Ich freute mich darüber, endlich nach langer Zeit mal wieder im Leergut eines Kunden eine Flasche aus Übersee gefunden zu haben. "Hawk", eine Mineralwassermarke, die offenbar von Indianern aus Kanada vertrieben wird. Cool. Wie ursprünglich.
Dachte ich zuerst. Tatsächlich ist mir die Marke (Mo)hawk schon früher begegnet: Die auf der Flasche angegebene Website (www.mohawkgre.net) verweist hier in Deutschland nämlich ausschließlich auf die angebotenen Zigaretten.
Der Grund, warum ich heute hier durchgehalten habe: Ich war am Freitag um 2 Uhr mit einem Mitarbeiter eines Stadtmagazins für den Raum Bremen verabredet. Er wollte eine Nachtreportage aus meinem Laden produzieren.
Freitag um 2 Uhr - nach meiner Auffassung und Zeitrechnung war das vor einer halben Stunde.
Umgangssprachlich könnte (wenngleich der Kalender schon Samstag zeigt) auch Freitagabend gemeint gewesen sein. Und, ehrlich gesagt, inzwischen fürchte ich, dass ich mit der Vermutung Recht habe.
Ich habe jedenfalls jetzt keine Lust mehr, zu warten und werde nach Hause gehen. Morgen muss ich wieder fit sein.
Vor wenigen Minuten bin ich mit Andreas auf der Leiter herumgeklettert und habe die Öffnungszeiten, die (zu) deutlich sichtbar im SPAR-Leuchtbalken stehen mit einem dicken Kreuz als ungültig markiert.
Das ist zwar erstmal nur ein Provisorium, sollte aber funktionieren.
Faszinierend aber, wie laut das Quietschen eines Klebebandabrollers mitten in der Nacht sein kann.
Eben hat mich der zweite Kunde an diesem Abend gefragt, ob wir auch rund um die Uhr Leergut annehmen würden. Auf meine Bestätigung hatten beide Kunden erfreut, aber auch verwundert reagiert.
Ich verstehe nicht, was daran so aussergewöhnlich sein soll. Wenn wir rund um die Uhr verkaufen können, sollten die Kunden meiner Meinung nach auch ihr Leergut loswerden dürfen. Das ist ja so, als wenn die Feuerwehr nachts nur ausrücken würde, um fröhliche Lagerfeuerlieder zu singen.
Kunde Nummer zwei klärte mich übrigens noch auf: Die Tankstellen hier in der Gegend scheinen nachts tatsächlich kein Leergut anzunehmen.
Beim HostbloggerManuel habe ich einen Beitrag über den bei ihm ansässigen Globus-Markt gesehen. Dort hängt das Schild "Süßwarenfreie Kasse", wenngleich ich nun nicht weiß, ob es in dem Geschäft nur eine spezielle Kasse gibt oder ob die gesamte Kassenzone derart "entschärft" wurde. Von einer Bekannten weiß ich von einem "E"-Markt, der zwar auch eine süßwarenfreie Kasse hat, bzw. hatte, dieser aber so gut wie nie geöffnet war. Sehr sinnig...
Das Problem mit den Einzelriegeln und sonstigen Kleinpackungen ergibt sich eigentlich überall, da die winzigen Verpackungen besonders diebstahlsgefährdet sind.
Was mich betrifft, habe ich eigentlich schon einen relativ "kindersicheren" Kassenbereich. Es gibt zwar ein kleines Regal von Ferrero, das bis auf den Boden reicht, aber selbst dort befinden sich nur ein paar Artikel, auf die Kinder fliegen. (Duplo, Kinder-Riegel, Happy Hippo etc.) Selbst die Ü-Eier werden vor allem von Erwachsenen gekauft, die Figuren sammeln...
Alles andere steht auf dem Speicher des Zigarettenautomaten und damit erst in rund 1m Höhe.
Mein persönlicher Eindruck ist jedenfalls bislang, dass ich meine Kunden hier nicht viele Probleme mit quengelnden Kindern haben und darum verzichte ich ruhigen Gewissens auf eine bewusst süßwarenfreie Kasse.
1,75m hoch ist das Banner, das ich mir eben aus zwei jeweils 3m langen Ausdrucken zusammengeklebt und schließlich hier in einem meiner Fenster befestigt habe.
Für die Neugierigen: Obendrüber steht: "Wir haben für Sie von Montag bis Samstag" und unter "geöffnet" steht: "(Sonntags und an gesetzlichen Feiertagen geschlossen.)"
Wer das noch übersieht, dem kann ich auch nicht helfen.
Eine junge Frau stand an der Lagertür und wollte mich sprechen. Auf meine Frage, was ich für sie tun könne, erwiderte sie:
Ich brauche einen Stempel wegen Arbeit.
Wer sich jetzt fragt, was sie meinte: Sie wollte, dass ich ihr den Vordruck von der Bundesagentur für Arbeit stemple und unterschreibe und ihr damit bestätige, dass sie sich hier zumindest halbwegs ernsthaft beworben hat, damit ihr keine Leistungen gestrichen werden.
Sie hat nicht einmal nach einem Job gefragt, sondern ist sehr direkt mit der Tür ins Haus gefallen. Easy Money, wie man so schön sagt.
Es ist wirklich faszinierend, die Reaktionen der Leute zu erleben, die sich dadurch ergeben, dass mein Hinweis auf die 24-Stunden-Öffnung einen Tag lang nicht hier vor dem Laden stand.
Heute Morgen auf dem Weg zur Firma habe ich die halbe Strecke mit einem Stammkunden gesprochen. Er erzählte mir, dass seine Frau ihm gesagt hatte, dass wir wohl doch nicht mehr rund um die Uhr geöffnet hätten. Das Schild hätte gestern, als sie hier einkaufen war, nicht mehr vor der Tür gestanden.
Der Aufsteller ist momentan tatsächlich der einzige Hinweis darauf. Wenn man von den permanent offen stehenden Türen und der Dauerfestbeleuchtung mal absieht. Es wird wirklich Zeit, die am Laden angebrachten Öffnungszeiten anzupassen...
Eine Kundin rief eben an und reklamierte, dass ihr ein Teil doppelt berechnet worden wäre.
Ich entschuldige mich dafür und erklärte, dass so etwas immer mal vorkommen könne. (Es reicht bei Scannerkassen eine kleine Unachtsamkeit oder ein fremdes Geräusch, das das Piepen des Scanners übertönt, und schon merkt man nicht, dass ein Artikel schon gebucht wurde.)
Da es sich nur um einen kleinen Betrag in Höhe von rund zwei Euro handelte, bot ich der Kundin an, dass sie sich einfach beim nächsten Einkauf, bzw. wenn sie wieder einmal hier in der Nähe sei, das Geld auszahlen lassen könne und nicht extra herzufahren braucht. Sie fand das Angebot zwar nett, bevorzugte dennoch, sich das zu viel gezahlte Geld gleich wieder abzuholen.
Ich hätte mir bei dem Angebot nicht die Mühe gemacht, noch einmal zwei zehnminütige Busfahrten auf mich zu nehmen...
Der Abmahnwahn greift immer weiter um sich. Manche Firmen haben scheinbar nichts besseres zu tun, als überall ihre Markenrechte verletzt zu sehen und daraus eine regelrechte Paranoia zu entwickeln. Aber vielleicht brauchte ja auch nur der Hausanwalt der abmahnenden Partnervermittlung eine kleine Finanzspritze.
Von dem Paar, das mich letzte Woche darum gebeten hatte, dass sie hier für ein paar Tage ihren Wagen auf dem Hof abstellen dürften, habe ich als Dankeschön aus Spanien eine hübsche Flasche Likörwein bekommen.
Den Inhalt der Flasche werden wir am Wochenende testen...
Vor ein paar Tagen bekam ich von einem Kunden dieses Etikett einer "neuen" Fanta-Sorte zugesteckt mit der Frage, ob ich diese bekommen könnte. "Neu" in Anführungszeichen, da es Blutorange schon einmal als Special zu Halloween gab.
Meine Anfrage beim Lieferanten blieb leider erfolglos: Erst im September soll die neue Sorte hier verfügbar sein. Also heißt es: Abwarten...
Mein Aufsteller steht immer noch im Lager, da es draußen nach wie vor sehr windig ist. Aber als hätte ich es gestern Mittag geahnt: Es hat nicht einmal einen Tag gedauert, bis eine Kundin fragte, ob wir jetzt keine 24 Stunden mehr auf hätten.
Bei der Frau handelt es sich um eine Stammkundin mittleren Alters, von der ich nicht annehme, dass sie dieses Blog kennt und deshalb die Frage mutwilllig gestellt hat.