Aus der Bauakte dieses Grundstücks von 1946:
"Ich betreibe hier in Bremen, Gastfeldstr, 33 eine Grossschlachterei. Es werden zur Zeit noch 65 Leute beschäftigt. […]"
Die Außenwände des ehemaligen Schlachterei-Gebäudes stellen heute unseren Laden dar. Ein großer Teil der alten Gebäudeteile wurde abgebrochen, das ist jetzt unser Hof. Die Gebäude unmittelbar hinter meinem Laden gehörten wohl augenscheinlich auch dazu. Wenn die von der Moschee wüssten, dass in deren Räumlichkeiten einst Schweine geschlachtet wurden…
Gut, es war Wein, auf dem diese Amsel saß, aber so viel künstlerische Freiheit muss an dieser Stelle mal erlaubt sein.
Nachdem sich der Vogel vorhin hier in den Laden verirrt hatte, haben meine lieben Mitarbeiter es zum Glück irgendwann geschafft, das Tier unbeschadet wieder in Richtung Ausgang zu scheuchen.
Anruf der
Knappschaft: Wir hätten die Krankmeldung einer Aushilfe eingereicht und dabei für die Erstattung einen etwas unglaubwürdigen Stundenlohn in Höhe von knapp 40 Euro angegeben.
Was auch immer da passiert ist, es wird sich sicherlich aufklären lassen. Dazu habe ich einfach mal an meinen Steuerberater verwiesen, der auch die Lohnbuchhaltung für mich übernimmt…
Fundstück in einer Personalmappe: Eine (Kopie einer) Vorschuss-Quittung über 50 Euro, ausgestellt im September 2010. Ich bin mir nicht sicher, aber ich würde wetten, dass da "Oktobär" steht. Ich hoffe, dass das in scherzhafter Absicht entstanden ist.
Kommentar zu unseren Umbauplänen:
"Bitte beende das Chaos und lass dir professionell helfen."
Das petze ich dem Edeka Ladenbau. Wenn die nicht professionell sind, weiß ich auch nicht weiter.
Auf der Website gibt es einen neuen Footer, der an die neue Situation hier im Markt angepasst ist. Ihr seht, es geht weiter.
Blogleser Stefan hat noch einen weiteren EUROSPAR-Martk in Norwegen entdeckt, dieser hier befindet sich in der kleinen Stadt
Bodø direkt am
Vestfjord.
Vielen Dank dafür!
In dem Laden hat Stefan eine sehr spezielle Sorte Babybrei gefunden: Labskaus. Yeah. Gleich dran gewöhnen, die Kleinen.
Das SPAR-Kind ist übrigens ohne solche Gläser und andere spezielle "Kindernahrung" (und wenn, dann bestimmt nicht von Nestlé) groß geworden. Geht auch.
Wie jedes Jahr hat mich der Vorstand der Moschee gefragt, ob ich es erlaube, dass hier im Juni wieder einmal für vier Wochen
das Zelt aufgebaut wird. Wieder einmal zögerte ich, zumal wir möglicherweise den Platz für irgendwelche Baumaßnahmen benötigen könnten – andererseits wollte ich kein Spielverderber sein und zumindest letztes Jahr gab es keinen Stress mit den (fremd-)parkenden Autos.
Wenn ich aber schon kostenlos meine Fläche zur Verfügung stelle, habe ich nun endgültig mal eine Ansage bezüglich einer anderen Problematik hier auf dem Hof gemacht:
In der Ecke hinter unserem Container stehen immer junge Männer und rauchen (und spucken dort auch hin und lassen ihren Müll liegen). Da es für viele meiner Mitarbeiter, gerade auch weibliche, unangenehm ist, sich den Weg durch diese Gruppen bahnen zu müssen, möchte ich, dass das generell (!) unterbleibt.
Man versprach mir Besserung.
Sich durch ein Dutzend halbstarker Orientalen drängen zu müssen, welche die Territorialansprüche für unsere Treppe zur Rampe bei sich sehen und entsprechend widerwillig Platz schaffen, pumpt nämlich selbst bei mir jedes Mal das Adrenalin ins Blut.
Bei einem kleineren Lieferanten hatte ich ein paar spezielle Bonrollen bestellt. Da ich keine Lust hatte, meine komplette Bankverbindung einzutragen, kreuzte ich "Zahlunsweise: Rechnung" an.
Nun rief ein Mitarbeiter des Lieferanten an und klärte mich darüber auf, dass sie doch von mir schon ein SEPA-Mandat vorliegen hätten und dass ich bei Bankeinzug auch noch zwei Prozent Skonto bekommen würde.
Na, wenn das so ist: Fröhlicher Bankeinzug.
Ich hatte mir mal eine Notiz für einen, also für genau
diesen, Blogeintrag gemacht: "
Man erkennt sogar an bestimmten Produkten Ladendiebe"
Tut man eigentlich nicht. Natürlich gibt es bestimmte Produkte, die besonders gerne geklaut werden: Alkohol, Tabak, Kaffee, Rasierklin
gen, Körperpflegeprodukte, Ernergydrinks, Süßwaren… Aber wenn jemand etwas klaut und dazu noch ein paar Dinge einkauft, kann man aus diesem Einkauf nicht unbedingt darauf schließen, dass es sich bei der Person um einen (potentiellen) Ladendieb handelt.
Worauf ich mit der Notiz hinaus wollte, ist folgendes:
Andersherum funktioniert das System nämlich ganz gut: Wenn jemand äußerlich
bestimmte LD-Merkmale trägt, ist er bei mir unter Umständen schon alleine dadurch
unverdächtig, dass er ganz bestimmte Produkte kauft. Gerade Produkte aus dem Bereich Bio (aber nicht
vegan!) und Fairtrade wären da jetzt ganz typisch. Und wenn sich jemand einen ganzen Karton H-Milch oder irgendeine Mehrweg-Getränkekiste unter den Arm klemmt, ist er pauschal schon nicht mehr so verdächtig. Mit so einem Ballast ist eine schnelle Flucht nämlich nicht mal eben mehr möglich.
Ich musste ja vorhin schon schmunzeln, als ich die neue Browserversion von "Google Earth" geladen habe. Humor haben sie ja nun schon oft genug bewiesen bei Google.
Eine Stammkundin hatte vorhin nach einem ganz bestimmten Produkt gefragt, das momentan nicht vorrätig ist, weil wir es durch den verringerten Platz im Tiefkühlsortiment zunächst verbannt hatten.
Ich berichtete ihr, dass das leider notwendig war, weil der alte Tiefkühlschrank aus technischen Gründen zwingend weg musste. Und dass wir überhaupt neue Tiefkühltruhen bekommen, die dann u.a. dort stehen sollen, wo sich momentan noch mein Büro befindet, aus dem ich diese Zeilen gerade schreibe. So kam ich während meiner Erzählungen von einer Baustelle zur nächsten und letztendlich habe ich ihr über eine halbe Stunde von unseren Ideen und Planungen vorgeschwärmt und ihr auch Pläne und Fotos bei mir im Büro am Rechner gezeigt. Jetzt freut sie sich mit uns.
Erstaunt bin ich aber immer wieder darüber, wie viele Kunden die aktuelle Situation hier im Markt offenbar gar nicht so schlimm, sondern eher so schön urig und "unsteril" finden.
Noch eine Meldung aus unserem Umfeld.
Bei Facebook wurde mir diese Anzeige eingeblendet:
Was daran in diesem Blog so erwähnenswert ist? Nun: Es gab hier in der Nähe ein ca.
10.000 Quadratmeter Grundstück, auf dem sich mehrere Ruinen befanden und das immer weiter verwilderte. Es gingen bezüglich einer möglichen Nutzung der Fläche jahrelang unterschiedliche Gerüchte um, die mögliche Bebauung auf der Fläche beinhaltete aber immer irgendwie "Ärzte", "Fitnessstudio" und "Supermarkt". Da das Grundstück gerade mal 600m Luftlinie von uns entfernt liegt, war "Supermarkt" immer eine doch eher nicht so begrüßenswerte Option.
Vor ein paar Wochen begannen jedenfalls erkennbare Arbeiten: Die alten Gebäudereste wurden abgerissen, das Grundstück insgesamt befahrbar gemacht und nun ist dort eine große Parkfläche von Airparks untergebracht. Das heißt zwar nicht, dass dort niemals wieder eine Bebauung entstehen wird – aber vorerst ist das Thema wohl erst mal vom Tisch.
Puuuhhh.
[Bild:
Google]
Als ich mit einer langjährigen Stammkundin ins Gespräch kam, berichtete ich auch von meinen Umbau- und Renovierungsplänen. Sie war etwas erstaunt, dass ich so viel vor habe und dass ich so negativ von meinem Laden rede und hat dann aber witzelnd festgestellt, dass man ja mit dem Laden älter wird und einem sowas dann einfach nicht auffällt.
Sozusagen kundenseitige Betriebsblindheit.
Ist bestimmt richtig, aber wir haben eben nicht nur Stammkunden, die schon seit über zehn Jahren dabei sind – das wäre ja in dem Punkt sehr praktisch. Aber alle Kunden, die hier neu in den Laden kommen, sehen nur die alte, verbrauchte Ausstattung. Aber wir arbeiten ja daran!