Die ersten Inventurhelfer sind da. Trotz meiner Vorab-Einweisung bei der Bewerbung kommen natürlich -wie jedes Jahr- viele Fragen auf. Das Gewusel hier erinnert stark an den sprichwörtlichen Sack Flöhe.
Zu allem Überfluss: Ich hatte mich sehr daran gewöhnt, nicht mehr in Tüten mit vergorenen, säuerlich riechenden Bierresten fassen zu müssen. Die Abhärtung hat durch den Leergutautomaten wieder nachgelassen. Es scheint mir ekeliger als zuvor zu sein.
Heute ist Inventur, die Nacht war extrem kurz und ich habe (und das ist kein Witz) beim Einschlafen an den Automaten denken müssen und dann oder deswegen irgendwie die ganze Nacht von dem Ding geträumt.
Eine Kundin hat vorgeschlagen, doch an den Regalen Lupen zu befestigen, damit "ältere Kunden" die auf machen Packunen recht klein gedruckten Zutatenlisten und Nährwertangaben auch problemlos lesen können. "Das ist in vielen Supermärkten im Süden so üblich", sagte sie mir. Ich hatte davon zwar auch schonmal gehört, aber dass das "üblich" sei, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Ich denke, ich werde hier keine Lupen an den Regalen befestigen. Es wäre wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie zerkratzt, zerbrochen oder gänzlich verschwunden sind...
Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass die Joghurtkultur zwar "Bioghurt" heißt, aber dieser Name nicht groß auf dem Glas stehen darf, um nicht den Anschein zu erwecken, dass es sich dabei um ein ökologisch erzeugtes Produkt handeln würde.
250g Nudeln kochen. 1 Broccoli (ca. 500g) waschen, in kleine Röschen teilen und in Salzwasser garen. 8 Scheiben Kochschinken in Streifen schneiden und in etwas Margarine anbraten. Mit 200ml Sahne und 200ml Milch ablöschen. 300g Sahne-Schmelzkäse dazugeben und unter Rühren auflösen. Anschließend mit Salz, Pfeffer und etwas Brühe abschmecken.
Dann die Nudeln und den Broccoli dazugeben und 5 Minuten ziehen lassen.
Kleine Kinder sind faszinierend: Sie stellen sich plötzlich und unerwartet neben einen und erzählen irgendwas Unverständliches. Das Erzählte, selbst wenn man es verstünde, interessiert wahrscheinlich nicht wirklich und weil man gerade sowieso beschäftigt ist, ignoriert man den Zwerg. Und was macht der?
Ich habe beim Durchstöbern meiner Festplatte noch etliche Fotos aus dem Markt in Findorff gefunden. Diese Bilder sind einige Tage vor der Eröffnung entstanden. Es sind noch nicht alle Regale eingeräumt, aber man erkennt schon sehr deutlich, wie es aussehen sollte:
Ich habe gerade die Tagespost von heute durchgesehen. Mit dabei eine Rechnung von Trautwein in Höhe von über 200€ für Reparaturen am Leergutautomaten. Das werde ich morgen früh klären.
Nachtrag: Ohhh, okay. Ich vermute, dass die Rechnung für das wieder gerade Hinstellen des Kompaktierers und anschließendes Ausrichten des Automaten war, gegen den irgendjemand mit einem Rollcontainer oder ähnlichem gegengestoßen sein muss. Den Technikereinsatz würde ich mir als Automatenhersteller dann allerdings auch bezahlen lassen.
Okay, ich brauche ein Metallbauunternehmen, das mir einen massiven Schutzbügel vor dem Gerät installiert. Aber darum kümmere ich mich nach der Inventur.
Ob ich Rezepte für Cocktails hätte, wollte der Kunde wissen.
Ich konnte spontan zwar nur verneinen, ihm aber dennoch helfen. Google und Laserdrucker sei Dank.
So macht man Kunden glücklich. Und Cranberrysaft und Pfirsichlikör für seinen anschließend ausgewählten "Sex on the Beach" konnte ich ihm auch verkaufen.
Romy hat in "ihrem" Laden in Findorff ein Ben&Jerry's-Plakat bekommen. Und nicht nur das: Über ihrer Fleischtruhe hängt noch ein großformatiger Hinweis auf die feilgebotenen Steaks, Bratwürste und sonstigen Fleischprodukte.
Schon erstaunlich, wie viele dieser Mehrzweckzangen ("Multifunktionswerkzeuge") wir hier in einem Monat verkauft haben.
Die Ironie war jetzt zu erkennen, oder?
Wenn man die Bilder vergleicht fällt übrigens auf (mir jedenfalls), dass die Lufterfrischer, die auf dem Regalboden direkt hinter dem Zangen-Karton platziert stehen, irgendwie auch ein Ladenhüter sind. In vier Wochen nicht einen verkauft...