Unsere routinemäßige technische überprüfung meiner kompletten Alarmanlage liegt gerade mal wieder an. Inklusive der beiden Alarmgeber am Gebäude, einen an der Straße und einen im Innenhof.
Ich hoffe, das ist der einzige Anlass in den vergangenen drei und kommenden drei Jahren, das laute Gejaule hören zu müssen. Naja, dank der neuen Öffnungszeiten haben Einbrecher ja sowieso nur noch eine auf ein Siebtel geschrumpfte Chance, ihre Machenschaften durchzuziehen...
Eine Geschichte, die mir gerade wieder eingefallen ist, aber aus der Zeit vor dem Shopblogger stammt:
Ich hatte damals eine junge Frau als Aushilfe zum Ware packen beschäftigt. Ich weiß nicht mehr, aus welchem Staat sie kam, aber es war irgendwo in Afrika und sie war eine Schwarze.
Irgendwann hat eine Kundin sie mal gefragt: "Haben Sie Negerküsse?"
Noch bevor meine Mitarbeiterin irgendwie reagieren konnte, merkte die Kundin, was sie gesagt hatte - und wurde puterrot.
Auf sehrvielfachen Wunsch hin folgt nun die kurze wie unspektakuläre Erklärung über meinen neuen Personaleinsatzzeiten.
"Früher", also bis vor drei Tagen, hatte ich den Arbeitstag in zwei Schichten aufgeteilt. Frühschicht war von 7 bis 14 Uhr und die Spätschicht von 14 bis 20 Uhr. Es gab ein paar Ausnahmen, aber überwiegend teilte sich der Tag damit in einmal sieben und einmal sechs Stunden.
Für die 24-Stunden-Öffnung musste ich relativ schnell einen komplett neuen Plan improvisieren. Es bot sich an, den Tag in drei mal acht Stunden zu zerlegen. Nun ist grundsätzlich jemand von 6-14, von 14-22 und von 22-6 Uhr hier. Tagsüber mindestens zwei Kassierer/innen, nachts reicht derzeit (noch ) eine Person.
Zusätzlich ist natürlich immer ein Verantwortlicher vor Ort. Die Schichten teile ich mir mit einem Mitarbeiter, den man am treffendsten als Marktleiter bezeichnen könnte - immerhin hat er einen eigenen Schlüssel und darf/kann viele Entscheidungen selber treffen.
[...]
Ein Problem, dass sich gerade auftat, während ich dabei war, diesen Blogeintrag zu schreiben: Was passiert, wenn mein Mitarbeiter Urlaub haben möchte? Dafür muss ich auf jeden Fall eine Lösung finden, denn ich kann schlecht 3 Wochen lang täglich 24 Stunden arbeiten...
Gestern Abend wollte ein Kunde übrigens etwas "radiomäßiges" (sic!) bei uns kaufen. Entweder nur Kopfhörer oder gleich ein ganzes Radio. Mit den gewünschten Batterien konnte mein Mitarbeiter ihm weiterhelfen, aber die anderen Artikel habe ich hier nicht im Sortiment.
Auf die Information, dass "wir zwar ein Supermarkt mit außergewöhnlichen Sachen, aber eben nicht mit allem" sind, entgegneter der Kunde, dass real auch nur ein Supermarkt sei, sowas aber durchaus im Sortiment hätte.
In diesem Fall hat ein "Tut mir Leid, haben wir nicht." gereicht. Die Erklärung, dass Real ist ein sogenanntes SB-Warenhaus (Nicht zu verwechseln mit dem "klassischen" Warenhaus wie z.B. Karstadt) mit dem Schwerpunkt Lebensmittel ist, wäre wohl auch zu viel des Guten gewesen...
Nachdem ich von Montag Nacht bis zum späten Abend hier in der Firma war, insgesamt rund 22 Stunden am Stück, bin ich gestern Abend zu Hause wie ein Stein ins Bett gefallen. Auf Dauer wäre das sicherlich nicht gesund, aber die erste Nacht wollte ich hier nunmal selber miterleben...
Nun bin ich wieder fit und haben eben das überraschende Ergebnis der vergangenen Nacht gesehen: Nicht nur 20, sondern etwas über 100 Kunden haben sich bis 6 Uhr hier im Laden eingefunden. Das ist schon deutlich mehr als in der ersten Nachtschicht und motiviert, mit dem Konzept weiterzumachen.
Ich ging gerade durch den Laden und blickte wie so oft zu der Uhr, die deutlich sichtbar an einem Pfeiler hängt.
20:05 Uhr zeigte sie an.
Spontane Panik machte sich breit. Diese seltsame Hektik, die aufkommt, wenn man schnell die Türen abschließen will, damit die Kassiererinnen einen nicht erschlagen, wenn sie nicht pünktlich abrechnen gehen können.
Ich hielt einen Moment inne und beruhigte mich: Die beiden Damen sind bis 22 Uhr eingeplant und die Tür wird in den nächsten Tagen gar nicht mehr abgeschlossen werden...
Trio aus Holland: Nicht wirklich exotisch, sondern lediglich eine gute Autostunde entfernt. Aber die Flaschen kamen innerhalb eines Tages hier herein und so musste ich sie einfach mit in diese Sammlung aufnehmen...
Was besonders auffällt: Die Heineken- und die Amstel-Flasche haben nur 0,3 Liter Inhalt und nicht (wie die Grolsch-Flasche und hier in Deutschland generell üblich) 0,33 Liter.
Grolsch gab's hier schon einmal, aber da sah die Flasche gänzlich anders aus. Ich vermute, dass es eine andere Sorte der selben Marke war.
Da fällt mir doch gerade ein, dass die Öffnungszeiten, die an meiner Eingangstür und oben über dem Vordach an unserer Leuchtwerbung stehen, seit heute Nacht völlig überholt sind.
Den Kundentrenner Warentrenner benutzen die meisten Kunden mittlerweile (zum Glück) freiwillig. Vor einigen Jahren noch habe ich regelmäßig erlebt, dass Kunden den Trenner entweder mutwillig oder aus Vergesslichkeit nicht zwischen ihre Einkäufe gelegt haben, allerdings ohne eine entsprechende Lücke zu lassen. Das Chaos, das dadurch immer wieder entstanden ist, kann man sich wohl vorstellen.
Die ältere Kundin, die ich nun an der Kasse erlebt habe, hat sich allerdings völlig gegenteilig verhalten. Abgesehen von der Kundin vor ihr, deren Bezahlvorgang allerdings schon fast abgeschlossen war, stand sie ganz alleine dort neben dem Kassentisch. Niemand drängelte hinter ihr, das Förderband war gänzlich leer.
Sie legte ihren Einkauf mittlerer Größe mitten auf das Transportband. Sauber zu einem kompakten Haufen zusammengestellt. Das Erstaunlich war: Vorne und hinten begrenzte sie ihre Ware mit einem Warentrenner und es war mir vollkommen schleierhaft, wieso sie dies tat...
Oh, der "Warentrenner" hat ja sogar mittlerweile einen eigenen Eintrag in der Wikipedia bekommen. Auch wenn die Wikipedia nicht das Maß der Dinge ist: Schön, dass man sich auf den Namen geeinigt hat, den ich schon seit Ewigkeiten für den Warentrenner benutze.
Darauf gekommen bin ich eigentlich nur über eine Google-Suche nach "Warentrenner". Und das auch nur, weil ich etwas für den nächsten Blogeintrag nachschlagen wollte.
Folgt man einem der Links in der Wikipedia erfährt man übrigens etwas über die Geschichte des Trennhölzchens.
Es ist ja nun nicht so, dass die erste Nacht ein Vermögen eingebracht hätte. Aber das ist mir auch vollkommen egal. Es war der Anfang dazu, diesen Laden rund um die Uhr zu öffnen - und es war ein guter Anfang.
In der Zeit von 0:00 bis 6:00 Uhr waren zwar "nur" 22 Kunden hier im Laden, die insgesamt gerade mal für etwas über 80 Euro eingekauft haben - aber darum ging es ja auch gar nicht.
Ich danke allen bloglesenden Kunden, die heute Nacht hier waren, um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen.
Der entscheidende Schritt ist jedenfalls nun getan und ich denke, dass sich die neuen Öffnungszeiten sehr schnell herumsprechen und dann hoffentlich auch auszahlen werden!
Gegen 6:15 Uhr könnt ihr das kurze Interview mit mir bei Radio Energy Bremen in der Morningshow mit Matze und Judith hören. Auf der Website wird ein Lifestream angeboten.
Hoffentlich habe ich nicht allzuviel dummes Zeugs dahergeplappert. Ich merke doch, dass mir die Müdigkeit mittlerweile sehr zu schaffen macht. Seit gestern Morgen hatte ich nur eine Stunde Schlaf - und die war auch noch ausgesprochen unruhig...