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Leergutbon

Eine Kollegin kam ins Büro und hielt mir einen Leergutbon vor die Nase: "Hier, der hing noch am Leergutautomaten dran." Es kommt immer wieder mal vor, dass Kunden ihren Bon hängenlassen. Ich vermute, dass die meisten, vielleicht auch nicht unbedingt in böser Absicht, von nachfolgenden Kunden mitgenommen werden, aber hin und wieder entdecken wir die Bons selber. In solchen Momenten kann man sich der modernen Technik bedienen und zumindest versuchen, den rechtmäßigen Eigentümer es Pfandbetrags herauszufinden. Hat wohl niemand was dagegen, wenn man die Videoanlage für diesen Kundenservice "missbraucht".

Die Videoaufzeichung: Meine Kollegin kam rückwärts die Bürotreppe heruntergegangen, durchquerte die Lagertür, fasste kurz zum Leergutautomaten, zögerte etwas und lief schließlich rückwärts in den Laden. Kurze Zeit später lief eine Kundin rückwärts an der Lagertür vorbei. Dabei zog sie den Einkaufswagen hinter sich her. Eine halbe Minute später betrat ein Kunde den Raum vor dem Leergutautomaten. Obwohl er dabei rückwärts lief, schaffte er es, zielgenau auf den Leergutautomaten zuzugehen und direkt davor stehenzubleiben. Plötzlich drehte er sich um und zog eine Flasche nach der anderen aus der Maschine.
Erstaunlich. :-)

Aber zumindest konnten wir ihn eindeutig identifizieren. Er stand noch an der Kasse und wartete darauf, seinen Pfandbon, den er in der Hand hielt, einlösen zu können. Pfandbon? Ich sprach ihn an, aber er versicherte mir, dass der Bon in der Hand seiner wäre und dass er nichts am Automaten vergessen hat.

Ich glaube, ich werde jetzt den Rest des Tages daran rätseln, wieso der Leergutautomat wohl diesen Bon ausgespuckt hat oder was da sonst wohl passiert sein könnte...

Geduldig

Eine Kundin brüllte ins Lager: "Hallo!?!"

Kollegin: "Kleinen Moment eben."

Kundin: "Hallo!!!"

Kollegin: "Einen Moment, bitte. Ich bin sofort bei Ihnen."

Kundin: "Ich habe keine Zeit. Ich habe es eilig."

Kollegin: "Was kann ich denn nun für Sie tun?"

Kundin: "Ich brauche Kaffee aus der Vitrine. Ich habe da jetzt schon zehn Minuten vorgestanden und da kam niemand."

Kollegin: "Hatten Sie denn jemandem, also einem meiner Kollegen, Bescheid gesagt, dass sie gerne Kaffe haben möchten?"

Kundin: "Natürlich nicht. Bei gutem Kundenservice erwarte ich, dass jemand kommt, wenn ich vor dem Regal stehe. Und ich habe da jetzt zehn Minuten gestanden und dabei habe ich es sehr eilig!"

Was glauben die Leute eigentlich? Natürlich helfen wir hier, wenn wir sehen, dass jemand hilflos vor einem Regal steht oder sich offensichtlich suchend durch den Laden bewegt. Aber wir durchkämmen doch nicht systematisch alle Gänge nach Leuten, die da herumstehen und darauf warten, dass sie jemand anspricht...

SPAR-Windräder

Seit fast neun Jahren habe ich hier mein Geschäft in der Neustadt. Seit Anfang an hatte ich mit "meiner" SPAR-Zentrale einen klasse Geschäftspartner im Rücken. Doch all die Zeit habe ich immer vergeblich darauf gewartet, dass wir vernünftige Werbematerialen beziehen können. Eine Zeitlang gab es T-Shirts über einen Drittanbieter und es gab die Werbetrucks. Ansonsten gab es im Grunde nichts.

Und nun? Sechs Wochen bevor die ganze Großhandlung vorraussichtlich von der "E" endgültig assimiliert wird, bekomme ich gleich zwei Kartons mit Werbe-Windrädern für Kinder. :-O

(Die Erklärung ist vermutlich, dass es noch einen Vertrag mit einem Werbemittelhersteller zu erfüllen gab. Warum erst jetzt?!? :-( )


Missverständnis

Kollege: "Wie geht's deiner Erkältung?"

Ich: "Och, der geht's wunderbar."

Kollege: "Das ist schön. Meine ist auch fast weg."

Unauffällige, neue Lieferscheinfarbe

Einer unserer Lieferanten hat vor ein paar Tagen seine Lieferscheine umgestellt. Statt der Vordrucke in markanter Gelbfärbung gibt es jetzt schlicht in schwarzweiß ausgedruckte Listen.

Bin mal gespannt, wieviele davon versehentlich hier im Altpapier laden.

Zur Zotter-Aktion

Seit ich am Dienstag Morgen hie im Blog hunderte Zotter-Tafeln zum Sonderpreis angeboten hatte, war ich fast nur noch damit beschäftigt, neben meiner "normalen" Arbeit (und der dicken Erkältung, die ich mir eingefangen habe), bislang exakt 35 Pakete zu packen. Die Zeit dafür läppert sich. Es ist seit Dienstag einiges liegengeblieben und mein Schreibtisch sieht aus wie... – öhm – irgendwie wüst eben.

Bitte keine neidischen Blicke, weil ich damit ja jetzt in so kurzer Zeit "so viel Umsatz" gemacht habe. Ich drück's mal so aus, ohne konkrete Summen zu nennen: Die Preise waren wirklich sehr spezielle Preise, damit die Überhänge möglichst schnell wegkommen. Hausnummer: Der Ertrag ist normalerweise bei allen Artikeln kleiner, als ich durch die Sonderpreise jetzt an Verlust hatte.

Ich tröste mich damit, dass ich jetzt nicht rund 500 Artikel hier im Laden mit Sonderpreis auszeichnen und auf dem Wühltisch zur Verfügung stellen musste. Dann sollen sich lieber ein paar Blogleser freuen. :-)

E-Mail eines Onlineshopkunden

Diese E-Mail erreichte mich heute Morgen. Nachdem das Lachen abgeklungen war, musste ich mir doch prompt die Genehmigung zur Veröffentlichung einholen. Voilà:


Moin, Herr Harste & Ei, verflucht!

Nun habe ich den Rechnungsbetrag so pfeilschnell überwiesen, dass ich keine Bestellnummer angegeben habe... weil auch keine im online-Ablauf erschien, vielleicht...

Deshalb meine dringende Bitte: Legen Sie die 15 Tafeln ZOTTER sofort zurück – das sind meine (vorher Ihre). Spätestens bei der nächsten Inventur/MWSt-Erhöhung/-senkung und dem allfälligen Kontenabgleich werden Sie feststellen, dass Sie EUR 19,50 zuviel haben - das sind Ihre (vorher meine).

Die gute Nachricht: Es wurde nix geklaut. Die schlechte Nachricht: Es ist zuviel da (ZOTTER und/oder Geld) - und das ist ja für einen ordentlichen Kaufmann fast noch schlimmer.

Wenn Sie nun aber die 15 ZOTTER-Tafeln flugs an mich (trotz fehlender Bestellnummer auf der Überweisung!!!) schicken, löst sich alles in Wohlgefallen auf: Du Knete, ich Schoggi. Und die Wärme einer ausgeglichenen Bilanz wird Sie durchströmen und tiefer Friede wird sich auf Ihre merkantile Seele legen und Sie werden wissen was der Unterschied ist zwischen einem Investmentbanker und dem Shopblogger.

Ich aber werde mich und die meinen laben, und ihnen das Hohelied des Shopbloggershops singen!
Und sie ggf. trösten und wiegen ob ihrer grimmen Bäuche, sollten mich die ZOTTER-Tafeln weit nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums erreichen...

Mit den besten unter meinen Grüssen,
J.S.

P.S.:
Ansonsten sehen wir uns vor Gericht: Ich bin rechtsschutzversichert. / Mein Enkel legt in 13 Jahren das 2. jur. Staatsexamen ab. / Meine Tochter wird demnächst einen Russen heiraten. / Ich kann Karate.

"West Maker"

Ich habe hier noch ein knappes Dutzend "West Maker" liegen. Diese kleinen stiftförmigen Geräte, mit denen der Tabak-Inhalt der "Single Packs" in "rauchbare" Papierhüllen geschoben werden konnte.

"Single Packs" (und ähnliche) waren eine Methode der Tabakindustrie, um diese "halbfertigen" Zigaretten zum günstigeren Steuersatz und damit auch günstigerem Verkaufspreis an die Endkunden abgeben zu können. Das hat sich inzwischen alles geändert und so sind auch die Stopfgeräte für diese "Halbfertigen" obsolet.

Der Vertreter sagte mir, dass ich die wegwerfen kann. Bevor ich das mache: Hat irgendjemand aus irgendeinem Grund Interesse an den Dingern? Gegen Portoerstattung würde ich sie kostenlos abgeben.


Die Jungs und die leere Kiste

Ein 16jähriger Junge rief laut "Hallo?" ins Lager. In der Hand hielt er eine leere Getränkekiste ohne Flaschen (also nur den Kunststoffrahmen) und hielt sie mir entegegen. "Die möchte ich abgeben. Der Automat nimmt die nicht."

Da mir der Junge nicht sehr vertauenerweckend vorkam, spulte ich schnell die Videoaufzeichnung zurück. Er kam mit drei Begleitern in den Markt von denen – ach... – niemand eine Kiste Leergut mit sich führte. Nur die inzwischen leere Tüte, die der Teeny noch in der Hand hielt und in der sich etwas Leergut befand. Während der mit der Tüte direkt zum Leergutautomaten gegangen war, holten die anderen beiden eine leere Kiste aus dem Laden.

Aufgrund dieser "Gruppenarbeit" entstand ein interessantes Spiel, als ich die drei zur Rede stellte. "Ich hab' doch gar nichts gemacht.", sagte der erste. Und der zweite auch. Und der dritte erst...
Da sie sich nun gar nicht einigen konnten und die Eltern auch angeblich nicht zu Hause waren, rief ich die die Polizei an, damit diese die Minderjährigen zu Hause abliefert.

"Erschrecken reicht.", sagte ich den beiden Beamten. Immerhin ging es "nur" um 1,50€ und die Jungs sollten einfach nur mit Nachdruck erfahren, dass man sowas nicht tut. Oder tun sollte.

Das sahen die Polizisten aber ganz anders. Eventuell auch durch die teilweise rotzfreche Art des Trios zogen sie das volle Programm durch. Personalien aufnehmen und via Inpol überprüfen, dabei feststellen, dass einer der Täter mutwillig falsche Daten genannt hat, was dem Beamten gar nicht zu gefallen schien. Seine Stimmung senkte sich merklich und zumindest einen der drei haben sie schließlich im Streifenwagen nach Hause gebracht.

So hätte es von mir aus gar nicht zu enden brauchen, aber irgendwie haben die Teenies mit ihrer Art die Herren von der Polizei am falschen Nerv getroffen. :-P

Psychologie des Dosenöffnens

Da ich hier ja ständig über Getränkedosen berichte, passt diese – natürlich nicht ganz ernstzunehmende – Auflistung der verschiedenen "Dosen-Öffner" irgendwie schon hierher.
Ich habe den Text vor Ewigkeiten mal irgendwo im Web (Ach, nee – ich glaube, das war sogar noch zu meinen aktiven Newsgroup-Zeiten...) gelesen und nachdem er mir vor ein paar Tagen via E-Mail zugeschickt wurde, denke ich, dass er hier in "Leergutgesellschaft" ganz gut aufgehoben ist.

Ausnahmsweise mal mit "weiter Lesen".

"Was soll denn DAS schon wieder?", werden jetzt sicherlich einige fragen, aber eine Dose öffnen heißt nicht gleich eine Dose öffnen. Vielmehr kann man viel über den Charakter des sogenannten Dosen-Öffners erfahren, indem man ihm beim Dosenöffnen zusieht. Um Laien in der Dosen-Psychologie die elementarsten Elemente der elementaren Psychologie bei Dosen zu erklären, folgen nun einige einfach nachzuvollziehende Beispiele :

1.Der 08-15-Typ:
Dieser hält die Dose in einer Hand. Der Daumen wird vor die Dose gebracht und der Öffner wird mit dem Zeigefinger langsam, unter mittlerem Zischen der entweichenden Kohlensäure, nach oben gebogen. Sobald die Dose auf ist, wird der Öffner wieder zurückgebogen. "Psychologie des Dosenöffnens" vollständig lesen

SPAR-Markt in Wiener Neustadt

Blogleser Alex hat mir ein Foto von "seinem" SPAR-Markt in Wiener Neustadt geschickt. Vielen Dank dafür.

Wieder einmal fällt mir auf, dass diese freigestellten SPAR-Logos ohne den roten Balken im Hintergrund durchaus sehr edel aussehen. Sollte ich irgendwann nochmal in die Verlegenheit kommen, einen Laden unter dem Zeichen der Tanne zu eröffnen, würde ich es wohl auch so machen. :-)


Wertstoffsäcke

Kunde: Entschuldigung, haben Sie einen "gelben Sack"?

Na, mit meiner Erkältung bin ich doch schon gestraft genug, oder?

Abel sichel. Wäle schlimm, wenn el andele Falbe hätte.

Ich verbitte mir diese indeskrete Frage!

Ja, seit mein Arzt gesagt hat, dass mein Cholesterinspiegel zu hoch sei und ich die Eier streichen soll.

Haben wir da. Haben Sie einen Wertcoupon dabei?


Ihr Guthaben beträgt: 23 Cent

Während der Kunden seinen Einkauf bezahlte und seine Kommunikation mit meinem Mitarbeiter auf knappe, aber höfliche, Worte beschränkte, war seine etwa siebenjährige Tochter deutlich gesprächiger.

Sie stand hinter ihm und plapperte die ganze Zeit das Fragment "Ihr Guthaben beträgt 23 Cent. ... Ihr Guthaben beträgt 23 Cent."


Merke: Schenkt den Kindern als Spielzeug keine funktionsfähigen Handys mit zu wenig Guthaben. :-P

Kaliumchlorid

Ich bin gerade in der Zutatenliste einiger Walkers-Crisps-Sorten über die Zutat "Kalumchlorid" gestolpert. Ich hatte Kaliumchlorid als "starkes Salz" in Erinnerung, das deshalb auch aufgrund der geringeren zu verwendenen Menge als "Diät-Salz" angeboten wird.

Der Wikipedia-Artikel liest sich gar nicht appetitlich. Neben vieler technischer Anwendungen, nebst Giftspritze und Düngemittelersatz, scheint Kaliumchlorid nicht als Lebensmittel dort aufgeführt zu werden.

Bei zusatzstoffe-online.de wird Kaliumchlorid jedoch als Lebensmittel(zusatz) aufgeführt.

Ich vermute, dass der wesentliche Unterschied ist, ob man KCl isst oder in die Blutbahn bekommt. Oder ist die Dosis entscheiden? Andererseits: "Kaliumchlorid gilt als unbedenklich."

Weiß jemand mehr?