Wir haben vorhin den Baumarkt geplündert: Tiefgrund, ein Töpfchen RAL3000, weiße Farbe für die Decke und ein "Weiß", das leicht in den Bereich creme/gelb tendiert für die nicht roten Wände. Dazu noch ein paar notwendige Werkzeuge.
Nun müssen wir nur noch Zeit zum streichen finden. Am Sonntag ist hier jedenfalls der Aufbau der Weihnachtsdekoration angesagt.
Eine Kundin suchte einen Joghurt. Eine spezielle Sorte Danone Activia vermisste sie im Regal. Activia ist, wenn ich das gerade richtig sehe, der teuerste Joghurt hier im Regal. Schade, ich hätte ihr den gerne verkauft, versprach aber, mich darum zu kümmern, dass, wenn der Joghurt nicht sogar schon zu morgen bestellt sein sollte, er auf jeden Fall zu Samstag bestellt wird.
"Das hilft mir nichts, ich brauche den heute", sagte die Kundin. "Meine Katze muss Tabletten bekommen und frisst die nur mit Joghurt."
Natürlich freue ich mich, wenn die Kunden hochwertigere Produkte kaufen. Und Tierliebe ist ja auch sehr schön. Aber das war schon fast dekadent.
Das habe ich vor ein paar Tagen bei beinem Markt in Findorff fotografiert. Soll ich den von außen an die Lagertür geschmierten Spruch persönlich nehmen? Oder wussten die Schmierfinken vielleicht überhaupt gar nicht, dass die Tür zu einem Supermarkt und damit einem bedeutenden Teil des Kapitalismus zugehört?
Ich möchte das, was wir haben, jedenfalls nicht gegen die Planwirtschaft eines "Arbeiter- und Bauernstaates" eintauschen.
Eine Kundin wollte ein paar von den frischen Körnerbrötchen haben. Nun sind wir diesbezüglich leider momentan völlig ausverkauft. Dadurch, dass der Penny an der Ecke gestern und heute wegen Umbauarbeiten geschlossen hat, war der Ansturm auf meinen Laden höher als gewöhnlich. Ich hatte die bestellten Mengen zwar schon aufgestockt, aber offenbar hat's zumindest bei den Aufbackbrötchen bei weitem nicht gereicht.
Ich grüble immer noch, was die Kundin mit "Dann komme ich eben morgen wieder." gemeint hat. War das nur eine Höflichkeitsfloskel oder wollte sie wirklich ihren Wunsch nach frischen Brötchen auf morgen verschieben? Hmm...
In Bremen ist nach dem Landesstraßengesetz der Einsatz von Salzen oder salzhaltigen Streumitteln weitgehend verboten ist. Überall wo Bäume an den Straßen stehen oder begrünte Grundstücke angrenzen, darf das aggressive Auftaumittel nicht verwendet werden. Damit gibt es, abgesehen von einigen Hauptverkehrsstraßen, kaum Ausnahmen von diesem Verbot.
Viele Leute kennen diese Regelung nicht und streuen "überall" Salz.
Hat man als Händler Streusalz sogar palettenweise im Laden stehen, kaufen (und verwenden) die Kunden das Salz natürlich auch. Sollte man ein Schild aufhängen und auf das Gesetz hinweisen? Oder lieber, im Hinblick auf den Umweltschutz, erst gar kein (Streu-)Salz verkaufen? Aber dann wandern die Kunden eventuell zur Konkurrenz ab und kaufen dort nicht nur das Salz sondern evtl. auch andere Artikel ein.
Nach dem Kaffeediebstahl ist wieder ganz akut hier intern die Diskussion um mitgebrachten Taschen, vor allem auch Rucksäcke, losgebrochen.
Ich denke, ich werde mir mal einen Schließfachschrank besorgen und einen Hinweis anbringen, dass dieser genutzt werden soll und/weil es nicht erlaubt ist, mit Rucksäcken den Laden zu betreten.
Womit man die Kunden wieder etwas mehr maßregelt und sich auf diese Weise ein Stückchen mehr der so gerne genannten "Servicewüste" nähert. Es ist schwierig, immer die goldene Mitte zu finden.
Wer diesen Typ identifizieren kann, der gestern Abend gegen 23:50 Uhr hier im Laden Kaffee im Wert von knapp 60 Euro gestohlen hat, darf sich gerne bei mir melden.
Gerade solche Ladendiebe, also die, die im großen Stil und quasi professionell klauen, sind besonders gefährlich. Nicht Oma Meiermüllerschulz, die mal irgendwas und aus welchen Beweggründen auch immer, in ihrer Tasche versteckt.
Mir ist bewusst, welche Reaktionen ich hiermit auslösen werde. Die ewigen Stänkerer bitte ich, zu berücksichtigen, dass sie auf dem Video keine Dritten, sondern nur den Straftäter bei seiner Tat beobachten können. In diesem Fall betrachte ich mich nämlich als Opfer!
Mein Brotregal wurde in den letzten Tagen umgebaut. Das Regalstück mit den Brötchenschütten (und jetzt bitte keine Grundsatzdiskussion über das denglische Rückgeschäft) wurde modernisiert. Statt in den inzwischen fünf Jahre alten Acrylglasbehälten liegen die Brötchen hier nun auf direkt beleuchteten Holzrosten. Das sieht schon deutlich edler aus.
Ich berichtete ja schon öfter über die kryptischen Kürzel auf Regaletiketten. Ich staunte etwas, als ich das Etikett für "Anti-Haar"-Shampoo in der Hand hielt.
Gestern Nachmittag fanden in der Teestube/Spielhalle an der Straßenecke die Dreharbeiten für einen TATORT-Krimi statt. Wir haben davon eher wenig mitbekommen. Einen Teil der Verpflegung hat das Fernsehteam bei uns gekauft, ansonsten war nur auffällig, dass wir den gesamten Tag keine freie Sicht auf die Straße mehr hatten.
Der Parkstreifen auf der gesamten Länge unseres Häuserblocks war jedenfalls zugeparkt. Hier stehe ich gerade an einer Ecke. Sämtlîche Fahrzeuge gehörten zu den Fernsehleuten, angefangen beim mobilen Stromerzeuger im Vordergrund. Etwa auf halber Höhe, direkt hinter der Mülltonne, beginnt mein Laden. Der eigentliche Drehort war etwa dort, wo im Hintergrund die Person mit dem roten Oberteil steht. Bis dort hin standen auch die Autos... LKWs voller Bühnen- und Beleuchtungstechnik. Traversen, Stative, meterdicke Kabeltrommeln, einfach alles, was man irgendwie gebrauchen könnte...
Seit hier der Container auf dem Hof steht, ist das Einweg-Handling deutlich angenehmer geworden. Von dem Container wird es später auch noch ein Foto geben wird. Es ist nämlich kaum zu glauben, wie voll der schon in knapp einer Woche geworden ist.
Einweg ist praktisch: Der Kunde steckt seine Flaschen und Dosen in den Automaten und wir brauchen nur hin und wieder die Box unter dem Cruncher auszuleeren und den Inhalt in den Container auf dem Hof zu schütten. Keine Paletten, die das Lager verstopfen. Nicht dutzende verschiedener Kistentypen, die man irgendwie greifbar lagern muss.
Obwohl ich einst so stolz darauf war, hier im Markt ein riesiges Sortiment an Getränken in Mehrwegflaschen zu führen, neige ich inzwischen dehr dazu, es den Marktführern (Nämlich den Discountern ohne Mehrweg-Sortiment) nachzumachen. Zumindest bei einem Teil meines Getränkesortiments. Der Grund dafür ist einzig und allein, dass ich den Platz nicht habe, um diese gigantischen Leergutmengen hier zu verarbeiten und tagelang zu langern.
Klar kann man das mit Bier nicht oder nur begrenzt machen - aber es gibt genug Getränke, bei denen der Unterschied kaum auffallen würde und ich werde mir ernsthaft darüber Gedanken machen.