden? Dann sollte man die neue Firma strikt meiden. Oder waren es die Mitarbeiter? Dann würde ich vielleicht doch lieber die alte Firma vermeiden.
Vielleicht bleibe ich auch einfach bei dem Ein-Mann-Betrieb. Bislang ging alles gut, aber was ist, wenn wirklich mal wieder ein nächtlicher Einsatz sein muss?
Eine Kundin sprach mich an: "
Da ist eine Flasche im Leergutautomat liegengeblieben."
"
Och, kein Problem", sagte ich zur ihr. Und fasste kurzerhand in den Annahmeschacht und zog die Buddel wieder raus. "
Der beißt nicht." Nach einer kurzen Pause ergänzte ich noch: "
Meistens."
Damit bekommt man eigentlich jeden zum lachen.
Fehler passieren, gerade auch (leider) an der Kasse. Ein Artikel ist schnell doppelt vom Scanner erfasst und wenn es dann gerade laut und unruhig ist, fällt das nicht unbedingt auf. Dazu soll(t)en Kunden ja ihren Bon kontrollieren, damit das Problem notfalls gleich geklärt werden kann.
Wenn ich aber von einem älteren Kunden am frühen Morgen angesprochen und gleich angegiftet werde, dass wir den Kunden hier am Samstag übelst betrogen hätten und dass das eine Unverschämtheit wäre, ihm so sein Geld aus der Tasche zu ziehen, muss ich mich sehr beherrschen, freundlich zu bleiben und nicht selber zurückzuziegen. Der Ton macht die Musik und wer kein Verständnis für Fehler hat muss ja trotzdem nicht gleich so reden, als hätten wir nichts unversucht gelassen, ihm sein gesamtes Vermögen zu nehmen.
Gestern Abend war ich noch ein paar Stunden in der Firma und dachte mir, als ich gerade gehen wollte, dass ich doch endlich mal eben die Leuchtstoffröhre austauschen sollte, die hier im vorderen Bereich des Marktes immer leuchtet und so auch als Nachtlicht dient.
Der Röhrentausch war kein Problem, nur dass ich auf dem Weg nach hinten mit einer Leitersprosse an einem Pappaufsteller mit Schokolade hängengeblieben bin, machte meine ganze Aufbruchstimmung zunichte.
Wenn sich in einer geöffneten und vergessenen Flasche Coca-Cola auf dem Getränkerest ein haariger Bewuchs gebildet hat – ist das dann Schimmel oder doch eher Rappe?
Ich geh' ja schon. Gute Nacht.
Ein Mann hat so verdächtig eingekauft, wie man es eigentlich nur tun kann und sich damit selber zur "verdächtigen Person" gemacht: Läuft mit einem offenen Rucksack durch den Laden und nimmt einige Lebensmittel in die Hand, fummelt dann vor dem Zeitungsregal hockend diese Sachen in seinen Rucksack, verschließt ihn, setzt ihn auf und liest noch ein paar Minuten in einem Magazin. Dann ging er zur Kasse und stellte sich am Ende einer der beiden Schlangen an.
Um zu verhindern, dass er einfach an den wartenden Kunden vorbeigeht, bewegte ich mich auch langsam in Richtung Ausgang und beobachtete das Geschehen an der Kasse aus einiger Entfernung.
Plötzlich fiel mir ein junger Mann auf, der gerade den Laden verlassen wollte. Mir war er nur wenige Sekunden zuvor auf meinem Weg durch den Laden schon aufgefallen. Da kam er gerade aus der Getränkeabteilung, steuerte direkt auf die Kasse zu und hielt dabei eine teure Mettwurst und eine Dose Bier in der Hand.
Tzja, so kann es gehen. Der Typ mit der Wurst hatte in seiner Umhängetasche noch mehr Sachen für "sein Abendessen" zusammengeklaut und bekommt nun eine Anzeige wegen Ladendiebstahls. Der Kunde mit dem Rucksack dagegen hat fein säuberlich alles an der Kasse ausgepackt und bezahlt...
Ein Kunde mittleren Alters hatte (unter anderem) zwei Packungen Tiefkühlpizza in seinem Einkaufswagen liegen. Eine Kollegin war gerade dabei, den Kühlschrank an der Kasse mit Bier aufzufüllen, als sie beobachtete, wie der Mann die beiden Packungen in der Nähe der Kasse aus dem Wagen nahm und einfach in das Regal mit Batterien und Glühlampen legte.
"Warum legen Sie die einfach da hin?", erkundigte sich meine Angestellte bei dem Kunden.
"Ich brauche die Pizza doch nicht."
"Ähm, das ist Tiefkühlkost."
"Weiß ich."
"Nun, wenn Sie das einfach irgendwo hinlegen und niemand bemerkt das rechtzeitig, wird die Pizza auftauen. Dann können wir die nur noch wegwerfen. Das ist dann ein Totalverlust für uns."
"Das ist mir doch egal. Ist doch nicht mein Problem."
Weitere Diskussion war sinnlos. Ich hätte den Typen wahrscheinlich aufgefordert, mit seinem Verhalten doch lieber anderen Läden zu schaden. Leider war er schon weg, als mir obiges Erlebnis berichtet wurde...
Zwei ca. zehnjährige Jungs stressten hier im Laden herum und verwechselten ihn wohl vor allem mit einem Kinderspielplatz. Als ein (etwa dreimal so alter wie sie selber) Mitarbeiter von mir sie etwas zurechtweisen wollte, wurden die beiden gleich aggresiv: "Was wills'tu eigentlich?"
Die Quittung war, dass er die beiden kleinen aus dem Laden befördern wollte. Vor der Tür fanden sich auf einmal noch etliche Brüder oder Bekannte der beiden Querulanten ein. Wir standen da inzwischen zu dritt und ich traute meinen Augen nicht, als einer der beiden Jungs plötzlich meinem Mitarbeiter gegen die Brust schlug. Nicht leicht, sondern schon so kräftig, dass mein Mitarbeiter den Schlag reflexartig abwehrte.
Da baute sich plötzlich ein Typ vor uns auf, den wir bislang noch gar nicht wahrgenommen hätten. Warum wir hier Kinder schlagen würden und wir sollen mal "um die Ecke kommen" und da könnten wir uns dann mit ihm prügeln. Und als freundlichen Gruß zum Abschied rief er noch "Ihr scheiß deutsche Kartoffel." hinter uns her.
Da Deutschland ja so scheiße ist, geht doch einfach nach Hause. Aber da gibt's ja wahrscheinlich kein Hartz 4.
Vielen Dank auch für die folgende Einsendung:
Hallo Björn,
dein Blog lese ich schon seit 2005 oder so und kommentiere auch ab und an
.
War dieses Jahr auf Malle und habe dort auch einige Spar Märkte entdeckt und extra für dich bzw. dein Blog mal fotografiert. Anbei eines der vielen Fotos.
Gruß
Willi
Ein Onlineshopkunde hatte für einen Verwandten etwas zum Geburtstag bestellt. Ich sollte das irgendwie kennzeichnen. Uff... Also in Geschenkpapier einwickeln wäre keine gute Idee gewesen, denn das hätte den Transport vermutlich nicht heile überstanden. Also nahm ich mir aus dem Wagen mit den alten Zeitschriften irgendein Klatsch-und-Tratsch-Heft mit beiliegenden Aufklebern und pappte fröhlich drauslos.
Gewinnt zwar keinen Preis, aber fällt wenigstens auf.
Dass das oft
sehr stark kritisierte Unternehmen
Müller ausgerechnet mit dem von der BILD geschaffenen "Wir sind..."-Spruch wirbt, passt irgendwie genau ins Bild.
Wir sind Milch.
Ich sollte unbedingt zur Kasse kommen. Mit einer älteren Kundin gab es eine schwierige Diskussion bezüglich eines Preises. Das Schreiben dieser Zeilen fällt schwer, ich kann immer nur verständnislos den Kopf schütteln.
Sämtliche lose Äpfel haben bei mir den selben Preis. Das vereinfacht die Arbeit vor allem in dem Punkt, das Kunden die Sorten mischen können und man nicht an der Kasse alles auseinandersortieren muss. Und wenn mal Äpfel in dem falschen Korb liegen, stimmt der Preis praktischerweise trotzdem noch.
Nun fehlte bei einer Sorte das Schild. Irgendjemand hatte es abgenommen und in den Schrank gelegt. Der Durchschnittskunde dürfte in so einem Fall die Sorte zwar nicht erkennen, aber doch vielleicht zumindest erahnen können, dass diese Äpfel den selben Preis wie die anderen haben werden.
Was die Kundin nun genau wollte, weiß ich nicht. Sie hätte auch einfach freundlich auf das fehlende Schild hinweise können, aber sie zog es offenbar vor, den gesamten Betrieb an der Kasse aufzuhalten und sich darüber absichtlich und provokativ "aufzuregen", dass der Preis für ihren Apfel so nicht stimmen kann. Der eingegebene Kilopreis würde schließlich so nicht an den Äpfeln stehen.
Richtig, da stand gar keiner. Zumindest nicht direkt. Aber statt jemanden danach zu fragen, bezahlte sie das Produkt lieber und regte sich hinterher lautstark über die Rechnung auf. Und auf meine Frage, wieviel sie denn ihrer Meinung pro Kilogramm bezahlen sollte, bekam ich natürlich keine Antwort...
Nein, lieber Flaschensammler: Auch wenn mein Geschäft hier "größer als 50 Quadratmeter" ist, bin ich trotzdem nicht "gesetzlich verpflichtet" jedes flaschenähnliche Gebilde aus Glas oder Kunststoff anzunehmen. Schon gar nicht, wenn es sich um irgendwelche ausländischen Flaschen handelt, denen in keiner Weise irgendein Pfandwert anzusehen ist.
Auf das angedrohte "Nachspiel" bin ich jetzt schon gespannt.