Skip to content

Scherben

Der Kunde kam mit einem blauen Müllsack zur Leergutannahme. Den Bewegungen nach zu urteilen, schien der Sack sehr schwer zu sein. Vermutlich voller Bierflaschen.

Mit einem eher ungewöhnlichen Geräusch setzte der Müllsack auf dem Boden auf. Neben dem bekannten Flaschenklappern überwog das Schrappen und Klirren von Scherben. Auf Anfrage bestätigte der Kunde, dass ihm der Beutel auf dem Weg zu uns aus der Hand gerutscht war. Ein Großteil der enthaltenen Flaschen überlebten diesen Ausrutscher nicht.

Nun geriet der Kunde zufällig an eine eher schüchterne Mitarbeiterin, die sich promt daran machen wollte, mit bloßen Händen in den Sack zu fassen und die noch heilen Flaschen von den Scherben zu trennen. Gerade noch rechtzeitig kam ich dazu und konnte so verhindern, dass meine Angestellte sich Scherben und Splitter in die Hände rammt.

Etwas maulig war der Typ zwar schon, als ich ihm ein paar leere Bierkisten hinstellte und vorschlug, selber in seinem Scherbensammelsurium herumzuwühlen. Die Wortwahl war für eine Bitte typisch, aber mein Tonfall dabei war schon als ein deutliches "mach mal selber!" zu erkennen. Das tat er dann auch. Natürlich nicht, ohne sich die Finger aufzuschneiden...

Und weil bestimmt jemand in den Kommentaren danach fragen wird: Feste Arbeitshandschuhe habe ich hier nicht im Haus. Brauchen wir normalerweise nunmal nicht.

Laufschrifttext von anno dazumal

Vor Jahren, nur ein paar Monate nach meiner Geschäftseröffnung, habe ich mir eine LED-Laufschrift gekauft. Ich wollte sowas schon immer haben und seit dem hängt sie hier im oberen Bereich einer meiner Ladenfensterscheiben. Netterweise gibt es für diese Laufschrift ein Adapterkabel und eine Software, mit denen man die Lauftexte sehr bequem am PC editieren kann und nicht mit der Fernbedienung vor der Scheibe stehend die Zeichen einzeln speichern muss. Dazu hatte ich mir damals extra noch einen uralten Laptop besorgt. Das Teil ist zwar nur mit einem 486er bestückt, aber für die Laufschrifterstellung vollkommen ausreichend.
Sogar eigene Grafiken kann man damit machen. Den SPAR-Balken zum Beispiel. Die Auflösung ist natürlich nur sehr gering, aber dernnoch kann man die Tanne erkennen erahnen. :-)



Darum geht es mir aber gerade gar nicht. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich den Text dringenst mal aktualisieren müsste. Es werden nämlich noch unsere alten Öffnungszeiten angezeigt. 7-20 Uhr hat sich vor drei Monaten erledigt.



Ach, was erzähle ich da... Die angezeigten Öffnungszeiten sind sogar noch auf dem vorletzten Stand. Vor gut 1,5 Jahren habe ich nämlich die zwei Stunden am Samstag Abend drangehägt.


Bierkistengutschein

Vor ein paar Tagen wollte ein Kunde wissen, ob er bei mir einen Gutschein für eine Kiste Bier kaufen könne. Spezielle Bierkistengutscheine habe ich natürlich nicht gehabt, aber "normale" Einkaufsgutscheine, in die ein Betrag eingetragen werden kann.

Im ersten Feld habe ich das Euro-Zeichen durchgestrichen und "1 Kiste Beck's" hingeschrieben. Im zweiten Feld sollte der Betrag in Worten eingetragen werden - dort habe ich mich dann für "1 Kiste Beck's" mit einem Smiley dahinter entschieden.

Immerhin: Der ungewöhnliche Gutschein kam gut an. :-)

Sexy Kassiererin

Dieser Film war nur für eine "versteckte Kamera"-Sendung produziert und ist daher nicht so ganz spektakulär, wie es im ersten Moment scheint. Ich bin mir übrigens nicht sicher, ob so eine Mitarbeiterin im wahren Leben mehr Kunden anlocken oder doch nur erschrecken würde. :-)

Achtet mal auf die Wand gegenüber vom Tresen. Da ist das SPAR-Logo oberhalb des Regals zu sehen.



Nix zu tun

Vor einer guten Stunde rief eine Frau an, die mich darauf hinwies, dass es jetzt noch einen SPAR-Markt in Bremen gäbe, der "so lange" geöffnet hätte. (Gezielt meinte sie den Markt eines Kollegen, der jetzt neuerdings bis 24 Uhr öffnet.)
Ich dachte im ersten Moment "Schön, dass dieser Service so toll ankommt.", da legte sie schon los. Sie fluchte und beschwerte sich, dass es ein Unding wäre und man nicht so lange zu öffnen bräuchte usw. Die alte Leier über Ausbeutung und zerrissene Familien.

Haben manche Leute echt gar nichts zu tun? War sogar den schlimmsten Couchpotatoes heute das Fernsehen zu langweilig? Kopfschüttelnd...

Naja, ich gehe jetzt nach Hause. Gute Nacht. :-)

Zählen

Eine erwachsene Kundin brachte einen riesigen Berg Bierflaschen her. Um die Arbeit etwas zu beschleunigen, stellte mein Mitarbeiter ihr ein paar Leerkisten hin und wollte sie ermuntern, dabei zu helfen ihre mitgebrachten Tüten auszuräumen.
Hier, räum' mal mit ein, geht schneller...

Ich kann das nicht.

Doch, klar. Einfach da in die Kisten stellen.

Aber die muss man doch zählen!?!
Sie wirkte bei den letzten Worten regelrecht panisch. Es ist ein komisches Gefühl, persönlich mitzuerleben, wie jemand mit für uns (fast) alle alltäglichen Dinge nicht klarkommt. In diesem Fall würde ich auf eine Dyskalkulie tippen.

Wir hatten mal bei einem meiner früheren Arbeitgeber eine Kundin, die nicht lesen konnte. Sie hat das zwar immer auf ihre Augen geschoben, aber alle wussten, dass die mitgebrachte Lupe nur ablenken sollte. Echt bitter. :-(

Top 20

Ich habe mir eben mal in meinem Warenwirtschaftssystem ein paar (Artikel-)Umsatzzahlen angesehen. Hier sind sie, die zwanzig meistverkauften Artikel im Monat September 2007 (bis gestern). Extrem auffällig finde ich den extrem hohen Bieranteil. Ich staune immer noch:
1. Beck's Pils 0,33 Liter Einzelflasche (Tzja - Bremen eben...)
2. Haake Beck Pils 0,33 Liter Einzelflasche

3. Tragetasche, klein
4. Frische Vollmilch (Eigenmarke)
5. Frische fettarme Milch (Eigenmarke)
6. Haake Beck Edelhell 0,33 Liter Einzelflasche
7. Bananen
8. Tragetasche, groß
9. Vilsa Brunnen Einzelflasche
10. H-Vollmilch (Eigenmarke)
11. Beck's Pils Träger 6 x 0,33 Liter
12. Haake Beck Edelhell 0,5 Liter Einzelflasche

13. Mineau Medium Wasser Einzelflasche
14. Deutsche Markenbutter (Eigenmarke)
15. Gurken
16. Bionade Holunder Einzelflasche
17. Kiwis
18. Vilsa Stiller Quell Wasser Einzelflaschen
19. Coca Cola 1,5 Liter Einzelflasche
20. Mineau Classic Wasser Einzelflasche

Kaffeerösten-Filmchen

Kleines (<1MB) WMV-Filmchen, in dem man den Showröster in Aktion sehen kann Der Röstvorgang an sich ist nicht sonderlich spektakulär. Die Bohnen rotieren in einem heißen (200 Grad) Luftstrom und verfärben sich dabei von hellgrün nach dunkelbraun. (Es passiert natürlich noch viel mehr beim Rösten, aber die Verfärbung ist der einzige nennenswerte sichtbare Unterschied.)

Ich habe mich auf einen 20 Sekunden langen Ausschnitt beschränkt. Der gesamte Röstvorgang dauert knapp zehn Minuten und ist zugegebenermaßen nicht wirklich spannend. :-)

(Im Hintergrund frage ich, wie lange das dauert und Morin erklärt "8-9 Minuten, je nach Sorte" und welche Röstungen es gibt.)


Kaffeeröstung und Verkostung

Derzeit läuft die Faire Woche 2007. Wie bereits vor einigen Wochen angekündigt sind die beiden Utamtsi-Inhaber Stefan und Morin hier im Lade und verkosten ihren eigenen Kaffee.

Und nicht nur das: Mit einem kleinen "Showröster", in dem nur etwa eine gute Handvoll Kaffeebohnen geröstet werden kann, rösten sie die rohen Kaffeebohnen direkt hier im Laden, mahlen sie und brühen daraus herrlich frischen Kaffee. So frisch, wie es frischer nicht sein könnte.


Warum Frauen ihre Männer nicht zum Einkaufen zwingen sollten!

Nach meinem Blogeintrag Verkäufer --> Wahnsinn vom 17. September hat sich Blogleser Christian an einen Text erinnert, der schon recht lange durch's Web zu geistern scheint, den ich aber noch nicht kannte.

Viel Spaß. :-)
Nachdem Herr und Frau Ressel pensioniert waren, bestand Frau Ressel auf die Begleitung ihres Mannes bei ihren Einkaufsbummeln bei Karstadt. Unglücklicherweise war Herr Ressel wie die meisten Männer: er fand Einkaufen langweilig. Ebenso unglücklicherweise war Frau Ressel wie die meisten Frauen und liebte es endlos zu stöbern.

Jedoch - eines Tages bekam sie folgenden Brief von der Karstadt-Verwaltung:

Sehr geehrte Frau Ressel,

in den letzten 6 Monaten sorgte Ihr Mann leider für einigen Aufruhr in unserem Warenhaus. Wir können dies nicht länger tolerieren und sehen uns gezwungen, Ihnen beiden künftig Hausverbot zu erteilen. Die soweit rekonstruierbaren Vorfälle haben wir nachstehend aufgelistet. Sie sind durch Aufzeichnungen von Überwachungskameras und die Aussagen unseres Personals belegt:

1: 15. Juni : Nimmt 24 Schachteln Kondome aus dem Regal und verteilt sie wahllos auf die Einkaufswagen anderer Kunden.

2: 2. Juli: Stellt die Alarme aller Wecker in der Uhrenabteilung so ein, dass es alle 5 Minuten klingelt.

3: 7. Juli: Legt eine Tomatensaftspur bis zur Damentoilette.

4: 19. Juli: Verstellt ein "Vorsicht - frisch gewischt!" - Schild in eine mit Teppich ausgelegte Abteilung.

5: 4. August: Baut ein Zelt in der Campingabteilung auf und lädt andere Kunden ein, wenn sie Kissen und Decken aus der Betteabteilung holen.

6: 15. September: Als ihn ein Angestellter fragt, ob er ihm behilflich sein könne, beginnt er zu weinen und schluchzt: "Könnt ihr Leute mich
denn nicht einfach in Frieden lassen?!"

7: 23 September: Starrt in eine Überwachungskamera und benutzt sie als Spiegel zum Nasebohren.

8: 4. Oktober: Hantiert in der Sportabteilung mit einem Wettkampf-Bogen und fragt den Angestellten, ob man im Haus Antidepressiva bekommt.

9: 10. November: Schleicht durch die Abteilungen und summt dabei laut das "Mission Impossible"-Thema.

10: 3. Dezember: Versteckt sich in einem Kleiderständer und ruft, wenn eine Kundin in die Nähe kommt "Nimm mich! Nimm mich!"

11: 6. Dezember: Wirft sich bei jeder Lautsprecherdurchsage auf den Boden, nimmt eine fötale Haltung ein und ruft "OH NEIN! NICHT WIEDER DIESE STIMMEN!"

Und nicht zuletzt:

12: 18. Dezember: Begibt sich in eine Umkleidekabine, wartet eine Weile und ruft dann laut: "Hey! Hier ist das Klopapier alle!"

Hochachtungsvoll,

Karstadt Warenhausverwaltung

Weinauswahl (Besuch am Mittwoch 3/3)

Am Mittwoch Abend war noch eine Mitarbeiterin vom Weingut Kimmle hier und hat mir einen ganzen Karton mit Musterflaschen vorbeigebracht. Da sie hier in der Nähe wäre, wollte sie doch mal dem Shopblogger einen kurzen Besuch abstatten und ein paar Flaschen zum Probieren (und danach vielleicht zum Nachbestellen) da lassen. Auch dafür vielen Dank. :-)


Aachener Printe (Besuch am Mittwoch 2/3)

Gestern war ein ungewöhnlicher Tag. Gleich drei Blogleser und -leserinnen haben mich hier im Laden besucht. Im Laufe des Tages bekam ich noch einen kleinen Briefumschlag überreicht. Darin eine sowas von echte Aachener Printe und eine Karte mit herzlichen Grüßen von zwei Bloglesern aus dem Aachener Raum.

Ob der Lebkuchen im Dezember noch gut ist? Dann spare ich mir die Printe nämlich bis Weihnachten auf. Dafür (und den Besuch natürlich) auch ganz herzlichen Dank von mir zurück. :-)


Gabelstapler-Modell (Besuch am Mittwoch 1/3)

Nach meinem Eintrag Helden der Staplerkunst vom 11 September hatte Kommentator Boris zuerst erwähnt, etwas gegen meinen Gabelstaplermangel unternehmen zu wollen und schließlich bestätigt, dass er vorbeikommen wird.

Nun, er war da und hat mir tatsächlich einen Gabelstapler gebracht. Einen echten Conrad "Linde"-Gabelstapler.

Den Kampf mit der Getränkepalette hat er verloren.

Ganz herzlichen Dank dafür. :-)


Südafrika = SPAR Country

Cooles Schild und böser Kommentar. :-)
Moin Björn,

die Bilder von Dirk kann ich toppen: An diesem Schild bin ich ein halbes Jahr
lang jeden Morgen auf dem Weg zur Uni in Port Elizabeth vorbei gekommen.
Naja, nicht jeden Morgen, aber oft genug :-)

Ach ja, wo hast Du eigentlich die ganzen Trolle her? Kann man die günstig bei
Heise kaufen?

Gruß,

9er

Immer wieder taucht die Frage auf, warum so viele Preise auf "9" enden. An die "psychologische Wirkung" denke ich schon sehr lange nicht mehr. Wenn ich z.B. irgendwo 1,99€ sehe, runde ich automatisch auf "zwei" auf und freue mich nicht über "etwas über einem Euro". Das dürfte den meisten Kunden genauso gehen.

Die "9" am Ende ist einfach lästig. Gerade auch bei Kleinstmengenkunden (Kein Fachbegriff. Das Wort habe ich mir gerade ausgedacht...), die nur ein paar Teile kaufen, kommt so fast immer eine krumme Summe heraus. Wenn alle Preise auf 0 enden würden, oder zumindest auf "0" und "5", dann könnte man sich immerhin schon die 1- und 2-Cent-Münzen sparen.

Das Verrückte ist, dass die Deutschen seit Jahrzehnten auf die "9" am Ende getrimmt werden. Zumindest im Lebensmittelhandel enden in so ziemlich allen Läden alle Preise so. Ausnahmen gibt es immer, und die häufigsten Ausnahmen sind Preise, die auf "5" oder "8" enden. "Discountartikel" werden häufig "centgenau" kalkuliert und haben beliebige Endungen, hochwertige Pralinen und Schokoladen sind oft mit einer unverbindlichen Preisempfehlung bedruckt, die fast immer mit einer "0" aufhören.

Und, mal Hand auf's Herz, wem würde es nicht komisch vorkommen, wenn in einem Supermarkt alle Preise auf einmal völlig "krumm" wären. Ich denke, dass viele Kunden misstrauisch werden und sich über die "merkwürdige" Preisgestaltung wundern würden, und wenn auch nur aus dem Unbewussten heraus.