Mit der Tür ins Haus
"Können Sie mir hier eben einen Stempel draufmachen?", erkundigte sich der Mittdreißiger, während er einen A4-Zettel aus einer Klarsichtfolie zog.
Nein, konnte ich nicht.
Keine vorhergehende Bewerbung, nicht einmal die Frage ob ich eventuell möglicherweise nicht vielleicht doch jemanden einstellen möchte. Gar nichts. Er kam zu mir und stellte gleich seine Frage.
Nein, konnte ich nicht.
Keine vorhergehende Bewerbung, nicht einmal die Frage ob ich eventuell möglicherweise nicht vielleicht doch jemanden einstellen möchte. Gar nichts. Er kam zu mir und stellte gleich seine Frage.
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Comments
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Azubinchen on :
-pm- on :
MfG
Jürgen on :
schneckchen on :
Hife on :
McDough on :
Pter on :
DerLässigeLui on :
Jürgen on :
Sven on :
Senderin on :
pop on :
peinlich wäre mir es eher, Leute per sms auszunehmen, so wie Du es machst. Der moderne Ladendieb reist ja online.
Damit hier Werbung zu machen, ist ja schon ein bisschen peinlich. Aber Deine Komentare über Deine Kunden...Ätzend...
Louffi on :
Monique on :
Azubinchen on :
Wäller on :
Ich brauche momentan keine neuen Mitarbeiter!
Und um Björns arg knappe Zeit nicht noch mehr zu strapazieren ...
GdG on :
Antwort arbeitssuchender Mittdreißiger: Oh fein, wann soll ich anfangen? Gleich oder morgen früh?
Jörg.
Manni on :
Gerhard Schoolmann on :
Mein Eindruck ist in vielen Faellen nicht gewesen, dass die Stempel-Sucher aus Unhoeflichkeit wortkarg gewesen sind. Wenn man versucht hat, sich mit ihnen zu unterhalten, ist heraus gekommen, dass der kurze Satz, mit dem sie um einen Stempel gebeten haben, mehr oder weniger der einzige Brocken Deutsch gewesen ist, den sie aussprechen konnten. Ein paar hatten auch einen Zettel dabei und versucht, den Satz abzulesen oder einfach den Zettel ueberreicht.
Mein Zorn gilt weniger diesen armen Menschen als den Sesselfurzern, die ihnen aufgetragen haben, Stempel zu sammeln, statt ihnen einen Job zu vermitteln. Es ist offensichtlich gewesen, dass die fehlenden Deutschkenntnisse einer Beschaeftigung entgegenstehen bzw. allenfalls ein Job in Frage kommt, bei dem der Arbeitgeber selbst der selben Region abstammt oder zumindest einen Mitarbeiter hat, der die selbe Muttersprache hat wie die Stempelsammler und zudem gut deutsch spricht und versteht.
Zu den Stempelsammlern bin ich betont freundlich gewesen, habe aber im Zorn einen Sesselfurzer im Amt, der ans Telefon gegangen ist, gehoerig angeschissen.
McDough on :
Abgesehen davon bezweifle ich mal, dass die "Sesselfurzer" bei der Bundesagentur für Arbeit (oder wie sich der Verein zur Zeit schimpft) viel dafür können, wenn sie die Leute zum Stempel holen schicken. Die Sachbearbeiter machen die Regeln nicht, sondern bekommen Vorgaben.
softanarcho on :
Genau! Die tun nur ihre Pflicht! Genau wie alle anderen Schergen, die sich für jede ihrer Greultaten mit "Es war doch ein Befehl" herausreden...
McDough on :
Aber es gibt schon einen Unterschied, ob ich mich weigere, Leute zum Stempel holen zu schicken und die quasi als Gegenleistung ihren Anspruch auf Unterstützung vom Staat behalten oder ob ich "Greueltaten" verüben soll.
Von daher ist der Vergleich ziemlich unsinnig.
softanarcho on :
Kunifer on :
Natürlich sind die Berufsaussichten gering, wenn man kein Deutsch kann. Aber wer in einem fremden Land einen Job will, muss eben dessen Sprache lernen. So weit mir bekannt, bezahlt das Amt sogar in vielen Fällen Sprachkurse.
Steffi on :
(doofes Spam Schutz Ding! schon der 7. (definitiv richtige) Versuch *grummel* So macht kommentieren echt keinen spaß....)
Christian on :
Jo on :
anisa on :
sind nicht immer die hartz4 leute.
zu den stempeln: ich bekomme hartz4 aber musste auch in der zeit wo ich noch alg1 bekommen habe nie stempel sammeln. kenne das prozedere garnicht.
Sarkasmus on :
"Der Bewerber hat sich nicht beworben sondern nur den Spempel abgeholt"
Marcel123 on :
bekommt er/sie dann den stempel
ps deine captcha sind irgendwie nerfig weil sie nie gehen
pop on :
bbr on :
Allerdings war es auch keine Bewerbung in dem Sinne.
Tim on :
Ole on :
Mark on :
Ich wünsche keinem der hier Lesenden, dass ihm ein solches Schicksal wiederfährt. Gleichzeitig wäre es durchaus wünschenswert, dann würde hier manch einer mehr verstehen und nicht so von oben herab argumentieren.
Fände es wünschenswert, wenn Björn die Stempel gibt oder irgendeinen netteren Umgang mit diesen Menschen findet.
Thorsten on :
Dann ziehe meinetwegen noch 4 Stunden täglich für Behördengänge ab (pro Tag absolut übertrieben, aber...) und noch 3 Stunden für Warten, öffentl. Beförderungsmittel, zu Fuß gehen, ... Dann hat man immer noch eine Stunde täglich für eine neue Bewerbung und noch so viel "Freizeit" wie jemand, der täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr arbeitet.
Ich habe eine Bekannte, die auch so nach dem Motto "nur nicht arbeiten" lebt. Jetzt ist sie dann eben mal schwanger geworden, um nix tun zu müssen - und das mit Absicht, nicht etwa, weil's eben so gekommen ist. Eventuell färbt diese Bekannte und Ihre Art auch diese Antwort hier von mir...
Trotzdem finde ich, daß man für sein Arbeitslosengeld mehr tun muß als nur zu sagen "Haste mir ma 'n Stempel?".
Ische on :
*Rofl*
[4JLQX]4 Jugendliche lieben quere Xylophone
Christian on :
darkcookie on :
Wenn die Leute danach eine bessere Arbeit finden, können sie ja wechseln.
Persephone on :
Fokal on :
Dein Vorschlag läuft in letzter Konsequenz auf eine private Versicherung nach dem Äquivalenzprinzip hinaus. Das dürfte selbst der FDP zu liberal sein.
darkcookie on :
In diesem Zusammenhang stört mich insbesondere, dass die Berufsunfähigkeitsrente vom Staat zusammengestrichen wurde. Genau das trifft nämlich die Leute, die immer gut in die Sozialversicherungen eingezahlt haben und die nun nicht mehr *können*.
klopsi on :
stempel verweigert - o.k.. schriftliche bewerbung geht am näxten tag ein. aufmachen, lesen, beantworten, zurücksenden. Zeitaufwand ca. 15 min plus material plus porto. und dem björn ist seine zeit doch so teuer, wenn er anrufe kriegt.
also, schickt kräftig bewerbungen!
Exmitarbeiterin on :
Ich war auch schon arbeitslos und habe mich dutzendfach beworben. Das ist oft hart und die Schulungen, in die man zu Statistikzwecken abgeschoben wird, können nerven. ja.
Aber das Selbstwertgefühl leidet nicht so extrem, wenn man eine Frage stellt, auch wenn sie dutzendfach abgelehnt wird. Und gerade jetzt stellen viele Supermärkte auch Ferienaushilfen ein. Solch ein Übergangsjob hat sich schon oft zu einer festen Stelle gemausert.
bbr on :
Leidest Du unter utopischen Wahnvorstellungen.
Aus meiner Zeit als Arbeitsuchender habe ich da ganz andere Erfahrungen gemacht.
Cooxterella on :
das wirst du ja demnächst öfter hören...
Torsten K. on :
Es gibt weder einen Rechtsanspruch auf einen Stempel, noch gibt es eine Sanktionsmöglichkeit wegen fehlendem Stempel.
Wir sollten damals auch rumlaufen und uns initiativ(!) persönlich bei Firmen bewerben. Und anschließend Stempel abholen. Ich war wohl der einzige, der keine Stempel gebracht hat (und habe das damals auch so gegenüber meiner SB bei der Arge kommuniziert). Abgesehen davon, daß Initiativbewerbung und Stempel nicht zusammenpassten.
Kunifer on :
> Orten zu bewerben, wo sie wissen, dass sie keine Chance
> haben oder wo sie (und das ist auch legitim, man sollte
> nicht gezwungen werden alles zu tun) nicht arbeiten wollen.
Natürlich ist man nicht gezwungen, überall arbeiten zu wollen - außer, man möchte Geld von der Allgemeinheit haben. Die verlangt das nämlich von ALGII-Beziehern. Wer nach einem Jahr ALG I noch keinen Job gefunden hat, muss jeden annehmen. Klingt für manche hart, ist aber so.
Nachvollziehbar und berechtigt ist natürlich das Ablehnen von Outbound-Jobs und MLM - sowas ist illegal.
> Insofern verstehe ich es durchaus, wenn es Leute gibt, die
> den Moment der Beschämung möglichst kurz halten wollen
> und nur ihren Zettel hinhalten.
Jeder Mensch, der sich um Arbeit bewirbt, hat meinen höchsten Respekt. Es gibt nichts wofür er/sie sich da schämen müsste.
Dirk on :